www.introspektiva.de - Die Wirklichkeit psychischer Krankheiten - Subjektivität als Maßgabe und Menschenrecht - ein Buchprojekt vom KLuW e.V.

Meine Kommentare auf scilogs.spektrum.de 2020/06 (T.J.)


Kommentar vom 29.06.2020 00:35
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/5-aus-9-wenn-die-diagnose-krankmacht/

@Demolog Geistesvorstellung

Mir scheint, Sie verstehen den kosmischen Geist ganz anders wie ich. Bei Ihnen ist das eher ein Oberkulturstandard, der ziemlich irdisch ist, und auch eher negativ besetzt ist, in dem Sinne, dass er die persönliche Freiheit reduziert, zugunsten einer subtilen Kontrolle. Und je mehr von diesen Giften, desto sensibler reagiert das Gehirn auf den Geist, und desto schlimmer ist die Enge, die daraus folgt. In diesem Sinne ist bei Ihnen der Geist einer, der vor allem aus Kontrolle und Unfreiheit zu bestehen scheint, in einem Klima, indem sich die Menschen untereinander vor allem geistig stören.

Ich stelle mir das sehr viel größer, vielfältiger und vielschichtiger vor. In dem Sinne, wie der kosmische Geist auch mein halbes Bewusstsein ausmacht, ist dies kein kollektiver Geist, sondern eine eigene Dimension, die der Kosmos für mich ganz alleine aufmacht. Die anderen haben nicht die meine Dimension auch in ihrem Bewusstsein, sondern ihre eigene persönliche Dimension zur Verfügung, mit der sie wiederum leben können wie sie wollen. So vermittelt der Kosmische Geist keineswegs irgendeine Kultur, sondern steht viel grundlegender dem Leben insgesamt als Basis zur Verfügung.

Genau deswegen muss auch jedes Kind seine Kultur erst immer wieder neu erlernen, und bei allen Geistesanteilen stört man sich auch grundsätzlich nicht gegenseitig. Jeder hat genug Geistesraum zur Verfügung, da ist so viel Platz im kosmischen Geist, das kann gar nicht eng werden. Auch die schlimmsten Feinde versuchen sich zwar gegenseitig umzubringen, aber sich gegenseitig geistig stören tun sie sich dabei nicht.

In diesem Sinne ist für mich dann auch der kosmische Geist was grundsätzlich Gutes, auch wenn die Realität öfter ziemlich hart sein kann. Entsprechend fühle ich mich hier überhaupt nicht in die Enge gedrängt, sondern ganz wesentlich befreit in meinem Leben und kann dem folgen, von dem ich selbst überzeugt bin.

Und der Demokratie bleibt nichts anderes übrig, als mit voller Nutzung der Medienmacht und den Institutionen Schule und Universität zu arbeiten. Wenn das nicht reicht, muss die Demokratie wohl oder übel gute Politik machen, wenn sie bestehen will.



Kommentar vom 28.06.2020 13:57
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/5-aus-9-wenn-die-diagnose-krankmacht/

@Wirkliche Bedürfnisse

Wenn ein Mensch chronisch an Hunger leidet, kann man natürlich Medikamente geben, die das Hunger-Hormon neutralisieren, dass für das Hungergefühl verantwortlich ist. Dummerweise führt das dann zu zunehmender psychischer und körperlicher Schwäche, die ihre Ursache im immer niedriger werdenden Blutzuckerspiegel hat, was dann irgendwann auch zum unausweichlichem Hungertod führt.

Eins ist mit dem Hunger ganz klar: der Mensch muss was essen. Bei sozialen Bedürfnissen ist das unübersichtlicher, aber die sind auch essentiell für das Befinden und letztlich für die psychische Gesundheit. Ein Miteinander von hoher Qualität lässt uns leben. Vor Mobbing am Arbeitsplatz kann man nur flüchten, wenn man psychisch überleben will. Das hat mit Gehirnstörung wirklich nichts zu tun. Das Gehirn reagiert mit, wenn die Sozialen Beziehungen in üble Bereiche abdriften, das Leiden, dass sich daraus ergibt, ist in soweit auch genetisch bedingt, dass unsere gesamte psychische Konstitution hier nicht mehr mitmachen kann.

Aber das Einzige was hier wirklich hilft, ist ein gutes Soziales Miteinander. Wie man das selbst mitgestaltet, ist ein überaus fruchtbares Thema für eine Gesprächstherapie. Aber vor allem ist es ein fruchtbares Thema, wie man Gesellschaft und Arbeitswelt so gestaltet, das gute soziale Beziehungen gefördert, und nicht ruiniert werden. Der Druck von Harz4 auf Arbeitslose, jede noch so üblen Arbeitsbedingungen hinzunehmen, wirkt sich nach und nach auf immer mehr Arbeitsverhältnisse aus. Der Mensch muss sich immer mehr hinten anstellen, der Profit geht vor alles. Inzwischen sogar in der Forschung.

Die Idee vom Sinn des Lebens, der darin liegen soll, dass man sein eigenes Genpaket weitergibt, den kenne ich aber auch ganz konkret aus dem Biologieunterricht. Und zusammen mit einem gewissen Sozialdarwinismus scheint mir dies eigentlich sogar die Grundlage unserer so unseligen Leistungsgesellschaft zu sein.

Hier sind mir wirklich psychologische, notfalls sogar religiöse Ansätze für alternative Sinnkonzepte willkommen.

Und wo wir schon bei Genpaketen sind: der Leistungsdruck scheint per Geburtenmangel sogar tatsächlich zum tendenziellen Aussterben der betroffenen Bevölkerung zu führen. Was andere, die den Unsinn mit der Wiedergabe der eigenen Genpakete ernst nehmen, dann wiederum zur Umvolkungs-Verschwörungstheorie paranoid weiterverarbeiten. Eine Gesellschaft kann sich eben auch selbst zerstören, wenn sie sich vom eigentlichen Leben so weit entfernt hat, dass die Menschen nicht mehr können.

Möglicherweise reicht hier ein Coronavirus mit einer Sterblichkeitrate von unter 1%, und das hauptsächlich bei schon ziemlich schwer Vorerkrankten, und die ohnehin chronisch desolate soziale Situation fliegt uns in den nächsten Jahren komplett um die Ohren.



Kommentar vom 27.06.2020 01:01
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/5-aus-9-wenn-die-diagnose-krankmacht/

@Demolog 26.06. 01:30

„Sie glauben offenbar auch noch, das neurologische Aktivität direkt auch das Bewusstsein und dessen Inhalte erzeugen?
Das Gehirn ist wahrscheinlich analog zu einer parallelen Schnittstelle als Interaktionsorgan zum “kosmischen Geist”, der ja auch ganz irdisch sein kann, aufgebaut. Da können viele Kanäle wegfallen und sie können noch nichts klinisch relevantes feststellen.“

Ne, gar nicht. Ich glaube auch, das unser lokales Gehirn nur die eine Hälfte unseres Bewusstseins ausmacht, die andere Hälfte ist dann eher kosmisch-geistiger Natur. Ich glaube das aber nur. Ich kann mir aber vorstellen, dass wenn das tatsächlich so ist, dass man dann am vollständigem Konnektom eben eindeutig erkennen kann, ob da tatsächlich geistige Unterstützung essentiell nötig ist. Dasselbe gilt womöglich für Ihre Metalvergiftungs-Telepathie-Idee, falls hier ohne Metalgeförderte Telepathie nichts funktionieren kann.

In der Tat ist ein Gehirn äußerst robust. Was das allen aushalten muss und kann, das ist erstaunlich. Gerade diese Robustheit spricht für die Idee, das das Gehirn ein Interaktionsorgan ist, und ganz wesentliche geistige Unterstützung dabei hat, eine Psyche und ein Bewusstsein hervorzubringen.

Das kann aber noch locker 50 Jahre dauern, bis wir mal ein menschliches Konnektom vorliegen haben, dass man per Computersimulation in allen Einzelheiten untersuchen kann. Vielleicht haben wir in der Geistesfrage aber Glück: Wenn auch Labormäuse einen Geistesanteil im Mäusebewusstsein haben, könnte das Mäusekonnektom schon in vielleicht 20 Jahren die hier angesprochenen überaus spannenden und brennenden Fragen beantworten.

Was die Populationen in den Psychiatrie angeht, so sind das völlig überwiegend ganz normale angepasste Menschen, die versucht haben mit Leistung sich ein Leben aufzubauen, aber dennoch gescheitert sind. Da sind auch ein paar arbeitsscheue oder kriminelle Vertreter dabei, die sind aber deutlich in der Minderheit. Diese Beobachtung passt schlecht zu ihrer Theorie, dass hier die Unangepassten weiterbehandelt werden, die zuvor wegen „Störung der Demokratischen Grundordnung“ vergiftet wurden.

Das ist für mich ein Grund anzunehmen, das die Psychiatrie doch wirklich nur die Aufgabe hat, psychisch Kranken zu helfen, auch wenn sie sich dabei wohl deutlich mehr Mühe geben könnte. Gerade das Biopsychosoziale könnte besser in die Therapien eingebunden werden, und insbesondere brauchen auch Kranke einen Platz im Leben mit hinreichendem Einkommen, guter Beschäftigung und vielfältigen und hilfreichen Beziehungen. Wenn man das nicht halbwegs verträglich hinbekommt, wird es schwierig. Da reichen weder die Medikamente und auch keine sich wiederholenden Einweisungen, damit kann man die Chronifizierungen irgendwann nur noch verwalten.



Kommentar vom 24.06.2020 17:15
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/5-aus-9-wenn-die-diagnose-krankmacht/

@Balanus Gehirnstörungen

Der wesentliche Unterschied von neurologischen und psychischen Störungen ist ja gerade, dass man nur bei den neurologischen Störungen tatsächlich hirnorganische Fakten kennt, die das jeweilige Problem verursachen.

Das Problem ist so grundsätzlich, weil man über die Details der Psyche und des Bewusstsein auf der hirnorganischen Beschreibungsebene kaum was konkretes weiß. Man müsste hier wohl mindestens das komplette Konnektom entschlüsseln und auch verstehen, bevor man sich hier den hirnorganischen Details der Psyche und des Bewusstseins nähern kann.

Angesichts des aktuellen Unwissens bleibt ja sogar noch Platz für esoterische Varianten, in denen die Psyche und das Bewusstseins als in sich geistige Seele interpretiert werden kann, und die dem Bewusstsein mehr oder weniger Anteil an echten Geisteswelten zutraut.

Wenn das Konnektom mal fertig vorliegt, könnten sich sogar diese geistigen Implikationen klären lassen. Sollte das Gehirn das Bewusstsein alleine ohne kosmisch-geistige Unterstützung gar nicht produzieren können, wird man das dann eventuell feststellen können.

Insgesamt ist die Auffassung, das psychische Störungen grundsätzlich und zu 100% Gehirnstörungen sind, keine wissenschaftlich gesicherte Erkenntnis, sondern einfach eine Annahme, die immer noch ziemlich unsicher ist. Und mit ständiger Wiederholung wächst die fehlende Evidenz auch nicht. Zweifelsfrei funktioniert die Psyche nur in einem funktionierendem Gehirn, das heißt aber noch nicht, dass die Psyche auch ohne Geist auskommt.

So oder so, in der Therapie von psychischen Störungen können wir mit der hirnorganischen Beschreibungsebene immer noch nicht viel anfangen. Auch als Mythos nicht, es wirkt sich auch nicht positiv auf die Prognose aus, wenn man glaubt, das eigene Gehirn sei irgendwie defekt.



Kommentar vom 23.06.2020 13:11
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/5-aus-9-wenn-die-diagnose-krankmacht/

@Balanus

Statt von einem Patienten mit Depression könnte man ja auch explizit von einer Person mit einer aktuellen depressiven Symptomatik sprechen, die im konkreten Fall und aktuell diese und diese Therapiemaßnahmen braucht.

Dann wandeln sich im Laufe der Jahre auch nicht die Diagnosen, sondern nur die Symptomatiken eines ansonsten respektablen Menschen, der nur in gewissen Schwierigkeiten ist.

Und die Hammervokabeln in der Dokumentation brauchen dann weder den Patienten, dessen Angehörige, den Arbeitgeber und auch nicht den Sachbearbeiter vom Arbeitsamt verschrecken. Das gleiche gilt auch für den Hausarzt, den Zahnarzt und andere Mediziner, die sich in somatischen Angelegenheiten mit dem psychisch Kranken befassen.

