www.introspektiva.de - Tobias Jeckenburger: Die Reise des Kosmos - Online-Diskussion - KLuW e.V.: Die Wirklichkeit psychischer Krankheiten

Meine Kommentare auf scilogs.spektrum.de 2023/12 (T.J.)




Kommentar vom 31.12.2023 14:11
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/blume-ince-12-podcast-folge-zu-demografie-interdisziplinaer/

@Michael 30.12. 21:34

„Was bräuchte es denn aus Ihrer Sicht noch, um rassistische Thesen zu widerlegen?“

Klar dürfte hier Kultur maßgeblich sein. Zumal sich Kultur über viele Generationen aufbaut, und immer mehr werden kann. Aber genetisch kann auch was passieren, dass eben eine langfristige Herausforderung auch zu mehr Intelligenz führen kann. Die Epigenetik kommt noch dazu. Wenn die Eltern zur Zeit der Zeugung schon reich gebildet sind, dann ist das Kind darauf schon ein wenig vorbereitet.

Ich sehe hier auch keinen Grund für irgendeinen Antisemitismus. Die Juden dürfen gerne ihre Nobelpreise haben. Das bringt die ganze Menschheit weiter. Kultur breitet sich entsprechende weltweit aus, da hat jeder was davon.

Ansonsten kann man sich die Juden eigentlich sogar zum Vorbild machen. Gerade was Religionsfreiheit betrifft, sind die uns möglicherweise um Jahrhunderte voraus. Da kann man vermutlich was von lernen, auch was das Miteinander von säkularen und religiöseren Varianten angeht?



Kommentar vom 31.12.2023 13:34
https://scilogs.spektrum.de/meertext/cop28-in-dubai-zwischenstand/#comment-2097

@Lopez 30.12. 19:19

„Die universitäre Forschung ist also heutzutage aus anderen Gründen als die reine Suche nach der wissenschaftlichen Wahrheit steuerbar, wenn es um Thematiken geht, die politisch und wirtschaftlich schwer belastet sind.“

Naja, der reine Treibhausgasantrieb, das sollen bei einer Verdopplung der Treibhausgaskonzentrationen 1.2° sein, ist schon mal nicht manipulierbar. Die komplexen positiven und auch negativen Rückkopplungen sind dagegen ziemlich undurchsichtig. Die komplexen Klimasimulationen kann man entsprechend freilich nicht so leicht überprüfen. Auch sind sich hier die Experten angesichts der eigenen Modelle nicht so sicher. Entsprechend gibt es auch mehrere davon.

Und wie gesagt, die Bandbreite von 2.0° bis 4.5° spricht eben für eine ganz erhebliche Unsicherheit.

Gleichzeitig haben wir aktuell die 1.5° erreicht, auch wenn dies nur ein Ausreißer ist. Wahrscheinlich werden die nächsten Jahre wieder etwas kühler, und bis sich die Verdopplung der Treibhausgaskonzentrationen eingestellt hat, wird das auch noch dauern.

Wenn man etwa im öffentlich-rechtlichen Fernsehen Naturdokumentationen anguckt, dann fehlt hier nur noch selten ein dringender Hinweis auf den Klimawandel, und das meistens so, dass hier die Mittelwerte der Simulationen als Faktum dargestellt werden. Das geht nicht nur auf die Nerven, das ist auch irreführend. Wenn die Klimaforscher genaueres wüssten, dann würden die das auch sagen.

Die derzeitig erreichte Erwärmung ist jetzt allerdings tatsächlich ein Faktum. Unwahrscheinlich, das es hier neben den Treibhausgasen überlagert vom gewohntem Chaos des Wettergeschehens noch andere maßgebliche Gründe gibt. Was sollte das sein?



Kommentar vom 30.12.2023 15:25
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/blume-ince-12-podcast-folge-zu-demografie-interdisziplinaer/#comment-143409

@Michael 30.12. 14:28

„Einerseits brauchen wir Zuwanderung wirtschaftlich, andererseits verhindern beispielsweise überzogene Sozialleistungen die Arbeitsaufnahme.“

Auch ein Ansatzpunkt, in der Tat. Ich würde das dann aber nicht Menschen antun, die wirklich nicht in der Lage sind, zu arbeiten. Die können einfach nicht.

Alternativ wäre es, die Zuverdienstregeln des Bürgergeldes so zu gestalten, dass es sich immer lohnt, arbeiten zu gehen, auch wenn man nur wenig Stundenlohn erzielen kann und gleichzeitig noch Kinder zu versorgen hat.

Es ist auch noch ein Skandal für sich, wie sich die Lage für Menschen, die nur im Niedriglohnsektor arbeiten können, durch die Inflation seit Kriegsausbruch verschlechtert hat. Wenn hier durch bessere Zuverdienstregeln mehr für die betroffenen Menschen herauskäme, wäre auch denen geholfen.

Jetzt müssen die Menschen aber auch arbeitsfähig sein, so viele sind das nicht. So oder so, wenn hier zusätzlich Leute in Arbeit kommen, dann braucht das in der Tat auch weniger Zuwanderer.



Kommentar vom 30.12.2023 14:55
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/blume-ince-12-podcast-folge-zu-demografie-interdisziplinaer/#comment-143407

@Podcast Nr. 12

Interessant, wenn vor allem Religionsgemeinschaften viele Kinder hinbekommen, wenn sie lebendig sind und aktiv junge Familien unterstützen. Und doch ist das keineswegs die einzige Möglichkeit, für mehr Kinder zu sorgen. Auch der Staat kann insbesondere Alleinerziehende unterstützen, mit Kitas rund um die Uhr in der Nähe vom Arbeitsplatz und mit hinreichend Unterstützung, wenn das Geld knapp ist. Das hat sogar die DDR hinbekommen.

Wir müssen uns hier aber nicht mit beeilen. Noch eine Generation Schrumpfung tut der Welt überaus gut, und macht Vieles einfacher. Insbesondere, wenn der noch arme globale Süden bessere Lebensbedingungen hinbekommt. Dann können die sich besseres Essen leisten, dessen Verfügbarkeit allerdings auch vom Verhältnis der gesamten Weltbevölkerung zu der globalen landwirtschaftlichen Produktion abhängt.

Die Frage, ob es Sinn macht, derweil speziell in Deutschland den Kindermangel mit Migration auszugleichen, ist auch keine einfache. Immerhin fehlen die dann in den Ländern, wo sie herkommen, und selbst da trifft das dann oft auch auf eine ebenso schrumpfende Bevölkerung. Das kann da dann verheerend werden.

Und auch uns tut das nicht nur gut. Wenn es solche Ausmaße annimmt, dass es Wohnungsnot und Bauboom auslöst, dann gerät das aber an Grenzen des Sinnvollen. Wenn man das denn wirklich reduzieren will, dann müsste man freilich sicher zuerst mal Arbeitsplätze abbauen. Eine schrumpfende Bevölkerung müsste eben auch von einer schrumpfenden Wirtschaft begleitet werden. Der Sog freier Arbeitsplätze scheint mir absolut unwiderstehlich zu sein. Was nützt es, weniger Asylbewerber aufzunehmen, wenn die dann freien Arbeitsplätze von Osteuropäern besetzt werden.

Wir sollten die Realitäten anerkennen, dass ein Teil der Produktion in Deutschland eben aufgrund von Arbeitskräftemangel abwandern muss. Das kann man doch sogar fördern, durch mehr Unternehmenssteuern z.B., und nimmt so Geld ein, dass die ausfallenden Lohnsteuern sogar wieder ausgleichen kann.

Und wenn wir wirklich die Energiewende fördern wollen, dann wäre auch eine Überprüfung unseres privaten Konsums sehr wirksam, und hätte in der Tat noch die Nebenwirkung, dass der Arbeitskräftemangel abnimmt, was dann nicht nur direkt zu weniger Migrantennachschub führt. So könnten nachhaltig die Wohnungsnot wie auch der Bauboom beendet werden, und die zur Verfügung stehenden Handwerker könnten sich auf die energetische Sanierung der bestehenden Gebäude konzentrieren.

Wenn freilich junge und produktive Menschen in ihrer Heimat wirklich keine Perspektive haben, und wir es einfach nicht lassen können, wirklich jede Geschäftsmöglichkeit mitzunehmen, dann bleibt das erstmal so, wie es jetzt läuft.



Kommentar vom 30.12.2023 13:01
https://scilogs.spektrum.de/meertext/cop28-in-dubai-zwischenstand/#comment-2089

@Lopez 30.12. 11:51

„Da der Staat offiziell und massiv auf einen menschengemachten Klimawechsel gesetzt hat, ist es nicht sehr sinnvoll für Universitäten, andere Modellen zu präsentieren.“

Das bekomme ich nicht mehr hinter einander. Der Staat verschleppt doch tendentiell sogar die Energiewende. Und würde viel lieber mit den fossilen Energieträgern weiter machen, insbesondere was den Autoverkehr oder Flugreisen angeht.

Es scheint mir die nackte Vernunft zu sein, die Klimaforscher halbwegs brauchbare Klimamodelle machen lässt, und Politik, Medien und Gesellschaft nehmen dieses inzwischen nach vielen Jahren Verzögerung dann tatsächlich ernst.

Die Unsicherheiten in den Modellen werden keineswegs von den Klimawissenschaftlern verschwiegen, hier sind es eher die Medien, die diese Unsicherheiten gerne mal weglassen. Vermutlich weil es zu kompliziert ist, vielleicht aber auch um Aufmerksamkeit anzuziehen.

Aber dass die Politik hier einen Klimawandel erfinden lässt, um eine eigentlich überflüssige Energiewende zu veranstalten, dass kann ich beim besten Willen nicht erkennen.

Wobei der Schaden, wenn es denn so wäre, dabei überschaubar wäre. Fossile Energieträger sind endlich, und die kostengünstigen Lagerstätten werden nach und nach ausgebeutet sein. Da kann es nicht schaden, eine nachhaltige Energieversorgung aufzubauen, die ohne diese Riesenmengen an Brennstoffnachschub auskommt. Rein technisch geht das, und ist auch bezahlbar, wenn man es in Ruhe anfasst und intelligent umsetzt.

Eine Koalition der Vernunft sieht freilich wie eine Verschwörung aus, wenn man von dieser Vernunft nichts wissen will. Warum auch immer.

Die nächsten Jahrzehnte werden zeigen, was wirklich passiert. Die Klimamodelle haben eine Bandbreite von 2.0° bis 4.5° für eine Verdopplung der Treibhausgaskonzentrationen, entsprechend spannend bleibt es, was wirklich auf uns zu kommt. Ein Mittelwert von 3.0° ist keineswegs die einzige Möglichkeit, das ist m.E. wichtig zu beachten.



Kommentar vom 29.12.2023 15:37
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/die-wissenschaft-vom-freien-willen-wie-psychologie-hirnforschung-und-gesellschaftliche-praxis-zusammenpassen/#comment-86395

@Philipp 28.12. 22:53 / 29.12. 13:16

„Und diese Eigenaktivität muss man besser verstehen wenn man Bewusstsein verstehen will. Diese Eigenaktivität ist so “schlau” dass sie z.B. im Traum eine Form von Bewusstsein/Erleben schafft, mehr oder weniger unabhängig tatsächlicher Inputs von außen. „

So langsam kommen wir glaube ich der Sache näher. Wir sind ein eigener Mikrokosmos, der sich seinen inneren Film regelmäßig selber macht. Nicht nur im Traum, auch tagsüber grübelt man vor sich hin, stellt sich alles mögliche vor, und diskutiert auch mal mit sich selbst. Und wenn man Probleme zu lösen hat, etwa wie man mit Bus und Bahn in einen wenig bekannten Stadtteil kommt, dann jongliert man mit seinem inneren Stadtplan, und kann sich alle möglichen Wege lebhaft und konkret vorstellen, bis man einen Weg gefunden hat.

Das ist dann der eigene Mikrokosmos in Aktion. Als Problemlösungsmachine, oder auch als nicht abstellbarer Vorgang, der ständig mit simulierten inneren Welten hantiert und hantieren muss.

Wenn dann mal was auf einen zukommt, und etwa das Telefon geht, dann muss man seine aktuelle innere Arbeit unterbrechen, und sich dem Anrufer zuwenden. Die allgemeine innere Produktivität macht durchaus den Menschen und sein Leben aus, würde ich sagen.

Und der eigene Wille gründet sich grundlegend auf diesen eigenen Mikrokosmos.

„Deshalb eben die Balance für Bewusstsein: inputs müssen aus der Umwelt aufgenommen werden = schnelle und schwache Frequenzen. Gleichzeitig muss das Gehirn integration betreiben = langsame und starke Frequenzen in höheren Arealen.“

Genau dies ist dann zusammen genommen unser ganz persönlicher Mikrokosmos.



Kommentar vom 29.12.2023 14:38
https://scilogs.spektrum.de/meertext/cop28-in-dubai-zwischenstand/#comment-2084

@Bettina Wurche 29.12. 11:04

„Und heute gibt es einen breiten wissenschaftlichen Konsens dazu, von ca 95% der WissenschaftlerInne. Diskutiert werden nur noch Details, nicht jedoch die schnelle, anthropogen verursachte Erwärmung.“

Für mich ist es keine Frage, dass wir die Energiewende fortführen müssen. Wie genau, ist aber durchaus zu diskutieren. Allerdings wird m.E. wenig beachtet, wie weit die Prognosen auseinandergehen. Man geht bei einer Verdopplung der Treibhausgase von einer Erwärmung zwischen 2.0° und 4.5° aus. Haben wir Glück, und es werden nur 2.0°, dann haben wir aktuell mit 1.5° schon das meiste erreicht, mit durchaus längst erheblichen Folgen.

Wenn es aber 4.5° werden, dann bleibt uns womöglich nichts anderes übrig, als jede Menge Schwefelsäure in die Stratosphäre einzubringen. Da haben wir dann vielleicht noch 10 Jahr Zeit, bis wir damit anfangen müssen. Andernfalls sehe ich hier eine Katastrophe, die man sich jetzt gar nicht vorstellen kann.

Und die Geschwindigkeit des nötigen Umbaus für die Energiewende lässt sich nicht beliebig steigern. Hier sind Investitionen für Jahrzehnte nötig, das dauert. Und die Speichertechniken, Elektrolyseanlagen oder Brennstoffzellen sind noch gar nicht richtig entwickelt und ausgereift.

Was bliebe, wäre eine rasante Überprüfung unseres Konsums, was ich allerdings auch eher als utopisch einstufe. Naja, wenn sich die Katastrophe einer ungünstigen Entwicklung wirklich einstellt, dann werden wir wohl doch noch wach werden. Viel zu spät aber womöglich.

Klar können wir praktischerweise einfach von den zu erwartenden Mittelwerten ausgehen, und gucken, dass wir wenigstens ein 2.5° oder 3.0° Ziel realisieren. Die Unsicherheiten bleiben aber erhalten, die Zukunft ist entsprechend ungewiss. Da kann jetzt keiner was dafür, wir wissen es nicht besser.

Wenigstens werden die nächsten Jahrzehnte definitiv zeigen, wie heiß es denn jetzt wirklich wird. Reaktanz und Rechtspopulismus stört, keine Frage, ändert aber keine Naturgesetze.



Kommentar vom 29.12.2023 00:45
https://scilogs.spektrum.de/meertext/cop28-in-dubai-zwischenstand/#comment-2076

@Lopez 28.12. 15:20

„Na gut. Hoffentlich stammen diese Berechnungen und Modellen nicht gerade von den Lobbys der Windrad- und Solarpanelhersteller.“

Das war jetzt mal eine einfache Rechnung. Andere Details sind schwieriger abzuschätzen.

„Wirtschaftliche Lobbys und Politiker sind nämlich Weltmeister für Berechnungen, die am Ende völlig daneben stehen und sich als fehlgeleitete Investitionen erwiesen.“

Naja, Ölkonzerne machen auch Lobbyarbeit. Und die haben derzeit auch noch sehr viel Geld. Auch die Stromkonzerne verkaufen ihren Strom am liebsten möglichst teuer, ob jetzt regenerativ oder nicht, da sind die vermutlich gar nicht so wählerisch.

Am besten, man rechnet hier öfter selber mal nach. Das sollten Journalisten eigentlich auch machen. Bleibt zu hoffen, dass hier die nackte Vernunft dann dennoch maßgeblich wird. Geld wird schließlich immer verdient, mit oder ohne Energiewende.



Kommentar vom 28.12.2023 14:14
https://scilogs.spektrum.de/meertext/cop28-in-dubai-zwischenstand/#comment-2072

@Lopez 28.12. 07:58

Mir scheint, Sie überschätzen die benötigten Flächen.

Wikipedia Stichwort Endenergieverbrauch:

„Der Verbrauch an Endenergie in Deutschland im Jahr 2018 von insgesamt 8.963 Petajoule (PJ) entspricht einem Pro-Kopf-Verbrauch von rund 29.990 kWh pro Einwohner.“

30.000 kWh im Jahr machen pro Tag und Einwohner 82,2 kWh. Wenn die Hälfte von PV und davon die Hälfte im Inland nah am Verbraucher geliefert wird, braucht das dann noch
20,55 kWh pro Tag und Einwohner.

Ein Quadratmeter PV ergibt 150 W, bei 1000 Sonnenstunden im Jahr macht das 150 kWh. Pro Tag also 0,411 kWh.

20.55 / 0,411 = 50 m² pro Einwohner. Verteilt auf Dächer, Parkplätze und Wiesen. Sieht durchaus überschaubar aus, würde ich sagen.

Pro Einwohner haben wir 350.000 Km² / 82 mio Einwohner sind 4268 m². 50 m² PV sind also gerade mal 1,17 %.

Es gibt also kein Flächenproblem. Zumindest nicht was PV nah am Verbraucher betrifft. Eine Vollversorgung durch PV im Inland käme auf 4,68%, was aber nicht nötig ist. Windenergie und PV im Ausland machen eben zusammen 75% aus.

„Weiterhin wären wir für unsere Energieversorgung international abhängig von den Staaten, die erneuerbare Energien in Überkapazitäten erzeugen könnten, „

Entscheidend ist hier aber, dass wir uns innerhalb Europas durchaus versorgen können, und nicht mehr abhängig von Öl-Diktaturen sind. Windenergie in der nördlichen Nordsee und PV in Südeuropa können uns neben der Produktion nah am Verbraucher im wesentlichen reichen. Und die PV-Module und Windräder können wir auch selber herstellen, wenn wir das wollen.



Kommentar vom 28.12.2023 00:34
https://scilogs.spektrum.de/meertext/cop28-in-dubai-zwischenstand/#comment-2063

@Lopez 27.12. 07:10

„Diese Technologien sind nämlich sehr flächenintensiv und wir haben die geeigneten Flächen nicht. Bereits jetzt beanspruchen sie bei uns viele Landwirtschaftsflächen, Waldflächen und Urbanismusflächen.“

PV erfordert eigentlich gar keinen wirklichen Flächenverbrauch. Wenn wir schon mal alle geeigneten Dächer nutzen, können wir mit Parkplätzen weiter machen. Wenn das aufgebraucht ist, kann man PV-Module auf Wiesen an eher trockenen Standorten aufstellen. Mit hinreichend Zwischenraum wächst dann genauso viel Gras wie ohne die Module, weil der Grasertrag eher von den Niederschlägen als von dem Sonnenlicht bestimmt wird.

Insbesondere ist PV in eher trockenen Gegenden besonders ertragreich, und gerade hier ist dieser Effekt auch besonders ausgeprägt, das beißt sich dann überhaupt nicht mit landwirtschaftlicher Nutzung.

Windräder verbrauchen direkt noch viel weniger Platz. Selbst wenn man rund um den Mast Wald roden musste, kann die Fläche außerhalb des Fundamentes weiter landwirtschaftlich genutzt werden.

Der Einsatz von Windrädern ist dann auch hauptsächlich durch die eigene Konkurrenz um den Wind begrenzt. Und die Bewegung der Windräder ist für Anwohner nervig. Hier soll es aber helfen, wenn die Anwohner direkt an den Erträgen beteiligt werden.

„Die Rechnung mag jedoch in der Tat für die Länder aufgehen, die klimatisch über genügend geeignete Flächen verfügen, sowie schwach besiedelt sind (Wüsten- und Steppengebieten).“

Das hat man wohl auch so vor. Es macht allerdings erst mal Sinn, soviel PV und WKA im eigenen Land zu installieren, bis hier der direkte Verbrauch ganz gut abgedeckt ist. Erst wenn es um Überkapazitäten geht, die nur noch mit der Herstellung von Wasserstoff verwertet werden können, dann kann man gleich am Standort Wasserstoff herstellen und den dann per Schiff oder Pipeline überall hin transportieren.

