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Meine Kommentare auf scilogs.spektrum.de 2026/10 (T.J.)


Kommentar vom 17.10.2026 13:53
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/von-oberlehrern-verschwoerungsunternehmern-ein-interview-viele-varianten/

@Michael 16.10. 19:40 / 17.10. 00:33

„Der gemeinsame Glaube an überempirische Akteure erhöht das kooperative und mittelbar auch reproduktive Potential menschlicher Gruppen, wo Glaubwürdigkeit steigende Signale (CREDs = Credibility Enhancing Displays) wie Opfer, Rituale, Kleidung Betrugsversuche abwehren.“

Das dürfte ein wesentlicher Faktor sein, wenn auch nicht der einzige. Soll man denn Religiosität fördern? Ich bin mir da unsicher. Zumal dann die Frage auftaucht, wie überhaupt.

„..die biokulturelle Evolution von Religiosität und Religionen geht auch derzeit mit hohem Tempo weiter.“

Klar dürfte aber sein, dass die religiösen Eltern immer mehr Kinder haben, was dann die Neigung zu Religion evolutionär immer fördert. Wenn es der einzige Faktor wäre, würden in wenigen Generationen die Unreligiösen größtenteils aussterben, während die Religiösen die Kurve kriegen und wieder wachsen.

„Weil es immer weniger Kinder und Familien gibt, verlieren sie auch als Wählerschaften an Gewicht und werden weiter kaputtgespart.“

Man müsste Eltern zusätzliche Wählerstimmen zugestehen. Für jedes Kind bekommt jeder Elternteil eine halbe Stimme mehr, bis die Kinder mit 16 selber wählen dürfen. Und Alleinerziehende eine ganze.

„Da bin ich doch sehr gespannt – denn Anzeichen für eine „Familienförderung, bis die Geburtenraten wieder stimmen“ kann ich auch international noch kaum erkennen.“

Was sollen wir sonst tun? Familienförderung fördert wenigstens sofort die Nachfrage, auch wenn sie noch nicht zu mehr Geburten führt. Und diese Förderung wäre m.E. auch überaus gerecht.

Den Vätern mal beibringen. sich vollumfänglich an der Carearbeit zu beteiligen, könnte auch noch mal helfen.

Gibt es noch was, dass man machen könnte?

Überhaupt entspanntere Lebensverhältnisse fallen mir da noch ein. Und eben ein erfolgreicher Solarpunk, der echte Zukunftsperspektiven auch für den geplanten Nachwuchs mit sich bringt.

Ansonsten haben wir es in einer zukünftigen Klimakatastrophe mit weniger Weltbevölkerung einfacher, für alle genug zu essen zu haben. Und mehr Platz für wilde Natur. Auch nicht ganz egal. Wir Menschen sind nicht die ganze Natur, der Rest dieses wirklich wunderbaren Planeten hat auch Lebensrechte und seine eigene Qualität.



Kommentar vom 16.10.2026 23:14
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@Michael 16.10. 19:59

„...anstatt sich mit mutigen und auch Steuer-bezogenen Entscheidungen in die post-fossile Überflussgesellschaft zu stürzen.“

Ich weiß jetzt nicht, wieviel Überfluss wir jetzt noch brauchen. Mit der Grünen Technik und anderen nötigen ökologischen Maßnahmen wären wir ganz gut dabei, aber eben noch Familienförderung, bis die Geburtenraten wieder stimmen.

Wirkliches Wachstum braucht der globale Süden. Wenn dahin Kapital abwandert, wäre das entsprechend überaus zu begrüßen.

Für uns selbst träume ich eher von einem entspannterem Arbeiten und Leben. Was auch sehr viel näher kommen kann, wenn man Kapitalertrag und Lohnarbeit endlich mal gleich besteuert und mit Abgaben belegen würde. So könnte man dann sogar die Staatsschulden wieder begleichen.

Einfach 15 Jahre lang sich da bedienen, dann müsste das schon passen. Freilich in ganz Europa, wer hier Alleingänge wagt, dem könnte das zum Nachteil werden. Und nach außen tun es einfach Zölle, dass hier nicht unsere Kapitalsteuern uns zum Nachteil werden.

Scheint mir, dass das so funktionieren könnte. Auch mit den nötigen Investitionen in die komplette Energiewende und einer mittelfristigen Aufrüstung.



Kommentar vom 16.10.2026 17:03
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/von-oberlehrern-verschwoerungsunternehmern-ein-interview-viele-varianten/#comment-219544

@Michael 16.10. 16:21

„Über längere Zeit wurde dieser biografisch-demografische Widerspruch einfach durch höhere Schulden verdrängt. Das geht jetzt kaum mehr: Bei schrumpfenden Bevölkerungen mit Nachfrage- und Investitionsschwächen wachsen die Zweifel am Schuldendienst, die Anleihezinsen steigen. Japan, Frankreich und gar die USA spüren dies schon & es könnte jederzeit platzen.“

Ist klar, da wurden über Jahrzehnte Überschüsse absorbiert, die nirgendswo mehr sinnvoll angelegt werden konnten. Das ist ja nun die andere Seite von Staatsschulden.

Wie denn da wieder runterkommen, ohne Kapital an allen möglichen Stellen mehr zu besteuern?

Zumal ja nun die weitere Automatisierung auch die Besteuerung betrifft. Die Steuern und Abgaben sind doch auf Arbeit 3 mal höher als auf Kapitalertrag. Und Roboter und KI sind nun mal Kapital, dass Ertrag abwirft. Und das nicht nur in Zukunft, das läuft doch schon seit Jahrzehnten, dass immer mehr teure Maschinerien die Produktion realisieren, und im Verhältnis dazu wird immer weniger Arbeit gebraucht.

Und die ganze Zeit und immer noch, wird fast nur die menschliche Arbeit besteuert.

„Es mangelt uns nicht mehr an Autos und Kühlschränken, sondern an Dienstleistungen wie Tourismus, Gesundheit, Pflege.“

Das Eine lässt sich eben steuervermeidend von immer mehr Maschinen erzeugen, das andere eben nicht. Die unterschiedlichen Steuersätze machen doch den Unterschied. Ich meine, dass man genau da ansetzen sollte.



Kommentar vom 16.10.2026 16:02
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/von-oberlehrern-verschwoerungsunternehmern-ein-interview-viele-varianten/

@Realo 16.10. 14:43

„Bedeutet, die Nachfrage nach „Vermögen“, damit der „Wert“ sinkt und Geschäfte und Gewinne werden im „passenden Ausland“ abgewickelt. Letztlich braucht man eine große Mauer rund ums Land, wie ehemals in der DDR…. „

Man muss natürlich gucken, wo man was gewinnen kann, ohne dass es umgangen wird. Da sind Immobilien nun mal erste Wahl. Neben Erbschaften kann man auch z.B. 1 % im Jahr an Vermögenssteuern da drauf erheben. Da kommt schon mal ganz schön was zusammen.

Und wenn im Erbfall das Haus oder die Firma aufgeteilt werden muss, dann kann man nun mal alles verkaufen und das Geld dann aufteilen. Ich wüsste jetzt nicht, wo das Problem dabei wäre. Wenn einer der Erben das weiterführen will, muss er eben die anderen auszahlen, und eben die Erbschaftssteuern aufbringen. Hat er das Geld nicht, dann muss er eben darauf verzichten, die Immobilie oder die Firma weiter zu betreiben.

Spätestens wenn uns durch Roboter die Arbeit knapp wird, kommen wir an Robotersteuern nicht mehr vorbei. Wenn die nur die Kapitalertragssteuer zahlen, und nicht mehr die sehr viel höhere Einkommensteuer plus Krankenkassenbeitäge und Rentenkassenbeiträge, dann geht das hier alles den Bach runter. Da helfen dann auch keine Zucker- und Tabaksteuern mehr.



Kommentar vom 16.10.2026 14:05
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/von-oberlehrern-verschwoerungsunternehmern-ein-interview-viele-varianten/#comment-219532

@Michael 16.10. 07:19

„Sollten „Maschinen, Roboter und KIs“ jedoch „alle Arbeiten“ auf der Grundlage fossiler Verbrennung „verrichten“ – dann wird von der Menschheit nicht mehr viel bleiben.“

Wenn die Roboter aber weiterhin als manifestes Kapital nur Kapitalertragssteuern zahlen, und weder höhere Einkommensteuern, Krankenkassenbeiträge und in die Rentenkassen zahlen, dann wird das auch mit einer erfolgreichen Energiewende zu einer Armutskrise samt Zusammenbruchs der Weltwirtschaft führen?

Das wäre dann letztlich die Wand, gegen die der Kapitalismus an seinem Ende dann fährt. Das funktioniert auch ohne Fossilismus.

Im Prinzip sind wir da womöglich jetzt schon auf diesem Weg. Mit Zucker- und höheren Tabaksteuern wird sich das Problem jedenfalls kaum lösen können. Das Geld können die Raucher nicht herzaubern, die müssen dann beim Essen und woanders sparen.