Die Diagnosen, die in erster Linie der Kommunikation innerhalb des psychiatrischen Hilfesystems dienen, verlassen dieses ja auch und können dabei durchaus Schaden anrichten, indem sie stigmatisieren. Deshalb nicht nur mein Vorschlag, hier in der Wortwahl zurückhaltender zu sein.



Kommentar vom 22.06.2020 01:05
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/adam-und-eva-waren-vegetarier-ueber-juedische-tierethik-und-massentierhaltung/

@Michael 21.06. 23:20 Zukünftige Klimaflüchtlingsströme

Nun ja, die vielen EU-Arbeitsmigranten sind ja wirklich nicht aus Mitmenschlichkeit hier, sondern weil sich die Wirtschaft darüber freut. Würden sich hier Millionen an Klimaflüchtlingen anmelden, könnte man ja einen gewissen Austausch vornehmen, und entsprechend der Neuaufnahmen aus humanitären Gründen gucken, wie man genauso viele EU-Arbeitsmigranten wieder loswerden kann. Dann wären ja sogar die Arbeitgeber mit zufrieden, die haben dann nach wie vor billige Arbeitskräfte. Und mich persönlich würde das auch nicht stören, weil der Wohnungsmarkt davon dann nicht betroffen ist. Ob das jetzt Syrer oder Rumänen sind, die hier in den Städten die Mieten hoch treiben, das ist mir egal.

Die Klimaschäden muss man noch mal differenzieren. Wenn die Menschen denn nur wegen mangelnder landwirtschaftlicher Möglichkeiten emigrieren möchten, könnte man leicht und recht kostengünstig einfach Lebensmittelhilfe leisten. Angesichts der Überschüsse in den USA und in der EU ist genug da, mehr als die Leute kaufen wollen bzw. müssen. Hier wird ja schon gewaltig subventioniert, weil wir diese Mengen auf dem freien Markt gar nicht mehr loswerden.

Trinkwasser ist hier ein kleineres Problem, der Bedarf daran ist 100 mal geringer, als das Wasser, dass man für die Bewässerung von Feldern benötigt. Und auch hier wäre technische Hilfe kein Problem.

Wir müssten gucken, dass die Menschen in den armen Ländern wirtschaftlich auf die Beine kommen. Was da gerade in Afrika mit sehr kostengünstigen Internetzugängen und an kleinteiliger Stromversorgung im Gange ist, macht mir Hoffnung. Hier scheint sich flächendeckende Bildung auszubreiten. So was gilt es zu fördern, die Förderung von Bürgerkriegen, die vor allem Seitens der USA nicht unbeliebt ist, das sollte mal unterlassen werden. Wenn hier die Menschen eine florierende Wirtschaft hinbekommen, und alles was geht selber herstellen, dann kommen die auch mit den Lasten klar, die der Klimawandel mit sich bringt.

Was die Prognose des Weltklimas in den nächsten 20 Jahren angeht, so ist diese aber immer noch ziemlich unsicher. Wir können eine weitere Erwärmung von nochmal 1,1° bekommen, oder auch eine Verschnaufpause, bevor die weitere Erwärmung wieder anzieht. Die aktuellen Klimamodelle geben offenbar auf Zeiträume von nur 20 Jahren nicht mehr her, soweit ich weiß. Insbesondere waren die trockenen Sommer in Mitteleuropa 2018 und 2019 regionale Ausreißer, und kein objektives Maß für den Anstieg der weltweiten Durchschnittstemperatur und für die Geschwindigkeit des voranschreitenden Klimawandels.

Was die Treibhausgasemissionen angeht, kommt uns hier die Coronakrise doppelt entgegen: Die zurückgehenden Wirtschafts- und Reisetätigkeiten erzeugen gerade eine Reduktion der Emissionen, die wir sonst in mindestens 5 Jahren nicht erreicht hätten. Und wenn nach der großen Pleitewelle, die bis in den Frühling 2021 anhalten kann, dann massive staatliche Subventionen notwendig werden, kann man die gezielt in die Energiewende lenken. Der Wiederbelebung der Wirtschaft kann das egal sein, ob in Radwege, Windräder und Solarpaneele investiert wird oder in Kaufprämien für SUVs.

Was man generell bei Klimaschutzmaßnahmen bedenken muss, ist dass man nur ca. 20% der weltweiten Ausbaukapazitäten subventionieren muss. Durch entsprechende Massenproduktion sinken danach die Preise von Windrädern und Photovoltaik so weiter, dass die fossilen Energieträger dann im wesentlichen nicht mehr konkurrenzfähig sind. Spätestens dann wird auch die USA wieder in den weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien einsteigen, einfach aus Kostengründen.



Kommentar vom 21.06.2020 17:22
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/5-aus-9-wenn-die-diagnose-krankmacht/

@Balanus

Ich meine, dass sich psychische Störungen bzw. Krankheiten eben gar nicht so genau systematisieren lassen. Dann soll man eben wesentlich persönlicher therapieren, so wie es dem individuellem Bedarf entspricht, und auch die soziale Situation, insbesondere auf dem Sektor Arbeit, versuchen zu verbessern. Und nicht mit Kategorien um sich werfen, die wenig Grundlagen haben.

Die Ursache für diese menschliche Vielfalt liegt weniger an Unfähigkeiten der Mediziner, hier echte Kategorien zu finden, die man zuverlässig anwenden kann. Das Problem ist, dass schon niemand so recht versteht, wie der gesunde Mensch überhaupt funktioniert. Mit der Konsequenz, dass man das Individuum generell mit mehr Respekt behandeln kann, ob jetzt krank und behandlungsbedürftig oder nicht.

Die Zählung von Krankheitsbildern würde so sicher schwieriger, aber dafür sind die Mediziner auch gar nicht in erster Linie für da. Das sollte man vielleicht sogar sowieso eher den Soziologen überlassen, wenn es um gesellschaftliche Entwicklungen auch von psychischen Krankheitsbildern geht, sind die doch dafür eher zuständig, meine ich jedenfalls.



Kommentar vom 21.06.2020 16:04
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@(Verschwörungs-)Mythos versus Wissen

Nehmen wir uns als Beispiel mal den Verschwörungsmythos von der Umvolkung. Der hat ja gleich 3 ungute Seiten: Die eine ist der Unfug im Sinne einer verqueren Realitätsauffassung, das zweite ist der Extremismus im religiösem Sinne, und die dritte Seite ist sein unseliges Wirken im Sinne einer Zerstörung der Grundlagen der Europäischen Union.

1. Der verquere Gedanke, als wären die europäischen Eliten willens, heimlich das Verschwinden der eigenen Bevölkerung voranzutreiben, um die Macht der Juden zu vergrößern, tut ja eigentlich schon weh. Die meisten Juden sind in Europa im wesentlichen längst beseitigt. Ein halbwegs vernünftiger Mensch versteht das. Und eine Argumentation gegen den Umvolkungsmythos kann mit gewissem Erfolg auch hier ansetzen, wenn auch weniger bei längst in die rechte Szene Abgerutschten, dann aber präventiv, dass hier weniger Menschen dem noch verfallen. Hier steht dem Mythos einfach Weltwissen entgegen.

2. Der religiöse Extremismus im Sinne einer Macht des Bösen auf Erden ist für sich ebenfalls ziemlich negativ zu bewerten. Wenn man hier argumentiert, dass eine Geisteswelt, die im bösen Sinne die Welt regiert, wohl kaum Realität sein kann, weil so die Welt im tiefstem Inneren nicht funktionieren könnte, so kann das Erfolg haben. Hier steht dem Mythos religiöse Vernunft entgegen.

3. Die Konsequenz eines Weltkrieges gegen die Macht des Bösen, eine Unmöglichkeit für internationale Verständigung und damit auch der Verlust der Grundlagen der EU, sollte aufgrund der mageren Datenlage, die für den Mythos der Umvolkung sprechen, dann besser aufgegeben werden. Hier sprechen am Ende praktische Gründe gegen den Umvolkungsmythos. Die Welt wäre ohnehin am Ende, wenn das stimmt, deshalb setzten wir lieber auf eine Chance für das Leben, eine andere Perspektive haben wir nicht. Erst hier stehen dem Mythos wirklich seine konkreten Auswirkungen als Argument entgegen.

Als einzigen Vorteil kommt mir hier in den Sinn, dass man die Existenz des Umvolkungsmythos in manchen Köpfen mal zum Anlass nehmen könnte, von Staats wegen das Kinderkriegen auch bei qualifizierten Frauen zu fördern, und auf diesem Wege auch gleich die Gleichberechtigung der Frau zu vollenden. Offenbar mangelt es hier an der Vereinbarkeit von Karriere und Beruf, das kann man mit Recht massiv kritisieren, und das kann man auch tatsächlich abstellen.

Angesichts der durchaus gesellschaftlichen Aufgabe, die mit der Erziehung von Kindern geleistet wird, wären hier grundsätzlich ein Kindergeld von 600 bis 700 Euro angemessen, für jedes zu versorgende Kind, unabhängig von den finanziellen Verhältnissen der Eltern bzw. des Alleinerziehenden. Dann könnten gerade qualifizierte Frauen schon während des Studiums mit 20 bis 25 Kinder bekommen, wenn dann die Finanzierung in jedem Fall gesichert ist.

Dann brauchen wir nur noch Kitas direkt vor Ort an der Uni, und die Möglichkeit zeitweise etwas langsamer zu studieren, ohne dass das Bafög dabei in Gefahr gerät. Beim Start der eigentlichen beruflichen Karriere wären die Kinder dann schon aus dem Gröbsten raus, falls dann anschließend noch Mittagessen und Hausaufgabenbetreuung in allen Kindergärten und Schulen angeboten wird.

So wie es jetzt läuft, warten viele Frauen mit dem Kinderkriegen, bis sie sich beruflich etabliert haben, und das dauert inzwischen so lange, dass es dann oft für mehr als ein Kind zu spät ist, wenn noch irgendetwas anderes dazwischen kommt. Und Angesichts der zu erwartenden Coronawirtschaftskrise kann das in näherer Zukunft noch deutlich länger dauern, bis sich junge Leute beruflich etablieren können.



Kommentar vom 21.06.2020 01:04
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@Alubehüteter 20.06 15:48

„Ob ich der Ansicht bin, daß konstitutiv für die menschliche Spezies ist, daß Menschen miteinander kooperieren, einander helfen, empathisch miteinander umgehen, oder ob ich zu der Überzeugung gelange, der Mensch ist dem Menschen ein Wolf und jeder sich selbst der Nächste, das ist eben nicht wissenschaftlich zu klären.“

Naja, das ist eine Frage, die sich die Psychologie, auch eine Wissenschaft, durchaus stellt.

Mythen wollen ja eben nicht unbedingt nur gute Geschichten sein, die man gerne glaubt. Oft wollen Mythen auch Sachverhalte beschreiben, und geraten dann potentiell in Konflikte mit dem Bereich des Wissens.

Vielleicht können wir uns darauf einigen, dass Mythen immer eine gewisse Unsicherheit haben, ob sie eventuell auch Tatsachen enthalten. Diese Unsicherheit kann mehr oder weniger groß sein. Im Laufe der Zeit, insbesondere mit dem Aufkommen der Wissenschaften, verändern sich die Grade der Unsicherheit, für jeden konkreten Mythos einzeln. Wie der Mythos von der Scheibe, der einfach durch erweiterte Reiseerfahrungen durch die Kugel ersetzt wurde.

Man kann dieses Wissen ausblenden, klar. Wobei ich glaube, das ich sowas nicht so gut kann, mein eigenes Wissen einfach mal auszublenden.

Das ist nicht ganz so wichtig, noch wichtiger ist es oft, ob sich ein Mythos positiv oder negativ auswirkt, wenn man an ihn glaubt. Der Glaube an den Freundlichen Menschen, im Gegensatz zum Feindseligen Vertreter, hat in der Tat eine Mythische Komponente, die eine Haltung anderen Menschen gegenüber ausdrücken kann. Wobei hier die Psychologie sogar zum Spielverderber werden kann, wenn sie in ausgeklügelten Experimenten z.B. herausbekommen würde, dass nur etwa 60 % der Menschen als freundlich, und die anderen 40% als unfreundlich einzustufen sind.

Angesichts der Schwierigkeiten solcher Untersuchungen, die die Psychologen aber kaum daran hindert, regelmäßig sich selbst zu überschätzen, und angesichts der meistens viel zu kleinen Stichproben, würde ich um solche Wissenschaftlichen Erkenntnisse aber nicht viel geben. Und weiter an das Gute im Menschen glauben. Man weiß ja insbesondere nicht, wie die sich eher feindselig verhaltenden Menschen doch noch dazu gebracht werden können, in wirklich wichtigen Fragen ausnahmsweise mal kooperativ zu werden.