Dann kann man auch gerne jede Menge Windräder im nördlichen Teil der Nordsee aufstellen, oder auch zusätzliche PV-Module in Südeuropa oder in der Sahara installieren.

Solange der meiste Ertrag direkt als Strom genutzt werden kann, ist es natürlich effektiver, ihn möglichst nah am Verbraucher zu produzieren. Dann hat man die Verluste bei der Herstellung von Wasserstoff eingespart.

Letztlich ist die Energiewende teuer genug, da macht es schon Sinn, alles der Reihe nach so zu installieren, wie es noch halbwegs kostengünstig geht.



Kommentar vom 27.12.2023 00:41
https://scilogs.spektrum.de/meertext/cop28-in-dubai-zwischenstand/#comment-2057

@Lopez 26.12. 17:28

„Sowohl Solar- als auch Windstrom sind nicht gerade klimafreundlich wegen industrieller Herstellung der (kurzlebigen und anfälligen) Anlagen..“

Am Beispiel PV Module: Ein Quadratmeter bringt etwa 150 w, bei 1000 Sonnenstunden im Jahr macht das 150 Kwh im Jahr. Bei 20 Jahren Betriebsdauer kommt man dann auf 3000 Kwh.

Eine Tonne Steinkohle enthält 8500 Kwh Energie, wenn ein Kohlekraftwerk einen Wirkungsgrad von 40 % hat, dann ergeben sich 3400 Kwh Stromertrag.

Man spart also eine knappe Tonne Kohle. Wenn ich mir die PV-Module von 1 Quadratmeter dagegen ansehe, und mir die Tonne Kohle daneben vorstelle, dann wird es durchaus offensichtlich, dass hier PV mit Sicherheit sehr viel weniger industriellen Aufwand braucht als Fossile Energieträger.

Selbstverständlich dürfte dabei sein, dass die PV-Module an ihrem Lebensende nicht als Schrott in Afrika landen, sondern weitgehend recycelt werden sollten. Zumindest das Glas und der Alurahmen werden auf jeden Fall jetzt schon recyclingfähig sein.

Ist das hinreichend gewährleistet, dann sieht die Rechnung noch mal sehr viel günstiger aus. Dann reichen die einmal eingesetzten Rohstoffe für etliche Jahrhunderte. Kohle garantiert nicht, die ist definitiv weg, wenn sie verbrannt wurde, und hinterlässt nur Asche und Treibhausgase.



Kommentar vom 26.12.2023 17:25
https://scilogs.spektrum.de/meertext/cop28-in-dubai-zwischenstand/

@hto 26.12. 15:12

„...obwohl die Kollektivität sehr viel erleichternde/bewusstseinserweiternde Hilfe bringen würde!?“

Reichen hier nicht Gemeinsinn und Verantwortung?

Spirituelles Bewusstsein, braucht es das denn? Wo ich nichts gegen hätte. Nur Ideologie mag ich gerade nicht.



Kommentar vom 26.12.2023 15:53
https://scilogs.spektrum.de/meertext/cop28-in-dubai-zwischenstand/#comment-2050

@Lopez 26.12. 14:48

„Na ja, ob der Hahn auf dem Mist kräht oder nicht, muss der Bauer seine Felder bestellen, da hilft nichts.“

Wir haben auch was. Es wird sich definitiv zeigen, was der Klimawandel macht oder nicht macht. Reagieren können wir auch dann noch. Und wir sind ja auf einem guten Weg, die Technik für die Energiewende zu etablieren, bei Bedarf ist das dann ja skalierbar.

Und was wir schon installieren, das haben wir auch fertig. Auf die Dauer könnten PV und WKA sogar günstigeren Strom als fossil befeuerte Kraftwerke liefern. Das wäre dann ein Kipppunkt, der uns sehr entgegen käme.



Kommentar vom 26.12.2023 14:57
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/die-wissenschaft-vom-freien-willen-wie-psychologie-hirnforschung-und-gesellschaftliche-praxis-zusammenpassen/#comment-86355

@Stephan 25.12. 17:47 / 26.12. 12:27

„Es liegt aber auch daran, ob man die Quanten-Unbestimmtheit ontologisch deutet, also als echten Indeterminismus, oder epistemisch, also als Grenze unseres Wissens.“

Was in der Praxis nicht so wichtig wäre. Ist der Quantenzufall aber eine Schnittstelle zu Geisteswelten, dann wäre das schon mehr. Inspirationen könnten dann etwas grundlegender sein, und sich auch auf den letztendlichen Willen auswirken.

So oder so, der Willensbildungsprozess dürfte genau das sein, worauf es wirklich ankommt. Wird der von Anfang bis Ende vernünftig angegangen, dann kommt auch was Vernünftiges dabei heraus. Manchmal fehlt dafür einfach die Zeit, oder man ist denkfaul, dann jedenfalls macht man auch schnell mal Mist.

„..und dann auswählen, welchen wünschen wir nachgehen und welchen nicht; und vielleicht, ganz vielleicht hat dieses Abwägen und Auswählen sehr viel mit freien Willensentschlüssen zu tun.“

Ich denke mal auf jeden Fall. Wohin man sich überhaupt bewegen will, ist doch grundlegend, und es lohnt sich überaus, sich dafür wirklich Zeit für zu nehmen.

Vernünftige Ideen, was man wie umsetzten kann, sind jetzt aber auch entscheidend. Hier kommt dann vielleicht auch mal Inspiration dazu. Manchmal bewegt man sich auch einfach dahin, wo man gut mit klarkommt.



Kommentar vom 26.12.2023 13:44
https://scilogs.spektrum.de/meertext/cop28-in-dubai-zwischenstand/#comment-2045

@Lopez 26.12. 08:40

„Ja, die Emissionen von Treibhausgasen kann man leicht messen,...zumal CO2 ohnehin nur als Spurgas in der Atmosphäre vorhanden ist, mit aktuell 0,04 %.“

Man kann in einer statischen Modellatmosphäre ohne Wind und Dynamik den Temperatureffekt von Treibhausgasen durchaus genau berechnen. Nur haben wir eben jede Menge Dynamik, die über die Zeiten mit positiven und negativen Rückkoppelungen die rein statische Wirkung der Treibhausgase nach oben wie nach unten wesentlich verändern und überlagern können.

„..aber ihre Auswirkung auf die Temperaturen nicht sicher festlegen und voraussagen:...“

Genau daraus ergeben sich ja die Schätzungen zwischen 2.0° und 4.5° für eine Verdopplung der Treibhausgaskonzentrationen. Wobei dieses wiederum ein Bereich ist, der ziemlich verlässlich ist. Ich lese das so, dass wir Treibhausgasemissionen auf jeden Fall reduzieren müssen. Auch 2.0° sind mehr als wünschenswert. Allerdings sehe ich die Lage vielleicht weniger dramatisch, auch weil es notfalls vermutlich möglich ist, mit Schwefelsäure dagegen zu halten, falls wir Pech haben und sich hier die Lage Richtung 4.5° verschärft.

„Unsere Analyse zeigt, dass es mit dem derzeitigen Wissensstand unmöglich zu sein scheint, zu bestimmen, wie viel des Temperaturanstiegs auf die Emissionen von CO2 zurückzuführen ist.“

Was für die Prognosen gilt, dass gilt offenbar auch für die Analyse des derzeitigen Standes der Klimaentwicklung. Nun gut, wir haben gerade ein Rekordjahr mit 1.5°, und wir haben hier einen Treibhauseffekt plus natürliche Schwankungen aus der reinen Dynamik des Wetergeschehen heraus. Punkt.

Die Wahrscheinlichkeiten, dass diese 1.5° zu nicht unerheblichem Teil tatsächlich durch die Treibhausgase verursacht sind, sind dennoch beachtlich genug, die Lage ernst zu nehmen.

Es spielt auch keine große Rolle wo jetzt welches Methan oder CO2 im Einzelnen herkommt. Wenn es uns zu warm wird, können wir das beeinflussen, und unseren Beitrag eben reduzieren, oder eben auch zur Schwefelsäure greifen. Wir wissen zwar nicht genau, wie das dynamische Wettergeschehen dass im Detail verarbeitet, aber wir wissen genauso wenig genau, wie das Wettersystem reagiert, wenn wir nichts unternehmen.

Wir kommen aus der Bearbeitung von Wahrscheinlichkeiten nicht heraus. Das ist vergleichbar mit Skatspielen, man braucht auch Glück und gute Karten, aber wenn man nicht vernünftig spielt, und das bedeutet eben mit den Wahrscheinlichkeiten zu arbeiten, dann wird das schon mal gar nichts.



Kommentar vom 25.12.2023 15:38
https://scilogs.spektrum.de/meertext/cop28-in-dubai-zwischenstand/#comment-2038

@Lopez 25.12. 12:56

„Alle dieser gewaltigen Prozesse haben bereits in variablen Ausprägungen vor der Entstehung der Spezies Mensch oder während der vor-industriellen Zeit von Zivilisationen Klimawandel verursacht, sie finden weiterhin in variablen Ausprägungen statt und werden es weiterhin tun.“

Die Erde ist immer noch in Bewegung, und wir haben auf vieles wirklich keinen Einfluss. Auch Vulkanausbrüche überraschend uns immer wieder, auch wenn wir hier hin und wieder wenigstens davor warnen können.

„Sie haben nichts mit den von Menschen verursachten CO2-Emissionen zu tun und können auch nicht von Menschen verhindert, gemildert oder gesteuert werden.“

Ja und nein. Die direkte Wirkung von Treibhausgasen kann man leicht messen und berechnen, aber das genügt nicht. Die Dynamik des Wettersystems ist zusätzlich immer mit dabei und nur sehr schwer langfristig berechenbar, deswegen kommen wir mit der Kenntnis der direkten Treibhauswirkung nicht wirklich aus.

Wir könnten versuchen, mit gezielten Emissionen das Weltklima zu beeinflussen. Wollen wir es kurzfristig wärmer haben, etwa weil es einen sehr großen Vulkanausbruch gegeben hat, dann könnten wir alles zur Verfügung stehende Methan in die Atmosphäre entlassen. Leider reagiert dass dann zusammen mit dem ohnehin schwer berechenbaren Wetter, und die Folgen können recht variabel sein. Es wird dann wahrscheinlich wirklich wärmer, allerdings wie viel genau, das muss man abwarten.

Andersherum könnten wir Schwefelsäure in die Stratosphäre einbringen, und so tatsächlich dem Klimawandel einen kühlenden Effekt entgegensetzen. Aber auch hier wird dieses dann vom Wettersystem recht unberechenbar verarbeitet werden. Wenn auch vermutlich mit guter Wahrscheinlichkeit ungefähr den gewünschten Effekt haben wird.

Das selbe gilt, wenn wir die Treibhausgasemissionen mittelfristig abstellen, auch das beendet nicht die ohnehin dynamischen Schwankungen des Weltwettersystems, wird allerdings in der Tat trotzdem die Temperaturen senken können.

Entsprechend, egal was wir machen, auch wenn wir gar nichts machen, bzw. weiter rücksichtslos Treibhausgase produzieren, das Wetter wird dynamisch bleiben. Auch das Klima wird dann in der Folge variabel sein, und auch die Weltdurchschnittstemperaturen können Jahr für Jahr um einige zehntel Grad variieren. Das können wir seit etwa 100 Jahren gut beobachten und ziemlich genau messen.

Entsprechend ist in jedem Fall die weitere Klimaentwicklung gut zu beobachten. Was uns nicht davon abhalten muss, Treibhausgasemissionen zu reduzieren oder sogar im großen Maßstab Schwefelsäure zur Kühlung in die Stratosphäre einzubringen. Die Wahrscheinlichkeit, dass das hilft ist ziemlich groß. Aber mehr als Wahrscheinlichkeiten können wir derzeit nicht berechnen, und müssen also in jedem Fall sorgfältig beobachten, wie unsere Maßnahmen wirken, und notfalls entsprechend reagieren und unsere Maßnahmen anpassen.

Das wäre z.B. auch der Fall, wenn sich der tatsächliche Fortgang des Treibhausgasbedingten Klimawandels im oberen Bereich unserer Simulationen ansiedeln wird. Dann hätten wir eine Temperaturerhöhung von 4.5° schon zur Mitte dieses Jahrhunderts, und wären vermutlich gezwungen, die Energiewende deutlich entschiedener wirklich durchzuziehen, und auch Schwefelsäure zur Kühlung einzusetzen.

Sollte sich die weitere Erwärmung an den unteren Bereichen der Simulationen einpendeln, dann können wir durchaus entspannter an die Sache herangehen.

Wir können es jetzt noch nicht wissen, und doch müssen wir einfach deswegen schon entschieden reagieren, weil ein Umbau unserer gesamten Energieversorgung ansteht, was entsprechend lange dauert. Es geht hier um Investitionen in neue Technik, die eine Lebensdauer von 20 Jahren und mehr haben, entsprechend langfristig ist dieses Projekt.



Kommentar vom 24.12.2023 16:31
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/die-wissenschaft-vom-freien-willen-wie-psychologie-hirnforschung-und-gesellschaftliche-praxis-zusammenpassen/#comment-86321

@Sunflower 24.12. 10:03

„es gilt das Prinzip, dass das, was nicht ‘gesehen’, d.h. nicht wiederholbar gemessen werden kann, letztlich fallengelassen wird – oder von vorne herein komplett übersehen wird.“

Entsprechend fallen alle Geisteswirkungen unter den Tisch. Auch wenn sie bei manchen Menschen das halbe Leben ausmachen. Naja, man kann sich ja gut auch jenseits von Wissenschaft bewegen.

„Letztlich ist der wissenschaftliche Positivmus sein eigener größter Feind, und wir befinden uns leider immer noch zu tief in der wissenschaftshistorischen Epoche der Überreaktion auf die vorigen Jahrhunderte, in denen ‘Wissenschaft’ nichts anderes als (Aber-) Glaube war.“

So manch einer kommt mir hier in erster Linie als Religionsflüchtling vor. In Abneigung gegenüber den durchaus wirklich unseligen Kirchen wirft man sicherheitshalber die ganze Spiritualität der Wirklichkeiten mit über Bord.

@Stegemann 24.12. 12:48

„Eine übergreifende Sicht böte eine Systemtheorie des Subjekts als Metatheorie, die dann physiologisch bzw. psychologisch ausformuliert und miteinander korreliert werden könnte.“

Gute Idee, wobei ich mir hier durchaus dann da mittendrin eine Geisteswelt vorstellen kann. In jedem Fall begrüße ich ein solches Projekt, zumal auch mir ziemlich unklar ist, wie viel Geist genau hier zwischen der Physiologie verbaut ist.

Und das ist ja auch alles bei der Weiterentwicklung von KI hilfreich. Warum keine KI mit eigener Seele bauen, wenn man denn wüsste, wie man das anfassen muss? Naja, nicht dass die Roboter dann noch einer Kirche beitreten, und mit in den Weihnachtsgottesdienst kommen wollen.

@Balanus 24.12. 14:38

„Verstehe ich Sie richtig, dass sich die empirischen Wissenschaften mit Dingen beschäftigen sollten, die nicht beobachtbar sind?“

Alles was nur einmalig vorkommt, ist ja deswegen nicht unsichtbar. Es geht hier um Wiederholbarkeit, die eben von Geisteswelten nun mal wirklich nicht erwartet werden kann. Entsprechend blendet man die halbe Wirklichkeit aus, wenn man sich nur mit Wiederholbarem beschäftigt.

Selbst die Einmaligkeit der eigene Seele fällt so schnell unter den Tisch. Was dann auch einem wirklichem Verständnis des einzelnem konkreten Menschen nicht näher kommt.



Kommentar vom 24.12.2023 15:14
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/wie-dualistischer-antisemitismus-israel-gaza-und-den-jemen-zerstoert/#comment-143282

@A. Bachmann 23.12. 18:48

„Mit solchen Doomsday-Szenarien zu rechnen macht aber keinen Sinn.“

Die Campi Flegrei brechen nur alle 10.000 Jahre aus, der Laki in Island aber oft genug, dass man ein wenig Vorbereitung durchaus machen kann. Und es gibt viele vergleichbare Vulkane. Es wäre auch nur ein zusätzliches Argument, mehr Redundanz in eine weitgehend regenerative Energieversorgung einzubauen.

„Aber, und jetzt kommt das politisch unangenehme, was niemand aussprechen möchte, es braucht von uns allen massives Einsparen von Energie. Unser derzeitiger Energieverbrauch it schlicht nicht in die Zukunft abbildbar.“

Weniger ist hier mehr, das sehe ich auch so. Dennoch spart es nichts mehr ein, die Kohlekraftwerke abzureißen, während sie dennoch saisonales Notbackup zu minimalen Kosten liefern können. Umso mehr Geld bleibt für wesentlich wirksamere Maßnahmen übrig.

„Dazu kommen große Batteriespeicher, die ja noch flexibler sind.“

Ja die können doch gerade Kurzfristbackup zur Genüge liefern, das brauchen die Kohlekraftwerke dann ja eben gar nicht liefern. Es geht mir um mittelfristige großräumige Mangellagen, wenn die Batteriespeicher alle leergefahren sind, und nichts mehr liefern können.

Es geht um die großräumigen winterlichen Dunkelflauten, wenn es auch noch sehr kalt dabei ist, und das auch noch 2 oder 3 Wochen andauert. Auch wenn das nur alle paar Jahre vorkommt. Die Kohlekraftwerke können dann einspringen, und eine oder ein paar Wochen Strom liefern, bis die Kälte nachlässt, wieder Wind weht und sich die Kurzfristspeicher wieder füllen können.

„Im Fall Von Redoxbatterien können sie diese nahezu beliebig skalieren usw.“

Mir ist jetzt unklar, ob das schon überhaupt ausgereift ist, wie teuer das wird und vor allem ob das den Strombedarf von mindestens 4 Wochen winterlicher Volllast liefern kann. Wenn nicht, dann helfen hier nur die alten Kohlekraftwerke, oder eben massive Notbeschränkungen auf der Verbraucherseite.

Die Gasspeicher sind hier jedenfalls auch zu klein, und wenn die irgendwann Wasserstoff speichern sollen, dann reicht das noch für deutlich weniger. Außerdem will man ja auch Mobilität, Heizung und Industrie allesamt auf Basis von PV und WKA realisieren. Entsprechend steigt hier auch das nötige Backupvolumen. Da brauchen wir vermutlich wirklich jedes Kraftwerk, das man noch in Bereitschaft halten kann.



Kommentar vom 24.12.2023 14:10
https://scilogs.spektrum.de/meertext/cop28-in-dubai-zwischenstand/#comment-2034

@Lopez 24.12. 13:43

„Auch mit Bewusstsein ist der Mensch nicht die Krone der Schöpfung, sondern ist er wie alle anderen Arten den Gesetzen der Natur untergeordnet.“

Und doch haben wir Spielräume, die ziemlich original menschlich sind. Wir können Wölfe ausrotten, oder wieder ansiedeln, genau so wie wir wollen. Wir können Landwirtschaft so betreiben, dass der Boden immer schlechter wird, oder das Gegenteil davon, dass der Boden immer besser wird und dabei noch Kohlenstoff bindet.

Und wir können Klimasimulationen machen, die uns sagen, dass wir die Treibhausgasemissionen reduzieren müssen, wenn wir keine Heißzeit wollen. Der eine nimmt das ernst, der andere lieber nicht. Beides ist menschlich. Tiere haben den erforderlichen Horizont überhaupt gar nicht. Die können gar nicht nachvollziehen, worum es hierbei überhaupt geht. Die merken auch, wenn es wärmer wird, suchen dann aber einfach ein schattigeres Plätzchen, und das wars dann.

Sich als die Krone der Schöpfung zu sehen kann Hybris sein, aber selbst der Gedanke, eben nicht wirklich die Krone zu sein, der ist nur Menschen möglich. Die Biologie sagt uns, dass wir auch nur Tiere sind, und doch sind wir das einzige Tier, dass Biologie betreiben kann.