Das verschärft dann ganz direkt noch die ohnehin laufende demografische Nachfragekrise.



Kommentar vom 15.10.2026 23:09
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/von-oberlehrern-verschwoerungsunternehmern-ein-interview-viele-varianten/#comment-219504

@Michael 15.10. 18:35

„Wir könnten auch technologisch, ökologisch und sozial schon viel weiter sein – wenn wir nicht zugelassen hätten, dass die Energie- und Verkehrswende über Jahrzehnte hinweg fossil blockiert worden ist. Nun zahlen wir alle den Preis dafür…“

Die Deutschen Privatstromkunden haben die Markteinführung von Windrädern und PV-Modulen durchaus fleißig mitfinanziert. Das war teuer, hat aber was gebracht. Zumindest jetzt global betrachtet.

Die Sache ist jetzt aber gelaufen.

Jedenfalls sind inzwischen die Komponenten Made in China wirklich konkurrenzfähig. Zu deutschen Löhnen produziert wären die klar teurer. Und wir haben in Deutschland doch immer noch einen Außenhandelsüberschuss von 200 Mrd Euro im Jahr.

In übrigen Europa allerdings teilweise gar nicht. Das täte uns ganz gut, wenn auch da produziert würde. Ich schätze mal, dass die Chinesen sich darauf einlassen würden, wenn wir denen anbieten, auch in Osteuropa zu produzieren.

Zumal aber mit Grüner Technik überwiegend importierte fossilen Brennstoffe ersetzt werden, passt es dazu, einen guten Teil von der Grüner Technik auch zu importieren. Zumal ja auch die Installation der Anlagen immer im Land bleibt, was durchaus ein Faktor ist.

Rund um Wasserstoff gibt es aber wohl auch noch was zu entwickeln, und danach auch in großem Stil zu produzieren. Wenn wir in Europa die Ressourcen dafür haben, dann sollten wir das jetzt aber selber machen.

Und auch ein umfassendes Projekt für Offene Software für so ziemlich alles täte nicht nur der EU, sondern der ganzen Welt sehr gut. Gerade zu Zeiten, wo die KI selber immer besser programmieren kann, wird es immer verlockender, damit endlich mal anzufangen.

Linux funktioniert doch wunderbar, so wünsch ich mir die ganze IT. Und dann vielleicht sogar noch besser. Und praktischerweise ohne asoziale Netzwerke. Man müsste was aufbauen, das einfach sehr viel besser ist, als die mediale Katastrophe, die da jetzt noch durch die Welt rollt.

Das scheint mir die Zukunft zu werden, zumindest träume ich da gerne von.



Kommentar vom 15.10.2026 17:08
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/von-oberlehrern-verschwoerungsunternehmern-ein-interview-viele-varianten/

@Realo 15.10. 10:13

„Es geht darum, dass Maschinen, Computer, Roboter, KI,…. immer mehr und bessere Arbeit verrichten können, aber die Kosten für den Staat und die Sozialausgaben haben nur die arbeitenden Menschen als Steuern und Sozialabgaben zu tragen.“

Finanztechnisch sind Maschinen, Computer, Roboter und KI Kapital, das mehr oder weniger Ertrag abwirft. Wenn das kaum besteuert wird, dann fehlt natürlich das Geld in der Staatskasse.

Entsprechend lohnend wäre es, da Kapitalertrags-, Vermögens- und Erbschaftsteuern drauf zu erheben. Praktischerweise am Stellen, wo das kaum vermieden werden kann, und wo das nicht ins Ausland abwandern kann. Insbesondere wären dann europäische Lösungen sehr interessant, dann funktionieren schon die meisten Vermeidungsstrategien nicht mehr.

Immobilien sind da von Natur aus unbeweglich. Und auch Erbschaften lassen sich nicht ins Ausland verschieben. Auch die Installation von Grüner Technik nicht. Auch viele Verwaltungsaufgaben nicht. Da könnte man sich bevorzugt bedienen, und was eben abwandern könnte, müsste man dann halt mäßiger besteuern.

So verdienen wir dann alle mit, wenn immer mehr von Robotern und KI erwirtschaftet wird. Das wären doch Perspektiven?

Überhaupt kann man auch KI als offene Software vergesellschaften, wo das denn technisch möglich ist. Das erzielt zwar keine Steuereinnahmen, dafür spart es aber verbreitet jede Menge Kosten ein.



Kommentar vom 15.10.2026 15:04
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/von-oberlehrern-verschwoerungsunternehmern-ein-interview-viele-varianten/#comment-219491

@Michael 15.10. 12:04

„Nach meiner Erwartung werden wir also eine Debatte über ein Bürgergeld führen können – sobald wir die fossile Verschwendung & Kriegsfinanzierung überwunden, stattdessen erneuerbare Heimat-, Friedens- und Wohlstandsenergien durchgesetzt haben.“

Von der Wichtigkeit her sehe ich die Reihenfolge so auch. Aber mit dem Bürgergeld mal anfangen, kann dennoch nicht schaden. Auch angesichts der Demografischen Nachfragekrise, die wiederum mit Familienförderung entschärft werden kann. Selbst wenn sie nicht sofort zu mehr Nachwuchs führt, schafft sie dennoch sofort zusätzliche Binnennachfrage.

Das zusammen mit einem gut ausgewogenem Bürgergeld anzugehen, muss nicht auf ein endgültiges Ende des Fossilismus und der Fossilisten Putin und Trump warten.

Das Thema Kapitalsteuern erscheint mir hier jedoch auch wieder zentral. Die würden alles fördern können. Mehr Energiewende, mehr Aufrüstung, mehr Familienförderung wie auch vernünftige soziale Sicherheit und soziale Gerechtigkeit.



Kommentar vom 15.10.2026 14:47
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/von-oberlehrern-verschwoerungsunternehmern-ein-interview-viele-varianten/#comment-219490

@Michael 15.10. 07:13

„Gleichwohl hielte ich jede Politik, die die Verkürzung menschlichen Lebens in Kauf nimmt oder gar befördert, für menschenverachtend, unwürdig und sogar für gefährlich. Denn wo dann aufhören?“

Na die Leute in Ruhe lassen, die sowieso süchtig sind, und ihren Konsum auch bei höheren Steuern nicht reduzieren. Soviel Eigenverantwortung zu akzeptieren ist m.E. in Ordnung. Das nützt dann doch alles überhaupt nichts. Es geht hier nicht um rationale Entscheidungen, es geht hier um Suchterkrankungen. Eigentlich auch bei Zucker.

Natürlich braucht der Staat auch Steuern. Das sehe ich ja sogar ganz persönlich als Pluspunkt. Wenn das allerdings überhand nimmt, dann kann der Eine oder Andere dann doch noch in ziemliche finanzielle Schwierigkeiten geraten. Das kann auch menschenverachtend werden.

Wer z.B. in einem Behindertenwohnheim lebt, und nur Taschengeld bekommt, dann kann hier eine Tabaksucht zu echt handfesten finanziellen Schwierigkeiten führen. Und die finanziellen Probleme von Heroinabhängigen sind nun auch wohl bekannt. Das fördert dann sogar flächendeckend Prostitution und Kriminalität.

Das ist alles gar nicht mehr schön.

„Was mich an der ganzen Sache jedoch sehr ärgert, ist erneut das exekutive Vorgehen über die Parteivorsitzenden ohne echte, parlamentarische Debatte:…“

Und wenn es nur dazu führt, dass das Für und Wider des jeweiligen Sachverhalts auf den Tisch kommt, ist ja schon was gewonnen. Transparenz einfach nur schon mal, bei eben denen, die die Gesetze wirklich machen.



Kommentar vom 15.10.2026 00:03
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/von-oberlehrern-verschwoerungsunternehmern-ein-interview-viele-varianten/#comment-219435

@Michael 14.10. 14:01

„Politik ist in erster Linie ein erkenntnistheoretisches Problem.“

So vielfältig wie die Menschen sind. Dass es ein Problem ist, mag rein praktisch tatsächlich aber vorkommen.

„Wir alle können nur im Rahmen unserer Weltwahrnehmungen agieren, die nicht nur kognitiv, sondern auch medial und wissenschaftlich begrenzt sind.“

Die Krise der Publikative scheint mir das wesentlichste Phänomen zu sein, das unser aller Leben gefährdet. Wenn Wahnsinn Politik wird, wird es schwierig.

Andererseits ist es öfter gar nicht so leicht festzustellen, welche Politik jetzt die bessere wäre. Aktuelles Beispiel Zuckersteuer. Muss das jetzt sein? Ich verzehre durchaus 1,5 Liter Billigcola am Tag, wenn ich das richtig verstanden habe, kostet die 1,5 Literflasche jetzt 50 ct mehr. Das kostet mich dann 15 Euro im Monat. Deutlich mehr als kaum was.