Hier ist auch sehr interessant, dass man mit einer positiven Haltung Menschen gegenüber auch bei neuen Kontakten viel eher die kooperative Seite eines Menschen wecken kann. Hier ist der Wert des selbst vertretenem Mythos ganz konkret im Miteinander wirksam. Hier stimmt dann die Chemie, weil der Mythos passt, und Kooperation wird wahrscheinlicher. Und auch im unkooperativem Verlauf kann dieser von Respekt begleitet werden.

Bildung und die folgende Zivilisation machen wohl tatsächlich einen besseren Menschen. So ist der christliche Mythos von der Liebe unter den Menschen heute mit viel mehr Realitätsanteil versehen, als zu den harten und barbarischen Zeiten römischer Sklavenwirtschaft. Mythen können mit mehr Wissen nicht nur verlieren, sondern auch gewinnen.



Kommentar vom 20.06.2020 14:38
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@Martin Holzherr 18.06. 16:08

„Doch solche Vereinfachungen und Ausgrenzungen machen das Leben zwar einfacher für die „Normalen“ – aber es macht es auch langweiliger, herausforderungsärmer.“

Genau so ist das. Wenn sich Chefs und Kollegen nur etwas mit ihren erkrankten Mitarbeitern und Kollegen beschäftigen würden, dann könnten viele Beschäftigungsverhältnisse fortgesetzt werden, nachdem eine Krise ausgestanden wurde. Oft mit nicht mehr mit voller Leistung, und auch mit einer gewissen Unsicherheit, ob nicht noch mehr akute Krisen hinterherkommen, aber das könnte man ja mit einem geringerem Stundenlohn ausgleichen, eben so wie es der Arbeitsleistung des an Leistung eingeschränkten Mitarbeiters entspricht.

Es gibt ja auch Maßgaben, dass größere Betriebe Behinderte beschäftigen sollen, und Strafzahlungen, wenn sie das nicht tun. Im Prinzip eine gute Idee, aber kaum einer macht das. Aber hier sollte auch klar sein, dass man wirklich Leistungseingeschränkten weniger Stundenlohn zahlt, sonst stellt doch keiner welche ein. Hier können die Rentenkassen helfen, die ja sonst über Jahrzehnte Erwerbsunfähigkeitsrente zahlen müssen.

Die Alternative Behindertenwerkstatt mit Stundenlöhnen unter 2 Euro und meist stupider Arbeit, das ist auf jeden Fall wirklich wenig. Und das nicht nur an Geld: der Kontakt zu Gesunden tut gut, eine gewisse Ghettoisierung der psychisch Kranken ist immer noch Normalität, auch das muss nicht sein.

@Balanus 19:06 12:14

„Ich verstehe nicht, was daran problematisch sein soll. In der Praxis ist doch keiner gezwungen, sich nach dem DSM-5 zu richten. Am Ende hat der Recht, der hilft und heilt, ob mit oder ohne DSM-5.“

Diese ungenauen Vorgaben laden dazu ein, recht beliebige Diagnosen zu stellen. Hier versucht tatsächlich jeder Psychiater auch sein eigenes Süppchen zu kochen, das Ergebnis sind ja eben Diagnosen, die kaum vorhersehbar und oft nicht nachvollziehbar sind. In der Not muss hier der Facharzt kreativ sein, weil eben die Vorgaben des DSM wenig helfen.

@Maxi 19:06. 13:16

„Sich für gesellschaftliche Veränderungen (z.B. bedingungsloses Grundeinkommen) einzusetzen ist m.E. unabhängig von konkreten Therapien.“

Das Wissen, dass zu viel Arbeitsbelastung überhaupt erst die Ursache vieler psychischer Erkrankungen ist, ist ein Argument, hier den Druck auf Arbeitnehmer generell zu reduzieren. Und dass die fehlende Möglichkeit, nach einer psychischen Krise wieder zumindest teilweise in die Arbeitswelt zurückzukehren der Hauptgrund für die Chronifizierungen vieler Krankheitsbilder ist, ist hier auch zu bedenken.

Die gesellschaftlichen Kosten, die sich erst aus diesen gesellschaftlichen Bedingungen ergeben, sind riesig, und das Leid der Betroffenen auch.

In der konkreten Einzeltherapie kann man da nicht so viel dran machen, das ist klar. Man kann den Patienten fit machen, dass er wieder eine halbe Stelle schafft, aber wenn die Arbeitgeber und die Arbeitskollegen keine Lust haben, und um psychisch Kranke lieber eine großen Bogen machen, dann nützt das alles nichts.

Gerade deswegen ja die Forderung an die Gesellschaft, die Kranken nicht einfach ins Hilfesystem abzuschieben und abzuhaken, sondern wenn immer möglich die Rückkehr in die Arbeitswelt zu ermöglichen, und wenn es nur 10 Wochenstunden sind.



Kommentar vom 19.06.2020 18:24
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@Mythen und Wissenschaft

Mythen sollte man daran einschätzen, welche Wirkung sie auf uns haben. Wissenschaft beurteilt man vor allem danach, ob es denn stimmt, angesichts der aktuellen Datenlage. Wobei ich Schwierigkeiten habe, an supertolle Mythen zu glauben, wenn ich gleichzeitig zu wissen glaube, das es eben höchstwahrscheinlich nicht stimmen kann.

Vielleicht sollte man Mythen nochmal unterteilen: In Mythen die sehr wahrscheinlich unwahr sind und in Mythen, die doch wenigstens vielleicht stimmen könnten. In diesem Sinne kann man Mythen und Wissenschaft eben doch nicht ganz von einander trennen. Wenn es um den Mythos geht, die Erde sei eine Scheibe, so war er vor 2000 Jahren durchaus akzeptabel, aber spätestens ab dem 15 Jahrhundert zumindest unter Seeleuten nicht mehr tragbar. Für den einfachen Bauern wieder nicht, der konnte auch um 1500 noch von der Erde als Scheibe träumen. Aber wer einmal die Erde auf Fotos gesehen hat, die die Apolloastronauten geknipst haben, der kann wirklich nicht mehr glauben, dass die Erde eine Scheibe ist.

An den Mythen in Filmen wie Starwars oder in Science-Fiction-Romanen kann man auch seine Freude haben im Sinne einer schönen Fantasiereise, auch das macht Sinn. Aber hier ist ja klar, wie früher in Märchen, dass das nur Geschichten sind. Wobei gerade Starwars oder 2001 Odyssee im Weltraum sogar noch etwas mehr sein kann. Der Bezug vom Menschen zur Geisteswelt hat hier was.

Wenn ich an Jesus als Gottes Sohn glaube, ist das was anderes, als wenn ich nur glaube, dass er wirklich ernstzunehmende Inspirationen verarbeitet hat, die uns auch heute noch weiterführen. Beim ersteren meine ich, dass das so nicht geht, weil Götter eben keine Kinder kriegen können. Ich kann mich hier nicht selber täuschen, und einfach was glauben, das aus meiner Sicht nicht möglich ist.

Solange die Hirnforscher nicht wissen, wie das Bewusstsein im Detail funktioniert, solange kann ich aber glauben, was zu meinen Erfahrungen gut passt, nämlich dass wir als Menschen einen direkten Bezug zu Geisteswelten haben.



Kommentar vom 18.06.2020 13:28
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/5-aus-9-wenn-die-diagnose-krankmacht/

@Artgerechtes Menschenleben

Aus der Massentierhaltung kennt man vor allem das Problem der nicht artgerechten Haltung. Im Gegensatz zum Tier hat der Mensch Menschenrechte, und müsste sich eigentlich nicht alles gefallen lassen müssen. Wenn jemand über viele Jahre von einer eintönigen Arbeit psychisch krank wird, dann kann er ja auch eine erlösende Diagnose bekommen, und nachfolgend sogar in Erwerbsunfähigkeitsrente gehen.

So weit so gut, das größte Problem ist hier allerdings, dass er danach meistens zur völligen berufsmäßigen Inaktivität verdammt ist. Und damit kommen auch die meisten Menschen gar nicht gut klar. Wer hier noch nicht psychisch gestört war, der wird es dann spätestens mit einer jahrelangen Beschäftigungslosigkeit, die ja selber schwer erträglich sein kann.

Der Mensch braucht Bewegung, ein Miteinander, und öfter auch einen regelmäßigen Tagesablauf. Und ein Ziel im Leben, eine Herausforderung, ein Leben, das es ermöglicht, das Leben selbst kennen zu lernen. Darauf reagieren wir überaus positiv, und dies ist wohl gerade die Grundlage für psychische Gesundheit, die bis in ein wirklich glückliches Leben führen kann.

Im Prinzip ist man dafür selbst verantwortlich, dass man sich günstige Lebensbedingungen sucht und selber schafft. Aber gegenseitige Unterstützung bei dieser Suchbewegung ist natürlich auch normales menschliches Verhalten.

Wenn es denn erstmal schiefgegangen ist, wäre es natürlich Klasse, wenn man hier einen neuen zweiten Versuch machen könnte. Die Angebote für psychisch Kranke wie Behindertenwerkstätten, Tagesstätten und Kontaktstätten reichen da nicht so weit. Das ist für die meisten von psychischer Krankheit Betroffenen nicht passend. Besser wäre mehr Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt, mit weniger Leistungsdruck, und dann eben auch mit etwas weniger Lohn. Es gibt ja auch genügend Möglichkeiten einer Mischfinanzierung, also z.B. EU-Rente plus Minijob.

Das Problem ist meistens, dass die Arbeitgeber wenig Lust dazu haben, psychisch Kranke einzustellen. Wenn möglich, holt man sich lieber EU-Ausländer ins Land, das ist einfacher.

Alternativen jenseits von Erwerbsarbeit erscheinen mir hier langfristig aber auch verlockend. Ein gewisses Sinnproblem ergibt sich nicht nur aus eintöniger Arbeit, auch ist die moderne Lebensweise durchaus auch grundsätzlich von sinnloser Verschwendung geprägt. Alternativen wie Kunst, Gartenbau wie auch Bildung aus reinem Interesse oder einfach die Welt kennenlernen sind ja durchaus vorhanden. Dummerweise werden wir schon in der Schule darauf trainiert, möglichst viel Leistung zu bringen, und damit dann möglichst viel Geld zu verdienen.

Wenn man das daraus resultierende recht sinnfreie Leistungswettrennen mal bewusst reduzieren würde, wäre glaube ich viel geholfen. Da redet man von großen Aufgaben, wie die nötigen Klimaschutzmaßnahmen mit viel eingesetztem Geld zu realisieren. Dabei ist einfach eine Einschränkung von überflüssigem Konsum genauso klimawirksam, und spart gleichzeitig Treibhausgase und Lebenshaltungskosten ein. Offenbar bedarf es auch hier gar nicht erhöhter Anstrengungen, nur ein intelligenteres Verhalten wirkt auch schon.

Die Coronawirtschaftskrise ist hier sehr klimawirksam, wenn jetzt zu ihrer Überwindung die nötigen Anschubsubventionen gezielt in klimafreundliche Technik investiert werden, könnte sich die Pandemie sogar als sehr hilfreich im Klimaschutz erweisen.

Überhaupt gibt es ziemlich viele Arbeitsverhältnisse, wo einfach nur die Dosis verkehrt ist. Nicht nur von Arbeitgeberseite aus, auch machen sich viele Beschäftigte selber Druck, weil sie mit mehr Arbeitsleistung mehr Geld verdienen wollen. Hier würde ich empfehlen, vor allem die Ausgabenseite intelligenter zu gestalten, dann kann man alles viel langsamer und entspannter angehen.



Wegmoderierter Kommentar vom 17.06.2020 16:09
https://scilogs.spektrum.de/beobachtungen-der-wissenschaft/opfer-einer-pandemie-kritiker-der-wissenschaftlichen-rationalitaet-zum-100-todestag-von-max-weber/

@Faszination

Nicht nur Unbekanntes, Wissen selbst ist auch faszinierend. Als Schüler im Physikleistungskurs war ich sehr gespannt darauf, nach welchen Formeln unsere Welt funktioniert.

Die Newtonsche Gravitation und der Flache Euklidische Raum, innerhalb dessen sie sich abspielt, kann man sich auch noch sehr gut vorstellen. Mit der Einsteinschen Relativitätstheorie wird es aber neben der Faszination auch teilweise frustrierend, die Mathematik dahinter ist schwieriger, und eine 4-Dimensionale von Gravitation gekrümmte Raumzeit kann man sich auch nicht mehr so gut vorstellen.