Kommentar vom 24.12.2023 01:24
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/wie-dualistischer-antisemitismus-israel-gaza-und-den-jemen-zerstoert/#comment-143271

@A. Bachmann 23.12. 18:48

„Die eigene Braunkohle ist keine gute Idee. Es gibt schlicht keine schmutzigere und ineffizientere Energiequelle.“

Wenn die alten Braunkohle- und Steinkohlekraftwerke zukünftig nur wenige Wochen im Jahr laufen, und das mit der Zeit immer weniger, dann sind diese Emissionen wenig relevant.

„Braunkohle-KW sind als Backup nur schlecht geeignet, da sie nur sehr schwer zu regeln sind und recht lange Ansprechzeiten haben.“

Wenn sie bei Bedarf binnen 24 Stunden hochgefahren werden können, um dann für eine Woche konstant durchzulaufen, dann müsste das flexibel genug sein. Für kurzfristigeres Backup brauchen wir dann in der Tat auch Gaskraftwerke, die es ja auch schon gibt. Ob wir mehr davon brauchen, das hängt auch noch von der weiteren Entwicklung des Batteriefahrzeugbestands ab, und von weiteren kurzfristigen Speichermöglichkeiten, die bei Bedarf sofort ans Netz gehen können. Das könnte weitere Gaskraftwerke überflüssig machen, solange es noch genug Kohlekraftwerke in saisonaler Notbereitschaft gibt.

„Strom findet ohnehin im Europäischen Verbundsystem statt.“

Es ist begrenzt, was hier durch die Netze gehen kann. Zumal ja auch noch Heizen und Mobilität teilelektrisch werden soll. Außerdem kann eine Mangellage ganz Europa betreffen.

„Bei einem Supervulkanausbruch würde kein Kraftwerkstyp mehr wirklich helfen,..“

Wenn es der Yellostonesupervulkan ist, dann haben wir verloren. Ich dachte hier eher an Ausbrüche, die man weltweit gesehen noch verarbeiten kann. Auch mithilfe von Kohle-Backup, das dann in diesem Fall ausnahmsweise mal ein halbes Jahr durchlaufen kann.

Es gibt auch durchaus noch andere Gefahren. Etwa Drohnenbeschuss durch Russland, oder Terroranschläge von Islamisten auf Gaspipelines. Die Urheber der Zerstörung der Nordstreampipelines sind noch nicht mal ermittelt worden. Je mehr Redundanz wir haben, desto höher die Versorgungssicherheit.

Was ich so attraktiv finde, ist, dass diese Kraftwerke stehen, inklusive Netzanschluss und Kohleversorgungsmöglichkeit. Außerdem ist nichts leichter auch mehrjährig zu lagern als Kohle. Statt hier expliziten Ersatz für teures Geld zu schaffen, sollte man mit dem gesparten Geld lieber direkt in den Ausbau der regenerativen Erzeugung investieren. Und in weitere Stromleitungen.

Die Versorgungssicherheit dann ganz auf Gas zu gründen, da würde ich mich ziemlich unsicher fühlen. Die Gasspeicher können im Notfall recht schnell leer sein, gerade wenn wir die gesamte Energieversorgung immer mehr auf Basis von PV und WKA bestreiten wollen.

Wenn jetzt Gas wenigstens billig wäre. Teuer ist Gas geworden, und kommt auch noch eher von Diktatoren. Importsteinkohle gibt es vermutlich eher bei Demokraten einzukaufen, und Braunkohle haben wir sogar selber.



Kommentar vom 23.12.2023 16:18
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/die-wissenschaft-vom-freien-willen-wie-psychologie-hirnforschung-und-gesellschaftliche-praxis-zusammenpassen/#comment-86303

@Philipp 23.12. 10:12

„Aber er würde es sofort als “sprachlich verworren” (conceptually confused etc.) angreifen wenn jemand behauptet dass beispielsweise die physiologische Aktivität das Erleben sei.“

Die Frage, was Erleben ist und wie es entsteht ist sicher viel schwieriger als die Frage nach der Willensfreiheit.

Es scheint mir ganz einfach zu sein. Man sucht eine Lösung für ein Problem, wenn man die gefunden hat, dann hat man auch seinen Willen gefunden. Meistens war die Lösung schon vorher da, man musste sie nur suchen. Und genau dieses Suchen ist der eigentliche Akt der Willensfreiheit. Auch wenn das Ergebnis in der Natur der Sache liegt, was nun mal meistens der Fall ist.

Wirklich kreative Lösungen, auf die nicht jeder kommt, sind eher die Ausnahme, aber dann beachtlich. Willensfreiheit als Vorgang betrachtet ist aber immer vorhanden, wenn man Spielräume hat, und eben Lösungen suchen kann.

Hat man nun seine Lösung, dann kommt hier noch der Faktor Willenskraft dazu. Die entscheidet in schwierigen Situationen, ob man seinen einmal gefundenen Willen auch in Taten umsetzten kann.

Erlebnis ist das alles auch noch mal. Mitten im Leben stehen, mitten in unübersehbarer Komplexität unterwegs zu sein, macht dann das halbe Menschenleben aus. Was jetzt Erleben wirklich ist, ist mir auch nach 60 Lebensjahren unklar. Aber es existiert, soviel steht schon mal fest.

Vielleicht kommen wir hier auf eine Idee, wenn wir KI bauen, die selber erlebt. Womöglich passiert uns das sogar ungewollt. Da wir nicht wissen, wie eigenes Erleben wirklich funktioniert, könnten wir es aus Versehen in eine KI einbauen. Unabhängig davon, ob einer solchen KI dann noch vertraut werden kann, können wir dann aber einfach gucken, was man hier konkret gebaut hat, und wieso hier jetzt wirkliches inneres Erleben in Gang gekommen ist.

Der andere Weg wäre, die Details unserer Physiologie so gut aufzuklären, dass sich hier eine konkrete Idee zum inneren Erleben ergibt. Soweit sind wir offenbar noch keineswegs.

Man hat hier ein Mäusegehirn kartiert, und dabei allein schon mal 5000 verschiedene Typen von Nervenzellen gefunden. Das kann noch dauern, bis da mal einer durchblickt. Aus meiner Sicht ist hier sogar noch Platz für wirkliche Geisteswelten. Die sähen dann noch mal etwas anders aus, auch was die zugehörigen physiologischen Verschaltungen betrifft.



Kommentar vom 23.12.2023 14:51
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/wie-dualistischer-antisemitismus-israel-gaza-und-den-jemen-zerstoert/#comment-143266

@Michael 23.12. 06:50

„Die Erfahrungen damit waren so gut, dass schließlich auch Zehra auf ein Elektroauto umstieg.“

Fährt sich gut, und der Energieverbrauch im Stadtverkehr ist sehr viel niedriger als bei Benzinern. Aber teuer ist es doch. Es hat mal einer ausgerechnet, was dabei herauskommt, wenn man die Arbeitszeit, die es braucht, um das Auto zu finanzieren, auf die Fahrzeiten anrechnet. Mit dem Ergebnis 7 Km/h. Hier ist das Fahrrad dann unschlagbar schneller.

Jetzt kommt es aber darauf an, wo man genau hin muss, wieviel man fährt, und wieviel man pro Stunde verdient.

Ich war schon immer begeisterter Radfahrer. Aber auch ich hatte mal einen Job, wo man weder mit dem Fahrrad, noch mit Öffis vernünftig hinkommt. Wenn es wenigsten ein Bürojob gewesen wäre, dann wäre ich vielleicht doch noch mit dem Fahrrad hingefahren, das wären ca. 25 km Stadtverkehr gewesen. Aber das war ein Knochenjob, mit dem Fahrrad ging das also wirklich nicht. Hätte ich nicht das Auto meiner damaligen Freundin nutzen können, hätte ich den Job gar nicht annehmen können.

Mit Bus und Bahn kommt es sehr auf die konkrete Verbindung an. Wenn die günstig ist, kann man sogar schneller sein als mit dem Auto. Wenn die aber ungünstig ist, ist man sogar mit dem Fahrrad flotter. Und wenn man mit dem Auto in die Stadt fährt zum Einkaufen, und noch einen Parkplatz suchen muss, ist man langsamer als mit dem Fahrrad.

Ein Sammeltaxisystem auf Basis von Selbstfahrsystemen verbaut in Batteriefahrzeugen könnte die Lösung sein. Die könnten sogar eine viel kleinere Batterie haben. Wenn der Akku leer ist, kann man einfach das Fahrzeug wechseln.



Kommentar vom 23.12.2023 00:34
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/wie-dualistischer-antisemitismus-israel-gaza-und-den-jemen-zerstoert/#comment-143196

@Michael 22.12. 18:19

„Ich fahre ja seit 2017 einem Renault Zoé, da die deutsche Autoindustrie kein vergleichbares Angebot entwickelt hatte.“

Auch E-Autos stehen im Schnitt 23 Stunden am Tag herum und nehmen Platz weg, und wenn sie mal wirklich fahren, sitzt meistens nur einer drin.

Manch einer braucht wirklich sein eigenes Auto. Aber wenn man sich anders aufstellt, und Wohnort und Arbeit in derselben Stadt hinbekommt, dann kommt man vielleicht tatsächlich ganz ohne aus. Sehr interessant scheinen mir selbstfahrende Sammeltaxis zu sein, um zusammen mit integrierten Bus- und Bahnverkehr sowie viel besseren Radwegen die meisten dazu bewegen könnten, komplett auf ein eigenes Fahrzeug zu verzichten. Ein netter Nebeneffekt wäre, dass es dann keine Staus mehr gibt und ganz viel Freiraum für Grün und Menschen auf ehemaligen Parkplätzen.

Das würde es der Autoindustrie wirklich schwer machen. Vielleicht wird es echt Zeit, uns wirklich auf was anderes als Autobauen zu verlegen.

„Doch nirgendwo ist unsere Abhängigkeit so verheerend wie beim täglichen Import von Öl und Gas aus autoritären und oft antisemitischen Ressourcenfluch-Regimen.“

Wir brauchen das leider noch für Jahrzehnte, wenn auch langsam und später immer weniger. Wie wäre es mit der Idee, doch mehr auf die eigene Braukohle zu setzen? Die entsprechenden Kraftwerke stehen da, und es ist genug Braunkohle vorhanden. Im weiteren Verlauf mit immer mehr Zubau von PV und WKA nehmen die Zeiten, in denen diese regenerativen Quellen die gesamte Stromproduktion übernehmen können, immer mehr zu. Die Laufzeiten der Backkup-Kraftwerke gehen entsprechend immer mehr zurück, bis sie nur noch in Dunkelflauten mitten im Winter laufen müssen.

Dann spielen die Emissionen dieser Backupkraftwerke kaum noch eine Rolle. Zumal LNG-Gas fürs Klima so ziemlich auf das selbe herauskommt wie eben Braunkohle. Ein zusätzlicher Effekt wäre hier, dass die Braunkohle auch ganz erheblich zur Versorgungssicherheit in Ausnahmesituationen beitragen kann. Bekommen wir eine europäischen Jahrhundertwinter, oder einen Supervulkanausbruch, der den Ertrag der PV-Module monatelang reduziert, dann muss man nur genug Braunkohle neben den Kraftwerken auf Halde lagern.

So können die Kraftwerke dann den ganzen Winter durchlaufen. Erdgas kann man nicht so einfach in solchen Mengen und so einfach lagern, und mit Wasserstoff geht das schon gar nicht.

Es wäre entsprechend pure Verschwendung, Kohlekraftwerke abzureißen und diese durch Gaskraftwerke zu ersetzen.

Wenn wir mal soweit sind, dass wir hier so viel Primärproduktion an Erneuerbaren installiert haben, dass wir eine Wasserstoffgrundversorgung haben, dann können wir immer noch neue Gaskraftwerke bauen. Wenn wir die Wiederverstromung von gespeichertem Wasserstoff am Ende lieber mit Brennstoffzellen und in Kraft-Wärme-Kopplung umsetzen, dann werden jetzt neu gebaute Gaskraftwerke auch dann zu Industrieruinen, wenn man sie auch mit Wasserstoff befeuern kann.

Auch angesichts der sparsamen Zukunft unserer Autoindustrie können wir teure Fehlplanungen in der Energiewende nicht gebrauchen. Stattdessen sollten wir lieber die PV-Module-Produktion zurück ins eigene Land holen.

China ist sicher kein Ressourcenfluch-Regime, aber doch eine Diktatur. Weniger Abhängigkeit ist hier sicher nicht verkehrt, wenn auch nicht so leicht möglich. Ein anderes Thema ist hier die Handelsbilanz, auch die sollte nach Möglichkeit ausgeglichen sein.



Kommentar vom 22.12.2023 14:40
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/die-wissenschaft-vom-freien-willen-wie-psychologie-hirnforschung-und-gesellschaftliche-praxis-zusammenpassen/#comment-86268

@Elektroniker 22.12. 11:34

„Vermutlich ist der Wille nicht wirklich frei, wenn dem Bewusstsein verborgene Prozesse, gemeinhin im „Unterbewusstsein“ ins Spiel kommen.“

Was ja nicht zwangsläufig Unfreiheit wäre. Es ist ja immerhin das original eigene Unterbewusstsein.

„Beim „Unterbewusstsein“ könnte synchron (in bestimmten Zeitschlitzen an bestimmten Stellen) auch ohne „Haut“, in nur räumlichen Strukturen auftretende „Synchronizität von Signalen“ eine Rolle spielen? „

Man hat jetzt ein Mäusegehirn komplett kartiert, und dabei 5000 verschiedene Typen von Nervenzellen gefunden. Natürlich versteht man trotz Kartierung jetzt keinesfalls, wie das im Detail nun konkret funktioniert.



Kommentar vom 22.12.2023 14:13
https://scilogs.spektrum.de/meertext/cop28-in-dubai-zwischenstand/#comment-1949

@Lopez 22.12. 08:01

„Allein mit der Hälfte der weltweiten Nutzung von Flächen für die Landwirtschaft...hätten wir locker alle Probleme der menschengemachten Klimaerwärmung los.“

Das wäre schon mal was, klar. Aber noch müssen wir die ganzen Flächen nutzen, und das wäre auch keinesfalls das ganze Sparprogramm.

„Die natürlichen Schwankungen der Treibhausgase, die die Natur selbst seit aller Ewigkeit hervorbringt, werden dadurch zwar nicht ausgeschlossen, aber damit müssen wir uns wie seit aller Ewigkeit abfinden und anpassen.“

Wir blasen nun mal fortgesetzt jede Menge Treibhausgase in die Luft. Und wir haben es nun mal in der Hand, dieses zu reduzieren. Ich meine, wir sollten hier vorerst weiter versuchen, die Emissionen zu reduzieren. Das kann doch kein Dauerzustand sein, hier die Ablagerungen von Jahrmillionen auszugraben und zu verbrennen.

„Doch, die Natur kann es, das mit den Kreisläufen.“

Kann sein, aber das bleibt es zu beobachten. Und im Zweifelsfall sollten wir mithelfen, die Kreisläufe wieder zu stabilisieren. Wenn auch vielleicht dann auf einem höheren Temperaturniveau.

Wir gehören ganz klar zur Natur. Wir haben uns aber in fast alle Lebensräume ausgebreitet, und sind eben ein globaler Faktor geworden, u.a. auch was die Treibhausgase betrifft. Und wir können daraus Konsequenzen ziehen, und unsere Technik und unser Wirtschaftsweise anpassen. Und wir können unsere Anzahl reduzieren, keine Frage, dann wird hier vieles einfacher.



Kommentar vom 22.12.2023 00:06
https://scilogs.spektrum.de/meertext/cop28-in-dubai-zwischenstand/

@Lopez 21.12. 19:32

„...,dass wir unbedingt der Natur den Großteil der gigantischen Flächen (sowie auch die Ozeane) zurückgeben müssen, die wir für unsere alleinige Ernährung beschlagnahmt haben.

Hört sich gut an. Aber der Mensch ist auch nicht schlecht, meistens eigentlich. Die Hälfte nutzen, wäre vielleicht ein guter Kompromiss. Dann gerne mit einer Landwirtschaft, die selbst wertvoller Naturraum sein kann, soweit das möglich ist zumindest. Solange die Ernährungslage sowieso schwierig ist, ist dies sicher nicht so einfach. Wenigstens den Energiepflanzenanbau könnte man eigentlich schon mal einstellen.

„Den Rest wird die Natur allein machen, das Wunder des Lebens und der Schönheit, sie kann es, wir brauchen ihr nichts vorzumachen.“

Weiß ich jetzt nicht, ob die Natur die Treibhausgase selber wieder ins Lot bringen kann. Wenn nicht, dann können wir hier gerne unterstützend mithelfen. Es wäre auch für die Natur zumindest suboptimal, wenn sich die Klimazonen weiter verschieben und die Meere versauern. Über Jahrtausende sehe ich weniger Probleme, aber so langfristig will ich jetzt nicht denken.

Auch ob ein moderat wärmeres Weltklima, von z.B. 1.5° über dem vorindustriellen Niveau, vielleicht unterm Strich für die Natur ein Gewinn sein kann, ist m.E. durchaus möglich. Ich weiß es nicht.



Kommentar vom 21.12.2023 17:49
https://scilogs.spektrum.de/meertext/cop28-in-dubai-zwischenstand/#comment-1935

@Lopez 21.12. 12:00

„Jede Spezies, nicht nur der Mensch, zerstört seinen zur Verfügung stehenden Lebensraum, wenn sie sich zu sehr vermehrt.“

In der Tat, allerdings hat der Mensch durchaus Spielraum, wie er lebt und welche Technologie er verwendet. Was dann auch dazu führte, dass er fasst jeden Lebensraum irgendwie nutzen konnte.

Je nach dem können es 2 Mrd sein, aber auch 4 Mrd. 8 Mrd sind allerdings ziemlich viele. Es sei denn, es gelingt im großem Maßstab, mit grünem Wasserstoff gefütterte Bakterienkulturen hinzubekommen. Dies verbraucht keinerlei Flächen. Das muss dann nur noch schmecken und bekömmlich sein.

Immerhin geht das Bevölkerungswachstum so richtig nur noch in Afrika weiter. Und ein Ende ist auch dort in Sicht. Es sieht so aus, das der Bevölkerungsrückgang in den wohlhabenderen Ländern den verbleibenden Zuwachs bald überwiegt, und die Weltbevölkerung tatsächlich schon in wenigen Jahrzehnten zu schrumpfen beginnt.

Derweil wir aber gucken müssen, wie wir dennoch noch diese Zeit hinbekommen.



Kommentar vom 21.12.2023 16:31
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/die-wissenschaft-vom-freien-willen-wie-psychologie-hirnforschung-und-gesellschaftliche-praxis-zusammenpassen/#comment-86247

@Elektroniker 21.12. 14:55

„Diese Störquellen können auch zyklische Signale aussenden und so kommen Sie zu Ihren Bildern.“

Nein, das mit Sicherheit nicht. Ich habe die Dateien mit der Aufnahme des Rauschens der Fernsehkarte vor der Verwendung einmal komplett mit normalen Pseudozufallszahlen mit einem festen Startwert bitweise addiert. Ich musste feststellen, das in den Videodateien sogar Programmtext dazwischen geschoben war. Die Addition entfernt dann komplett alle möglichen Artefakte, ohne dass die Unberechenbarkeit des enthaltenen Quantenzufalls dabei verloren geht.

Dieses Verfahren ist durchaus geeignet, jegliche Formen von Quantenzufall, dem noch was anderes untergemischt ist, dennoch zu nutzen. Entweder um wirklich echten Zufall zu erhalten, der durch wirklich nichts determiniert ist, oder eben um geistige Anteile zu gewinnen.



Kommentar vom 21.12.2023 14:26
https://scilogs.spektrum.de/meertext/cop28-in-dubai-zwischenstand/#comment-1933

@Lopez 20.12. 19:35

„Wetter ist nicht Klima, und Klimawandel ist keine Sache von 3-5 Tagen, nicht einmal von ein paar Jahren oder ein paar Jahrzehnten.“

Und doch setzt sich Klima immer aus Wetter zusammen. In der Tat sind aber die Klimaprognosen sehr unsicher. Eine Verdopplung der Treibhausgaskonzentrationen sollen eine Erwärmung zwischen 2.0° und 4.5° ergeben. Bezogen auf die 1.5°, die wir im Rekordjahr 2023 definitiv haben, sind das weitere 0.5° bis 3.0°. Das sind Welten auseinander.