Ich kann ja verstehen, dass Zucker ungesund ist. Und dass das Geld an die Krankenkassen gehen soll. Wobei aber wohl unklar ist, ob denn zuckerbedingte Krankheiten überhaupt teurer sind als andere. Natürlich kosten die Geld. Was aber nichts nützt, wenn die Leute statt Diabetes heute stattdessen 10 Jahre später krebskrank werden. Irgendwas kriegt man immer, bevor man abtritt, und das wird meistens teuer.

Die Krankenkassen geben entsprechend das halbe Geld für das letzte Lebensjahr ihrer Versicherten aus.

Bei Tabaksucht sieht es jedenfalls so aus, dass Raucher tatsächlich für die Krankenkassen sogar billiger sein sollen. Vermutlich weil doch einige Raucher mehr recht plötzlich an Herzinfarkt oder Schlaganfall sterben, und der Arzt nur noch den Tod feststellen kann. Das ist dann richtig billig, und für die Krankenkassen auch wirksam, wenn das nur einige Prozent sind.

Das ist alles nicht so einfach. Im Zweifelsfall wäre ich dann doch eher für Eigenverantwortung.

Was schlecht ist, soll teuer sein? Ist das denn so einfach? Oder doch nur ein Vorwand?



Kommentar vom 14.10.2026 16:47
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/rede-zur-pruef-demonstration-in-stuttgart-am-10-10-2026/#comment-219422

@Michael 14.10. 15:27

„Für viele von uns mag das teuer, ärgerlich und schwierig erscheinen. Für viele Menschen etwa in Bangladesch oder im Sudan ist es längst existentiell.“

War es vorher aber auch schon. Immerhin haben viele Länder im Globalen Süden aber auch hohe Solarerträge, die auch noch gleichmäßiger über das Jahr verteilt sind. Und eine verlässliche Stromversorgung fehlt dort sowieso schon die ganze Zeit. Vielleicht schafft es ja sogar die Grüne Technik dort, zu funktionierenden Verhältnissen zu führen?

Dass ohne vernünftige Stromversorgung nichts funktioniert, dürfte jedenfalls klar sein.

Wir haben es in Deutschland aber klar selber in der Hand, und müssen nur die Rahmenbedingungen realisieren, die Probleme gemeinschaftlich anzugehen.

„Außerdem nütze die deutsche Hilfe für die Ukraine nichts, schade aber Deutschland. „125 Milliarden Euro, die unserem eigenen Land vorenthalten wurden, die hier in diesen Krieg direkt und indirekt geflossen sind“, rechnet Siegmund auf und fordert: „Unser Land zuerst!“

Gut angelegtes Geld. Wer freilich vom System Putins träumt, der sieht das offenbar anders. Und wen das Weltklima anscheinend nicht die Bohne interessiert, auch nicht.



Kommentar vom 14.10.2026 14:41
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/rede-zur-pruef-demonstration-in-stuttgart-am-10-10-2026/#comment-219420

@Michael 14.10. 13:06

„Ich war berührt und versicherte ihr, dass es genug sei, wenn sie immer mal wieder ehrlich prüfen, was sie tun können. Niemand könne alles, aber alle könnten etwas verbessern.“

Die Lage ist recht verschieden. Wer sein Eigenheim hat, kann problemlos die PV-Anlage mit passendem Speicher anschaffen, und die Wärmepumpe und das E-Auto gleich mit. Insgesamt dürfte sich das sogar rechnen, dass man das auch auf Kredit finanzieren kann, und das Geld über eingesparte fossile Kosten wieder raus bekommt.

Wer hier in der Innenstadt zur Miete wohnt, der kann nur wenig selber initiieren. Allerdings ist ein Leben in Innenstadtnähe aber auch sowieso deutlich sparsamer. In verdichteter Bebauung ist das Verhältnis von Außenwänden zu Wohnfläche deutlich günstiger als bei freistehenden kleineren Eigenheimen. Und manch einer hier in der Innenstadt kommt auch ohne eigenes Auto aus.

Die Wege werden hier alle kürzer. Und weniger genutzte Wohnfläche wirkt sich auch noch mal wesentlich aus.

Und wenn die Rahmenbedingungen sich endlich mal bessern, haben wir hier auch alle irgendwann unsere PV-Anlagen auf allen geeigneten Dächern. Und vielleicht sogar mehr neue Fernwärmenetze mit einer Kombination von Großwärmepumpe und Kraftwärmekopplung. Und wenn man schon mal dabei ist, auch noch ein Kaltwassernetz zum Kühlen im Sommer gleich mit.

Und mit dem Sammeltaxisystem werden riesige Parkplatzflächen frei, die man für gute Radwegenetze und mehr Grün nutzen kann. Und für Schwammstadtmaßnahmen.

Wie mir scheint, haben Innenstädte reichlich Potential auch für Grüne Technik. Die müssen halt nur mehr gemeinschaftlich organisiert sein.



Kommentar vom 13.10.2026 23:42
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/rede-zur-pruef-demonstration-in-stuttgart-am-10-10-2026/#comment-219382

@Michael 13.10. 08:09

„Die Behauptung, dass es erst weitere „Möglichkeitsräume“ brauche und diese seien „technischer Natur“, erscheint mir allzu bequem. Es war und ist seit vielen Jahren möglich, post-fossil zu leben und damit wiederum die Transformation zu beschleunigen. Niemand kann alles, aber alle können etwas verändern.“

Kommt aber auch drauf an, wieviel Geld man hat. Ich kann nur zur Miete wohnen, und kann nur warten, dass mein Vermieter aktiv wird, was Wärmepumpe und PV-Anlage auf dem Dach angeht.

Ein Auto wiederum brauche ich überhaupt nicht, höchstens wäre ich aber gerne Gelegenheitskunde eines Sammeltaxisystems. Und würde mich über mehr Platz für Radfahrer in der Stadt freuen.

Ich bin älter geworden, und habe mir das Fahrradfahren größtenteils abgewöhnt, bin aber auch sowieso nur noch wenig unterwegs.

Ansonsten habe ich seit Mitte der 80er praktisch alle Urlaube größtenteils per Fahrrad und Zelt gemacht. Inzwischen, wie gesagt, mache ich gar keinen Urlaub mehr. Muss ich auch nicht.

Ansonsten bin ich dann tatsächlich auch auf der Suche nach weiteren Möglichkeitsräumen, insbesondere welche, die billiger sind. Es hat nicht jeder viel Geld, und da wird es sehr hilfreich sein, möglichst billige Lösungen für die Energiewende zu finden.

Bei einer Bekannten hat jetzt der Vermieter sein ganzes Mietshaus auf eine nagelneue Wärmepumpe umgerüstet. Die verursacht offenbar geringere Verbrauchskosten, war aber teuer in der Anschaffung, aber zumindest vorerst hat der Vermieter die Grundmiete nur soviel erhöht, wie es für die Mieter jetzt an Verbrauchskosten billiger wird. Auch bin ich gespannt, ob das auch überall schön warm ist, wenn es draußen sehr kalt wird.

Bei mir selber ist Fernwärme auf Basis von Industrieabwärme geplant. Aber durchaus auch PV-Anlagen auf unseren Dächern hier. Ich vermute mal, dass letzteres aber auch bessere Rahmenbedingungen braucht, um wirtschaftlich zu sein. Man müsste seinen Solarstrom zu vernünftigen Durchleitungsgebühren direkt an die Nachbarschaft verkaufen dürfen.

So wie das jetzt aussieht, lohnt es sich einfach nicht, eine Dach-PV-Anlage mit passenden Speicher anzuschaffen, wenn man den ganzen Ertrag erst mal ins Netz einspeisen muss.

Die aktuellen Energiepreise ufern immer mehr aus, das reicht mir. Und das kann aktuell auch eigentlich mit grüner Technik nur billiger werden. Wenn man es denn vernünftig macht. Zumindest meine finanziellen Möglichkeiten sind begrenzt.

Wenn man seinen eigenen PV-Strom selber nutzen kann, dann sieht es jedenfalls richtig gut aus. Dann hat man sogar noch eigenen Billigstrom zur Wärmepumpe und zum Elektroauto beizutragen. Und ein eigener kleiner Festspeicher könnte inzwischen auch lohnenswert sein, dann kann man das ganze Sommerhalbjahr über komplett autark sein.

Das geht allerdings aktuell nur, wenn man sein eigenes Dach hat, und praktischerweise noch einfacher, wenn man selber der Eigentümer ist.

Da komm ich nicht dran. Ich kann jetzt nur Fahrradfahren. Und weniger Fleisch essen. Und abwarten, was mein Vermieter macht. Träumen tue ich trotzdem gerne, auch hier und öffentlich.