Mit der Dunklen Energie kommt nun wieder die andere Faszination auf: Die des auch in modernen Zeiten noch tatsächlich Unbekannten. Dem gesellt sich das menschliche Bewusstsein dazu. Auch hier weiß man nicht, wie es neurologisch im Detail funktioniert.

Das eröffnet die Möglichkeit, dass hier einige ganz alte Mythen dann wiederum den modernen gesicherten Erkenntnissen gar nicht direkt widersprechen müssen. Die geistige (Teil-)Existenz der Seele kann auch nach den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht ganz ausgeschlossen werden. Hier ist immer noch Platz für Mythen, und zum Träumen, meine ich.

Natürlich gibt es viele Wissenschaftler, die sich ziemlich sicher sind, dass wir auch das heute noch Unbekannte auf die selbe Art und Weise mit mathematischen Formeln beschreiben können, wie man es bisher mit dem inzwischen Aufgeklärten gemacht hat. Das selbst wiederum ist jetzt aber auch wieder eine Fiktion, wenn nicht sogar ein Mythos. Nicht unbegründet, und die Suche nach weiteren mathematisch beschreibbaren Zusammenhängen macht ganz viel Sinn.

Aber wenn der Kosmos dann doch noch ganz andere Aspekte auf Lager hat? Die könnten sich ja noch in der Komplexität z.B. der Zellchemie, des menschlichen Gehirns, der Stabilität von Ökosystemen oder des Tanzes der Galaxien verstecken. Das fände ich dann wiederum faszinierend.



Kommentar vom 16.06.2020 16:21
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/das-kleine-einmaleins-des-leib-seele-problems/

@Mona/Martin Holzherr Biologische Evolution

Der Mensch als Kulturwesen muss viel mehr auf seine Umwelt achten, weil er in modernen Zeiten einen so großen Einfluss auf seine Umwelt hat. Aber wir können angesichts des Klimawandels nicht darauf warten, dass wir uns in einer zukünftigen biologischen Evolution zu liebevolleren Geschöpfen entwickelt haben. Wir haben keine 50 Jahre mehr Zeit hier gegen den Klimawandel effektiv vorzugehen. Das geht nur durch kulturelle Evolution bzw. durch Kultur und Politik.

Die Idee vom Omegamenschen, der wie Jesus Christus ganz von Liebe bestimmt ist, erscheint mir jetzt aber auch als Science-Fiction. Mag sein, dass hier auch die Biologische Evolution über die nächsten 500.000 Jahre dann doch den Menschen nochmal entscheidend umbaut. Warum nicht.

Aber das hilft uns im 21. Jahrhundert kein Stückchen weiter. Wir können einen Naturgarten aus der Erde machen, und wirklich friedlich und gut organisiert miteinander umgehen, insbesondere was Geld und Arbeit angeht. Dafür läuft uns hier jetzt schon die Zeit davon: Klimakrise, Ressourcenverbrauch und auch weiterhin die Bedrohung durch die Existenz von Atomwaffen sind akut zu entschärfen. Und jetzt auch noch die Coronagegenmaßnahmen, die eine Wirtschaftskrise nach sich ziehen wird, die die Welt wohl noch nicht gesehen hat. Die Herausforderungen sind groß, aber im Prinzip kann der Mensch doch alles, was er braucht, um hier erfolgreich zu sein.

Die Geschwindigkeit, in der sich der Mensch kulturell bedingt eine andere Haltung zulegen kann, und anfängt die anstehenden Probleme zu erfassen, und am Ende auch zu lösen, überrascht immer wieder. In 20 oder 40 Jahren kann sich eine moderne Gesellschaft grundlegend wandeln. Die Geschwindigkeit der biologisch-genetischen Evolution ist 1000 mal langsamer, mindestens.

Was die Editierung von Erbgut angeht, so frage ich mich, ob das denn hier eine Rolle spielt. Erbkrankheiten in der Keimbahn auszuschalten und ein paar spezielle Wünsche an das zukünftige Kind sind denkbar. Aber einen neuen Menschen macht das noch nicht.

Was die Technosphäre angeht, so reicht es ja nicht, dass sich diese rein technisch bilden könnte. Sollte es nicht gelingen, dass diese KI-Systeme eine eigene Innenwelt mit einer Lebensqualität in sich selbst entwickeln, wird diese auch keine eigene Motivation entwickeln können. Sie muss sich dann wohl weiterhin auf die Unterstützung des Menschen beschränken. Da macht es dann keinen Sinn, nur mit Geräten die Galaxis zu besiedeln, das wäre ja nur ein seelenloser Schrottplatz. Da muss der Mensch und Vertreter seiner ganzen Biosphäre schon mit umziehen, wenn die Besiedlung von geeigneten Exoplaneten Sinn machen soll.



Kommentar vom 14.06.2020 16:59
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/adam-und-eva-waren-vegetarier-ueber-juedische-tierethik-und-massentierhaltung/

@Alles Bio

Gerade Angesichts der Überschüsse, die unsere nationale Landwirtschaft produziert, hätten wir Spielraum für eine Komplettumstellung auf Bioanbau, und für eine artgerechtere Tierhaltung. Kurzfristig brauchen wir dann etwas mehr Tierfutter und hätten etwas weniger Erträge auf den Flächen. Langfristig verbessert Bioanbau aber die Böden, und die Erträge steigen dann auch wieder, so dass die anfänglichen Einbußen auf Dauer gegenüber konventionellem Anbau wieder wettgemacht werden.

Die Mehrkosten wären sehr überschaubar. Die derzeitigen Preise in Bioläden sind mehr durch die ungünstige Vertriebsstruktur gegeben, die nur etwas höheren Erzeugerpreise fallen weniger ins Gewicht. Aldi macht es vor, dort sind die Biopreise nur um die 20% höher als bei konventionellen Produkten, was ziemlich realistisch ist.

Wenn die Fleischqualität und auch die Qualität von Obst und Gemüse steigt, essen wir voraussichtlich sowieso eher weniger Fleisch. Das sorgt dann auch schnell dafür, das es unterm Strich für uns Verbraucher gar nicht teurer wird. Ganz ohne Fleisch, Milch und Eier brauchen wir aber vorerst aus Umweltgründen nicht. Und ich vermute mal, dass das auch nicht unbedingt gesund wäre.

Akut haben wir weltweit wie im eigenen Land Überschüsse, und das obwohl wir ziemlich viele Lebensmittel vergammeln lassen und wegwerfen. Einfach weil sich mehr als die halbe Menschheit kaum Fleisch leisten kann. Wenn wir jetzt weniger Fleisch essen, haben die armen Menschen immer noch kein Geld, sich welches zu kaufen. Dieses Problem ist wirtschaftspolitischer Natur, und muss in jedem Fall auch wirtschaftspolitisch gelöst werden.

Aber klar, Ziel sollte es sein, dass alle Menschen dieser Welt sich im Wesentlichen die Ernährung leisten können, die sie mögen. Sollten wir das mal schaffen, müssten wir in der Tat gucken, wie wir das dann alles produzieren können.

Es gibt hier eine ganze Reihe von Möglichkeiten:

- Weniger wegwerfen
- Abfälle verwerten z.B. für Insektenzucht als Futtermittel
- Alles auf Bio umstellen sowieso, hilft langfristiger
- Noch viel bessere Bio-Sorten und Bio-Anbaumethoden
- Sehr viel höhere Erträge auf den Flächen in den armen Ländern, die nur recht schlecht bewirtschaftet werden
- Die Insektenzucht nicht nur als Futtermittel
- Hohe Qualität und deshalb nicht so viel Fleischkonsum
- Weniger Bevölkerungswachstum

Wenn wir das alles Umsetzten, müsste das so in etwa hinkommen, schätze ich.

Vor ein paar Monaten habe ich einen Beitrag gelesen, dass man eine Versuchsanlage gebaut hat, die in einem großem Tank Bakterien züchtet, die sich von Wasserstoff als Energiequelle ernähren. Das Ergebnis ist durchaus zum Verzehr geeignet, und kann potentiell mit einer ganzen Palette von verschiedenen Bakterienstämmen auch recht vielfältige Endprodukte liefern. Das Endergebnis ist immer ein vielseitig einsetzbares Pulver, als Futtermittel, oder Zuschlagstoff z.B. für Backwaren. Oder für den Pannkuchenteig in der eigenen Küche. Das kommt mir jetzt wenig eklig vor, ich würde das eher mit der Fermentation von Sauerkraut oder Bier vergleichen, nicht wie die Insektenzucht, die ist deutlich gewöhnungsbedürftiger.

Wie dem auch sei, der Vorteil liegt auf der Hand: man braucht dafür überhaupt keine Flächen und vergleichsweise auch praktisch kein Wasser. Der Wasserstoff kann aus Solarstrom hergestellt werden, die Paneele kann man auf Dächern oder in der Wüste montieren, wo sie keinerlei Landwirtschaftliche Nutzflächen verbrauchen.

Die Kosten sollen wettbewerbsfähig sein, wenn man das in großem Stil macht. Das liegt daran, dass die pflanzliche Fotosynthese sehr ineffektiv ist, im Vergleich zu dem viel höherem Wirkungsgrad von Fotovoltaikpaneelen. Und wegen diesen guten Wirkungsgraden hätten wir hier ein fast völlig unbegrenztes Potential, Nahrungs- und Futtermittel herzustellen.

Mal gucken was draus wird, wenn diese Technik marktreif wird. Das könnte auch das Fleischproblem lösen.



Kommentar vom 14.06.2020 14:16
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/das-kleine-einmaleins-des-leib-seele-problems/

@Mona

Ich meine ja gerade, dass es eben keiner wesentlichen Weiterentwicklung der Biologie des Menschen bedarf. Wir haben von der Biologie her schon alles drauf, was wichtig ist.

Die Konsequenz daraus, dass man eine wesentliche genetische Weiterentwicklung des Menschen für nötig hält, wäre in der Tat nicht unbedingt, dass man minderwertige Individuen vernichtet. Da habe ich mich wohl übertrieben ausgedrückt.

Aber die höherwertigen Individuen müssten dann schon mehr Fortpflanzungserfolg haben als die weniger „Geistesgeeigneten“, wie soll sonst eine Verbesserung der genetischen Grundlage funktionieren? Soweit zumindest die gängige Vorstellung über die biologische Evolution.

Wie dem auch sei, ich setze hier alles auf eine kulturell vermittelte Weiterentwicklung von Mensch und Gesellschaft. Das kann auf jeden Fall funktionieren, und vor allem viel schneller. Erstmal auf eine genetische Weiterentwicklung des Menschen zu warten, da würde ich schlicht zu sagen, dass wir dafür keine Zeit mehr haben.



Kommentar vom 14.06.2020 13:43
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/blacklivesmatter-george-soros-wie-verschwoerungsverkuender-rassismus-und-antisemitismus-gegeneinander-ausspielen/

@Sandy

Erstmal vielen Dank für den Zuspruch.

Dostojewski ist in der Tat eine Fundgrube für die Höhen und Tiefen der menschlichen Existenz. Wenn man hier nach Extremen und Untiefen der Seele sucht, wird man fündig. Dostojewski ist heute immer noch aktueller und auch moderner, als das Meiste, was die Psychologen und Hirnforscher an „neuen Erkenntnissen“ so raushauen. So zumindest mein Eindruck. Der Mann hat sich wirklich mit den real existierenden Menschen beschäftigt, und nicht nur wenigsagende Experimente mit zu kleinen Stichproben gemacht.

Hier ein Beispiel für so eine Standartstudie:
https://www.spektrum.de/news/blind-auf-den-ersten-blick/1743172

Das Fazit dieser Studie: „Trübt die Romantik das Urteil oder der scharfe Blick die Romantik?“
Man weiß es mal wieder nicht. Interessante Puzzlesteine, ja. Aber wer sich wirklich mit Menschen beschäftigen will, sollte besser Dostojewski lesen. Das ist vermutlich aufschlussreicher als ein Studium der Psychologie.