Wenn sich die 0.5° mehr als heute einstellen, dann ist unser Problem nicht so groß. Wenn wir bis dahin einiges an regenerativen Energiequellen installiert haben, dann schadet das allerdings auch nicht. Und reduziert ja auch den Aufwand für die Beschaffung entsprechender Mengen fossiler Energieträger. Das ist auch nicht billig, und die Vorräte davon sind begrenzt, und die kostengünstigen Lagerstätten werden nicht mehr.

Wenn es aber schlimmer kommt, dann werden wir sehr froh sein, dass wir mit der Energiewende schon mal angefangen haben, und die entsprechenden Techniken inzwischen ausgereift sind. Und wenn es ganz schlimm kommt, dann kann es vielleicht tatsächlich noch überaus sinnvoll sein, das mit der Schwefelsäure geklärt zu haben, ob das funktioniert und nicht zu teuer ist.

„Auch diese massive Mediatisierung des Klimawandels sieht für mich nicht gut aus, so funktioniert Wissenschaft nicht und so darf sie auch nicht funktionieren. Man merkt eindeutig, das ist keine Wissenschaft mehr, das ist Politik.“

Entsprechend werden hier die Unsicherheiten in den Prognosen von Journalisten überwiegend übergangen. Das nervt mich langsam auch. Da kann jetzt allerdings die Klimaforschung nichts dafür. Und das ändert auch nichts an dem Problem, dass eventuell wirklich noch auf uns zukommt.



Kommentar vom 21.12.2023 13:46
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/die-wissenschaft-vom-freien-willen-wie-psychologie-hirnforschung-und-gesellschaftliche-praxis-zusammenpassen/#comment-86237

@Elektroniker 21.12. 11:24

„An der Antenne und am Eingang der Karte „überlagern“ sich unselektiv und gleichzeitig modulierte Signale von z.B. 100 Sendern und anderer Signalquellen die letztlich ein „Rauschen“ ergeben.“

Die Fernsehkarte ist doch auf eine bestimmte Frequenz eingestellt. Nur was auf der Frequenz ankommt, wird aufgenommen. Entscheidend ist hierbei, ob da Quantenzufall mit dabei ist, puren Quantenzufall brauchen wir gar nicht, um rein zufällige Ergebnisse aufzuzeichnen.

Hier werden doch Funkwellen in digitale Informationen verwandelt, dieser Prozess kommt doch bereits in Gang, wenn wir ein zu schwaches Signal haben. Das ist schon unübersehbar, wenn wir einen schwachen Sender eingestellt haben und das Fernsehbild völlig verrauscht ist.

Das will man nicht, wenn man Fernsehen gucken will, deswegen versucht man dann einen möglichst starken Sender einzustellen. Wenn ich die Fernsehkarte aber nutzen will, um Zufallszahlen mit Quantenzufallsanteil zu erzeugen, dann suche ich mir eine Frequenz, in der das Rauschen maximal ist.



Kommentar vom 21.12.2023 00:43
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/die-wissenschaft-vom-freien-willen-wie-psychologie-hirnforschung-und-gesellschaftliche-praxis-zusammenpassen/#comment-86219

@Viktualia 19.12. 14:53 / 19:52

„Was ich oben meinte war eher dass manche ihre Intention als Garantie für das, was dabei herauskommen möge nehmen, obwohl es höchstens zu einem “gut gemeint” reicht.“

Sich der Ungewissheiten der wirklichen Realitäten bewusst zu sein ist offenbar sehr wichtig. Und die eigene Unkenntnis ist sehr zu beachten. Gerade auch, wenn es um soziale Beziehungen geht, ist man besser schön flexibel, und für viele Optionen offen.

„Eine Vorstufe des Richtigen und kein Gegenpart, wie bei Gut und Böse.“

Gut und Böse meine ich eigentlich im Sinne von vernünftig und unvernünftig, ohne hier an Religion zu denken. Klar lernt man hier mehr mit mehr Erfahrung. Vor allem im Umgang mit längerfristigen Beziehungen betrifft das nicht nur die eigenen Strategien, sondern zeigt sich auch als immer bessere Kenntnis des Anderen.

„Aber ich schätze, das funktioniert nur, wenn man sich auch als “Teil von” empfindet und die Selbstwahrnehmung nicht allzu sehr darauf geeicht ist, dass “die bösen Kinder” nicht dazugehören können.“

Horizonte sind nicht automatisch das, wozu man sich gehörig fühlt. Aber mit Blick auf den Kosmos oder auf den gemeinsamen Planeten ist dennoch öfter beides gleichzeitig anzutreffen. Und vor allem ist es überaus wünschenswert.

Irgendwie ist entsprechende Zugehörigkeit doch so grundlegend, dass die meisten das sogar hin und wieder fühlen können. Ich denke da etwa an die Fotos von der aufgehenden Erde, die die Mondfahrer damals wieder mitgebracht haben. Das so eigentlich Gefühlte wird vielleicht einfach nur zu wenig beachtet. Der Horizont selbst findet sich eigentlich auch öfter von selber, insbesondere wenn man jungen Menschen einfach nur die Freiheit dazu lässt.

Gerade hier kann Religion, die vor allem auf Gemeinschaft aus ist, sogar stören. Weltoffenheit wäre hier auch eine Sicht auf den ganzen Kosmos und den ganzen eigenen Planeten, was ich von religiösen Vorstellungen, die sich vernünftig nennen wollen, fordern würde.



Kommentar vom 20.12.2023 17:49
https://scilogs.spektrum.de/meertext/cop28-in-dubai-zwischenstand/#comment-1919

@Lopez 20.12. 08:57

„Ich persönlich bin jedoch mental nicht bereit die Risiken des Ausstiegs aus den fossilen Energien in Kauf zu nehmen, allein schon wegen der Versorgung der Weltbevölkerung mit Grundnahrungsmitteln.“

Ich denke auch, dass man hier insbesondere die Geschwindigkeit der Energiewende übertreiben kann. Rücksicht auf ärmere Menschen wird öfter nicht unbedingt genommen. Aber ich halte die Konsequenzen von 2.5° oder 3.0° Erderwärmung für wesentlich gefährlicher. Auch das kann die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln schwieriger machen.

„Ein Teil der Wissenschaftsgemeinde (der allerdings bei Scilogs nicht zu Wort kommen darf) analysiert den jetzigen Klimawandel als ein natürlicher Prozess in der Natur, durch verschiedene, hochkomplexe Faktoren.“

Mich überzeugt hier aber der Mainstream. Allein die immer besser werdende tägliche Wettervorhersage sagt mir, dass man das Wettersystem schon ganz gut verstanden hat. Vollständig nicht, das scheint sowieso unmöglich zu sein. Aber die Prognosen auf die Effekte verschiedener Treibhausgasgehalte sind m.E. tatsächlich ernst zu nehmen.

Derweil die Klimawissenschaft durchaus ja wirklich keine genauen Zahlen liefern kann. Aber eben einen konkreten Bereich, bei einer Vordopplung der Treibhausgaskonzentratione eben eine Erwärmung von 2.0° bis 4.5°. Auch angesichts dieser Unsicherheit macht es durchaus Sinn, mit der Umsetzung der Energiewende auf Sicht zu fahren. Und auch darauf zu achten, dass wir uns dabei nicht wirtschaftlich überfordern.

Ob wir das Geoengineering in Form der Schwefelsäurenausbringung in die Stratosphäre noch brauchen werden, dass werden doch erst die nächsten Jahrzehnte zeigen. Einmal wie heiß es wirklich noch wird, und welche Folgen dies auf die Niederschlagsverteilung und damit auf die Landwirtschaftlichen Erträge hat.

Möglicherweise ist eine Stabilisierung der Temperaturen auf 1.5° schon sinnvoll. Das müssten wir mal genau beobachten, je nachdem, wie denn die nächsten 10 Jahre so werden.



Kommentar vom 20.12.2023 17:07
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/die-wissenschaft-vom-freien-willen-wie-psychologie-hirnforschung-und-gesellschaftliche-praxis-zusammenpassen/#comment-86214

@Elektroniker 20.12. 10:05

„Es ist die Frage (an Physiker), ob es überhaupt Prozesse ohne absolut jegliche Kausalität geben kann?“

Naja, der Quantenzufall soll doch in sich selbst liegen. Mit welchen Ergebnissen jetzt genau die Wellenfunktionen zusammenbrechen, ist doch absolut unberechenbar. Man hat hiermit auch tatsächlich zu tun, etwa wie genau das Pixelrauschen einer Digitalaufnahme bei schlechten Lichtbedingungen aussieht. Wo hier genau welche Pixelaktivierung stattfindet, ist absolut unberechenbar.

Entsprechend wirkt dies insbesondere beim Betrieb von Nervensystemen auch in größere Bereiche hinein. Entsprechend kann das konkrete Ergebnis einer bestimmten Überlegung davon mitbestimmt werden. So werden auch makroskopische Skalen vom Quantenzufall verändert.

Und wenn der Quantenzufall dann doch von Geisteswelten auf seinen Einfluss im Makroskopischem hin gezielt gesetzt werden kann, dann haben wir hier zusätzlich eine ganz andere Welt von Kausalität realisiert.

So basiert dann vieles auf „Gott“, wenn man es denn so nennen will. Und ist neben dem wirklichem Quantenzufall und der Systematik unserer Strukturen mit in der Rechnung.

Insbesondere wenn es um Inspiration geht, wird dieses dann sogar zur alltäglichen Lebenspraxis. Nicht nur in der Kunst. Vielleicht auch in der Kunst des Lebens.



Kommentar vom 20.12.2023 13:22
https://scilogs.spektrum.de/meertext/cop28-in-dubai-zwischenstand/#comment-1915

@Lopez 20.12. 08:57

„...könnte das Medikament schlimmer sein als die Krankheit bzw. die Lösung schlimmer als das Problem.“

Tja, was sollen wir machen. Der Planet ist wirklich schwer krank. Wir müssen einfach auch Risiken eingehen. Solange wir realistisch bleiben, und z.B. den Schwefelsäureneinsatz auch wieder einstellen, sobald sich zeigt, dass der dadurch verursachte Schaden doch größer ist als der Nutzen, dann geht es ja noch. Die Klimamodelle sehen hier allerdings keine Probleme.

Eine Erwärmung von 2.5° oder 3.0° jedenfalls ist da ganz klar sehr gefährlich, sagen jedenfalls die Klimamodelle. Und die sind hier nun mal die einzige wirkliche Evidenz, die wir haben. Wir haben keine große Wahl, insbesondere nützt es garantiert gar nichts, überhaupt nichts zu unternehmen, und weiter munter immer mehr Treibhausgase zu produzieren.

Das selbe gilt für PV-Module, Windräder und Lithiumbatterien. Wir müssen hier gründlich gucken, was konkret passiert und wie die Bilanz der eingesetzten Technik aussieht.

Wenn etwa die Bäume, die einem Windrad weichen müssen, mehr CO2 verursachen als das Windrad an Einsparung einbringt, dann wäre das Windrad in der Tat sinnlos. Was allerdings keineswegs wirklich der Fall sein dürfte.

Was den Verbrauch von Rohstoffen wie Kupfer oder Lithium betrifft, da muss man natürlich schon bei der Herstellung darauf achten, dass dieses möglichst vollständig recycelt werden kann.

Was am ehesten recht wirkungsarm ist, dass sind Privatautos auch in der Batterieversion. Einfach weil diese im Schnitt nur eine Stunde am Tag in Betrieb sind, und dann nur zu 25% besetzt sind. Das ist schon mal eine grundsätzliche erhebliche Verschwendung, die der Einsatz von grüner Technik nicht so leicht ausgleichen kann.



Kommentar vom 20.12.2023 00:45
https://scilogs.spektrum.de/meertext/cop28-in-dubai-zwischenstand/#comment-1894

@Lopez 19.12. 20:55

„Denn jeder kann wohl oder übel zum Beispiel bei der Mobilität, beim Heizen, bei der Kommunikation und überhaupt bei den vielen Konsumgütern des Alltagslebens Abstriche machen, das ist meiner Meinung nach nicht das größte Problem.“

Ja wenn das schon mal laufen würde, und zusätzlich entsprechend viel PV und WKA installiert wird, dann sind wir doch auf einem guten Weg. Bei hinreichend Zubau kann man dann auch die anfallenden Überschüsse in Wasserstoff umwandeln, und daraus noch weitere Energieträger machen. Etwa synthetisches Kerosin für Flugzeuge oder andere Kohlenwasserstoffe für allerhand Kleingeräte und für Oldtimer.

„Abstriche bei der täglichen normalen Kalorienzufuhr sind aber nicht möglich ohne die gesundheitlichen Gefahren der Mangelernährung hervorzurufen,…“

Natürlich sind hier keine Abstriche akzeptabel. Notfalls muss noch ziemlich lange der Diesel für die Landmaschinen, die Treibstoffe für den Transport sowie auch die Düngemittelproduktion auch noch weiter mit fossilen Energien gewährleistet sein, solange hier keine bezahlbaren synthetischen Kraftstoffe in genügender Menge zur Verfügung stehen.

Das können wir nur nach und nach ersetzen, also z.B. mit Lithimbatterien und/oder Wasserstoff. Was aber erst aktuell wird, wenn genug regenerative Energieproduktion installiert ist, und die Landwirte ihre alten Maschinen ersetzen müssen und sich sowieso neue anschaffen müssen.

Wenn das alles sehr viel länger dauert, dann geht es auch eben nicht schneller. Auf jeden Fall geht es schneller, je aktiver wir hier in entsprechende Technik investieren, und je erfolgreicher wir es schaffen, verzichtbaren Konsum zu reduzieren.

So oder so, je mehr Treibhausgase wir noch in die Luft blasen, desto heißer wird es am Ende werden.

Oder wir beschließen, jede Menge Schwefelsäure in der Stratosphäre auszubringen. Es würde nur 20 Milliarden € im Jahr kosten, um so die Weltdurchschnittstemperatur um 1° zu kühlen. Das wirkt sofort, muss aber regelmäßig fortgesetzt werden, weil die Schwefelsäure in ein paar Jahren wieder runter kommt. So könnten wir die Welttemperatur auf 1.5° stabilisieren, indem wir den weiteren Treibhausgasen einfach kühlende Schwefelsäure entgegensetzen.

Dieser Geoengineeringansatz kann freilich je kleiner ausfallen, je mehr wir weitere Reduktionen an Treibhausgasemissionen reduzieren können. Und der Schwefelsäureneinsatz muss auch noch so lange fortgesetzt werden, bis wir die Treibhausgase selber wieder aus der Atmosphäre herausgeholt haben. Das kann dann dauern und auch noch richtig teuer werden.

Ein Ende der Nutzung von fossilen Energieträgern werden wir so nicht los, aber das Ausmaß des Klimawandels kann mit dem Schwefelsäureneinsatz durchaus entschärft werden. Als Ergänzung zur Energiewende kann ich mir das eigentlich ganz gut vorstellen, als Ersatz eher nicht.



Kommentar vom 19.12.2023 14:55
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/die-wissenschaft-vom-freien-willen-wie-psychologie-hirnforschung-und-gesellschaftliche-praxis-zusammenpassen/#comment-86088

@Viktualia 19.12. 12:25

„Ich kann mich “nur” für oder gegen Reflexion entscheiden – und das formt mein “Schicksal”, bestimmt dann mein Leben.“

Was jetzt erst einmal grundlegend ist. Ohne dem kann das nichts werden.

„Sich für “Gut oder Böse” entscheiden zu wollen ist Unsinn, dafür ist die Realität zu komplex.“

Hier kann man allerdings auch durchaus den eigenen Horizont entdecken. Je nachdem, wie man den wirklich heranzieht. Was dann neben einem möglichen Gemeinsinn auch eine ganz andere persönliche Lebensperspektive einschließen kann.

Wenn ich einen kosmischen Horizont realisiere, dann wird auch mein Mikrokosmos größer. Und wenn ich einen planetaren Horizont entwickle, dann kann ich auch z.B. verantwortlich mit meinen Beiträgen zur Energiewende umgehen.

Gut und Böse in diesem Sinn, als Ziel eigenen Handelns und als Teilhabe an Größerem kann dann schon definierbar werden. Nicht in jeder Beziehung, aber es gibt da durchaus Möglichkeiten.



Kommentar vom 19.12.2023 14:01
https://scilogs.spektrum.de/meertext/cop28-in-dubai-zwischenstand/#comment-1740

@Lopez 19.12. 08:21

„Solange keine grundlegenden und verantwortungsbewussten Studien und Szenarien über die Auswirkungen der drastischen Verteuerung oder des Ausstiegs aus den fossilen Energien für die Bevölkerung vorliegen, werden solche Ziele wohl für die Mehrheit der Menschen die Pläne von Traumtänzern sein.“

Planbarkeit ist hier in der Tat schwierig. Vor dem Ukrainekrieg hat man auf Gaskraftwerke als billiges Backup für immer mehr PV und WKA gesetzt, dass gibt es jetzt so nicht mehr. Angesichts der jetzt höheren Energiepreise lohnen sich jetzt zwar PV und WKA sogar finanziell, allerdings hapert es hier bei den Baugenehmigungen, und an der Trägheit der Menschen.

Batteriefahrzeuge sind auch nicht ultimativ, ein eigener PKW ist auch in dieser Version eine ziemliche Verschwendung. Besser wären autonome Sammeltaxis. Man bereitet sich derzeit auf mehr elektrische Wärmepumpen vor, und plant schon mal ein Wasserstoffnetz.

Wir können hier offenbar nur auf Sicht fahren. Zubau von PV und WKA und neue Stromtrassen sind aktuell in jedem Fall keine Fehlinvestition, so kommen wir tatsächlich vorwärts.

Letztlich ist die Energiewende ein globales Projekt, und entsprechend komplex. Wenn hier alles ungefähr in der richtigen Reihenfolge gemacht wird, dann kommen wir auch ohne einen genauen Plan hin. Jeder macht was er kann, dann wird das auch was.

„Ein kompletter Ausstieg hätte für Landwirtschaft, Industrie und Logistik verheerende Folgen und würde für Millionen bzw. Milliarden von Menschen Tod und Elend mit sich bringen.“

Ist klar, wenn wir von jetzt auf gleich die Nutzung fossile Brennstoffe verbieten würden, dann wäre das das Ende der Zivilisation. Es gibt aber niemanden, der das fordert. Wenn die Steuern auf Treibhausgasemissionen langsam steigen, wird manches erst teurer, wird dann schneller mit regenerativen Lösungen ersetzt, und kann am Ende so gut weiter funktionieren wie gehabt. Gewisse Wohlstandsabstriche hätte eine konsequente Energiewende allerdings schon zur Folge.

Fliegen z.B. wird wohl auf jeden Fall teurer werden und teurer bleiben.

Ein ungebremster Klimawandel allerdings hätte weit gravierende Auswirkungen, auch auf den Wohlstand.

Und wenn wir gute Radwege in den Städten und selbstfahrende Sammeltaxisysteme hinbekommen, dann kann man wirklich komfortabel ohne eigenes Auto klar kommen. Dann spart man vermutlich sogar mehr Geld ein, als was die ganze sonstige Energiewende kostet, und hätte am Ende sogar mehr Wohlstand. Oder man kann weniger Arbeiten, jeder wie er will.

Insbesondere hätten Städte mit nur noch wenigen Privatautos sehr viel mehr Platz für Radwege, auf denen es richtig Spaß zu fahren macht, und jede Menge Platz für Grün zum verweilen und für ein angenehmeres Stadtklima. Das wären dann nochmal ziemlich relevante Nebeneffekte.



Kommentar vom 19.12.2023 01:30
https://scilogs.spektrum.de/relativ-einfach/berichterstattung-ueber-kernfusion-vor-einem-jahr-die-verflixte-energiebilanz/

@Bednarik 18.12. 07:19

„10 Megatonnen TNT Äquivalent sind 4,184 mal 10 hoch 16 Joule. Das würde für 4,184 mal 10 hoch 7 Sekunden oder 484 Tage mit 1 GW ausreichen.“

Die Russen hatten eine 3-Phasen-Bombe mit 150 MT in Planung. Da hat aber der Chefentwickler gestreikt, weil eine derartige Atmosphärenexplosion dieser gewaltigen Größe weltweit 100.000 Opfer gefordert hätte, obwohl das Testgebiet in einer menschenleeren Gegend in der Arktis lag.

Wenn man jetzt 4 Stück von solchen Bomben in vielleicht 3 oder 6 km Tiefe zündet, dann kommen wir auf 600 MT, und aus 484 Tagen mit 1 GW werden in etwa 80 Jahre. Man könnte hiermit also tatsächlich dauerhaft ein Großkraftwerk betreiben. Noch dazu ein Backupkraftwerk, dass schnell rauf und runter geregelt werden kann.