Kann gut sein, das Du für Deine Energierechnung weit weniger zahlen musst, als ohne Deine eigene Grüne Technik. Das hat sich inzwischen gedreht, dass auch die Investitionskosten recht schnell wieder hereinkommen. Die fossilen Preise sind in den letzten Jahren durchaus explodiert. Das betrifft Dich kaum noch. So sollte es auch sein.



Kommentar vom 13.10.2026 10:23
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/rede-zur-pruef-demonstration-in-stuttgart-am-10-10-2026/

@Michael 13.10. 08:09

„Klar ist es verführerisch, Politik auf technologische Fragen herunter brechen und damit handhabbar machen zu wollen. Aber die menschliche Realität ist eben vielschichtig – und Technologie nur eine dieser Schichten.“

Konkretes Handeln kann immer nur innerhalb der Möglichkeitsräume stattfinden. Die sind beim Thema Fossilismus versus Energiewende nun mal technischer Natur. Und zwischen den technischen Grundlagen und konkretem Handeln kann das Träumen über unsere tatsächlichen Zukunftsmöglichkeiten liegen.

„Auf Mastodon finden viele, dass der ÖPNV noch besser als jedes Elektroauto sei. Wohin führen solche Überspitzungen?“

So wie der ÖPNV jetzt im Ruhrgebiet funktioniert, ist das echt mangelhaft. Zu langsam, zu lückenhaft, zu unzuverlässig. Es kommt dann auch auf die konkreten Fahrstrecken an. Wenn ich von der Dortmunder Nordstadt nach Hörde will, geht das ja noch ganz fix. Aber eben mit Unsicherheiten, was Verspätungen und Ausfälle betrifft. Auch von Dortmund nach Bochum oder Essen klappt das noch so halbwegs. Will man aber z.B. von Dortmund nach Recklinghausen, dann wird es echt schwierig.

Und auf dem Land kommt man mit dem ÖPNV teils gar nicht vorwärts.

Deswegen träume ich von einem Sammeltaxisystem auf Basis von Selbstfahrenden E-Autos. Der ÖPNV kann sich dann auf die Linien begrenzen, die gut funktionieren, also hier in Dortmund insbesondere die U-Bahnlinien in Innenstadtnähe. Und S-Bahnen und Fernverkehr können hier und da auch noch auf einem Teil der Strecken sinnvoll bleiben.

Was dann mit dem Fahrrad oder dem E-Scooter nicht geht, wäre ein Fall für das Sammeltaxisystem. Das spart jede Menge Fahrzeuge und damit auch Parkplätze ein. Und auch wenn der PKW-Bestand nur noch ein Drittel vom heute üblichen Ausmaß ist, kann man immer noch auch diese Fahrzeuge längere Zeiten bidirektional anschließen, und damit einen immer noch wesentlichen Anteil am allgemeinen Energiespeicherbedarf abdecken.

14 Millionen Fahrzeuge können immerhin noch 8 Stunden des üblichen täglichen Stromverbrauchs zwischenspeichern, wenn die nur die halbe Zeit bidirektional angeschlossen sind. Das hilft schon sehr viel weiter. Damit hat man dann schon genug Speicherkapazität, um allein die PV-Leistung mehr als verdoppeln zu können.



Kommentar vom 12.10.2026 23:19
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/rede-zur-pruef-demonstration-in-stuttgart-am-10-10-2026/#comment-219320

@Michael 12.10. 19:27

„Mich freut, dass mit „jedem“ Elektroauto weniger Benzin und Diesel, dafür aber mehr Ökostrom nachgefragt wird.“

Das sowieso. Aber gerade die Eignung zum fahrenden Batteriespeicher kann zusätzlich sehr vorteilhaft werden. Wenn die Fahrzeuge eben wo immer praktikabel bidirektional angeschlossen sind, können sie grob die Hälfte des Speicherbedarfs zukünftiger Stromnetze bereitstellen. Und das praktisch ohne Mehrkosten!

Natürlich ist das auch schon wirksam, wenn E-Autos nicht bidirektional angeschlossen sind und bevorzugt zu Zeiten von Netzüberschüssen aufladen. Aber das wirkt um ungefähr den Faktor 10 weniger als ein überwiegend ständiger bidirektionaler Anschluss ans Stromnetz.

So können die Fahrzeuge mittags aufgeladen und nachts wieder entladen werden, es muss nur so viel Energie im Speicher behalten werden, wie sie am nächsten Tag gebraucht wird. So kann man auf bis zu 200 Ladezyclen im Jahr kommen. Fast so gut, wie feste Netzspeicher.

Netzspeicher können zwar direkt beim Erzeugerstandort installiert werden, und vermeiden damit zusätzliche Ströme zu den Speichern und wieder zurück, mit entsprechenden Durchleitungsgebühren. Aber die Fahrzeugspeicher hat man doch sowieso, die kosten kaum was extra. Und mit der Nähe zum Verbraucher verringert man auch zusätzliche Stromflüsse, wie sie bei Großspeichern z.B. an ehemaligen Kraftwerkstandorten anfallen.

Angesichts von steigenden Strommengen durch Elektromobilität, Wärmepumpen und umgestellte Prozesse in der Industrie, kann es hilfreich sein, die Speicher so zu verteilen und zu steuern, dass sie das Netz entlasten, statt es noch zusätzlich zu belasten.

Das kann einen Netzausbau stellenweise überflüssig machen. Auch der Ferntransport von Strom kann mit intelligent gesteuerten und geschickt verteilten Stromspeichern die vorhandenen Leitungen besser ausnutzen. Dass wir dann gar nicht so viele neue Stromleitungen brauchen.



Kommentar vom 12.10.2026 13:25
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/ein-weg-der-hoffnung-mit-papst-leo-xiv-und-dem-christdemokraten-robert-schuman-1886-1963/#comment-219287

@Uli Schoppe 11.10. 15:35

„Sie können ja nicht eben alle fossilen Bedürfnisse dann mal aus Gas decken. Dann könnten ihnen ja die Ölpreise egal sein.“

Ja aber die exportieren doch Gas, und importieren Öl. Wenn die Gaspreise genauso gestiegen sind wie die Ölpreise, dann betrifft das nicht die Handelsbilanz der USA. Sehr wohl aber die Verbraucher, die müssen zahlen. Und die Öl- und Gaskonzerne kassieren, aber richtig.



Kommentar vom 12.10.2026 00:04
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/rede-zur-pruef-demonstration-in-stuttgart-am-10-10-2026/#comment-219255

@Tarek Aziz 11.10. 16:37

„..daß es Menschliche Gründe geben könnte warum man das Töten und die Vertreibung der Palästinenser (im übrigen auch Libanesen, Syrer, Iraner) verurteilen könnte...“

Israel ist nun nicht verantwortlich für alles, was in der Region schiefläuft. Diktaturen und Bürgerkriege in den genannten Ländern verursachen m.E. die meisten Probleme. Unter anderem ja auch den Angriff vom 7. Oktober auf Israel.

Anstatt sich was aufzubauen, investiert man in den Kampf gegen Israel.

Klar ist aber auch, dass die israelische Siedlungspolitik im Westjordanland den Ärger natürlich auch fördert und am Kochen hält.

@Michael 11.10. 16:37

„Und hinzu kommen ja noch täglich mehr Elektroautos als fahrende Batteriespeicher…“

Wenn die nicht bidirektional angeschlossen sind, ist deren Netzspeicherpotential aber im Vergleich mit fest installierten Netzspeichern deutlich niedriger. Während Netzspeicher mit beinahe täglichen Ladezyklen auf mehr als 200 im Jahr kommen, schafft ein E-Auto nur mit flexibler Aufladung so um die 25 vollständige Ladezyclen im Jahr.

Dann kann man zwar an günstigen Nachmittagen und insbesondere an verbrauchsarmen Wochenenden aufladen. Aber eben nicht mehr als man an Strom dann am Ende überhaupt verfahren kann. Bei 420 Km Reichweite und einer täglichen Fahrstrecke von 30 Km dann eben nur eine halbe Aufladung pro Woche.

Ich habe das mal durchgerechnet, und ich entschuldige mich schon mal im Voraus für die vielen Zahlen:

Dennoch macht hier natürlich aber auch die Masse was. Ich hab Felo.ai gefragt:

„Die durchschnittliche Batteriekapazität von Elektroautos liegt aktuell bei etwa 74 kWh. Der Verbrauch liegt bei 15–20 kWh/100 km: Häufig genannter Durchschnittsbereich für aktuelle Modelle. Elektroautos fahren im Alltag durchschnittlich etwa 26 bis 35 Kilometer pro Tag.“

„Im Jahr 2025 wurden in Deutschland 545.142 Elektro-Pkw (BEV) neu zugelassen. Das entspricht einem Marktanteil von 19,1 Prozent an allen Pkw-Neuzulassungen und einer Steigerung von 43,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Trend setzt sich 2026 fort: Im September 2026 erreichte der Anteil vollelektrischer Pkw an den Neuzulassungen mit 34,5 Prozent einen neuen Rekordwert.“

Wir kommen entsprechend auf ca. 700.000 Neuzulassungen in den letzten 12 Monaten.