Kommentar vom 14.06.2020 00:58
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/das-kleine-einmaleins-des-leib-seele-problems/

@Mona

„Laut Teilhard de Chardin strebt die Evolution in eine höhere Richtung….Diese Liebe, die das letzte Ziel, „die organische Einheit alles Seienden, bereits handelnd und leidend vorwegnimmt“, war für Teilhard im Herzen eines Menschen vollkommen verwirklicht: in Jesus Christus.“

Ich würde das jetzt hier aber so verstehen, dass es in der weiteren Entwicklung des Menschen nicht mehr um die biologische Evolution für ein weiter verbessertes menschliches Genom geht, sondern um kulturelle Fortschritte.

Wenn ich mir Jesus Christus als tatsächlichen Sohn Gottes vorstelle, dessen halbes Genom direkt von Gott maßgeschneidert war, bekomme ich ein gewisses Grausen. Wenn dann andersherum der normale damalige Erdenmensch nie die Chance hatte, sich geistig vernünftig zu entwickeln, und wir noch Jahrmillionen der biologischen Evolution brauchen, bis wir ein Omega-Mensch werden können, dann hätten wir ja noch sehr sehr harte Zeiten vor uns. So wie man weiß, braucht biologische Evolution Mutation und vor allem Selektion, also die Vernichtung von minderwertigen Individuen wie Sozialhilfeempfänger wie auch die Vernichtung ganzer minderwertiger Völker wie die Afrikaner.

Eine kulturelle Evolution läuft dagegen hauptsächlich über den Faktor Qualität und Überzeugung, und in einem Klima der Freiheit, der Offenheit und dem Austausch von Gedanken. Der Austausch von Personen mit vermeintlich minderwertiger DNA ist dann im wesentlichen unnötig. Der Jesus Christus braucht in diesem Zusammenhang auch keine Extrasupergene, sondern nur richtig viel göttliche Inspiration und Unterstützung sowie einen praktischen Verstand, da was Zielführendes draus zu machen.

Hier geht es wohl vor allem um die Forstsetzung der kulturellen Evolution. Was hier an wissenschaftlichem und kulturellem Fortschritt sowie mit entsprechender Bildung noch ansteht, ist eine ganze Menge. Und auch die Bildung der Herzen der Menschen kann noch Fortschritte machen, wobei ich echt denke, dass hier auch nur kulturelle Evolution das überhaupt kann. Verbesserte Biologie kann ich mir hier nicht als das wesentliche Element vorstellen, das kann doch nur ein Randthema sein.

Diese „organische Einheit alles Seienden“ möge denn auch kulturell erzielbar sein, insbesondere in einem Kosmos, der sowieso schon die ganze Zeit von Geist durchsetzt ist, mit Lebewesen, deren lokales Bewusstsein sowieso eine Synthese der lokalen Gehirns mit kosmischem Geist ausmacht. Das muss man ja nur noch kultivieren, dann geht doch alles. Und Individuen können und müssen wir dabei bleiben, nur das Miteinander muss vernünftig laufen.

In begrenzten Gruppen können wir ja schon ganz gut. Eigentlich müssen wir in erster Linie die gesamte Menschheit als eine - unsere - Gruppe begreifen, und uns unserer gemeinsamen Verantwortung für den ganzen Planeten bewusst werden. Wenn wir das geschafft haben, ist hier wohl zunächst einmal die Kuh vom Eis, und Entspannung angesagt.



Kommentar vom 13.06.2020 16:04
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/das-kleine-einmaleins-des-leib-seele-problems/

@Querdenker 11.06. 20:52

„Warum wollten die Juden diesen humanistischen Weg der Völkerverschmelzungen nicht gehen?“

Ja haben sie doch. Da sind immer wieder welche zum Judentum konvertiert und umgekehrt. Das Ergebnis war doch gerade, dass die europäischen Juden, die hier ermordet wurden, dem Durchschnittseuropäer wesentlich ähnlich waren, und kaum wie Orientale aussahen. Genauso haben die Katholiken ständig mit Eintritten und Austritten zu tun, und sind doch seit 1700 Jahren sogar die selbe Amtskirche geblieben.

Das man den Juden immer wieder Schwierigkeiten gemacht hat, und sie sogar bezichtigt hat, eine seperate Menschenrasse zu sein, liegt doch daran, das sie die meiste Zeit als religiöse Minderheit koexistieren mussten. Auch Katholiken haben in der jüngeren Geschichte schon Schwierigkeiten bekommen, wenn sie mal auch nur in der Minderheit waren. Im Sozialismus, vor allem auch in China, mussten sie vorsichtig sein, und auch aktuell in streng muslimischen Ländern. Genauso werden Katholiken in den USA zwar nicht verfolgt, aber doch von vielen Evangelikalen etc. doch nicht gerade hoch angesehen.

Genau so wie Katholiken, die nicht ihren Glauben aufgegeben haben, wenn sie irgendwo in die Minderheit gerieten, haben auch die Juden ihren Glauben wenn immer irgendmöglich beibehalten. Das ist doch recht normal, würde ich sagen. Und dass Juden dem Humanismus entgegenstehen, das wäre mir auch neu.



Kommentar vom 13.06.2020 15:00
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/das-kleine-einmaleins-des-leib-seele-problems/

@Mona

„Somit ist für Teilhard de Chardin der Mensch nicht die Krone der Schöpfung, da die nächste Stufe der Evolution noch nicht erreicht ist. Um den Dualismus von Geist und Materie zu überwinden musste Teilhard de Chardin von einer stufenweisen Geistwerdung des Kosmos ausgehen, ansonsten hätte er Glaube und Wissenschaft kaum vereinen können.“

Eine Weiterentwicklung des Menschen? Wohin? Hier fehlt doch nur Kultur. Der Mensch hat nach hunderttausenden von Jahren Evolution in Kleingruppen als Jäger und Sammler doch alles drauf, was er braucht.

Die Geistwerdung des Menschen im spirituellen Sinn ist uns selbst doch schon möglich. Hier braucht es doch nur die entsprechenden spirituellen Erlebnisse, Zeit sich damit zu beschäftigen und einen kulturellen Rahmen, dass man mit dem Spirituellen erstens mit klar kommt ohne dabei verrückt zu werden, und zweitens eine Gesellschaft, die einen weder für verrückt noch für geistig abtrünnig erklärt.

In modernen Gesellschaften mit wirklicher Religionsfreiheit und einer Psychiatrie, die nur Leute behandeln will, die mit ihrem Leben wirklich nicht alleine klar kommen, ist das doch kein Problem.

In diesem Sinne mag Jesus Christus als Vorbild helfen, aber inspirieren genügt, die biologische Grundlage scheint doch im wesentlichen gegeben zu sein. Hier fehlt doch nur Engagement und Kultur.



Kommentar vom 13.06.2020 13:37
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@H.Wied Konfrontation von Biosphären

Wenn eine Biosphäre eines Exoplaneten unabhängig entstanden ist, wird sie in der Tat mit unserer recht unverträglich sein. Wenn es da Pflanzen gäbe, könnten Tiere von der Erde die wohl nicht essen können. Die DNA-Codes und die speziellen Proteine würden unverdaulich sein. Planeten, auf denen es schon Mehrzeller gibt, wären also zur Besiedlung komplett ungeeignet. Aber diese Planeten sind wohl vergleichsweise sehr selten, bei uns auf der Erde hat es ja ca. 3 Milliarden Jahre gedauert, bis sich aus Einzellern komplexe Mehrzeller entwickelten.

Die meisten Exoplaneten mit Leben hätten also nur Mikroben. Wenn wir die jetzt mit unserer exportierten Biosphäre konfrontieren, würden voraussichtlich die jeweiligen Biosphären zunächst parallel koexistieren, bis sich eine von beiden durchsetzt und sich die andere in Nischen zurückzieht. Dass daraus dann Krankheitserreger entstehen, ist nicht zu erwarten, eine fremde Biologie ist dafür wohl viel zu unspezifisch. Aber das wird man dann ja sehen.

Sollte sich auf dem Mars, dem Jupitermond Europa oder dem Saturnmond Enceladus unabhängig von uns hier eigenständig Leben gebildet haben, könnten wir ja sogar die Kompatibilität schon mal testen, noch lange bevor wir zu den Sternen aufbrechen werden. Solche Experimente sollte man dann aber sicherheitshalber auf Raumstationen im Orbit um die Sonne machen, nicht auf der Erde.

Was auf jeden Fall bleibt, das sind Exoplaneten, auf denen zwar lebensfreundliche Bedingungen herrschen, aber die Zeit zur selbstständigen Entstehung von Leben noch nicht ausreichte.

Wie auch bei den Planeten mit nur Mikroben, müsste man sowieso in 3 Schritten besiedeln. Zunächst müsste man entsprechend effektive Algen aussetzen, die einen gewissen Sauerstoffanteil in den Meeren und der Atmosphäre produzieren. Erst wenn der bei vielleicht ein paar Prozent liegt, kann man dann mit der ganzen Palette von Mehrzellern nachziehen. Und erst ab 10% Sauerstoffgehalt wären die Bedingungen für Menschen und die meisten größeren Tiere erträglich.

So schwierig das auch ist, und so fürchterlich teuer, bewohnbare Planeten sind so superschön zu bewohnen, da lohnt sich jeder Aufwand. Im Vergleich zu einem eigenständigem Leben auf Raumstationen im Orbit um die Erde oder die Sonne sind bewohnbare Planeten die Superjuwelen im Kosmos.

Und ganz nebenbei: ich frage mich schon länger, was wir Menschen auf der Erde dann machen sollen, wenn wir mal eine wirklich gemeinsame Kultur, eine friedliche weltweite Organisation, eine komplett naturverträgliche Lebensweise sowie entsprechende KI haben, die die meiste Arbeit macht. Schon vor lauter Langeweile fällt mir hier nur entsprechend richtig aufwändige astronomische Forschung und letztlich die Vorbereitung von Reisen zu den Sternen ein.



Kommentar vom 12.06.2020 00:40
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/das-kleine-einmaleins-des-leib-seele-problems/

@Einer / H.Wied

Was die Besiedlung angeht, da dachte ich sicher nicht an den ganzen Kosmos, sondern an unsere Galaxie, die Milchstraße. Und auch hier sind wir wohl kaum die einzigen intelligenten Kulturwesen, da könnten sogar jede Menge dabei sein, die uns hunderte von Millionen Jahren voraus sind. Da wäre dann echt Demut angesagt.

Aber wer weiß, vielleicht sind wir ja in der Milchstraße die Ersten? Das wäre ein Grund dafür, dass sich bei uns noch keiner vorgestellt hat.

Die Entfernungen innerhalb der Milchstraße sind vergleichsweise gering, bis zum Zentrum sind es gerade mal ca. 25.000 Lichtjahre. Das ist auch ein Zeitraum, der bezogen auf geologische und astronomische Zeiträume ziemlich kurz ist. Fast alle Sterne aus der Milchstraße, die wir sehen können, existieren auch heute noch. Wenn es um andere Galaxien geht, da geht es dann erst in die Millionen Lichtjahre und auch in die Milliarden.

Unsere Erde hat nun schon 4,5 Milliarden Jahre astronomisch stabile Zeiten erlebt, nur deswegen gibt es hier Mehrzeller und letztlich den Menschen. Einzeller sind recht schnell nach ein paar hundert Millionen Jahren nach der Entstehung der Erde entstanden, aber komplexeres Leben erst nach ca. 3,5 Milliarden Jahren.

Vermutlich haben die allermeisten prinzipiell geeigneten Planeten nicht eine so lange stabile Zeit, dass sich da Mehrzeller entwickeln konnten. Das wären wohl die Kandidaten, die einen Export unserer Biosphäre gebrauchen könnten. Und falls sich Leben überhaupt doch nicht so schnell wie bei uns bildet, könnten wir auch sehr viele Planeten besiedeln, wo es zwar lebensfreundliche Bedingungen gibt, das Leben dort aber noch gar nicht entstanden ist.

Selbst wenn es noch weitere 10.000 Zivilisationen in der Milchstraße gibt, kämen bei schätzungsweise 100 Millionen besiedelbaren Planeten immer noch 10.000 Besiedlungskandidaten pro Zivilisation, falls man sich das hier friedlich aufteilt.

Vor kurzem habe ich einen Beitrag gelesen, dass man gar nicht so weit fliegen muss, um die Galaxie zu besiedeln. Die Sterne kreisen alle um das Zentrum unser Galaxie, fliegen dabei aber auch recht wild durcheinander. Man muss also mit den Raumschiffen nicht die ganze Galaxie durchqueren. Wenn man sich vielleicht 10 Millionen Jahre Zeit damit lässt, kommen jede Menge Sterne mitsamt ihrer Planeten irgendwann auf vielleicht nur ein paar Lichtjahre Abstand an unserer Sonne vorbei. Wenn wir diese dann anfliegen und Besiedeln, nehmen die uns dann auf ihrer weiteren Reise quer durch die Galaxie mit, und bilden eine Basis für unsere weitere Verbreitung.