Dumm nur, dass die anfallende Radioaktivität nicht nur beim Wärmetausch im Untergrund mit nach oben kommt, sondern über Jahrtausende auch irreguläre Wege zur Erdoberfläche finden kann. Eventuell sind hier allerdings langlebige Radioaktive Elemente wesentlich weniger dabei wie beim herkömmlichem Atommüll von Uran-Reaktoren.

Aber immerhin hätte man so die Kernfusion im industriellem Maßstab auf die Erde geholt. Auf die einfachste weise, die man sich vorstellen kann. Das könnte sogar Indien noch hinbekommen. Die Energiebilanz ist entsprechend hervorragend, die kleine Fissionsladung zur Zündung des Fusionsmaterials ist vergleichsweise winzig.



Kommentar vom 18.12.2023 16:12
https://scilogs.spektrum.de/meertext/cop28-in-dubai-zwischenstand/#comment-1726

@hto 16.12. 17:22

„In einer eigenverantwortlichen Ökonomie des ganzheitlich-ebenbildlichen Wesens Mensch, mit einer entsprechenden Basissicherung, könnte/wird…“

Wie hier der Mensch zur Verantwortung gebracht werden könnte, wäre in der Tat interessant. Weniger Erwerbsdruck wäre sicherlich erleichternd.

Überhaupt einfach mehr Zeit zur Besinnung? Die Arbeit müsste hier besser verteilt sein. Hier ist teilweise aber auch wieder der Einzelne gefragt, auf der Basis von entsprechend weniger Konsum auch weniger Arbeitszeiten auszuhandeln. Dann bleibt auch mehr Arbeit für die übrig, die etwas weniger konkurrenzfähig sind, ob jetzt im eigenen Land, an den Rändern der EU oder im globalen Süden.

Ansonsten, einfach Bildung und Kultur. Mögen die neuen Medien und die KI vernünftig aufgesetzt der Vernunft mehr Raum geben, als was hier die aktuellen Digitalkonzerne so anrichten.



Kommentar vom 18.12.2023 13:44
https://scilogs.spektrum.de/hier-wohnen-drachen/das-quantenraetsel-mein-sachbuch-roman-ist-da/#comment-823

@Bednarik 18.12. 03:55

„Wenn man Stützpunkte bei allen nahen Sternen anlegen würde, dann würden sich diese Stützpunkte im Laufe der Zeit ganz von selbst in der Galaxis verteilen.“

Hört sich gut an. Das einzige was wir dann wirklich noch brauchen ist ganz viel Zeit. Und eben Weltraumhabitate, die halbwegs lebenswert sind und mindestens 10.000 Jahre autark in Betrieb sein können, auch jenseits des Lichtes von Sternen.

Allerdings, je weniger Zivilisationen es in der Milchstraße gibt, desto sinnvoller wäre eine Besiedlung durch uns Menschen. Und je mehr Zivilisationen es gibt, desto eher bleibt uns nur ein kleiner Teil zu besiedeln, und umso eher gibt es bereits eine Art galaktisches Internet, das einen riesigen Fundus an Informationen über fremde Natur und Kultur umfassen kann.

Die Unsterblichkeit hat sicher auch Nachteile. Erstens müssen wir uns immer wieder gegen neue Krankheiten wehren, was eben entsprechende Sterblichkeit bei vielen Individuen erzwingt, die dann mit Kindern der Überlebenden ausgeglichen werden müssen. Außerdem werden Menschen unflexibel, je älter sie werden. Wirklich neue Zeiten brauchen entsprechend neue Menschen, die sich von klein auf hier sozialisieren und sich in die neuen Zeiten einleben.

Und wie gesagt, befürchte ich mit zunehmender Lebenserwartung auch die Zunahme einer gewissen Lebensmüdigkeit.

Derweil KI und Roboter inklusive von interstellaren Robotersonden womöglich das meiste erledigen werden. Wir Menschen werden irgendwann nur noch gebraucht, um unser Vergnügen mit der Technik und den künstlichen wie den natürlichen Lebensräumen zu haben. Sozusagen als Galaktische Spaßgesellschaft.



Kommentar vom 17.12.2023 18:12
https://scilogs.spektrum.de/hier-wohnen-drachen/das-quantenraetsel-mein-sachbuch-roman-ist-da/#comment-819

@Bednarik 17.12. 11:56

„Was können wir gegen die Ausbrüche der Riesen-Calderen unternehmen?“

Wenn es nicht allzu dunkel davon wird, dann kann man einfach eine Menge Methan freisetzen, das hält die Erde warm und würde binnen einiger Jahre in der Atmosphäre wieder abgebaut. Außerdem würde synthetische Nahrung weiter produziert werden können, solange die PV und WKA noch genug Energie liefern. Auch die Landwirtschaftlichen Erträge fallen nicht ganz weg, wenn es eben nicht zu kalt wird, und noch Licht genug da ist.

„Wenn alle Menschen in einem einzigen Sonnensystem festsitzen, dann könnten alle von einem nahen Supernova-Ausbruch oder etwas ähnlichem erwischt werden.“

Wenn sich wie gesagt regelmäßig neue Zivilisationen bilden, dann müssen wir nicht ewig existieren.

Wenn man freilich viele Exoplaneten hätte, auf denen es zwar lebensfreundlich ist, aber nur Mikroben existieren, dann könnte man die besiedeln. Falls es allerdings überhaupt funktioniert, dass sich zwei unabhängig voneinander entstandene Biosphären überhaupt irgendwie vertragen.

Wenn nicht, dann kann man nur lebensfreundliche Planeten besiedeln, auf denen sich noch gar kein Leben entwickelt hat.

So oder so braucht das aber eine lange Vorbereitung, bis man hinreichend Sauerstoff in der Atmosphäre hat. Die Algen und Pflanzen, die man zunächst mal ansiedeln müsste, die werden vermutlich ziemlich lange brauchen, bis wir da einziehen können.

Dann wären diese Planeten allerdings auch wunderbare Lebensräume für uns und die Tiere und Pflanzen, die wir mitbringen. Einfach Lebensqualität. Das nackte Überleben ist vielleicht gar nicht selbstverständlich sinnvoll, ein gutes Leben für die konkreten Menschen aber wohl auf jeden Fall. Und vermutlich auch für die mitgebrachten Tiere und Pflanzen.

„Man gestaltet sein genetisches Material einfach selbst um.“

Ich bin mir nicht sicher, ob unserer Biologie wirklich viel hinzuzufügen wäre. Gerade unsere Sterblichkeit hat auch seine Vorzüge. 120 Jahre mag man noch aushalten, aber wenn wir theoretisch 150 Jahre schaffen können, werden sich viele von uns vielleicht irgendwann aus buchstäblicher Lebensmüdigkeit selbst töten wollen.



Kommentar vom 17.12.2023 00:45
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/ki-medienethik-was-bedeutet-die-globale-partnerschaft-von-openai-chatgpt-und-axelspringer-se/#comment-142918

@Unabhängigkeit von IT-Konzernen

Praktischerweise wären vernünftige Soziale Plattformen allgemeinfrei in Open-Source geschrieben. Das ist dann nicht nur kostenlos und sicherer, es kann jeder weiter entwickeln, jeder kann gucken, was hier im Detail passiert, und welche Daten hier genau gesammelt werden, und was damit gemacht wird.

Ich nutze das ja längst neben Wikipedia täglich mit Linux als Betriebssystem, mit OpenOffice für Textarbeiten, Gimp für Grafiken und Mozilla als Browser.

Es fehlen noch offene Betriebssysteme fürs Smartphone, ein Ersatz für Googlemaps ohne Datenklau, soziale Plattformen aller Art und eben auch KI-Projekte, die ganz vorne mitspielen.

Ich dachte eigentlich an die EU, dass die hier mal entsprechende Open-Source-Entwicklungen fördern könnte. Für die Betriebskosten, aber auch für die Arbeit der Entwickler.

Soviel würde das allerdings gar nicht kosten, dass hier eigentlich schon ein einzelnes Bundesland mehr als genug Geld hätte, um diese Projekte so zu fördern, dass sie realisierbar werden. Immerhin sind in Deutschland die Bundesländer sogar zuständig für Bildung und Medien.

Ich lese derzeit auch tägliche Nachrichten sowieso schon bei wdr.de, da stehen immer die wichtigsten Neuigkeiten, die mich interessieren. Das sind alles im wesentlichen Inhalte, aber auch die Technik ist Teil des Mediums IT, und braucht einfach eine öffentliche Implementierung in allen relevanten Bereichen.

Wenn wir weiter IT-Monopolisten die Medientechnik überlassen, dann wird das vermutlich kein gutes Ende nehmen. Was nützt es uns, wenn wir hier frei Inhalte einstellen können, aber keine Ahnung haben, wie das denn jetzt konkret vernetzt wird.

Auch Amazon finde ich sehr suboptimal, ich nutze das auch einfach gar nicht. Wenn ich was online bestelle, dann immer direkt beim Hersteller. Und am liebsten gehe ich in den Laden, und kaufe alles was noch geht offline ein.



Kommentar vom 16.12.2023 14:50
https://scilogs.spektrum.de/meertext/cop28-in-dubai-zwischenstand/#comment-1717

@hto 15.12. 23:05 / 16.12. 07:33

„..wo die Regularien eines Gemeinschaftseigentums im Sozialismus/Kommunismus gänzlich ohne Steuern zahlen, usw. sein müssen und können.“

Ich kann mir schlecht eine Wirtschaft ohne Geld vorstellen, und dann braucht es auch Geldkreisläufe und damit Steuern. Gerne dann aber mehr auf die Nutzung von Allgemeinressourcen, und weniger auf Arbeitseinkommen. Und ich finde es ziemlich erfolgreich, wenn Firmen in Eigenverantwortung innerhalb eines gewissen Wettbewerbs selber gucken können, wie sie ihre Produkte gestalten und realisieren.

Mit reinen Staatsbetrieben läuft es eher nicht so gut, gerade mal etwas besser als mit Monopolisten. Wo der Wettbewerb funktioniert, da läuft es gleich viel besser.

„...die Schöpfung des holographischen Universums hat mehr Sinn als nur die zufällige Einmaligkeit!?“

Dem kann ich nur zustimmen. Hier vermute ich ganze Geisteswelten, die uns und unseren ganzen Planeten bereichern.

„darf die Verantwortung nicht durch Kreuzchen auf dem Blankoscheck an die parlamentarisch-lobbyistischen “Treuhänder” übergeben/delegiert werden“

Mit fällt hier nichts Besseres ein, außer den Experimenten mit den Bürgerräten. Wenn hier wirklich der Bürger repräsentiert ist, dann wäre der Rat der Bürgerräte durchaus wertvoll, und man könnte gucken, ob der nicht nur seine Meinung kundtut darf, sondern auch ein gewisses Mitspracherecht bei Gesetzesvorhaben bekommen kann.

Ansonsten tut es die unperfekte Demokratie auch halbwegs. Wenn denn nur der Wähler mal wählerischer wäre, und auch verantwortlicher, dann liefe es doch gleich schon viel besser. Und wir haben auch durchaus Macht als Konsumenten. Wenn wir wirklich schon mal einsehen, dass Privatautos zu verschwenderisch sind, und der Privat-PKW-Bestand die nächsten Jahrzehnte wirklich immer mehr zurückgeht, dann hätte es die Politik und die Autolobby durchaus schwer, dem entgegen zu wirken.



Kommentar vom 16.12.2023 14:06
https://scilogs.spektrum.de/hier-wohnen-drachen/das-quantenraetsel-mein-sachbuch-roman-ist-da/

@Bednarik 16.12. 07:19

Dann besser mehr Hähnchen und Eier essen. Das Einzellerprotein wird nur als Futtermittel verwendet, das lässt darauf schließen, dass es nicht wirklich gut schmeckt. Aber das kann ja noch werden.

„Meiner Meinung nach, wird die unsterbliche Menschheit in riesigen Weltraum-Habitaten langsam durch die Galaxis reisen, weil das interessant ist.“

Wenn es wirklich groß und komfortabel ist, dann wird man vielleicht so leben wollen. Aber an die Qualität der Erde mit ihren mannigfaltigen Naturräumen kommt man nicht heran.

Wer weis, wenn Menschen hunderte Millionen Jahre in Weltraumhabitaten leben, könnte sich der Körper an Schwerelosigkeit anpassen und sich z.B. die Beine zurückbilden.

Jetzt ist es aber auch noch eine besondere Aufgabe, das gesamte Material der Habitate über hunderttausende Jahre immer wieder wirklich hundertprozentig zu recyceln.

Man wird so wohnen können, das eher stationär in einer Umlaufbahn um die Sonne, dann hat man stets Sonnenenergie zur Verfügung. Auf Reisen im interstellaren Raum muss man schon eigene Kernfusionsreaktoren mitnehmen.

Ich bin mir aber unsicher, ob eine Reise wirklich interessant ist. Informationen über das Leben auf Exoplaneten können genauso gut von Robotersonden eingesammelt und verteilt werden.

Unterm Strich könnte hierbei herauskommen, dass man auf solche Habitate komplett verzichtet, weil sie schlichtweg nicht hinreichend Lebensqualität bieten. Wenn sich immer wieder auf fernen Planeten neues intelligentes Leben entwickelt, dann ist das überhaupt kein Problem mehr, wenn wir irgendwann aussterben, sobald die Sonne zu heiß geworden ist für Leben auf der Erde. Eine Milliarde Jahre Zeit für Menschen könnte genug sein.

Umso wichtiger wäre es, dass wir unseren Planeten in den nächsten Jahrzehnten eben nicht selber zerlegen.

Ein intergalaktischer Informationsaustausch über tausende von Zivilisationen hinweg, der wäre aber total interessant und auch weiterführend. Und der lässt sich komplett mit Robotersonden realisieren, dafür muss der Mensch selbst die irdische Superkomfortzone nicht verlassen.

Nur wenn wir wirklich alleine in der Galaxis sind, dann macht es Sinn, uns weiter auszubreiten und vor allem möglichst ewig weiter zu existieren. Gibt es genug andere, und kommen immer wieder neue dazu, dann reicht das doch, wenn jede Zivilisation ihre Zeit auf ihrem Planeten hat.



Kommentar vom 16.12.2023 00:53
https://scilogs.spektrum.de/hier-wohnen-drachen/das-quantenraetsel-mein-sachbuch-roman-ist-da/#comment-813

@Julian 15.12. 08:12

„…warum sollte es in Zukunft nicht möglich sein, wohlschmeckende Kirschen zu synthetisieren, ohne lästiges Beiwerk wie Kirschkerne?“

Ich schätze mal, dass es schon eine große Herausforderung ist, wenn die Bakterienkulturen überhaupt halbwegs schmackhaft und bekömmlich sind. Wenn die Varianten nur begrenzt sind, dann wird man diese Produkte wahrscheinlich sehr schnell leid. Entsprechend ist dann noch reichlich Bedarf nach Pflanzlicher und auch mal Tierischer Kost.

Man kann jetzt schon sehr viel mit Lebensmittelchemie machen, aber so überzeugend finde ich diese Produkte alle nicht. Ich nutze eher wenig verarbeitete Kost, dieses allerdings auch aus Kostengründen, aber auch, weil das schnell langweilig wird.

Die beste Panade für panierte Schinkenschnitzel ist mit Ei und Semmelbrösel selbst gemacht, und kostet weniger als die fertig panierten Schnitzel aus der Tiefkühlung.

Es kommt auch erstmal gar nicht darauf an, dass wir größtenteils nur noch Bakterienkost essen. Eine Halbierung der nötigen Anbauflächen hätte schon genug Potential, dass sich alle Naturräume gründlich erholen können.

Was in 2100 sein wird, da geht dann womöglich wirklich noch mehr. Mit Designerbakterien aus der Genscherenküche, die eventuell noch Geschmacksnoten mitbringen, die es in der Natur so gar nicht gibt. Was Bakterien und Pilze mit Schinken und vor allem mit Käse so machen können, gehört jetzt schon zu dem Vielfältigsten, was man in der Küche nutzen kann.



Kommentar vom 15.12.2023 14:59
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/dank-fuer-eine-evangelische-kachel-der-hoffnung-frohe-weihnachten/#comment-142888

@PrinterAngel 15.12. 10:24

„Es sind zwei völlig unterschiedliche Erwartungen “jährliches Wirtschaftswachstum und eine bessere Zukunft für die Kinder”; derzeit sind es sogar sich ausschließende Aussichten.“

Ja reicht hier denn nicht einfach die Einsicht in letztlich physikalische Realitäten, um diesen Widerspruch aufzulösen? Wir brauchen nicht nur immer höher, schneller, weiter, wir brauchen inzwischen auch die Dimension smarter.

Aus ziellosem Wachstum werden dann hinreichende Investitionen in grüne Technik. Und aus weniger Umsatz wird mehr freie Zeit, die auch den Kindern mehr vom wirklichem Leben lassen kann. Ein weniger am Umsatz, neben dem Einsatz besserer Technik, führt dann tatsächlich zu freier Zeit.

Wenn das denn keine Aussicht ist, was dann? Was sagen denn die heutigen jungen Leute dazu? Wie es den Kindern besser geht, einfach mal auch die Kinder fragen?

Wenn wir einfach nur schon mal den Privatautoverkehr überwinden täten, ergeben sich ganz neue urbane Horizonte, und mit dem damit eingespartem Aufwand an Geld, Arbeitskraft und Rohstoffen ließe sich vermutlich die gesamte Energiewende realisieren.

Mit der Konsequenz, eben auf die Dauer sogar weniger arbeiten zu müssen. Bei den heutigen digitalen Möglichkeiten kein Problem von Langeweile mehr, schätze ich mal. Man sollte da mal gucken, was wirklich möglich ist, was wirklich funktionieren kann und was wir und unsere Kinder wirklich davon haben werden.

Eine Perspektive auf diesem wunderbaren Planeten ist mehr, als ich mir je vorstellen kann. Wie hier manche Religionsvarianten den Menschen verteufeln, das hilft wirklich nicht mehr weiter. Wobei allerdings grundsätzlich Hoffnung auch auf tatsächliche Unterstützung des Menschen durch Geisteswelten durchaus richtig hilfreich sein können.

Und wenn es nur genug Inspiration ist, wie man die Herausforderungen technisch und politisch umsetzen kann.



Kommentar vom 15.12.2023 13:05
https://scilogs.spektrum.de/meertext/cop28-in-dubai-zwischenstand/#comment-1712

@hto 13.12. 17:44

„Sie ist absolut nötig, um die Rationalisierungsgedanken und Unterdrückungsmechanismen / Ränkespiele im Keim vor der falschen Richtung zu verhindern.“

Ich denke nicht, dass das nötig ist. Mit den richtigen Rahmenbedingungen kann Wettbewerb günstig wirken. Verantwortung ist viel mehr gefragt, und das bei allen Beteiligten. Wenn die EU z.B. die sozialen Plattformen durch eigene, bessere Lösungen ersetzt, dann fällt die meiste Desinformation schon mal weg.

„...denn Überbevölkerung, Nahrungsknappheit und Ursache des Klimawandels ist die heuchlerisch-verlogene Propaganda der systemrational-gebildeten Suppenkaspermentalität für die wettbewerbsbedingte Symptomatik!!!“

Überbevölkerung liegt an übermäßiger Vermehrung, Nahrungsmittelknappheit wiederum an Überbevölkerung, aber auch an Essgewohnheiten und Anbaumethoden, und der Klimawandel an Treibhausgasemissionen. Ob dieses sozialistisch oder marktwirtschaftlich organisiert wird, das macht keinen Unterschied.

Das einzige was wirklich hilft, ist wenn Menschen Verantwortung übernehmen. Ob als Wissenschaftler, Konsument, als Mitarbeiter oder Eigentümer von Unternehmen oder als Regierung. Das wirkt alles in dieselbe Richtung.



Kommentar vom 15.12.2023 00:49
https://scilogs.spektrum.de/hier-wohnen-drachen/das-quantenraetsel-mein-sachbuch-roman-ist-da/#comment-806

@Julian 14.12. 07:43

„...und der Mensch bezieht nur mehr synthetische Nahrung.“

Ob das denn schmeckt, gesund ist und nicht viel zu teuer, das wird sich erst zeigen. Sehr zu wünschen wäre es. Ich kenne jetzt nur das eine Projekt, bei dem ehemalige Bodenbakterien ganz direkt grünen Wasserstoff als einzige Energiequelle nutzen, ansonsten nur dieselben Nährstoffe wie Pflanzen brauchen. Das wäre insbesondere besonders interessant, wenn gleich tierisches Eiweiß und tierische Fette hergestellt würden.