Diese haben dann eine Speicherkapazität von 700.000 x 74 kWh = 51,8 GWh.

Pro Tag verbraucht ein Fahrzeug 17,5 kWh x 30 km/100 Km = 5,25 kWh. Alle Neuzulassungen verbrauchen entsprechend 700.000 x 5,25 kWh = 3,67 GWh am Tag.

51,8 GWh Kapazität steht einem täglichem Verbrauch von 3,67 GWh gegenüber. Eine Akkuladung hält dann entsprechend 51,8 GWh / 3,67 GWh = 14,1 Tage. Also kann man in einer Woche nicht mehr als die halbe Kapazität aufladen, wenn die Fahrzeuge nicht bidirektional angeschlossen sind. Weil der Strom eben nicht so schnell verbraucht werden kann.


Auf 5 Jahre gerechnet haben wir entsprechend 3,5 Millionen Fahrzeuge mit 5 x 3,67 GWh = 18,35 GWh Tagesverbrauch. Das kann aber entsprechend noch viel mehr werden, wenn der aktuelle Wert von 34,5 Prozent der Neuzulassungen weiter zunimmt.

Ebenso auf 5 Jahre gerechnet haben wir aber auch eine Gesamtkapazität von 5 x 51,8 GWh = 259 GWh, die man täglich nutzen könnte, wenn die Fahrzeuge ständig bidirektional angeschlossen wären. Entsprechend wichtig wäre es, genau das so viel wie möglich auch zu realisieren.


Wenn man das hiermit vergleicht aus meinem letzte Beitrag:

„Umgerechnet auf Deutschlands Einwohnerzahl kämen wir auf 176 GWh. Damit kann man 4 Stunden 44 GW Solarstrom Speichern und so den Ertrag von 44 GW PV über den ganzen Tag verteilen, ohne nennenswert abregeln zu müssen.“

Für die 176 GWh Kapazität reichen die 18,35 GWh Tagesverbrauch der E-Autos gar nicht aus. Da bräuchen wir dann knapp das 10-Fache, also 35 Millionen Fahrzeuge für.

Sind die Fahrzeuge aber alle bidirektional angeschlossen, dann stehen schon in diesen 5 Jahren 259 GWh zur Verfügung. Das reicht dann schon bald aus an Kurzfristspeichern. Und selbst wenn das nur zur Hälfte praktikabel ist, brauchen wir dann eben 7 Millionen E-Fahrzeuge dafür. Auch kein Problem.

Könnte auch in 5 Jahren möglich werden, wenn fast nur noch E-Autos gekauft werden.



Kommentar vom 11.10.2026 14:22
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/rede-zur-pruef-demonstration-in-stuttgart-am-10-10-2026/#comment-219203

@Michael 11.10. 08:34

„Bulgarien verfüge über gut 14,7 GWh (Gigawattstunden) Batteriekapazität, so eine Recherche der bulgarischen Wirtschaftszeitung Capital.“

Bei knapp 7 Millionen Einwohnern eine ganze Menge. Umgerechnet auf Deutschlands Einwohnerzahl kämen wir auf 176 GWh. Damit kann man 4 Stunden 44 GW Solarstrom Speichern und so den Ertrag von 44 GW PV über den ganzen Tag verteilen, ohne nennenswert abregeln zu müssen.

Entsprechend kann man dann ca. 50% Solarleistung dazu bauen, ohne abregeln zu müssen und damit kann man dann schon an manchen Sommertagen 100 % Grünen Strom bereitstellen, wenn es auch noch windig ist.

Praktischerweise installiert man diese Speicher direkt an der neuen PV-Anlange, oder man ergänzt eine bestehende PV-Anlage mit einem Speicher. Dass spart Wechselrichterleistung, Anschlussleistung und Durchleitungsgebühren. Im Prinzip kann man sogar die Kollektorfläche verdoppeln, ohne mehr Anschlussleistung zu benötigen, wenn man hinreichend Speicher noch vor dem Wechselrichter installiert.

Und ich sehe da auch keinen Grund, das nicht zu genehmigen. Immerhin ist dann die ganze Anlage viel flexibler, und kann deutlich netzdienlicher betrieben werden.



Kommentar vom 10.10.2026 23:52
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/rede-zur-pruef-demonstration-in-stuttgart-am-10-10-2026/#comment-219140

@Hauptartikel / Rede bei der PRÜF-Demonstration

„Wir glauben nicht, dass wir erst dann der Liebe würdig wären, wenn wir uns einem Tyrannen unterwerfen, unser Land verkaufen, unsere Welt verbrennen und die unantastbare Würde jedes Menschen mit Füssen treten.“

Alles gute Gründe, die AfD zu verbieten. Auch jetzt noch.

Öfter tun die harmlos, und auch andere rechtsradikale Parteien in Europa haben keinen Totalabsturz mit sich gebracht. In Ungarn und Polen konnte man sogar zur Demokratie zurückkehren.

Darauf würde ich mich jetzt aber in Deutschland nicht verlassen. Zumal gerade ein bröckelnder Widerstand gegen Putin auch einen Krieg mit Putin deutlich wahrscheinlicher macht.

Nur eine EU die echt zusammensteht, und kompromisslos u.a. in eine neue Drohnenstreitmacht einsteigt, kann ohne die Unterstützung der USA Putin von einem Krieg gegen die ganze EU abhalten.

Dass die Energiewende echt Zeit wird, ist mir bekanntlich selbstverständlich. Das zeigen aber auch die aktuellen fossilen Preise, keine Frage. Von denen vermutlich auch Putin profitiert. Der verkauft wohl bei weitem nicht mehr soviel wie vor seinem Krieg, aber vermutlich immer noch nennenswerte Mengen. Und die dann aktuell aber zu recht guten Preisen.

Entsprechend wäre ich ja auch dafür, bei dem fossilem Strombackup von D den verbleibenden Kohlekraftwerke Vorrang vor den Gaskraftwerken einzuräumen. Mit mehr Netzspeichern müsste auch das sehr schnell praktikabel werden. Und Kohle haben wir selber, aber das Gas wird immer teurer und teurer. Und finanziert durchaus nicht nur unsere Freunde.



Kommentar vom 08.10.2026 16:57
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/ein-weg-der-hoffnung-mit-papst-leo-xiv-und-dem-christdemokraten-robert-schuman-1886-1963/#comment-219117

@Michael 07.10. 23:01

„Die Partei kämpft dabei mit den schlechten Beliebtheitswerten von US-Präsident Trump, die vor allem auf steigende Kosten infolge des Iran-Kriegs zurückzuführen sind.“

Die USA importieren Öl, aber exportieren Erdgas. Unterm Strich sind die Selbstversorger. Dennoch nutzen natürlich die Ölkonzerne die Situation aus, und die Preise an der Zapfsäule dürften sich vollumfänglich an den rasant gestiegenen Weltmarktpreisen orientieren.

Ein erheblicher Zugewinn für die Ölkonzerne, und der US-Fiskus dürfte auch noch mitverdienen. Und die Leute müssen zahlen. Derweil die US-Handelsbilanz davon gar nicht betroffen ist, weil man Selbstversorger ist.

Mag sein, dass sich die ganze Aktion schon längst gelohnt hat, auch wenn die Republikaner deswegen die nächsten Wahlen verlieren werden.

Aus Sicht der Energiewende sind die hohen Preise zwar einerseits förderlich, weil die Grüne Technik so gleich von selber konkurrenzfähiger wird. Schneller und für die Leute billiger wären aber dennoch niedrige Weltmarktpreise. Dann kann man z.B CO2-Steuern erheben, und das Geld in die Förderung von Grüner Technik investieren. So ginge es am schnellsten.



Kommentar vom 08.10.2026 14:15
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/der-parlamentarismus-nach-westminster-kontinentaleuropa-mitten-in-stuttgart/#comment-218982

@Realo 07.10. 17:48

„Derartiges gilt natürlich auch umgekehrt für die Russen, die irgendeinmal die Nato Osterweiterung beendet haben…..“

Das war 2014. Auch völkerrechtswidrig, aber immerhin noch verständlich. Solche Minderheitenkonflikte sind keine so einfache Sachen. Entsprechend haben wir uns da noch herausgehalten.

Seit 2022 sieht das anders aus. Und zusätzlich fordert Putin noch viel mehr Ansprüche für sich. Wir sind nun mal inzwischen Bündnisse mit den anderen ehemaligen WP-Staaten eingegangen, und kommen da jetzt auch nicht mehr raus.

Also rüsten wir auf, und hoffen, dass wir stark genug bleiben, dass Putin gegen uns nichts ausrichten kann.