Fazit: Da gibt es ganz konkret was zu besiedeln, und wir haben das Zeugs dazu, das auch zu realisieren. So hoch sind wir entwickelt. Wir haben zwar über hunderttausende von Jahren nur in Kleingruppen gelebt, aber uns dabei weiterentwickelt. Und dann mit dem Aufkommen des Ackerbaus haben wir es gewagt, immer größere Gesellschaften zu organisieren. Inzwischen sind wir dabei, eine gemeinsame Weltkultur hinzubekommen. Wenn das gelingt, steht der Raumfahrt nichts Prinzipielles mehr im Wege, würde ich sagen.



Kommentar vom 11.06.2020 12:18
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/das-kleine-einmaleins-des-leib-seele-problems/

@Martin Holzherr 10.06. 17:54 / 18:10

Ich denke schon, dass der Mensch eine neue Kategorie im Kosmos aufmacht. Als Kulturwesen, dass u.a. Wissenschaft betreiben kann, und (hoffentlich) dabei ist, eine weltweite funktionierende Organisation aufzubauen, verursachen wir gerade ein neues Zeitalter, das Anthropozän. Neben den aktuellen Zerstörungen, die ich als Kinderkrankheiten einstufen würde, können wir die Natur in einen Naturgarten verwandeln, und haben das Potential die Galaxis zu besiedeln. Und wir können uns unseres eigenen Geistes bewusst sein.

Inwieweit wir unser eigenes Bewusstsein darüber hinaus mit einer Teilhabe am kosmischen Geist verbinden, ist sicher auch eine Frage der persönlichen Erfahrung. Spirituelle Erfahrungen legen dies näher, und Theologen wie Teilhard de Chardin interessiert das Thema auch.

Biologische Evolution ist eine Entwicklung von Biochemie, und die chemischen Grundlagen gab es auch schon in den Staubwolken, aus denen sich überhaupt erst die Sterne und Planeten gebildet haben. So stelle ich mir das auch mit dem Geist als eigene Kategorie vor: Es gab ihn schon immer, aber erst in uns Menschen wird er richtig aktiv, und unterstützt uns in unserem Leben und bei den großen Projekten Naturgarten und Besiedlung der Galaxis.

Aber auch die Dinosaurier hatten wohl eine eigene psychische Existenz, die für sich schon einiges an Sinn mit sich brachte. Deren persönliches Leben war vermutlich auch schon eine Art Spielwiese des Geistes. Wer selber Haustiere hat und sich mit diesen intensiv beschäftigt, der merkt dann meistens auch, das deren geistige Präsenz und Existenz ein relevanter Teil des (Geistes-)Lebens ist. Wir sind nicht so viel mehr als das, nur eben größer und vor allem in der Lage, Kultur zu praktizieren. Die Kulturfähigkeit ist unsere eigentliche Innovation, persönlichen Geist in einer lebendigen Innenwelt, den gibts auch bei Tieren schon.

Ich glaube nicht, das nur der Mensch Sinn macht, und dass wir der Omegapunkt der Evolution sein müssen. Aber wir spielen vermutlich im Kosmos eine wichtige Rolle, und wenn es nur die Verbreitung des Lebens durch Raumfahrt betrifft. Darüber hinaus kann die Faszination unseres eigenes Leben für uns selbst erheblich sein, so wie es im Leben von Tieren auch schon zu beobachten ist.



Kommentar vom 10.06.2020 16:22
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/das-kleine-einmaleins-des-leib-seele-problems/

@Martin Holzherr 10.06. 14:45

„Teilhard de Chardin überwindet in seiner Weltsicht den Geist-Materie/Dualismus indem er den Geist und die Sphäre des hyperpersonalen Geistigen (der Noosphäre) als Evolutionsstufe innerhalb der Kosmogenese betrachtet. Bei Teilhard entspringt zwar der Geist der materiellen Welt, aber dies tut er nicht zufällig sondern als Teil einer progressiven Geistwerdung des Kosmos“

Hört sich doch nicht schlecht an, finde ich. Wobei ich Geist auch vielen Tieren zusprechen würde, und dass Geist im Kosmos wohl auch von Anfang an dabei sein müsste. Wie soll er sonst in der Evolution sich selbst angebahnt haben. Zusätzlich in die Welt kamen nur die biologischen Lebewesen, die vom grundsätzlichem Angebot des ohnehin vorhandenen Weltengeistes Gebrauch machen konnten, und ihn in ihren Mikrokosmos aufnehmen konnten.

Was jetzt Geist bzw. Bewusstsein ist, dass ist nochmal eine ganz andere Frage.



Kommentar vom 10.06.2020 00:54
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/verschwoerungsfragen-16-alexa-waschkau-aus-der-erzaehlforschung-von-verschwoerungsmythen/

@Little Louis 06.06. 12:14

Es gibt hier durchaus verschiedene Vorstellung vom Raum, der die Weltbühne ist. Aber irgendwas muss ja der Platz von jedem sein, das irgendwie passiert.

Auch unsere Gedanken, unser Fühlen und unsere Wahrnehmungen der Außenwelt haben ja sozusagen ein Substrat, auf dem sie sich abspielen. Aus der Sicht des engagierten Hirnforschers muss es irgendeine Art von Arbeitsspeicher sein, so wie auch ein Computerprogramm mit samt seiner grafischen Ausgabe in den internen Speicherorten des Computers lokalisiert werden kann.

Wenn man jetzt noch meint, das man auch ein Geisteswesen ist, kann man aber auch als lebendes Bewusstsein sich zusätzlich direkt tatsächlich in der Außenwelt lokalisieren. Das Prinzip ist dasselbe: Das, was geschieht, braucht auch seinen Raum und seine Zeit, selbst wenn es ein Arbeitsspeicher, die Gehirnfunktionalität oder eben ein physikalischer Raum mit geistesartiger Zusatzfunktion ist.

Soweit die denkbaren Bewusstseins bzw. Geistesräume.

In der rein physikalischen Welt, wenn man sie nur von außen aus betrachtet, braucht es auch einen Raum, einen Platz, indem die Dinge stattfinden können. Ob das jetzt wirklich die relativistische Raumzeit ist, oder ob diese doch nur Teilaspekte beschreibt, und noch ganz woanders drin aufgehen kann, das wird die Zukunft zeigen. Die Unumkehrbarkeit der Zeit in der Thermodynamik, die Vereinbarkeit mit der Quantentheorie des ganz kleinen ist schwierig, und dunkle Materie und Dunkle Energie sind auch noch offene Fragen, die hier noch Möglichkeiten für ganz neue Entdeckungen offen lassen.

Die Vorstellung vom euklidischem Flachen Raum jedenfalls ist wohl die Vorstellung, die die Natur uns Menschen in die Wiege gelegt hat, und wir haben ganz ernste Schwierigkeiten, uns was anderes vorzustellen. Soweit ich weiß, kann sich auch ein Diplommathematiker keinen vierdimensionalen Würfel vorstellen, weil das ein Mensch grundsätzlich nicht kann, obwohl der Mathematiker formelmäßig sinnvoll damit umgehen kann. Genauso streikt unser eingebautes System, wenn es um eine Begrenzung des Raumes oder auch um einen Anfang der Zeit oder dessen Ende geht. Irgendwas muss ja immer dahinter, davor oder danach sein, das ist bei uns so eingebaut.

Im praktischen Leben, auf das uns die Evolution vorbereitet hat, gibt es tatsächlich eben nur diesen euklidisch Flachen Raum, ohne Grenzen und ohne Anfang und Ende. Die tatsächlichen Abweichungen z.B. durch die Schwerkraft des eigenen Planeten, sind absolut minimal. Und die Milliarden Jahre Weltgeschichte sind für uns menschliche Akteure in der Tat einfach praktisch unendlich.

Und doch kann es gerade den meisten Spaß machen, genau darüber hinaus zu denken.



Kommentar vom 09.06.2020 17:30
https://scilogs.spektrum.de/medicine-and-more/covid-19-who-studie-zeigt-wirkung-von-sozialer-distanz-und-mund-nasen-schutz/

@Ausrotten oder Durchstehen?

Hier ein sehr interessanter Artikel:

https://www.spektrum.de/news/wie-sars-cov-2-in-deutschland-aussterben-kann/1741310

Hier wir argumentiert, dass die Superspreader einen Großteil der Neuinfektionen verursachen, was die Bekämpfung der Ausbreitung sehr viel einfacher macht. Es gibt sogar Anlass zur Hoffnung, dass wir die Seuche noch vor dem nächsten Winter ganz ausrotten können.

Wenn meine Vermutung stimmt, dass wir auch eine sommerbedingte Abschwächung der Reproduktionrate haben, würden auch die Chancen auf eine Ausrottung steigen. Angesichts dessen wäre es sinnvoll, dann doch so weit möglich die effektiven Maßnahmen beizubehalten.

Nach dem Link von @Krichard 09.06. 15:04 sind dies :

Veranstaltungen ab 100 verbieten 16%
Schulschließungen 50%
Schließung von durch intensiven Kontakt gekennzeichneten Unternehmen 26%
restliche Unternehmen nur 8% zusätzlich eher unwirksam
Ausgangssperren mit 14% auch eher unwirksam

Dazu kommen noch Abstände, Hygieneregeln und vor allem drinnen Masken tragen, was denn nun doch auch sehr wirksam sein soll.

Wenn wir es also doch schaffen können, das Virus auszurotten, wäre das eine Option, würde ich sagen. Wenn diese Chance aber gar nicht besteht, kommt dann doch wieder die andere quasi gegenteilige Option ins Spiel: die Krankheit einfach durchzustehen.

Hier gibt es ja auch noch die Idee, gezielt Menschen mit minimalem Risiko für schwere Verläufe gezielt zu infizieren, um so eine Herdenimmunität zu erwirken, die dann die Risikogruppen wirksam schützen kann. Wenn man 70% der Bevölkerung so immunisiert, hätte man bis zu 95% der Todesfälle vermieden und gleichzeitig die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie minimiert.

Man müsste sich an ganze Haushalte wenden, die sich freiwillig melden, und erst noch mal untersuchen, ob denn wirklich alle keine Vorerkrankung haben. Dann wird gleich der ganze Haushalt infiziert und für 2 Wochen unter Quarantäne gestellt. Danach gibt es dann einen Sonderausweis zum Anheften, dass man immun ist, und mit dem man wieder alles machen darf. Also ohne Mundschutz einkaufen und Bahn fahren, nirgendwo mehr Abstände einhalten, in Urlaub fliegen mit Rückholgarantie, in Bars die Nächte verbringen, im Fitnesstudio ganz ohne Einschränkungen trainieren, ins Stadion marschieren, ohne Homeoffice arbeiten und was sonst noch alles so verboten ist.

Wenn wir jeweils 7% der Bevölkerung für 14 Tage in die Immunisierung schicken, hätten wir nach 5 Monaten das Problem gelöst, also gerade noch vor dem nächsten Winter.

So wie es jetzt aussieht, dass wir eine sommerbedingte Infektionsflaute haben, könnte dann der nächste Winter mit trockener Heizungsluft dann womöglich eine neue wesentlich stärkere 2. Infektionswelle mit sich bringen, in der ein völliger Lockdown noch nicht einmal reicht. Der letzte Lockdown begann ja schon am Ende des Winters im angehenden Frühjahr.

Also entweder Ausrotten oder Durchstehen, was sonst bleibt ist nur die Hoffnung auf den Impfstoff.



Kommentar vom 09.06.2020 01:04
https://scilogs.spektrum.de/medicine-and-more/covid-19-who-studie-zeigt-wirkung-von-sozialer-distanz-und-mund-nasen-schutz/

@Julian Apostata 08.06. 18:03

„Und die Behauptung, das wärmere Wetter hätte uns diese Erleichterung verschafft, ist auch bodenlos naiv. In Brasilien breitete sich das Virus im März aus und da hatten die noch Hochsommer.„

Ich denke doch, dass wir in Deutschland einen gewissen Sommereffekt haben. Immerhin ist die Reproduktionsrate hier seit 2 Monaten recht konstant unter 1, obwohl wir immer mehr Lockerungen durchgeführt haben. Das Ergebnis ist in langsam immer wieder volleren U-Bahnen, auf den Straßen und in der Fußgängerzone zumindest in der Dortmunder City zu sehen.