Dann spart man nicht nur die Ackerfläche, die die Futterpflanzen brauchen, auch muss man die Tiere nicht mehr unterbringen, pflegen, schlachten und zerlegen.

Ausgemacht scheint mir das aber noch nicht zu sein, ob das alles so funktioniert.

„Es können sich wieder Wälder ausbreiten und CO2 binden.“

Auch Wiesen sind ein natürlicher Lebensraum, der speziell in Europa sogar sehr viel artenreicher als die heimischen Wälder ist. Entsprechend wäre es sogar gut, wenn hier auch Wiesen erhalten bleiben. Und da kann man dann auch Grasfresser halten, die gehören einfach zur Wiese dazu. Und wenn die Milch und das Fleisch schmeckt, dann kann man dieses gerne weiter nutzen. Richtig bewirtschaftet können auch Wiesen Kohlenstoff speichern.

Auch gewisse Mengen an Getreide und vor allem Obst und Gemüse wäre weiterhin eine Wohltat für die Vielfalt unserer Speisekarte.

Wenn man also konkret in Deutschland mit einer Halbierung der landwirtschaftlichen Produktion hinkommt, und wir uns zukünftig immerhin zur anderen Hälfte von diesen Bakterienkulturen ernähren, dann hätten wir schon fast einen optimalen Naturzustand.

Wohl auch Weltweit. Wenn freilich alle genug Geld haben, sich auch Fleisch leisten zu können, dann kann der Anteil an Bakterienkost auch auf bis zu 75% steigen, und die ganze Welt wäre ökologisch wieder richtig entspannt auf einem guten Weg.

Mit 90% Bakterienkost könnten wir auch die Weltbevölkerung noch mal verdoppeln. Aber, die Frage ist, macht das Sinn? Jedenfalls wären Kolonien im freiem Weltall bzw. Raumschiffe, die Jahrtausende autark betrieben werden können mit diesen Bakterienprodukten auch denkbar. Aber auch hier die Frage: Macht das überhaupt Sinn.

Das Leben auf der Erde mit Sonne, Wind, Regen und reichhaltige Natur und reichhaltigem sehr leckerem Essen, ist klar lebenswert. Im Weltall wäre vielleicht ein Leben möglich, aber eventuell doch so beengt und unkomfortabel, dass man so nicht sein ganzen Leben verbringen will. Und wenn da keiner wirklich Lust zu hat, dann können wir uns das sparen.

Roboter mit hinreichend Intelligenz wird es vermutlich schon geben, wenn wir entsprechende Raumfahrzeuge noch gar nicht bauen und schon gar nicht finanzieren können. Ich bin mir auch recht sicher, dass nie ein Mensch zum Mars fliegen wird. Die Roboter können es schon bald einfach besser. Und sind dabei mindestens 100 mal billiger zu transportieren, weil sie nur Strom brauchen und auch weil sie keine Rückfahrkarte brauchen.



Kommentar vom 13.12.2023 17:18
https://scilogs.spektrum.de/meertext/cop28-in-dubai-zwischenstand/#comment-1699

@hto 13.12. 16:04

„...auf der absolut machbaren Basis eines UNKORRUMPIERBAREN Menschenrechts zu KOSTENLOSER Nahrung, MIETFREIES Wohnen und ebenso KASSEN-/KLASSENLOSER Gesundheit organisiert wird…“

So kommen wir hier endlich mal etwas vorwärts. Wenn man entsprechend anfangen würde, dann wären die ersten Schritte, das hier beschriebene Existenzminimum immer weniger zu besteuern, auf Kosten von Steuern auf die Nutzung von Ressourcen und Verschmutzungsrechten, die auch zunehmend global erhoben und als Förderung des notwendigen Minimums global verteilt werden können.

„Die konsequent ökonomisch-ökologische Kollektivierung der Schlüsselresourcen, bringt den Menschen dann alle wirklich-wahrhaftigen Freiheiten und Sicherheiten.“

Das gilt es offenbar sinnvollerweise weltweit anzustreben, und langsam aber sicher in die Tat umzusetzen. Also erstmal Lohnsteuern runter und CO2-Steuern und Ressourcennutzungssteuern rauf, und diese Einnahmen auch durchaus zunehmend globaler verteilen.

Wenn dann auch noch die Menschen ihren eigenen Konsum überprüfen, und sich eventuelle Verschwendung wieder abgewöhnen, dann kann das wirklich noch was werden hier auf Erden.

Eine Kollektivierung von Industriezweigen ist jetzt nur in sofern nötig, dass hier die Ressourcennutzung und die Verschmutzungsrechte abgegolten werden. Eine unabhängige Organisation der einzelnen Unternehmen ist dann kein Problem mehr. Wenn man das alles in Staatsbetriebe überführen würde, da würde ich mir Sorgen machen, dass das dann nicht mehr effektiv organisiert wird.

Darum geht es meine ich auch erstmal nicht, es geht darum, dass die Nutzung der Ressourcen zunehmend nicht mehr privatisiert wird, und diese Kollektivierung der Nutzungserträge dann immer größere Anteile der Staatsfinanzierung übernimmt. Wenn man das so macht, dann kommt man auch mit immer mehr KI klar und ist gleichzeitig nicht mehr auf immer mehr Wirtschaftswachstum angewiesen.

Es kann sein, dass wir dann tatsächlich immer weniger arbeiten werden. Angesichts der immer weiter zunehmenden Möglichkeiten, sich digital selbst zu beschäftigen, scheint mir das ein Problem zu sein, dass im Laufe der Zeit immer kleiner wird. Wenn das dann in vielleicht 30 Jahren wirklich umgesetzt wird, dann hätte sogar der Einzelne wieder Zeit, hinreichend eigene Kinder groß zu ziehen.

Wenn bis dahin das Bevölkerungswachstum auch in Afrika beendet ist, dann kann das Sinn machen, den Bevölkerungsrückgang bei uns langsam aber sicher wieder abzubauen. Weniger Stress und Arbeit werden dabei helfen.



Kommentar vom 13.12.2023 16:11
https://scilogs.spektrum.de/hier-wohnen-drachen/das-quantenraetsel-mein-sachbuch-roman-ist-da/#comment-790

@Innovationskurve von Bednarik

Im Jahr 2000 schon 50%, und bis 2100 fast alles mit 90% wird m.E. nicht hinkommen.

Ich denke eher 2000 20%, und bis 2100 50%.

Im Jahr 2000 hatten gerade mal 10 % der Weltbevölkerung überhaupt die Bildungsgrundlage, um an allgemeiner Innovation beizutragen. Das wird hoffentlich bis 2050 auf weit über 80% angewachsen sein.

Dann kommt auch noch die KI dazu, und kann hier ziemlich beschleunigend mitwirken.

Freilich geht es hier um das physikalisch machbare, was ja nun auch mit mehr Entwicklern immer dasselbe ist. Aber ich sehe hier dennoch Riesenräume, die derzeit überhaupt noch nicht angefasst worden sind.

Eine andere Frage wäre noch, was man denn noch wirklich braucht. Das ist vielleicht ziemlich wenig, aber was solls, dann ist es eben nur noch weiterer Spaß auf riesigem Niveau. Ich denke hier etwa an kilometergroße Weltraumteleskope, die uns unübersehbare Mengen an hochinteressanten Informationen aus dem ganzen Kosmos liefern können, auch wenn wir das nicht wirklich brauchen. Aber dieser kosmische Einblick wird eben dennoch unser Leben ausmachen können.

Derweil wir mit rein irdisch Notwendigem mit recht wenig ziemlich glücklich werden könnten. Hier käme ein aktueller Stand von 67% durchaus hin, wie in der Innovationskurve von Bednarik. Hier kommt dann aber eben noch der wirkliche Spaß mit sehr viel mehr dazu.



Kommentar vom 13.12.2023 13:35
https://scilogs.spektrum.de/meertext/cop28-in-dubai-zwischenstand/#comment-1694

@hto 13.12. 07:28

Auch technische Innovationen werden nur entdeckt, nicht aus dem Nichts erschaffen. Die physikalisch-technischen Möglichkeiten kann man durchaus auch als eine Ressource begreifen, die entsprechend nicht dem Entdecker alleine gehört.

Klar braucht es Anreize, Innovationen zu entwickeln, aber wenn diese hinreichend gegeben sind, dann kann man auch die Allgemeinheit daran teilhaben lassen. Und die Allgemeinheit ist nicht auf den Nationalstaat begrenzt.



Kommentar vom 13.12.2023 13:35
https://scilogs.spektrum.de/meertext/cop28-in-dubai-zwischenstand/#comment-1693

@hto 13.12. 07:28

„...im heuchlerisch-verlogenen Verhältnis 1:5 der Weltbevölkerung…“

In der Tat geht es nur einem kleineren Teil der Weltbevölkerung wirklich gut. Eigentlich sind die Ressourcen überwiegend entscheidend, wieviel Wohlstand möglich ist. Allerdings sind diese meistens in Konzessionen privatisiert, und dem Großteil der Menschen wird nur gemäß ihrer Arbeitskraft ein durchaus unzureichender Teil am erzielbaren Wohlstand zugestanden.

Zusätzlich sind die Arbeitsmärkte ziemlich unangenehm für die meisten Arbeitnehmer gestaltet.

Immer mehr KI könnte das verschärfen. Oder das Problem so deutlich machen, dass es erkannt und angegangen wird. Wenn man einfach schon mal anfangen würde, die Steuern weniger auf Arbeitstätigkeit, sondern viel mehr auf die Nutzung der eigentlich allgemeinfreien Ressourcen zu erheben. Und das damit angesammelte Kapital in Form von Unternehmenssteuern, Kapitalertagssteuern, Vermögenssteuern und Erbschaftssteuern ebenfalls wirklich maßgeblich zur Kasse zu bitten.

So könnte so viel eingetrieben werden, dass auch ein internationaler Ausgleich des allgemeinen Wohlstands möglich würde. Wie gesagt, der Wohlstand basiert neben Arbeit und technischem Fortschritt eben auch auf der Nutzung allgemeiner Ressourcen, die eigentlich allen gehören.

Auch das Öl, dass die Saudis im Boden haben, gehört eigentlich nicht unbedingt nur den Beduinen, die da zufällig wohnen. Und wenn Landwirte ihren Acker bebauen, dann nutzen auch sie eine Ressource, die nicht unbedingt ihnen alleine gehört. Eigentlich müssten die Gesellschaften hier aushandeln, wie die auf der Ressource anfallenden Erträge aufgeteilt werden.

Ebenso gilt es auszuhandeln, wer wieviel Verschmutzungsrechte bekommt, und was es hierfür zu bezahlen gilt. Ohne wirksame CO2-Steuern z.B. wird das auf die Dauer mit der Energiewende nichts werden.



Kommentar vom 13.12.2023 00:28
https://scilogs.spektrum.de/meertext/cop28-in-dubai-zwischenstand/#comment-1683

@hto 12.12. 20:12

„Wenn nicht bald wirklich-wahrhaftige Vernunft und Verstand zu zweifelsfrei-eindeutigem Verantwortungsbewusstsein in die Kommunikation einzieht,...“

Das lese ich von Dir schon seit Jahren. Was meinst Du damit? Braucht das Inspiration, Bildung, organisierte Wissenschaft und dessen Vermittlung an Jedermann, Glauben an die wahren Götter. Oder von jedem etwas?

Stell Dir vor, wir bauen in 20 Jahren eine KI, die wirklich umfassend ist, kann man die dann vielleicht wirklich fragen, wo es lang geht, und das funktioniert dann sogar? Wie würdest Du das bauen, dass diese KI die erforderliche Vernunft und genug Verstand hat? Was wäre die entscheidende Technik, die hier entsprechend funktionieren kann?

„..,für die Fusion zu einer globalen Gemeinschaft in unkorrumpierbaren Gemeinschaftseigentum OHNE “Wer soll das bezahlen?”,…“

Irgendwie ja, aber wie denn genau?

Es gibt ja nun Regeln, die Allgemeingüter betreffen, wie man die zu nutzen hat, wenn auch viel zuwenige davon. Dennoch macht Geld Sinn, um eben die Nutzgüter zu verteilen. Da kann dann jeder selber gucken, was ihm jetzt wie wichtig ist. Und es macht auch Sinn, wenn man mit Arbeit Geld verdient, dann kann jeder selber gucken, was er gerne eher noch machen möchte, und doch wird am Ende genau das produziert, was die Menschen auch kaufen wollen.

Wie hier die Märkte im Einzelnen gestaltet sind, das macht hier die Unterschiede. Insbesondere unsere erhebliche Überproduktion und Verschwendung wäre aus meiner Sicht am dringensten zu überdenken. In Deutschland zumindest. In den ärmeren Regionen in der EU besteht dieses Problem weniger, im Globalen Süden gar nicht, hier ist überwiegend Mangel das Problem.

„..., dann wird uns sicher nicht nur der Klimawandel das Leben auf dem Planeten unmöglich machen.“

Es gibt da in der Tat noch weitere Schwierigkeiten. Packen wir sie an?



Kommentar vom 12.12.2023 01:23
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/sprache-macht-welten-blume-ince-11-und-das-spoken-arts-festival/#comment-142814

@Paul S. 11.12. 13:05

„Ich habe immer noch ein Problem damit, dass Dualisten Ihr Feind sind, und Sie sich trotzdem als Monist sehen.“

Wenn man mit hinreichendem Horizont zivilisiert miteinander umgeht, und Differenzen einigermaßen authentisch ausdiskutiert, dann hat man hier ein breites Miteinander. Wenn einige andere dann mit Gewalt Feinde aufbauen, dann ist man da nicht mehr mit dabei, und kann aber dennoch mit in die Schusslinie geraten. Weil Dualisten letztlich eher kleinere Gruppen sind, die sich im Prinzip gegen den Rest der Welt wenden.

„Wir sind nicht mehr mächtig genug, um keine Feinde zu haben, der Monist wird gefressen, bevor sich Dualisten gegenseitig auffressen.“

Die westlichen Demokratien geraten derzeit allerdings tatsächlich in eine schwächere Machtposition, insbesondere mit dem wirtschaftlich-technischen Aufstieg Chinas mischen sich die Karten gerade neu.

Da ist es vielleicht sehr viel diplomatischer, uns lieber auf den Erhalt und die Fortentwicklung unserer eigenen Demokratien zu konzentrieren. Ständig und massiv allen Autokraten Menschenrechte vorzuhalten, könnte auch dazu führen, dass man sich gegen uns verbündet. Wie oben gesagt, schützt Monismus eben keinesfalls davor, von Nichtmonisten angegriffen zu werden.

Den Frieden unter uns Monisten, den haben wir, ja. Aber die Dualisten kennen keinen Frieden. Das ist real, und damit müssen wir irgendwie klar kommen. Stärke ist sicher sehr hilfreich, aber man kann auch Provokationen reduzieren. Insbesondere wenn sich einzelne Autokraten von uns wirklich bedroht fühlen, dann ist das nicht so gut. Besser, die gehen aufeinander los, dann geht es uns sehr viel besser.

Weltpolizei sind wir schon mal sowieso nicht. Das gibt auch der beste Monismus nicht her.

„Als der Krieg in Afghanistan als „Friedenseinsatz“ bezeichnet wurde, habe ich gleich angefangen, vom ersten und zweiten Weltfriedenseinsatz zu sprechen.“

Den dritten Weltfriedenseinsatz wünsche ich mir jedenfalls nicht. Da sollten wir lieber gucken, wie wir uns ohnedem irgendwie durchwurschteln können. Wenn China den wirklich anfängt, dann ist das früh genug. Das würde ich jetzt lieber abwarten. Aufrüsten aber wäre offenbar wirklich ziemlich ratsam.

Auch wenn das mit der Energiewende konkurriert. Die Idee mit der Schwefelausbringung erscheint mir hier vielleicht doch auch eine wichtiger Beitrag zu Lösung des Problems sein zu können, wie hier erläutert:

https://www.spektrum.de/news/geoengineering-riskanter-eingriff-ins-wetter/2194785

Hier geht es darum, Schwefelsäure in der Stratosphäre auszubringen, das könnte bei einem jährlichem Aufwand von 20 Mrd € gut ein Grad globale Kühlung leisten.
Das sollte man vielleicht mal testen, wie wirksam das ist, ob es die Ozonschicht zu sehr angreift und wie teuer das wirklich wird. Wenn man dann noch Wege findet, das so zu praktizieren, dass sich die Klimazonen dabei nicht verschieben, dann könnte das was sein.

So könnten wir dann sogar das 1.5°-Ziel sicherstellen, auch wenn es mit der Energiewende eigentlich zu lange dauert. So müssten wir in ca. 10 Jahren langsam mit der Schwefelausbringung anfangen, und wären vermutlich erst in 30 Jahren so weit, dass wir dauerhaft 1° Strahlungsantrieb ausgleichen müssen. Bis dahin könnte die Energiewende langsam fertig werden, wenn es schneller geht, dann geht es dann auch mit weniger Schwefel.

Und wenn das Klima empfindlicher reagiert als die Mittelwerte der aktuellen Prognosen, dann werden wir das ja sehen, und müssen dann entsprechend mehr Schwefel einsetzen.

Auch kommt der ausgebrachte Schwefel binnen weniger Jahre von selber wieder runter, wenn hier also irgendwas schiefgeht, dann nur ziemlich mittelfristig.

Ganz langfristig können wir alle Möglichkeiten, das CO2 irgendwie in Wäldern, Mooren, Ackerböden oder sonstwie zu binden nutzen, und die Treibhausgaskonzentrationen langsam wieder senken, auf dass wir hier den Schwefeleinsatz langsam reduzieren und dann irgendwann wieder beenden können.

Das ginge dann alles bei 1.5°, was ja offenbar noch erträglich zu sein scheint.



Kommentar vom 11.12.2023 00:15
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/sprache-macht-welten-blume-ince-11-und-das-spoken-arts-festival/#comment-142803

@Michael 10.12. 11:48

„Gegenüber der KI teile ich viele Befürchtungen – empfehle aber gerade deswegen eine aktive, mitwirkende Haltung. Wir werden auch diese Medienrevolution nicht aufhalten, können sie aber m.E. durchaus mitgestalten.“

Einerseits neigt eine KI, die mit allen verfügbaren Information trainiert wurde, vermutlich durchaus zu einem Monismus. Der besteht ja nun auch aus breiter Durchdringung und authentischer Zusammenschau, insbesondere, wenn er in Diskussionen weiterentwickelt wird.

Entsprechend sind alle Neuigkeiten, die wir z.B. hier ins Netz stellen, ein Beitrag zu weiterer Breite und Authentizität für allgemein trainierte KI-Projekte.

Wenn man allerdings eine KI nutzt, um die Trainingsdaten für eine Nachfolge-KI nach speziellen Vorgaben zu filtern, dann hat man eine KI, die genauso monistisch wirkt, aber dennoch ganz speziell verbogen sein kann.

Wenn ich also z.B. alle wissenschaftlichen Aussagen, die den Klimawandel belegen, per KI identifiziere und aus den Trainingsdaten streiche, dann kann ich mit den so gefilterten Daten eine weitere KI trainieren, die dann vermutlich wirklich meint, dass es keine überzeugenden Belege für den Klimawandel gibt.

Wenn man sowas verhindern will, dann muss man wohl grundsätzlich alles nur in Open-Source programmieren, und auch transparent machen, was hier genau an Trainingsdaten herangezogen wurde.

Auf jeden Fall brauchen wir hier allgemeinfreie Open-Source-Projekte, die das Bestmögliche können, aber nicht von irgendwelchen Konzernen verbogen werden können. Das gilt nicht nur für KI, sondern sowieso schon auch für soziale Plattformen.

Wenn wir hier offene europäische Lösungen hätten, könnten wir sogar überlegen, ob wir ungute KI und ungute Plattformen nicht auch einfach verbieten können. Insbesondere wäre das eigentlich unfreiwillige Datensammeln schon Grund genug, bestimmte Anwendungen einfach zu verbieten. Wer explizit Daten hinterlassen will, auch um im eigenen Sinn passende Inhalte geliefert zu bekommen, der kann das ja weiterhin machen. Es wäre jetzt aber auch sehr praktisch, wenn man Bescheid bekäme, wenn die eigenen Daten auch ganz woanders verwendet werden sollen, wo man so noch gar nicht dran gedacht hat.