Nebenbei vertreten wir auch noch das Selbstbestimmungsrecht unserer Verbündeten. Was durchaus auch ein hohes Gut sein mag.

Und unterstützen auch die Ukraine, in ihrem Selbstbestimmungsrecht.

Russische Bodenschätze will hier keiner klauen. Aber solange Putin so auf Krieg drauf ist, mögen wir da auch nichts mehr einkaufen. Das rechnet sich für uns einfach nicht, jeder Euro, den Putin verdient, nötigt uns, noch mehr aufzurüsten. So billig russisches Gas auch sein könnte, wir müssten noch mehr Geld für Rüstung aufwenden, als was das Gas billiger wäre.

Besser, wir gucken, dass wir möglichst bald immer weniger Erdgas brauchen. Durch reichlich noch mehr Erneuerbare, aber auch durch den Weiterbetrieb der noch betriebsfähigen Kohlekraftwerke, solange wir dieses fossilen Backup noch brauchen. Deswegen sind jetzt schnelle Netzspeicher als Erstes zuzubauen. Dann brauchen wir keine schnell reaktionsfähigen Gaskraftwerke mehr, und unsere Stromnetze können dann auch gleich viel mehr PV- und auch Windenergie verarbeiten.



Kommentar vom 07.10.2026 00:59
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/ein-weg-der-hoffnung-mit-papst-leo-xiv-und-dem-christdemokraten-robert-schuman-1886-1963/#comment-218874

@Peter Gutsche 06.10. 21:18 / Papst

„Es geht in Wahrheit nicht darum, eine große Weltreligion zu gründen, in der alle Glaubensrichtungen nivelliert werden.“

Ich persönlich bin überhaupt nicht auf der Suche nach irgendwelchen Glaubensvereinen, wo ich Mitglied sein könnte. Aber ich finde vieles interessant, was diverse Kirchen vertreten. Letztlich bin ich auf der Suche nach geistigen Wirklichkeiten. Da ist Vielfalt an Angeboten sogar sehr interessant.

„Diese Möglichkeit muss aus Respekt vor sich selbst und vor anderen ausgeschlossen werden.“

Nur noch eine Organisation kann vermutlich einfach dem Thema gar nicht gerecht werden. Es gibt nicht die eine Spiritualität, jeder hat andere Varianten, die er lebt. Das lässt sich nicht in einem einzigen Verein integrieren.

„Es geht vielmehr darum, eine geschwisterliche Gesellschaft aufzubauen, die fähig ist, Unterschiede zu akzeptieren.“

Und da geht es doch nicht nur darum, sich nicht anzufeinden, auch wenn das schon mal ein wirklich wichtiger Fortschritt ist. Und auch etwa die Feste von anderen Kirchen einfach mal mitzufeiern, macht auch Freude.

Aber Dialogischer Monismus guckt sich doch schwierige Sachverhalte von allen möglichen Seiten an, und hier und da kommt man dann in der Zusammenschau erst zu echt revolutionären neuen Erkenntnissen? In diesem Sinne ist Vielfalt auch fruchtbar, wenn es um die Erkundung real existierender Geisteswelten geht.



Kommentar vom 06.10.2026 23:48
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/der-parlamentarismus-nach-westminster-kontinentaleuropa-mitten-in-stuttgart/#comment-218872

@Mussi 06.10. 18:02

„Mich irritiert zunehmend der Anspruch, der bessere und besondere Mensch, das exponentielle Tier, zu sein. Wie fatal…“

Was heißt hier Anspruch, wir sind echt gefordert, diesen Planeten nicht ganz zu ruinieren.

Der Mensch hat praktisch alle Ökosysteme besiedelt, und überall Wege gefunden, klar zu kommen. Mit dem Fossilismus ging das noch weiter in ganz neue Eskalationen, der Gipfel mag hier die Atombombe sein.

Die globalen Herausforderungen werden immer dringlicher. Wir müssen einfach Verantwortung übernehmen, sonst geht das alles den Bach runter.

Ob das gelingt, und ob wir hier zivilisatorische Kipppunkte in die eine oder die andere Richtung überschreiten, scheint mir heutzutage eine leider offenen Frage zu sein.

Wir setzen uns ja inzwischen vehement für die positiven Kipppunkte ein, dass eben z.B. die Energiewende so weit gefördert wird, bis sie weltweit umgesetzt wird, weil die Grüne Technik auch die günstigste Technik wird.

Es gibt aber genauso gut Akteure, die auch Frieden und Freiheit aufs Spiel setzen, um eben diesen Prozess erfolgreich abzuwürgen, oder wenigstens noch zu verzögern.

@Michael 06.10. 20:39

„Nein, ich will auch Verantwortung, Sinn und Gemeinschaft, will Glaube, Liebe und Hoffnung – also anderen Menschen helfen und die Mitwelt schützen.“

Der Mensch kann eben genau das. Wir haben mehr als 300.000 Jahre Evolution hinter uns, und gerade uns Menschen fallen immer wieder neue Möglichkeiten ein, wie wir unser Umfeld nicht nur nutzen, sondern so weit das möglich ist, auch zu erhalten.

Gerade Spiritualität in allen Formen kommt hier m.E. grundsätzlich dazu. Der Mensch kann das. Und inzwischen hat sich das Leben echt globalisiert. Mit globalen Risiken, aber auch mit globalen Chancen. Entsprechend global gilt es jetzt auch mitzudenken. Um dann lokal zu handeln.



Kommentar vom 06.10.2026 14:33
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/demokratieformen-parteifamilien-die-menschenwuerde-ist-konsens-und-christdemokratisch-aber-nicht-konservativ/#comment-218841

@Michael 06.10. 07:48 / Papst

„Sich auf den Namen Gottes zu berufen, um Gewalt oder Unterdrückung zu legitimieren, stellt in der Tat eine Entweihung dieses Namens dar.“

Die Russisch-Orthodoxe Kirche scheint allerdings überhaupt kein Problem mit Putins Gewalt und Unterdrückung zu haben. Muss man da hoffen, dass auch der Vatikan sich nicht ganz schnell wieder umdreht, wenn der Wind auch im Westen wieder wechselt?

Das Christentum ist z.B. in Skandinavien auch übernommen worden, weil es die göttliche Legitimierung der Könige mit im Angebot hatte.

Die Zeiten sind im Westen vorbei, entsprechend macht es auch für die Kirche keinen Sinn mehr, das noch zu fördern. Umso besser, wenn die Kirche nun Freiheit und Demokratie unterstützt.

Der interreligiöse Dialog geht aber hoffentlich auch noch viel tiefer: In eine Erkundung der tatsächlichen Geisteswelten, die ein wirklich geduldiger dialogischer Monismus durchaus auch liefern kann. Wenn man ihm Jahrzehnte oder besser sogar Jahrhunderte Zeit gibt.



Kommentar vom 06.10.2026 12:38
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/der-parlamentarismus-nach-westminster-kontinentaleuropa-mitten-in-stuttgart/#comment-218831

@Michael 06.10. 07:21

„Wer – wie auch ich – Frieden wünscht, darf keine Täter-Opfer-Umkehr betreiben und sollte zudem die fossile Finanzierung der Gewalt endlich einstellen.“

Derzeit ist ja im Nahen Osten die Finanzierung sogar unterbrochen. Vermutlich aber nur vorübergehend.

Sehr zur Freude anderer Förderländer.

Nachhaltig wäre aber nur eine konsequente globale Energiewende, bis wir Öl und Gas wirklich gar nicht mehr brauchen.

Wobei die aktuell sehr hohen Preise zwar die Erneuerbaren noch günstiger erscheinen lassen, fehlt andererseits aber auch aufgrund der hohen Preise an manchen Stellen das Geld für die Investitionen in die Erneuerbaren Alternativen.

Wenn man bei niedrigen Weltmarktpreisen zusätzliche Steuern auf die fossilen Energien erheben kann, und mit dem Geld die Erneuerbaren fördert, geht es jedenfalls am schnellsten.



Kommentar vom 05.10.2026 23:31
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/der-parlamentarismus-nach-westminster-kontinentaleuropa-mitten-in-stuttgart/#comment-218786

@Michael 05.10. 21:46

„Deswegen wird Israelis selbst im Angesicht massiver Gewalt von solchen Linken die Empathie und Solidarität verweigert.“

Entsetzlich sind sicherlich die 1700 Toten vom 7. Oktober.

Felo.ai sagt dazu:

„Die jüngste verfügbare Zahl vom 27. September 2026 nennt mindestens 77.271 Tote insgesamt, darunter über 75.000 Palästinenser und mehr als 2.000 Israelis.“

Verhältnismäßig erscheint mir das nicht mehr zu sein. Allerdings gibt offenbar auch die Hamas nicht auf.