Da scheint sich eindeutig ein Sommereffekt dazwischen geschoben zu haben, vermutlich schon ab Mitte März mit langsam steigender Stärke. Das heißt jetzt nicht, dass die Schutzmaßnahmen überflüssig waren, aber möglicherweise haben wir jetzt und für die Zeit bis zum nächsten Winter doch mehr Spielraum.

Wir sollten es jetzt versuchen, alle Zwangsmaßnahmen zurückzunehmen, die Chance ist da, finde ich. Die meisten Menschen werden ja das Wichtigste sowieso freiwillig weiterführen. Die Panik wächst trotz sinkender Neuinfektionszahlen, so habe ich zumindest den Eindruck. Auch in diesem Blog.

Selbst wenn man jetzt die Bundesliga für Zuschauer komplett freigeben würde, hätten wir wohl vorerst recht leere Stadien, und auch kaum überfüllte Züge und U-Bahnen bei der Anreise. Wenn man sich bei dem Gedränge in der BVB-Südkurve die Aerosol-Sprühwolken der singenden und gröhlenden Fans nur vorstellt, vergeht glaube ich noch fast jedem die Lust, dahin zu gehen.

Dass man in Brasilien keinen Sommereffekt hat, wundert mich wenig, da ist sowieso immer Sommer. Und dafür wohnen dort die Menschen sehr viel näher beieinander. Und der Sommereffekt in Deutschland und wohl auch anderswo in Europa liegt nicht nur direkt an den Temperaturen, sondern z.B. auch an besserer Sommerlaune und ein damit einhergehendes besseres Immunsystem. Dagegen steht die Heizungsluft in winterlichen Innenräumen, die hier die Anfälligkeit erhöhen, das gibts auch in Brasilien nicht. Und auch können gerade schlechte Klimaanlagen die Verbreitung des Virus fördern, die gerade im Brasilianischem Hochsommer auf Hochtouren laufen.

Insgesamt zeigen viele Atemwegserkrankungen, dass sie sich in Mitteleuropa auf den Winter konzentrieren, also können wir bei Covid19 auch damit rechnen. Das einfach unbegründet auszuschließen, das ist naiv.

Die Auffassungen von Frau Lopez, dass wir hier nur Hysterie und Manipulation haben, erschließen sich mir aber oft auch nicht. Angesichts des tagtäglichen Klein-Kleins von einzelnen weiteren Lockerungen, frage ich mich aber auch, wieso man hier nicht eine klarere Strategie fährt. Den anfänglichen Lockdown hat man ja auch in einem Stück beschlossen und dann auch durchgezogen, das fand ich vorbildlich. Man weiß jetzt ja vor lauter Klein-Klein kaum noch, was man jetzt wieder darf und was doch noch verboten ist.



Kommentar vom 08.06.2020 12:59
https://scilogs.spektrum.de/medicine-and-more/covid-19-who-studie-zeigt-wirkung-von-sozialer-distanz-und-mund-nasen-schutz/

@Julian Apostata 3 Wochen Reproduktionsrate von 1,5

Wenn wir jetzt die Zwangsmaßnahmen bis auf das Verbot von Großveranstaltungen aufheben würden, könnte in der Tat die Reproduktionszahl auf vielleicht 1,5 steigen, muss aber nicht.

Falles es schief geht, und wir insgesamt 3 Wochen auf 1,5 sind, bis wir reagiert haben und wieder auf den momentanen Stand von unter 1,0 kommen, hätten wir in der Tat dann 8 mal mehr Neuinfektionen pro Tag wie jetzt zu beklagen. Ausgehend von dem aktuellen sehr niedrigem Niveau werden wir aber maximal bei den Neuinfektionsraten der ersten Infektionswelle ankommen. Und die war ganz eindeutig noch lange kein Problem für die Belegung der Betten auf den Intensivstationen mit Covid19-Patienten.

Ich würde vorschlagen, dass eine Überlastung der Intensivstationen als Grenze gelten sollte, an der wir diese Freiheitseinschränkenden und Wirtschaftsschädigenden Maßnahmen orientieren sollten.

Auch angesichts dessen, dass wir mit guter Wahrscheinlichkeit in den nächsten Jahren ohnehin nicht darum herum kommen, das letztlich 70% der Menschen sich irgendwann infizieren müssen. Für den recht mittelmäßig wahrscheinlichen Fall, dass es nicht möglich sein wird, einen hinreichend wirksamen und verträglichen Impfstoff herzustellen.

Die Folgen für den Arbeitsmarkt und für die Stabilität unserer Sozialsysteme machen mir im Moment sehr viel mehr Angst als das Virus selbst. Das Problem scheint mir hier zu sein, dass die Menschen tagtäglich in den Medien mit dieser neuartigen Lebensgefahr konfrontiert werden, aber die wirklichen Folgen der Gegenmaßnahmen noch unterm Radar der Medien und entsprechend auch der meisten Menschen bleiben.



Kommentar vom 07.06.2020 13:53
https://scilogs.spektrum.de/medicine-and-more/covid-19-who-studie-zeigt-wirkung-von-sozialer-distanz-und-mund-nasen-schutz/

@H.Wied russisches Roulette

„Bei der Ansteckungsgefahr bei Corona haben wir auch so einen Revolver aber mit 140 Kammern, von denen nur eine geladen ist. Würden Sie das Risiko eingehen? So in etwa ist das Risiko einzuschätzen, wenn Sie ohne Mundschutz herumlaufen an einem Tag.“

Das Risiko von 1:140 ergibt sich, wenn Sie sich sicher infiziert haben, dass ist die voraussichtliche Sterblichkeitsrate von 0,7 %, wenn man auch die Symptomlos Infizierten mitrechnet.

Wenn Sie jeden Tag ungeschützt rumlaufen, brauchen Sie bei dem derzeit sehr geringen Anteil der infektiösen Menschen, die ihnen begegnen könnten, viele tausend Tage, bis sie einen davon treffen, und Sie müssen ihm dann auch noch so nahen kommen, dass Sie sich eventuell anstecken. Und zwar richtig nah, bei der derzeitige Reproduktionsrate von unter 1 müssen sie den Infizierten wohl oder übel richtig abknutschen, wenn Sie wirklich infiziert werden wollen.

Wenn hier eine Mehrheit der Menschen das Risiko jederzeit minimieren will, koste es was es wolle, weil sie in Panik geraten sind, fühle ich mich nicht berufen, da mit zu machen. Soweit ich per Gesetz dazu gezwungen werde, muss ich ja, ein Budget für Bußgelder habe ich keins. Aber wenn ich in der U-Bahn immer mehr Mitbürger beobachte, die ihren Mundschutz nach unten rutschen lassen, dass die Nase frei wird und sie Luft bekommen, dann freut mich dass richtig. Als ein Stück zivilen Ungehorsam, inmitten einer in Panik geratenen Mehrheit.

Das ist kein vernünftiges Verhalten mehr, dass man die Neuinfektionszahlen so niedrig halten will, wie wir es inzwischen erreicht haben. OK, wenn wir jetzt im Herbst wirklich einen zu 80% wirksamen Impfstoff haben, der auch noch für alle sofort verfügbar ist, dann wird es vielleicht tatsächlich ein paar tausend Menschenleben gerettet haben, wenn wir auf diesem extrem niedrigen Infiziertenanteil den ganzen Sommer über bleiben.

Aber wahrscheinlicher wird es sein, dass der Impfstoff eben so schnell gar nicht kommt, und das wir in der richtigen Infektionswelle, die wir vorraussichtlich im nächsten Winter bekommen werden, dann in kurzer Zeit so viele Infektionen haben werden, dass die derzeitig verhinderten Infektionen demgegenüber überhaupt nicht mehr auffallen.

Fazit: Wir haben jetzt eine sommerbedingte Ausbreitungspause, und mit den derzeitigen Schutzmaßnahmen verschieben wir nur die vermeintlich verhinderten Infektionen um ein halbes Jahr, egal wie weit wir jetzt noch das Virus zurückdrängen.

Was wir hier gerade tun erinnert mich an ca. 1980 und einen Vorschlag des damaligen Bayrischen Ministerpräsidenten, dass man die Aids-Infizierten in Lagern isolieren solle. Insbesondere, weil die meisten Aidsinfizierten zu der Zeit sowieso Drogensüchtig oder Homosexuell waren. Das hätte tatsächlich tausende Menschenleben gerettet.



Kommentar vom 07.06.2020 00:49
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/blacklivesmatter-george-soros-wie-verschwoerungsverkuender-rassismus-und-antisemitismus-gegeneinander-ausspielen/

@Menschheitsfamilie

Sicher sind wird Menschen irgendwie alle miteinander verwandt. Sogar die Verwandtschaft mit den Neandertalern war offenbar gegeben. Und weiter mit den Schimpansen und Gorillas, obwohl die soweit von uns weg sind, dass da beim Sex keine Nachkommen mehr herauskommen können.

Die Verwandtschaftgrade innerhalb von Homo Sapiens sind allerdings tatsächlich verschieden eng bzw. voneinander entfernt. Hier müssen wir keine Rassen für definieren. Die Nähe zueinander ist verschieden, und selbst zwischen Deutschen und Franzosen ist die interne Verwandtschaft näher als über die Nationsgrenzen hinweg.

Die eigentliche Frage ist, wie wir miteinander umgehen wollen. Das muss ja jetzt nicht unbedingt davon abhängen, wie nah wir verwandt sind. Zumal es auch reichlich Familien gibt, die intern wirklich recht unfreundlich miteinander umgehen.

In jedem Fall sind wir als Menschen dazu fähig, zu kooperieren, auch wenn der eine Australischer Ureinwohner ist, und seit 50.000 Jahren keine frischen Gene mehr von außerhalb erhalten hat, und der andere ein Eskimo, der an Eis und Schnee angepasst ist. Hier muss nur irgendwie eine gemeinsame Sprache gefunden werden, das können z.B. Englischkenntnisse sein, und schon kommen auch derart verschiedenen Menschen miteinander zurecht. Wenn sie es denn wollen.

Generell können also die verschiedensten Menschen kooperieren, wenn sie einen Grund dafür haben. Wenn wir die klassischen Menschenrechte befürworten, ist das für sich noch mal eine gute Idee, weil wir ja durchaus selber gerne Menschenrechte genießen möchten. Das macht sehr viel Sinn, diese in die Gesetzbücher zu schreiben. Als Grundlage bietet sich die Zugehörigkeit zur Spezies Homo Sapiens an.

Gäbe es noch Neandertaler, hätten wir wohl ein Problem zu lösen. Aber die gibts ja nicht mehr. Wenn Wissenschaftler welche züchten könnten, könnten sie diese auch wie Vieh als ihr Sacheigentum betrachten, so wie man es früher mit den Afrikanern gemacht hat. Aber ich vermute mal, dass wir das so nicht durchgehen lassen würden.

Wie dem auch sei, die Nationalstaaten für sich machen schon einigen Sinn, mit einer gemeinsamen Sprache, gemeinsamer Regierung und Verwaltung sowie mit eigener Sozialkasse. Hier hat dann auch jeder Staatsbürger seine Menschenrechte, hoffentlich. Solange hier international nicht viel läuft, müssen wir damit dann aber auskommen. Vielleicht schaffen wir aber auch noch mehr internationale Solidarität, dass wir in Europa und weltweit einen gewissen Sozialausgleich hinbekommen.

Das hat doch wenig mit verwandtschaftlicher Nähe zu tun, aber dafür umso mehr mit Vernunft. So können wir nicht nur die Überwindung fossiler Brennstoffe in einem allgemeinen Klima der Kooperation besser hinbekommen. Vernünftige und ehrliche Verständigung kann auch Kriege vermeiden und die eingesparten Rüstungsausgaben machen zusätzliche Gelder frei für soziale und ökologische Aufwendungen.



Kommentar vom 05.06.2020 00:49
https://scilogs.spektrum.de/medicine-and-more/covid-19-who-studie-zeigt-wirkung-von-sozialer-distanz-und-mund-nasen-schutz/

@Mundschutz und Sommereffekt

Es wäre ja zu hoffen, dass ein Mundnasenschutz tatsächlich die Ansteckungshäufigkeit wesentlich verringert. Aber so ganz klar ist das glaube ich nicht, ich selber und viele von meinen Mitbürgern in der U-Bahn und beim Einkauf fummeln sich doch recht oft an den Masken herum, was neben dem Schutzeffekt dann sicher kontraproduktiv ist. Aber mich nervt das Ding echt richtig, auch weil man den Leuten nicht mehr vernünftig ins Gesicht sehen kann.