So wie man das eigentlich ziemlich schlecht funktionierende kommerzielle Windows mit dem Open-Source-Projekt Linux sehr gut umgehen kann, das sogar auf ziemlich alter Hardware noch gut funktioniert. Wenn die EU mal solche Projekte wirklich fördern würde, dann könnten wir in der gesamten IT womöglich noch sehr viel Besseres hinbekommen können.

Was auch dem globalen Süden noch sehr entgegen käme, die können sich kommerzielle Software schon gar nicht leisten, und nutzen eher nicht so neue Hardware.

Dass EU-Behörden selber vernünftige soziale Plattformen oder KI-Projekte entwickeln können, das glaube ich auch nicht. Aber man kann das Entwickeln von freier Software doch mit Geld fördern, wenn sie was taugt. Einmal für die Betriebskosten, aber auch mit Zuwendungen an die Entwickler. Dann müssen die besten Leute sich nicht an Konzerne verkaufen, wo so mancher womöglich so viel Lust gar nicht zu hat.

„Der deutsche Sprachraum ist dafür m.E. weder zu klein noch zu groß.“

KI kann doch inzwischen auch passabel übersetzen. Sind denn deswegen nicht die KI-Projekte sowieso dazu fähig, richtig international zu sein?

Ich warte hier sowieso schon auf einen Browser, der mir alle fremdsprachigen Webseiten ungefragt und automatisch ins Deutsche übersetzt. Und der mit meinen Webseiten dasselbe macht, dass auch Nutzer das lesen können, die kein Deutsch können.



Kommentar vom 09.12.2023 16:56
https://scilogs.spektrum.de/meertext/cop28-in-dubai-zwischenstand/#comment-1660

@Bettina Wurche 09.12. 10:11

„Soweit ich mitbekomme, würden viele StadtbewohnerInnen da noch viel mehr machen, werden aber durch Landesgesetze ausgebremst - …“

In der Tat sind Dänemark und die Niederlande mit dem Fahrradverkehr sehr viel weiter, und es ist sicher kein Zufall, dass die keine eigene Autoindustrie haben.

Letztlich ist es ziemlich unselige Umsatzförderung, der wesentlich wohnlichere Städte geopfert werden, und das seit 60 Jahren.

Die Treibhausgasproblematik ist nur ein weiteres, aber auch entscheidendes Argument, mit dem Fahrradverkehr ernst zu machen.

„...es geht um einen archaisch anmutenden Kampf und Machtausübung und Territorial-Ansprüche.“

Hier müssten sich die Kommunen wirklich mal zusammentun, um die Interessen der Bürger gegen die Umsatzwünsche der Autohersteller durchzusetzen. Man kann auch anders Umsatz machen, und man kann auch einfach wirklich weniger Umsatz machen, und auch gerne weniger arbeiten.

Dann hat man auch mehr Zeit zum Fahrradfahren, und mit vernünftigen Radwegen auch mehr Vergnügen damit. Und so kann man dann jede Menge Platz für mehr Grün und für die Menschen in den Städten frei machen.



Kommentar vom 09.12.2023 15:45
https://scilogs.spektrum.de/meertext/cop28-in-dubai-zwischenstand/#comment-1657

@Holzherr 09.12. 08:45

„Dabei kann man gar nicht alles zusammen erreichen, weil unsere Kraft, unsere Ressourcen und das Geld, das uns zur Verfügung steht, begrenzt sind. „

Ja es ist doch nur eine geistige Anstrengung, wenn man aufs eigene Auto verzichtet, und mit einem Mix aus Fahrradfahren, Öffis und Carsharing auskommt. Das spart doch richtig viel eigenes Geld. Das man dann auch in eine eigene Solaranlage investieren kann, mit dem freigewordenen Geld, das man sonst für das Privatauto ausgegeben hat.

Oder man gibt das Geld nicht aus, und überlässt so dem Staat die Möglichkeit, mehr auszugeben. Das kann die Gesellschaft sogar in die Lage versetzen, mehr in Landesverteidigung zu investieren.

„Ein Ausstieg aus den fossilen Energien ist zuerst einmal ein Ausstieg und erst in zweiter Linie ein Umstieg auf andere Energien.“

Der Umstieg gehört aber überwiegend absolut zwingend dazu. Im Falle von Privatautos kann man in der Tat einfach aufs Fahrrad umsteigen, zumindest im Stadtverkehr. Fernverkehr, Haushaltsstrom, Heizung und Industrie brauchen Ersatz, und wenn der noch viel zu teuer ist, was z.B. vor 20 Jahren ganz klar der Fall war, dann ist eben nur recht wenig zu machen.

Sonst wären wir längst ja auch viel weiter. Aber inzwischen können wir in der Tat wirklich loslegen, und die Kosten für PV, WKA und Batterien sind inzwischen erschwinglich. Wir können jetzt alles investieren, was wir finanzieren können, und werden dann auch zügig vorankommen.

Und weniger Verschwendung wird uns dabei helfen, das konkurriert überhaupt gar nicht, dass beschleunigt sich gegenseitig.

„..sie wollen auch noch beispielsweise den Kapitalismus beseitigen, eine Kreislaufwirtschaft realisieren, die Städte begrünen, die Ungerechtigkeiten dieser Welt aus der Welt schaffen..“

Als fernere Ziele sicherlich keine schlechten Ideen. Aber in der Tat ist die Energiewende erstmal dringlicher, und so wie das aussieht, müssen wir jetzt auch noch aufrüsten. Und könnten in weitere Konflikte mit Autokraten geraten. Einmal mit den Ölstaaten, und vielleicht auch noch mit China.

Die Welt lässt sich letztlich nicht auf die Energiewende reduzieren, die ist immer eingebettet in umfassendere Zusammenhänge. Die dann auch darüber entscheiden, wie viel Geld, Arbeitskraft und Rohstoffe eben in neue grüne Technik konkret investiert werden kann.



Kommentar vom 09.12.2023 01:26
https://scilogs.spektrum.de/meertext/cop28-in-dubai-zwischenstand/#comment-1643

@Holzherr 09.12. 00:34

„...dass man eigentlich Kohle, Erdöl und Erdgas im Boden lassen müsste anstatt darüber zu streiten ob der öffentliche Verkehr oder der private Verkehr Kohle, Erdöl und Erdgas bevorzugt beziehen dürfen.“

Das beißt sich jetzt aber gar nicht. Wir können beides gut gebrauchen. Neben einer deutlichen Verteuerung bzw. wenigstens einem Ende der Subventionen für fossile Energieträger sind dennoch auch die Formen von Mobilität eine lohnende Baustelle.

Erstmal wirklich weniger Fliegen, dann die Förderung des kommunalen Fahrradverkehrs, und auch könnten Carsharing und besser noch autonome Sammeltaxis das Privatauto ersetzen. Theoretisch kann man auch weiter auf das eigene E-Auto setzten, insbesondere wenn man doch noch genug Lithium beschaffen kann oder Natriumbatterien hinbekommt.

Aber es dürfte vollkommen klar sein, dass ein Fahrzeug, das nur für durchschnittlich eine Stunde am Tag in Aktion ist, und dabei überwiegend nur zu 25% besetzt ist, dass das eine Riesenverschwendung ist. Wenn man da erfolgreich ansetzten könnte, dann ginge es mit der Energiewende sehr viel schneller vorwärts.

Das spart dann ja auch ganz viel Geld, Rohstoffe, Energie und Verkehrsfläche gleichzeitig ein. Diese frei werdenden Mittel können dann alle ganz konkret in weitere sinnvolle Maßnahmen investiert werden. Die nicht nur dem Klimaschutz, sondern auch der Lebensqualität in den Städten sehr zugute kommen können. Wenn hier schön viel mehr Platz mit sehr viel mehr Grün ist, wo man verweilen oder in Ruhe mit dem Fahrrad oder zu Fuß unterwegs kann, dann ist allein das schon ein Riesenfortschritt.



Kommentar vom 09.12.2023 00:37
https://scilogs.spektrum.de/marlenes-medizinkiste/6-zeichen-der-hochfunktionalen-depression/#comment-2995

@Paul S. 08.12. 23:27

„Gäbe es die Unglücklichen nicht, wäre es Pech, denn Sie könnten deren Job nicht machen, ohne zu einem von ihnen zu werden.“

Da kann was dran sein. Es muss nicht jeder den ganzen Tag glücklich sein. Wer seine Aufgaben noch hinbekommt, der kommt ja wenigstens halbwegs klar, ohne auch sozialen Schaden zu nehmen. Ein ausgedünntes Soziales Umfeld auf Sparflamme ist schon mal sehr viel besser als gar keines mehr.

Wer wirklich leidet, und Hilfe sucht, der soll das machen. Aber manch einer will das gar nicht, und fühlt sich womöglich im eigenen Unglück eigentlich gar nicht so unwohl.

Vielleicht ist hier sogar das Hauptproblem, dass unsere modernen Zeiten glückliche fidele Menschen geradezu einfordert? Dass wir einem Fitnesswahn hinter her laufen, weil wir glauben, dass das unsere biologische Bestimmung ist, und dass dann auch der Glücklichere immer der Bessere ist?

Auch Stinkstiefel leisten ihren Beitrag. Kann man denn die hochfunktionale Depression nicht auch als eine Persönlichkeitseigenschaft einordnen? Ich habe hier wirklich Schwierigkeiten, eine wirkliche Krankheit zu erkennen. Derweil ich einige Leute kenne, die neben anderen psychischen Problemen auch durchaus die hier beschriebenen Symptome und den zugehörigen Stimmungslevel haben. Und ich komme mit denen eigentlich sehr gut aus.



Kommentar vom 08.12.2023 18:15
https://scilogs.spektrum.de/meertext/cop28-in-dubai-zwischenstand/#comment-1638

@hto 08.12. 07:37

„Solange es Individualverkehr und wettbewerbsbedingte Symptomatik gibt, wird sich nichts zu wirklich-wahrhaftig Gutem ändern.“

Privatautos sind in der Tat auch in der Batterieversion nicht zu retten. Vermutlich gibt es auf der ganzen Welt da überhaupt nicht genug Lithium für die Batterien für. Was eine Lösung wäre, das wäre neben der Förderung des Fahrradverkehrs freilich Carsharing oder noch besser autonom fahrende Sammeltaxis. Ein Vollbesetzter PKW, der den ganzen Tag im Einsatz ist, das spart erst richtig effektiv Anschaffungskosten, Rohstoffe, Energie und auch Verkehrsfläche in den Städten.

Wenn mit Rücksicht auf den Umsatz der Fahrzeughersteller weiter Privatautos sogar noch gefördert werden, dann ist das durchaus „wettbewerbsbedingte Symptomatik“, die in die Katastrophe führt.

Es gibt derzeit auch noch eine Diskussion um den deutschen Kohleausstieg, die ich auch nur schwer nachvollziehen kann. Man will hier bestehende Kohlekraftwerke durch Neubau von Gaskraftwerken ersetzen, obwohl im weiterem Verlauf des Zubaus von PV und WKA diese nur noch ein paar Wochen im Jahr laufen werden, später noch weniger. Das ist die reinste Geldverschwendung. Bei den zukünftig zu erwartenden geringen Laufzeiten fällt der höhere Ausstoß der Kohlevariante kaum ins Gewicht.

Aber das Geld, das die neuen Gaskraftwerke kosten würden, dass kann man besser in mehr grüne Primärproduktion und neue Stromtrassen investieren. Das bringt richtig was.

Außerdem gibt es schon Konzepte, wie man die alten Kohlekraftwerke später so umbauen kann, dass sie mit einem Hitzespeicher versehen werden. Der kann dann zu recht geringen Kosten zu einem emissionsfreiem Langzeitspeicher werden. Und gleichzeitig können die alten Kohlekessel auch noch als ein saisonales Sicherheitsbackup zu sehr geringen Kosten bereitgehalten werden. Beides nutzt die teuren Turbinen und Generatoren sowie den bestehenden Netzanschluss der Kraftwerkstandorte weiter.

Und Gas ist auch nicht mehr billig. Und muss überwiegend bei fossilen Diktaturen eingekauft werden, derweil wir noch genug eigene Braunkohle haben. Das schafft doppelte Energiesicherheit, ohne klimamäßig wirklich aufzufallen. Es geht hier ja nur um ein Backup, das nur ein paar mal für wenige Tage im Jahr wirklich zum Einsatz kommt. Dann aber absolut wichtig ist, weil es vor dem sonst drohendem Blackout schützt.

Ob nun das Wetter Kapriolen schlägt, oder die Versorgung mit Gas, wenn man dieses weiter von Diktaturen einkaufen muss. Was wird, wenn die arabische Welt sich mal zusammentut, und Israel wirklich vernichten will? Oder wenn der Klimawandel einen europaweiten Jahrhundertwinter verursacht?

Auch hier ist zu vermuten, dass die neuen Gaskraftwerke vor allem für Umsatz sorgen sollen, die Energiewende jedenfalls braucht sie nicht. Die Energiewende braucht jetzt vor allem jede Menge Zubau von PV und WKA, soviel und so schnell wie es eben geht. Und das nach Möglichkeit genau da, wo auch der Strom nachgefragt wird. Das muss gefördert werden, nicht nur mit Geld. Oft genug mangelt es eher an den erforderlichen Baugenehmigungen.

Ein konsequenter Zubau könnte sogar helfen, die Strompreise zu senken. Das hilft dann den Haushalten und der Industrie. Was jetzt läuft, das nützt vor allem den Stromkonzernen und den Kraftwerksbauern.



Kommentar vom 08.12.2023 14:47
https://scilogs.spektrum.de/hier-wohnen-drachen/das-quantenraetsel-mein-sachbuch-roman-ist-da/#comment-770

@Neumann 07.12. 20:48

„Vielleicht sind unsere Vorstellungen über Materie , Quanten und ihre Felder allesamt falsch.“

Neein, bitte nicht, jetzt habe ich mich daran gewöhnt. Und ich rechne auch wirklich nicht mit doppelten Funktionsweisen. Was die Teilchenbeschleuniger alles so messen können, passt ja nun zu den Theorien. Das kann höchsten Erweiterungen haben, aber keine komplett andere Struktur.

„...wir einen Weg heraus aus dem “Gefängnis” Lichtgeschwindigkeit.“

Dieses Gefängnis ist doch auch ein Schutzraum. Sonst würde es hier von außerirdischen Besuchern nur so wimmeln, mit guten und gar nicht so guten Zeitgossen. Es wäre ein Krieg jeder gegen jeden möglich, der nicht nur die ganze Galaxis erfasst, sondern das ganze Universum.

Dann bleibe ich doch gerne in einer gewissen Abgeschiedenheit, da haben wir alle unsere Ruhe. Und wie ich oben beschreiben habe, ist dennoch ein galaktisches Internetarchiv ohne weiteres denkbar und realisierbar. Das braucht dann nur Zeit, und Zeit gibt es genug. Die Anbindung für uns könnte dennoch in naher Zukunft Realität werden, falls es eben schon seit Jahrmilliarden genügend aktive Zivilisationen in der Milchstraße gibt. Dann wären die nötigen Robosonden längst vor Ort und würden ihren Einsatz für unsere Teilhabe gerade vorbereiten.

„Und dann geraten wir in das Universum der Aliens und der Hyperintelligenzien.“

Was soll das denn konkret sein? Ich finde, wir sind schlau genug. Es fehlen uns nur die Horizonte. Da bin ich dann gerne konservativ.

Und dann lieber ein Freund von Geisteswelten, wenn die hier noch unser Leben bereichern. Und das im ganzen Universum. Aber eben für jeden alles schön begrenzt auf den eigenen Planeten, mit hinreichend Sicherheitsabstand unter einander, nicht nur im Raum, sondern auch in der Zeit.



Kommentar vom 07.12.2023 14:10
https://scilogs.spektrum.de/hier-wohnen-drachen/das-quantenraetsel-mein-sachbuch-roman-ist-da/

@Neumann 06.12. 09:55

„Wer sich selbst zerstört, der kann nicht mehr als intelligent akzeptiert werden.“

Das ist wohl weniger eine Frage der Intelligenz, dafür aber eine des eigenen Horizonts. Wäre die Klimaproblematik auf die eigene Kommune begrenzt, dann wäre die Energiewende längst fertig. Und das lokale Klimaproblem gelöst.

Zunächst bezieht sich der Mensch auf eine konkrete Gemeinschaft. Die Nation ist schon nur einigermaßen etabliert, die EU eher noch weniger, aber uns wirklich als Weltgemeinschaft zu verstehen, das ist deutlich mangelhaft ausgeprägt.

Das betrifft Vieles, nicht nur die drohende Heißzeit. An Intelligenz fehlt es hier nicht, die ist in Form der Wissenschaften ja sogar institutionalisiert. Wird aber immer nur im Rahmen des konkreten Horizontes wirklich realisiert, und entsprechend werden auch nur soweit die folgenden Konsequenzen gezogen.

Das scheint ja auch ganz schön komplex zu sein. In der aktuellen Klimakonferenz sind 90.000 Menschen angereist.

Vielleicht lässt die Entwicklung von KI auch mehr globales Bewusstsein zu. Wenn alleine schon mal die Sprachbarrieren durch immer automatischere Übersetzungsmöglichkeiten weniger werden. Und wenn KI am gesamten Internet trainiert wird, dann schafft auch das eher globalere Sichtweisen.

Wir sind letztlich vom Ursprung her eine Affenhorde, und lernen erst langsam, unsere globalen Herausforderungen in die Hand zu nehmen. Anderen Zivilisationen in unserer Galaxis könnten durchaus dieselbe Entwicklung genommen haben. Als Basis ist ein allesfressender Baumbewohner, der in großen Gruppen unterwegs ist, durchaus geeignet zu einem Zweibeiner zu werden, der die Hände für den Werkzeuggebrauch frei hat und Sprache und Sozialsysteme entwickelt.

Der muss sich dann am Ende zu einer erfolgreichen Zivilisation entwickeln. Das ist letztlich nur eine Frage der Realisierung von Horizonten.



Kommentar vom 06.12.2023 01:08
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/was-christinnen-kirchen-gegen-hetze-und-fuer-den-frieden-tun-koennen/#comment-142720

@hto 03.12. 13:29

„Und ich habe schlichtweg nichts anderes geschrieben, nur noch das ALLE IMMERNOCH die Juden als Sündenböcke aus-/benutzen!!!“

Unvernünftige, dumme oder korrupte Zeitgenossen mögen sich ja wirklich von einer globalen Koalition der Vernünftigen verfolgt sehen. Das ist ja nun tatsächlich die Realität. Gerade Juden sind besser gebildet, entsprechend eher vernünftig, und es wundert dann auch nicht, dass die als Mitverschwörer fast immer dabei sind.

Machen wir also weiter, und machen uns authentische und intelligente Gedanken, und kommen in diesem Dialog zu einer weiterführenden Erkenntnis nach der anderen.

Mehr Bildung, auch noch im Erwachsenenalter, mag mehr Leute mitnehmen können. Entsprechend kann auch KI-gestützte Bildung Hoffnung machen, weil es vergleichsweise sehr kostengünstig sein kann, aber auch darüber hinaus bildungsbeschleunigend wirken kann.

Wenn die Vielen, die jetzt auf den unseligen sozialen Plattformen von einem Blödsinn zum nächsten geleitet werden, wenn die sich stattdessen wirklich umfassend kundig machen können, dann kann das was werden. Gerade die KI kann die Menschen vermutlich sehr gut genau da abholen, wo sie sind, und sehr effektiv dahin bringen, wo sie wirklich hin wollen.



Kommentar vom 05.12.2023 15:52
https://scilogs.spektrum.de/hier-wohnen-drachen/das-quantenraetsel-mein-sachbuch-roman-ist-da/#comment-761

@Bednarik 05.12. 15:11

„Die Lebensdauer von Zivilisationen steigt vermutlich auch durch die Bildung von unabhängigen Kolonien an.“

Was sehr schwierig sein könnte. Gibt es irgendwo schon Leben, dann fragt es sich, ob das mit unserer Biologie überhaupt verträglich wäre. Essen könnten wir vermutlich nichts davon, allein wenn die fremde Biologie ganz andere Aminosäuren nutzt wie unsere.