Die Tage kam im Fernsehen ein echt interessanter Friedensvorschlag. Es soll zwei Staaten geben, Gaza und das Westjordanland als Palästinenserstaat und eben das israelische Staatsgebiet. Es sollen sich dann aber auch Palästinenser in Israel aufhalten, wohnen und arbeiten dürfen, wie auch Israelis ihre Siedlungen auf Palästinenserland behalten dürfen.

Das hört sich für mich praktikabel an.

Es setzt aber auch voraus, dass keine neuen Siedlungen auf gestohlenem Land mehr errichtet werden. Und dass die Palästinenserseite eine friedliche und demokratische Regierungsform hinbekommt, die auch wirtschaftlich funktioniert.

In der gleichen Sendung wurde eine andere Option erwähnt, dass die Palästinenser auch nach und nach komplett vertrieben werden können, und in Europa oder auch sonstwo unterkommen, und Israel Gaza und das komplette Westjordanland annektiert und besiedelt.

Felo.ai sagt dazu:

„Laut dem Palästinensischen Zentralen Statistikbüro gab es Mitte 2025 etwa 15,2 Millionen Palästinenser weltweit. Davon lebten etwa 7,8 Millionen außerhalb des historischen Palästinas“

Gut die Hälfte ist anscheinend längst weggezogen. Ich würde auch gucken, mir woanders was aufzubauen.



Kommentar vom 05.10.2026 14:27
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/demokratieformen-parteifamilien-die-menschenwuerde-ist-konsens-und-christdemokratisch-aber-nicht-konservativ/#comment-218751

@Michael 05.10. 07:36

„Die lesenswerte „Note“ zum dialogischen Monismus hier auf der Vatikan-Seite:“

Ich hab da schon mal reingelesen. Offenbar Teil der Lösung, nicht Teil des Problems.



Kommentar vom 04.10.2026 23:22
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/demokratieformen-parteifamilien-die-menschenwuerde-ist-konsens-und-christdemokratisch-aber-nicht-konservativ/#comment-218705

@Uli Schoppe 04.10. 19:11

„Mal Butter bei die Fische : Wer sind denn die finsteren Hintermänner die hinter deinem „man“ stecken?“

Ich kenne persönlich mehrere Exkatholiken, die als Kinder in die Kirche geschleift wurden, und nichts lieber sehen würden, als wenn dieser Verein verschwände.

Ich selber wiederum bin weder Katholik noch überhaupt Christ. Und bin aber doch beeindruckt von der Enzyclika des aktuelle Papstes, die wir hier im Blog vor einigen Monaten zum Thema hatten.



Kommentar vom 04.10.2026 16:34
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/demokratieformen-parteifamilien-die-menschenwuerde-ist-konsens-und-christdemokratisch-aber-nicht-konservativ/#comment-218687

@Michael 04.10. 16:05

„Deswegen sind Familien-, Bildungs- und Integrationsförderung streng genommen gar kein Widerspruch, sondern ergänzen einander.“

Entsprechend sinnvoll wäre es, wenn sich die Leute nicht so extrem in Stadtteilen sortieren würden. Man müsste den Einwanderern Mietzuschüsse zahlen, wenn sie nicht in den Brennpunkten wohnen wollen. Und die Schulkinder etwas über die Stadtteile verteilen, auch wenn dann die Schulwege länger werden.

Aber klar, auch einfach mehr Kinder verjüngen schon das ganze Leben.



Kommentar vom 04.10.2026 15:46
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/demokratieformen-parteifamilien-die-menschenwuerde-ist-konsens-und-christdemokratisch-aber-nicht-konservativ/#comment-218683

@Michael 04.10. 14:39

„Zu diesen Erfahrungen gehört auch ein Argument, dass Du, @Tobias, öfter anbringst: die freiwillige Bereitschaft von Kommunen.“

Aber auch andersrum. Etwa hier in NRW gibt es auch Münster, Köln oder Düsseldorf, da ist die Wohungsnot so groß, dass man jetzt echt keine Einwanderer obendrauf mehr braucht. Bis auf weiteres zumindest. Und auch hier in Dortmund fehlt es derzeit nicht an neuen Mitbürgern. Was sich aber schon nach 5 Jahren Zuwandererstop schon wieder drehen kann.

Wenn die meisten Ukrainer und so manche Osteuropäer wieder abreisen, und sich die Geburtenraten nicht bessern, dann haben auch wir hier wieder akuten Bedarf auch von außerhalb Europas.

„Nach meiner Erfahrung werden schutzbedürftige Frauen und Kinder viel öfter freiwillig aufgenommen und aktiv unterstützt.“

In der Tat denke ich eher an junge Männer, wenn Zuwanderer gemeint sind. Frauen und Kinder sind besser zu gebrauchen und machen eher weniger Probleme.

Was hier allerdings dann nicht so gut läuft, dann ist das ein hausgemachtes Problem hier in Dortmund: Hier in der Dortmunder Nordstadt haben wir 78% Einwohner mit Migrationshintergrund. Ich wohne hier trotzdem, weil es hier billiger ist, und man hier recht innenstadtnah wohnt, und echt kein Auto braucht.

Aber in den Schulen sind hier die 2. Generation Einwanderer weitgehend unter sich. Einheimische mit schulpflichtigen Kindern wohnen hier entsprechend fast keine mehr, weil die Kinder sonst hier in die Grundschule müssten. Dass das die Integration gar nicht fördert, dürfte wohl klar sein. Zusätzlich ist auch noch der Bildungserfolg entsprechend mangelhaft.



Kommentar vom 04.10.2026 14:10
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/demokratieformen-parteifamilien-die-menschenwuerde-ist-konsens-und-christdemokratisch-aber-nicht-konservativ/#comment-218679

@Michael 04.10. 05:12

„Bisher lässt sich die Anthropodizee-Frage nur emotional und religiös beantworten – und ich kenne keine Eltern, die wegen des Rentensystems viele Kinder haben wollen.“

Wer keine Kinder will, oder nur eine ungeplante Schwangerschaft versorgen muss, der wird mit mehr Geld auch nicht mehr Kinder wollen.

„Die Motivation für verlässliche Beziehungen, Familien und Kinder kann durch kluge Familienpolitik gefördert, aber nicht hervorgerufen werden.“

Wer aber durchaus Freude an Kindern hat, der mag mit reichlich Förderung dann doch noch ein oder zwei Kinder mehr mögen? Wir brauchen ja nur ein Drittel mehr, das reicht dann schon.

Eine ganz andere Frage ist dabei sowieso die Gerechtigkeit. Kinder verursachen reichlich Kosten, machen richtig viel Arbeit und provozieren Verdienstausfall. Wenn man das nicht als Privatvergnügen, sondern als Dienst an der ganzen Gemeinschaft einstuft, dann rechtfertigt allein das dann schon wirklich reichliche finanzielle Unterstützung.

Dass Eltern mehr Rente bekommen mag jetzt auch noch sinnvoll sein. Die brauchen aber vor allem, wenn die Kinder noch zu versorgen sind, jede Menge Unterstützung. Gerne auch durch verlässliche Kitaangebote und Ganztagsschulen.

Sind die Kinder erstmal aus dem Haus, können die Eltern wieder länger arbeiten, und öfter kommt dann noch eine Erbschaft dazu.

Und finanzielle Familienförderung erhöht schon dann die Nachfrage, wenn sie gar nicht zu mehr Kindern führt. Insbesondere, wenn sie überwiegend mit Kapitalsteuern finanziert wird.

Immerhin sind Kinder selbst auch überaus langfristige Investitionen, an denen es besser nicht mangeln sollte. Möglicherweise zu langfristig, mit der Folge, dass sie dann vernachlässigt werden.



Kommentar vom 03.10.2026 23:48
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/demokratieformen-parteifamilien-die-menschenwuerde-ist-konsens-und-christdemokratisch-aber-nicht-konservativ/#comment-218634

@Michael 03.10. 16:36

„Eine post-fossile Kreislaufwirtschaft kann gerade auch älteren Gesellschaften großen Wohlstand bringen.“

Eine schrumpfende Gesamtbevölkerung kann in der Tat vielleicht tatsächlich auch mal vorübergehend funktionieren, trotz wegfallender Investitionen. Wenn die Neubautätigkeit arg zurückgeht, kann man mehr Umsatz mit Dienstleistungen machen. Zumal dann auch Mieten sinken können, und die Leute deshalb mehr Geld zum ausgeben haben.

Allerdings müssen dann eventuell erstmal Bauarbeiter umgeschult werden. Oder es können Langzeitarbeitslose aktiviert werden. Und vor allem die Schulen dafür sorgen, dass nur noch wenige Langzeitarbeitslose nachkommen.

Investitionen in die Energiewende können zusätzlich auch helfen, und im Prinzip sogar ein paar Jahre mit reichlich Aufrüstung.

Und wenn echt die Arbeit doch noch knapp wird, können wir als Erstes einfach die Arbeitszeiten verkürzen. Und dann haben wir gleich mehr Luft für mehr Kinder. Wenn da dann eben erst dann was passiert, und Familien endlich üppig gefördert werden. Und spätesten dann macht es ganz viel Sinn, die zusätzliche Binnennachfrage von Familienförderung und mehr Nachwuchs zu erzielen.