Wir können in Deutschland seit mindestens 8 Wochen beobachten, dass die Reproduktionsrate konstant und komfortabel unter 1 geblieben ist. Egal wie viel gelockert wurde. Ich vermute ganz stark, dass uns hier die ganze Zeit ein langsam wachsender Sommereffekt zur Hilfe kommt, der die Infektionsmöglichkeiten zumindest deutlich reduziert und auch noch weiter reduzieren kann. Wenn natürlich z.B. wie bei den Ausbrüchen in Schlachthöfen die Mitarbeiter in der Kälte des Kühlhauses arbeiten müssen und dann auch noch zu mehreren in einem Zimmer wohnen müssen und in vollen Minibussen zur Arbeit fahren, dann reicht auch kein Sommereffekt.

Die Neuinfektionszahlen sind inzwischen wirklich so niedrig, dass wir hier viel mehr riskieren können, und probeweise durchaus fast alle Zwangsmaßnahmen zurücknehmen könnten. Wenn dann wegen der zeitlichen Verzögerungen der gemeldeten Neuinfektionen dann doch wieder für ein paar Wochen die Reproduktionsrate auf vielleicht 1,5 steigt, können wir damit auf Basis des derzeitigen sehr niedrigem Niveaus noch gut leben, finde ich, und können dann immer noch beschließen, wieder zu Verschärfen.

Diese klein-klein der Lockerungen nervt sehr, ich weiß inzwischen oft gar nicht mehr, was ich jetzt wieder darf und was nicht.

Die Menschen werden sicherlich sowieso freiwillig vieles beibehalten, also Händewaschen, enges Miteinander vermeiden und dabei dann wenigsten einen Mundschutz benutzen, was zusammen mit dem recht wahrscheinlichem Sommereffekt mit guten Chancen die Reproduktionsraten auch nicht über 1 treiben werden. Auch werden sowieso viele nicht in den Urlaub fahren oder fliegen, und weniger shoppen gehen. Auf keinen Fall aber haben die Menschen zu wenig Angst vor Covid19, und verhalten sich im wesentlichen sehr vernünftig. Wenn, dann eher noch mehr als nötig.

Das Einzige womit man noch vorsichtig sein sollte, wären wohl Großveranstaltungen mit richtig Gedränge, vor Ort und bei der Anfahrt. Mehr testen und eventuell eine Coronaapp werden auch noch einen guten Beitrag dazu leisten können, dass wir relativ normal über den Sommer kommen. Bis zu einer zweiten wirklichen Infektionswelle im nächsten Winter haben wir ja vielleicht sogar schon Medikamente oder gar einen gut wirksamen Impfstoff.



Kommentar vom 04.06.2020 16:00
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/das-kleine-einmaleins-des-leib-seele-problems/

@Querdenker 04.06. 15:27

„Wer ist es also in uns, der da den Körper und den Verstand erkennt?“

Na wenn unsere Innenwelt eine Synthese unseres lokalen Gehirns mit dem kosmischen Bewusstsein ist, dann ist es der kosmische Anteil in uns.

Dieser erkennt wohl nicht nur, sondern stellt überhaupt erst den Geistesraum zur Verfügung, in dem die konkreten Inhalte unseres Bewusstsein sozusagen aktuell eingetragen werden. Dazu gehört neben den Gedanken, dem Verstand und dem Gefühl vor allem die kompletten Wahrnehmungen über die momentane Außenwelt, in der wir uns gerade befinden.

Falls dem so ist, müssen die Hirnforscher gar nicht entschlüsseln, wie die grundlegende Bewusstseinsfunktion mit den Nervenzellen konkret funktioniert, weil hier der kosmische Geist seine Unterstützung zur Verfügung stellt, und wesentliche Funktionen der lebenden Psyche übernimmt.



Kommentar vom 03.06.2020 15:20
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/das-kleine-einmaleins-des-leib-seele-problems/

@H.Wied 02.06. 17:25 Körper ist Geist

„So langsam dämmert es den Naturwissenschaften, die Atome bestehen aus noch kleineren Teilchen. Die noch kleineren Teilchen sind nur über die Energie erklärbar. Und die Energie als Begriff ist ein Konstrukt des Geistes, was sonst.“

Das sowieso, aber vielleicht noch etwas mehr: Wenn es ein kosmisches Bewusstsein gibt, dann ist dieses mutmaßlich auch der Weltbetreiber, der die Naturgesetze nicht nur erfunden hat, sondern sie auch in der Wirklichkeit realisiert. Man kann beobachten, dass die Feineinstellung der Naturgesetze sehr, sehr speziell sind, und ein Universum, das Sterne, Planeten und Lebewesen hervorbringen kann, eigentlich sehr unwahrscheinlich ist. Zahlreiche Naturkonstanten haben genau die richtigen Werte, die letztlich für das biologische Leben notwendig sind.

Wenn sich dieses kosmische Bewusstsein dann an den persönlichen psychischen Prozessen von einzelnen Lebewesen direkt beteiligt, dann ist das nur folgerichtig. Offenbar ist das ganze Universum genau dafür konstruiert.

Es ergibt sich daraus dann noch eine Erklärung dafür, wieso vieles in der Physik überhaupt mathematischen Regeln folgt: das führt zu einer hohen Ordnung aller Dinge in diesem Kosmos, und die ist für die Bewohnbarkeit mancher Planeten durch biologische Lebewesen wohl Voraussetzung. Die Mischung aus vorhersehbaren Naturgesetzen und Quantenphysikalischen Zufallsprozessen machen es erst möglich, dass sich das kosmische Bewusstsein am lokalem menschlichen Bewusstsein sinnvoll beteiligen kann.

Mit weniger Ordnung würde das zu keinen brauchbaren Lebensräumen führen, die aber für die kleinen Lebensgeschichten der Lebewesen nötig sind, um die es hier anscheinend geht. Ohne ordentliche mathematische Naturgesetze wäre unser Lebensraum für Lebewesen mit einer eigenen inneren Lebenswelt nicht zu gebrauchen. Aber ohne eigenen inneren Spielraum wäre unsere Existenz selbst wiederum sinnlos.



Kommentar vom 02.06.2020 00:30
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/das-kleine-einmaleins-des-leib-seele-problems/

@Querdenker 01.06. 16:20 Buddhismus

Das passt ja recht gut zu meinem Modell, was Sie hier über den Buddhismus schreiben. Wenn mein lokales Bewusstsein eine Synthese des kosmischen Bewusstseins mit meinem lokalen Gehirn ist, dann bleibt der kosmische Teil – als Gewahrsam - eher gleich, nur das Gehirn steuert ständig was neues bei, was oft nicht lange Bestand haben muss. Auch brauchen wir in dem kosmischen Bewusstsein als Ganzes keine personifizierten Gottheiten, nicht mal Spezialgottheiten und auch keine Seelen von Verstorbenen.

Ich stell mir hier eine grundsätzlich durchgängige Organisation vor, die sich wie eine Art absolut gigantischer Großrechner verhält. Hier können wir als Menschenseele bzw. als psychisches Faktum nur in Verbindung mit einem laufendem und wachem Gehirn existieren. Das irdische Leben ist hier dann wie eine Art Computerspiel, das die Weltbühne als verbindlichen Spielraum nutzt und die einzelnen Akteure jeweils in ein eigenes, ziemlich langes und umfassendes Spiel des Lebens schickt.

Dass wir gleichzeitig unseren eher universalen Geistesanteil haben, sorgt dann dafür, dass wir auch wenn möglich gut miteinander umgehen bzw. umgehen sollten. Das Leid des anderen geht uns hier durchaus was an, insbesondere wenn wir es dem Anderen antun. Aber auch Verbindung untereinander als Menschen wie auch zur restlichen Biologie des Planeten ist in diesem Zusammenhang folgerichtig.

Insbesondere ist die Zerstörung unseres eigenen Planeten ganz und gar nicht im Sinne dieses Spiels des Lebens. Und eine gemeinsame Aktion unter uns Menschen, dies zu verhindern, ist vermutlich grundsätzlich von Seiten der kosmischen Geisteswelt her extra unterstützungswürdig.



Kommentar vom 01.06.2020 14:49
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/das-kleine-einmaleins-des-leib-seele-problems/

@Stefan Schleim Alltagspsychologie

Wenn ich Sie richtig verstanden habe, favorisieren sie den Alltagsverstand. Nehmen wir einfach die Wahrnehmung aus unserer subjektiven Sicht, so wie wir im Alltag damit umgehen. Die Sprache und ihre Bedeutungen sind ganz gut an die Wirklichkeit angepasst, auch wenn keiner weiß, wie sich das konkret auf hirnorganischer Ebene wirklich verhält.

Letztlich wäre eine Computersimulation eines komplettes Konnektoms eines menschlichen Gehirns vonnöten, um einen Ansatzpunkt zu haben, wie wir wirklich funktionieren. Und selbst wenn wir diese Simulation hätten, hieße das noch lange nicht, dass wir wirklich verstehen, was da abläuft.

Aber egal: im normalen subjektiven Leben leben wir mitten in der Welt, und freuen uns hoffentlich des Lebens und der wunderbaren Natur, die uns umgibt. Und wir schaffen es auch, uns die Maschinen zu bauen, die das Leben erst so richtig einfach machen. Auch hier lernt man im Maschinenbaustudium nicht, wie wir im Detail funktionieren, aber sehr wohl wie man Kreativität so einsetzt, dass da hinterher Maschinen dabei herauskommen, die auch funktionieren.

Was die grundsätzlichen Schwierigkeiten mit dem Geist-Seele-Problem angeht, da denke ich allerdings, das hier die gängige Interpretation der Physik vielleicht der Kern des Problems ist. Wenn es tatsächlich kosmische Geisteswelten gibt, die auch mit der Welt des Materials interagieren, so heißt das ja nicht, dass die Physiker dieses heute kennen müssten.

Seit Newton versuchen Physiker mathematisch beschreibbare Regeln in der Natur zu finden, die möglichen Interaktionen mit einer Geisteswelt werden schlichtweg praktisch nie untersucht. Ich hätte auch eine Idee, wo genau hier eine Schnittstelle wäre: In der Quantenphysik von u.a. chemischen Reaktionen bauen sich Superpositionszustände auf, die dann regelmäßig zusammenbrechen und dann Zufallsergebnisse produzieren, von deren konkreten Verlauf dann die weitere Wirklichkeit abhängig ist. Ich vermute hier, dass die kosmische Geisteswelt diese Prozesse unter Kontrolle hat, und bei Bedarf ganz gezielte Zufälle beim Zusammenbruch dieser Wellenfunktionen realisieren kann. So nimmt dann die Geisteswelt hinreichen Einfluss auch auf Gehirnprozesse.

Wenn jetzt unser Bewusstsein eine Synthese des kosmischen Bewusstseins mit dem lokalen Gehirn ist, hätte wir hiermit eine Schnittstelle der Interaktion der beiden Welten: der Geisteswelt wie der materiellen Welt. Und damit dann das Problem gelöst, theoretisch zumindest.

Da ich hier keine Nachweise liefern kann, will ich aber wenigstens Werbung dafür machen, dieses vorerst als eventuell zukünftig begründbaren Mythos zu nehmen, um sich in der psychischen Existenz in einer bewusst lebendigen Welt mit persönlicher kosmisch-geistiger Perspektive zu bewegen. Im Gegensatz zu einer grundsätzlich sinnlosen Welt, in der man sich seinen Sinn in verzweifelter Suche und mit erheblicher Anstrengung erst suchen muss, mit signifikantem Anteil an Menschen, die dabei versagen und nie wirklich einen Sinn im eigenen Leben finden.

Wer mit der eigentlich geistlosen Variante eines Modells für die menschliche Psyche zurecht kommt, der hat hier wenig Handlungsbedarf. Wer aber sowieso spirituelle Erfahrungen im Leben hat und damit ja auch irgendwie klarkommen muss, dem kann es eventuell helfen, hier ein Modell zu haben, in dem das möglich und sogar eigentlich selbstverständlich ist, dass man selbst zur Hälfte aus Geist besteht, und nur zur anderen Hälfte auf Basis von Gehirnprozessen existiert.

Wobei ich jetzt auch nicht wirklich Werbung für religiöse Vereine machen will, aber ein Leben als teils Geist inmitten einer lebendigen und auch wunderbar geistigen Welt gefällt mir dann doch.

@Balanus

Agieren tut die Umwelt dann doch. Und das aus dem tiefsten Inneren heraus.