Wenn das dann auch funktioniert, dann läuft auch wieder die Investitionstätigkeit insbesondere durch Neubauten. Spätestens wenn wir mit der Energiewende fertig werden, und auch erstmal nicht mehr viel aufgerüstetet werden muss, macht Nachwuchsförderung dann noch mehr Sinn. In 10 oder 15 Jahren könnte es so weit sein.

Zeit, um zu begreifen, dass wir wieder mehr Kinder brauchen, und dass alle mithelfen müssen, damit das auch wirklich was wird.



Kommentar vom 03.10.2026 14:43
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/demokratieformen-parteifamilien-die-menschenwuerde-ist-konsens-und-christdemokratisch-aber-nicht-konservativ/

@Michael 03.10. 09:32

„Eine bessere Familien- und Bildungspolitik auch in Deutschland würde zu mehr Kindern „und“ besserer Integration von Zugewanderten beitragen.“

Besser ist das, keine Frage.

„Solarpunk-Arche-Regionen werden ihre Dynamiken aus einheimischen wie auch zugewanderten Familien beziehen.“

Auch denkbar. Es sollen aber z.B. in BW die letzten beiden Jahre schon jeweils 50.000 EU-Einwanderer mehr wieder abgewandert als eingewandert sein. Weil insbesondere in Osteuropa die Wirtschaft zusehens auch in Gang kommt.

Wenn das weiter zunimmt, dann helfen nur noch Einwanderer von außerhalb. Und ob wir davon noch wirklich viele haben wollen, das scheint mir eine offene Frage zu sein. Ich meine ja, dass auf jeden Fall die Kommunen selber entscheiden sollen, wie viele Zuwanderer von außerhalb der EU sie haben wollen. Aber ich kann mir auch vorstellen, das es noch schwierig werden kann, überhaupt genug zu bekommen.

Immerhin betrifft der Geburtenmangel die ganze Welt, außer Afrika. Und alle brauchen Einwanderer, und auch die allermeisten Afrikaner haben gar keine Lust, den Kontinent zu wechseln.

„Umgekehrt schotten sich mangels Kindern verebbende Regionen schon jetzt oft rechtsmimetisch gegen Zuwanderung ab.“

Was dann aber auch wieder egal ist, weil es da sowieso keine Arbeit für potentielle Zuwanderer gibt. Die will da keiner haben, aber da will auch keiner hin.

Das mit der Konzentration in den Städten kann man anscheinend auch kaum aufhalten. Wenn dann noch kein Platz ist oder auch nur zuwenig Bauland ausgewiesen wird, dann hakt das noch mit Neubauten. Was die ganze Problemlage ja noch ziemlich verschärft.

Zumal ich mir auch eine leicht schrumpfende Gesamtbevölkerung auch wieder vorstellen kann. Insbesondere wenn junge Familien mehr gefördert werden. Das kurbelt ja schon die Binnennachfrage an, wenn es zunächst mal gar nicht zu mehr Geburten führt. Und soweit die Familienförderung auch mit Kapitalsteuern finanziert wird, dürfte auch das die Binnennachfrage noch deutlich mehr fördern können.

So geht es auch mit nur wenig mehr Geburten und mit nur wenig verbliebener Zuwanderung. Ich vermute, dass nur Kapitalsteuern wirklich das Problem lösen können.

@Realo 03.10. 12:27

„Vielleicht können wir mittels KI Simulationen unsere Chancen in einer derart komplexen Welt, auch noch möglichst friedlich, weiter existieren zu können, verbessern….“

Hört sich auch wirklich weiterführend an. Wirtschaftssimulationen, die nah genug an der Wirklichkeit sind, könnten die Konsequenzen z.B. von Kapitalsteuern abbilden. Klar ist das gar nicht einfach, man muss die persönlichen Entscheidungen von Millionen von Personen nah genug abbilden. Man sollte es wenigstens mal versuchen. Klimasimulationen funktionieren ja auch.

Letztlich haben wir ein eher simples Problem mit der Binnennachfrage, wenn die Zuwandererbilanz plus die Geburtenraten nicht reichen. Alles was die Binnennachfrage dennoch fördert, kann dann doch helfen. Neben einer üppigen Familienförderung, die mit Kapitalsteuern finanziert wird, können auch Investitionen in die Energiewende helfen. Und mittelfristig sogar Aufrüstung.

@Michael 03.10. 12:42

„Deswegen sind demokratische Staaten gut beraten, die Förderung von Familien und auch von friedlichen Religionsgemeinschaften zu gestalten – aber eben keinen Zwang gegen Kinder- und Konfessionslose.“

Die Förderung von friedlichen Religionsgemeinschaften sind jetzt mal eine ganz neue Idee.

Kinderlose müssten freilich auf jeden Fall auf eine üppige Familienunterstützung verzichten. Und mehr oder weniger mit Steuern diese finanzieren. Das dürfte allerdings alternativlos sein. Wie soll das sonst gehen?



Kommentar vom 02.10.2026 23:30
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/demokratieformen-parteifamilien-die-menschenwuerde-ist-konsens-und-christdemokratisch-aber-nicht-konservativ/#comment-218552

@Michael 02.10. 00:18

"Wir sehen am Beispiel von Ländern wie Japan, dass sich gegen Kindermangel mit noch so viel Arbeitsfleiß, Technologien und Verschuldung kein nachhaltiges Wirtschaftswachstum mehr erzielen lässt."

Man muss sich mal klar machen, wie maßgeblich der Umsatz mit Neubauten ist. Wir geben doch 20 bis 40% unseres Geldes für die Wohnung ohne Nebenkosten aus. Wenn da nix mehr gebaut wird, dann ist das so umfangreich, dass sich nicht genug anderes findet, um das auszugleichen.

Und dann mobilisieren Neubauten auch noch Riesenmengen an Kapital, welches dann in den Wirtschaftskreislauf zurückfließt.

Also eins von beidem: Entweder Nettozuwanderung oder genug Kinder.

„Stattdessen sammelt sich das junge Leben in einigen Städten, wo die Mieten überteuern, während andernorts Leerstände und Verfall eskalieren“

Das macht dann noch regionale Schwierigkeiten obendrauf. Vor allem wenn in den betroffenen Städten auch noch der Platz für Neubauten fehlt.

Mag aber sein, dass dieses Problem mit einem gut funktionierendem Sammeltaxisystem auf Basis von selbstfahrenden E-Fahrzeugen entschärft werden kann. Dann werden alle mobiler zu deutlich sinkenden Kosten.

Vor allem Kinder und Ältere ohne Führerschein sind dann uneingeschränkt mobil. Wenn man derzeit mit mehreren Kindern auf dem Land wohnt, muss man die ganz schön viel durch die Gegend kutschieren. Das ist nicht nur teuer, es frisst auch eine Menge Zeit.

So ein Sammeltaxisystem könnte viele Motivieren, in der Nähe von Städten wohnen zu bleiben, oder sogar aus einer überlaufenen Stadt wegzuziehen, und sich im Umfeld was zu suchen. Vor allem wenn da jetzt was leersteht und schön günstig zu haben ist.



Kommentar vom 01.10.2026 23:48
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/demokratieformen-parteifamilien-die-menschenwuerde-ist-konsens-und-christdemokratisch-aber-nicht-konservativ/#comment-218483

@Realo 01.10. 09:22

„Es ist gegen die „Interessen“ der „Unternehmer“ und der „Steuer Eintreiber“, wenn es den Arbeitenden und den Kindern zwar gut geht, aber die Produktivität so weit sinkt dass sie am „Markt untergehen“…..Jeder ist sich „selbst der Nächste“….“

Da muss man sich wohl entscheiden. Was nutzt denn Produktivität, wenn es an Nachfrage mangelt. Wir haben 200 Mrd Außenhandelsüberschuss, den keiner braucht, und der noch unsere europäischen Partner recht sinnlos unter Druck setzt.

Verfall führt sogar noch regelmäßig zu Massenarbeitslosigkeit, insbesondere auch noch unter jungen Menschen. Wenn wir nicht mehr genug Zuwanderer gewinnen können oder wollen, dann müssen wir einfach mehr Kinder ins Spiel bringen. Und auch jetzt schon könnten wir mehr Kinder gebrauchen.

Sonst stürzt die Wirtschaft aus Nachfragemangel ab, insbesondere ausgelöst durch eine zusammenbrechende Neubautätigkeit. Auch das Kapital bekommt dann arge Probleme, seine Gewinne irgendwo solide neu anzulegen.

Deswegen hilft es noch deutlich mehr, wenn ein guter Teil der Kinderförderung aus endlich mal mehr Kapitalertrags-, Vermögens- und Erbschaftssteuern kommt.