Wir müssten dann schon die heimische Biologie im wesentlichen Verdrängen.

Oder es gibt einen lebensfreundlichen Planeten, auf dem noch gar kein Leben entstanden ist. Da könnten wir allerdings auch nicht mal eben einziehen. Der hätte schon mal überhaupt keinen Sauerstoff in der Atmosphäre, man müsste erst mal entsprechende irdische Mikroben aussetzen, die den Sauerstoff produzieren. Das wird Jahrtausende brauchen, wenn nicht viel mehr.

Erst wenn die Mikroben genug Sauerstoff produziert haben, kann man auch höheres Leben ansiedeln, und uns gleich mit.

Ein reiner Informationsaustausch mit anderen Zivilisationen über Robosonden wäre dagegen recht einfach. Auch ist KI wie dafür gemacht, Jahrtausendelang und länger auf Weltraumreise zu gehen.



Kommentar vom 05.12.2023 14:45
https://scilogs.spektrum.de/hier-wohnen-drachen/das-quantenraetsel-mein-sachbuch-roman-ist-da/#comment-759

@Martin Bäker 05.12. 14:29

„Aber wer weiß, vielleicht werden wir längst von irgendwelchen Sonden überwacht, die schauen, ob sich auf der Erde irgendwann intelligentes Leben entwickelt, dass sich nicht selbst zerlegt…“

Die Robosonden werden das Leben auf unserem Planeten sowieso aus reiner Neugier schon beobachten. Die Frage ist, wann der Start für einen beiderseitigen Austausch am sinnvollsten ist. Am Besten noch, bevor wir diesen Planeten zerlegt haben.

Also besser diese Woche noch, dass die Klimakonferenz in Dubai mal eine neue Dimension bekommt.

Genug eigenes Internet müssten wir inzwischen haben, ohne dem könnten uns die Robosonden rein technisch bedingt schon mal gar nicht helfen können.

Wenn wir hier draußen wirklich alleine sind, dann geht das natürlich alles nicht.



Kommentar vom 05.12.2023 14:21
https://scilogs.spektrum.de/hier-wohnen-drachen/das-quantenraetsel-mein-sachbuch-roman-ist-da/#comment-757

@Martin Bäker 05.12. 13:48

„Aber wenn es nur 20 gleichzeitig sind, wie erfahre die dann überhaupt voneinander? Mit Abständen von 10000LJ oder mehr?“

100.000 LJ Abstand und Signallaufzeit bei einer Existenzdauer von 1 Mio Jahre reicht doch. Diese durchaus herausfordernde Existenzdauer brauchen wir dann aber auch.

Irgendwer muss mit dem galaktischen Netzwerk mal angefangen haben. Alles in Opensource versteht sich, mit entsprechend definierten Formaten und Standards. Dann werden die Robosonden losgeschickt, die sich in der ganzen Galaxis verteilen, und nach Planeten mit höher entwickeltem Leben suchen. Diese Planeten werden dann zunächst mal gründlich beobachtet, und die entsprechenden Beobachtungsergebnisse werden dann nach und nach in der ganzen Galaxis zur Verfügung gestellt. Mit entsprechenden Signallaufzeiten nicht über 100.000 Jahren.

Entwickelt sich irgendwo eine Zivilisation, sind also doch Robosonden längst vor Ort. Die können dann selbstständig entscheiden, wann sie genau sich der neuen Zivilisation öffnen. Um dann von der reinen Beobachtung eben zur vollen wechselseitigen Teilhabe über zu gehen.

Das müsste funktionieren können. Es genügt, wenn die Robosonden unser irdisches Internet selbstständig analysieren, um dann in kompatiblem Formaten uns hier das Wissen der ganzen Galaxis zur Verfügung zu stellen. Welches sie an Bord gespeichert haben.

Alle aktiven Zivilisationen müssten entsprechend beim Nachschub an neuen Robosonden mithelfen, und auch dafür sorgen, dass die Robosonden sich gegenseitig auf den jeweiligen neuesten Stand verständigen können.



Kommentar vom 05.12.2023 13:46
https://scilogs.spektrum.de/hier-wohnen-drachen/das-quantenraetsel-mein-sachbuch-roman-ist-da/#comment-754

@Martin Bäker 05.12. 11:39 / 13:18

Kleiner Rechenfehler: 100.000 Zivilisationen bei 1 Mio Jahre Existenzdauer verteilt auf 5 Mrd Jahre ergibt nicht 200, sondern 20 davon gleichzeitig. Reicht aber immer noch, um über die 5 Mrd Jahre ein galaktisches Internet aufzubauen und zu pflegen. Das muss ja sowieso eine Gemeinschaftsarbeit sein.

Es kämen dann alle 50.000 Jahre eine neue Zivilisation dazu, und eine tritt im gleichem Zeitraum wieder ab. Genug Zeit, sich um das galaktische Informationsnetzwerk zu kümmern, welches durchaus schon seit 2,5 Mrd Jahren existieren könnte, falls die meisten Zivilisationen sich dafür begeistern lassen.

„Es sei denn natürlich die schicken ganz viele Robo-Sonden aus, die sich über die Galaxis verteilen, so wie in meinem Roman.“

Anders geht es ja wohl nicht. Diese Robosonden müssten die meisten Informationen lokal gespeichert haben, das ganze Archiv wäre entsprechend ein sehr langfristiges Projekt. Es kann keinen Echtzeitaustausch realisieren, nach dem Stand unserer Theorien zumindest.

Eine Aktualisierung der Datenarchive kann dann allerdings mit Lichtgeschwindigkeit funktionieren, immerhin das. Das reicht auch vollkommen aus, um alle insbesondere neuen Zivilisationen in die galaktische Kultur einzuführen.



Kommentar vom 05.12.2023 13:08
https://scilogs.spektrum.de/hier-wohnen-drachen/das-quantenraetsel-mein-sachbuch-roman-ist-da/#comment-750

@Martin Bäker 05.12. 11:39

„…,sind es nur noch 200, die gleichzeitig existieren…“

Was ja eine ganze Menge ist. In etwa so viele, wie es Staaten auf der Erde gibt.

Aber die vergangenen Zivilisationen mit samt ihrer gesammelten Kultur und Erkenntnis sind doch in einem intergalaktischen Internet wohl noch als Archive vorhanden. Nicht nur unser irdisches Internet vergisst nichts.

Wenn wir hier die Hälfte nehmen, dann sind das 50.000 Archivzivilisationen. Die anderen 50.000 sind die zukünftigen Zivilisationen. Und die 200 aktiven Zivilisationen verwalten das alles, dass hier ganz akribisch nichts Wertvolles verloren geht.

Das könnte höchstens ein gewisses Überangebot sein.



Kommentar vom 05.12.2023 11:36
https://scilogs.spektrum.de/hier-wohnen-drachen/das-quantenraetsel-mein-sachbuch-roman-ist-da/#comment-747

@Martin Bäker 05.12. 07:52

„Ich halte intelligentes Leben allerdings für recht unwahrscheinlich…“

Die schiere Menge von Sternen gleicht das vielleicht wieder aus. Bei 100 Milliarden Sternen in der Galaxis braucht es nur einen Stern von 1000, der hinreichende Bedingungen für Leben auf einem seiner Planeten hat, und wir haben dann 100 Millionen davon. Wenn jetzt davon wieder nur einer von 1000 intelligentes Leben hervorbringt, dann sind das immer noch 100.000 Zivilisationen.

Das ist nicht wenig. Entsprechend wäre das intergalaktische Internet ziemlich reichhaltig. Zumal es auch noch die Inhalte von vor Jahrmillionen untergegangenen Zivilisationen konserviert haben könnte.



Kommentar vom 05.12.2023 00:47
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/die-cop28-klimakonferenz-ki-politikberatung-die-frage-nach-der-kerosinsteuer/#comment-142703

@Kerosinsteuer

Die Kerosinsteuer würde auch überwiegend Leute betreffen, die gar nicht arm sind. Wenn man aufgrund der zusätzlichen Einnahmen dann etwa die Einkommensteuer senken kann, dann werden die Allermeisten Plus damit machen.

Wenn es nur in der EU gelingt, eine Kerosinsteuer zu etablieren, dann sehe ich hier eigentlich kein Problem. Wer von EU-Flugplätzen startet, der muss ja hier tanken und zahlen, wer etwa in New York startet, der eben nicht. Egal wo die Fluggesellschaft angemeldet ist. Wettbewerbsnachteile gäbe es entsprechend für Niemanden.

Soweit meine Position. Kann man dann demnächst auch auf talkai finden. Oder mich selber fragen.



Kommentar vom 05.12.2023 00:26
https://scilogs.spektrum.de/hier-wohnen-drachen/das-quantenraetsel-mein-sachbuch-roman-ist-da/#comment-740

@Martin Bäker 04.12. 17:36

„Aber das wäre ja auch sinnlos – wenn die so fremdartig ist, dann würden uns Geschichten über Aliens ja auch nicht interessieren können.“

Oder intelligente Aliens sind uns doch sehr ähnlich. Es gibt ja auch vielerlei Beispiele für konvergente Evolution. Ob nun Raubtiere wie Löwen, Leoparden, Wölfe und tasmanische Teufel, oder Grasfresser wie Bisons, Wisente, Gnus und Wasserbüffel, so sind die sich doch in Verhalten und Geistesverfassung je nach ihrer ökologischen Nische im jeweiligem Ökosystem ziemlich ähnlich.

Ein Affe, der es auf seinem Planeten geschafft hat, eine komplexe Kultur und eine Zivilisation hervorzubringen, könnte entsprechend auch uns sehr ähnlich sein.

Was in den nächsten 5 Millionen Jahren aus dem Menschen noch wird, weiß man heute freilich nicht. Auch ob wir in 100 Jahren schon mit elektronischer Aufrüstung rumlaufen, und ob in 200 Jahren jedes Kind ein maßgeschneidertes überwiegend künstliches Genom verpasst bekommt, das bleibt es abzuwarten.

Es kann aber gut sein, dass wir auf Jahrmillionen im wesentlichen bei der Biologie bleiben, die wir haben. Dass die Aliens dann auch so verfahren, wäre entsprechend auch möglich. Das würde dann aber bedeuten, das wir doch sehr viel mit denen anfangen könnten, und wir uns wunderbar verstehen werden.

Einen Livebesuch würde ich allerdings weniger vermuten. Zumindest nach unserem aktuellen Stand der Physik wäre das sehr, sehr aufwändig. Und ob ein direkter physischer Kontakt zwischen 2 völlig unabhängig entstandenen Biologien nicht völlig unverträglich für alle Beteiligten ist, das weiß jetzt auch noch keiner.

Wenn, dann rechne ich aber mit einem Besuch von Raumsonden, die mit entsprechender KI vollkommen autonom sind. Neben einer Erforschung von uns und unserer Erde könnten die allerdings auch einen Anschluss an ein intergalaktisches Internet für uns Erdenbürger mitbringen. Vorausgesetzt, wir sind uns tatsächlich ähnlich genug, dass wir mit den entsprechenden Kulturinhalten wirklich was anfangen können.

Ich würde auf jedem Fall mal reinschauen, was da so zu finden wäre.



Kommentar vom 04.12.2023 14:10
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/was-christinnen-kirchen-gegen-hetze-und-fuer-den-frieden-tun-koennen/#comment-142682

@Friedensenergien

Die wirken ja nicht nur aufgrund der Reduzierung von Einnahmen für fossile Autokraten. Wer Verantwortung gegenüber der Natur übernimmt, der hat womöglich Anderes als kriegerische Raubzüge im Sinn. Und könnte auch verantwortlich mit Menschenrechten umgehen.

Ob China sich hier noch weiterentwickelt? Immerhin läuft die Wirtschaft gut genug, dass demokratische Bürgerrechte durchaus eine Perspektive hätten. Eventuell kommt man auch in China über eine Verantwortung gegenüber dem Weltklima auch auf eine Verantwortung gegenüber den Menschen?

Der eine oder der andere dürfte auch auf die Idee kommen, dass eben nicht die eigene Religionsvariante die einzig Wahre ist. Und erkennen, dass wir trotz sehr unterschiedlicher Konzepte doch eine einzige geistige Wirklichkeit haben. Die sich dann entsprechend auch um den ganzen Planeten kümmert.



Kommentar vom 03.12.2023 13:12
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/was-christinnen-kirchen-gegen-hetze-und-fuer-den-frieden-tun-koennen/#comment-142633

@Paul S 03.12. 05:42

„Vielleicht belüge ich mich ja selbst mit meinem Atheismus, nicht sie sich mit ihrem Glauben, aber für die Praxis kommt’s aufs Selbe raus. Irgendwie scheint es Gott wichtiger zu sein, dass sich der Mensch vorm Menschen verbeugt, als vor ihm, denn auch das kommt aufs Selbe raus.“

Gute Idee. Wenn Gott jetzt noch vernünftige Aktionen wie die Energiewende und andere internationale Zusammenarbeit effektiv unterstützt, dann hätten wir alles, was wir brauchen. Um ein auskömmliches Leben auf diesem einzigartigen und wunderbaren Planeten zu führen.

Wenn man sich im näheren Kosmos umguckt, dann sind wir hier auf einem sehr seltenen und unendlich kostbarem Edelstein unterwegs.



Kommentar vom 02.12.2023 14:23
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/was-christinnen-kirchen-gegen-hetze-und-fuer-den-frieden-tun-koennen/#comment-142589

@Michael 02.12. 11:00

„Es ist jedoch reaktant, auf gut begründete Aufrufe zur Verhaltensänderung mit „Aber erst das Geldsystem!“ zu reagieren.“

In der Tat spart man mit vernünftigem Konsum ganz konkret eigenes Geld ein. Wenn man will, kann man dann weniger arbeiten gehen. Wenn jetzt viele so handeln, dann geraten die Arbeitgeber in Versuchung, nur noch die effektiveren Leute arbeiten zu lassen, und viele werden dann arbeitslos. Das gilt es dann wohl gezielt zu verhindern.

Oder man arbeitet normal weiter und investiert selbstständig das gesparte Geld in PV-Module oder anderweitige grüne Technik.

Dann gibt es so viel am Geldsystem gar nicht zu ändern. Hier sehe ich eher die KI als Treiber, der eine Reform des Geldsystems erfordert. Wenn entsprechend weniger Arbeitskraft nachgefragt wird, muss halt die KI mehr Steuern zahlen. In Form von mehr Unternehmens-, Kapitalertrags-, Vermögens- und Erbschaftssteuern, zugunsten der verbliebenen Arbeitskräfte, die dann weniger Steuern zahlen können.

„Umso schneller wir auf Fleisch aus industrieller Massentierhaltung verzichten,…“

Das ist sicher ein Thema, das jeder bearbeiten kann. Wobei eine Reduzierung des Tierischen allerdings auch Grenzen des Sinnvollen hat. Die meisten Weiden können nur mit Grasfressern genutzt werden, und es fallen auch einige Reste und Überschüsse an, die man nur verfüttern kann. Es macht hier wenig Sinn, dies alles in Biogasanlagen zu verwerten, was man eigentlich gerne als Fleisch essen möchte.

Genauso widersinnig finde ich den Anbau von Mais nur für die Biogasproduktion oder den Einsatz von Palmöl als Kraftstoff. Hier ist es sinnvoller, in PV-Anlagen und Windräder zu investieren, das konkurriert nicht mit der menschlichen Ernährung und spart genauso viele Treibhausgase ein. Und wir haben dann auch Luft für biologischere Anbaumethoden, die auch noch zusätzlichen Kohlenstoff als Humus im Boden langfristig binden.

Wir können uns hier aber gerne auf eine Halbierung des Fleischkonsum einigen. Angesichts der weltweiten Ernährungslage käme das dann ganz gut hin.

Es bleibt ja noch viel Fahrradfahren, keine eigenes Auto mehr, auch kein E-Auto, kleinere Wohnungen, was auch noch gleich die Wohnungsnot entschärfen würde, und den Urlaub auch wieder per Fahrrad auf Campingplätzen im eigenen Bundesland. Oder auch mal richtig weite Fahrradtouren, wenn man es mit dem Sparen so gut hinbekommt, dass man wirklich deutlich weniger arbeiten muss, und vielleicht sogar 2 Monate im Jahr Extraurlaub machen kann.



Kommentar vom 02.12.2023 01:15
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/was-christinnen-kirchen-gegen-hetze-und-fuer-den-frieden-tun-koennen/#comment-142562

@Hauptartikel

„Die Klimakatastrophe schlägt schon jetzt in die Wasserkrise um und wird auch europäische, auch deutsche Regionen unbewohnbar machen.“

Sorgen mache ich mir vor allem angesichts womöglich sinkender weltweiten Landwirtschaftlichen Erträgen. Wohnen wird bei uns und auch in Südeuropa notfalls mit Klimaanlagen und Meerwasserentsalzung weiter möglich sein. Und wenn wir mal von Privatautos wegkommen, dann ist auch gleich ganz viel Platz in den Städten, für sehr viel mehr Grün und auch für Wasserspeicher.

Ich denke, das bekommen wir hin. Die Schäden an Wäldern oder Korallenriffen wären allerdings auch noch mal erheblich, auch bezüglich der Artenvielfalt, die hier Schaden nehmen kann.

Ein anderes Thema sind die angesprochenen politischen Folgen unserer Öl- und Gasimporte und den teilweise zugehörigen Waffenexporten.

Die Energiewende löst ja nun auch dieses Problem. Selbst wenn wir Solarfarmen rund um die Sahara nutzen, können wir uns die Länder aussuchen, auch nach demokratischen Standards.

Wie wäre es noch mit der Idee, dass wir doch noch nicht aus der Kohle aussteigen? Kohle ist auch in Demokratien ganz gut einzukaufen, bzw. unsere eigene Braunkohle gibts auch noch reichlich. Und recht billig.

Bezüglich der Treibhausgase ist sicherlich Erdgas mit halb so viel Emissionen wie mit Kohle besser. Aber die Bezugsquellen sind hier das Problem. Und Gas ist angesichts der russischen Feindseligkeiten gar nicht mehr billig.

Wir können wirklich kostengünstig das meiste nötige Backup, das die Erneuerbaren Energien noch erfordern, mit dem Weiterbetrieb unserer Kohlekraftwerke bestreiten. Bis wir mal so weit sind, dass wir soviel PV und WKA installiert haben, dass wir dieses Backup nicht mehr brauchen, wird es schätzungsweise noch 20 Jahre brauchen. Derweil allerdings die tatsächlichen Backuplaufzeiten und die zugehörigen Emissionen immer weiter zurückgehen werden.

Das Erdgas aus demokratischen Quellen könnte uns so bald reichen. Wenn zusätzlich zum weiteren Ausbau der Erneuerbaren auch Heizungen und Mobilität emissionsfrei wird, wird erst Erdgas, dann Erdöl und zum Schluss dann eben auch die Kohle nicht mehr gebraucht.

Wie gesagt, die Kohlealternative wäre sogar kostengünstiger. Wenn das gesparte Geld dann in mehr PV und WKA investiert wird, spart das doch die Mehremissionen gegenüber Erdgas gleich wieder ein.

Die Autokratie Chinas ist eine andere Sache. Von denen sind wir auf vielfältigste Weise abhängig, wie man damit umgehen kann, ist ein ganz anderes Thema als die unseligen Fossilen Diktaturen. Da fällt mir nur ein, es anzufassen, die Verflechtungen mit China Stück für Stück wieder abzubauen.

Im Moment ist allerdings der Handelsaustausch mit China für uns sehr lohnend. Insbesondere sind die sehr gut mit PV-Modulen und Lithiumbatterien.

Wenn wir hier in einen Wirtschaftskrieg geraten, dann stockt hier Einiges, und auch die Energiewende kann das dann um Dekaden verzögern. Da bleibt mir nur die Hoffnung, dass China so vernünftig bleibt, dass die USA hier keinen Seekrieg gegen China anfängt.

Natürlich bleibt es die ganze Zeit auch eine Option, unseren Konsum wirklich zügig zu überprüfen. Das kann die Energiewende ganz klar auf dreifache Weise beschleunigen: Es senkt sofort den Verbrauch, reduziert maßgeblich die Ausbauziele und macht Ressourcen an Geld, Arbeitskraft und Rohstoffen frei, um die verbliebene nötige Technik richtig schnell klimaneutral umzubauen.



Kommentar vom 01.12.2023 13:56
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/neue-publikation-was-verraten-verschwoerungstheorien-ueber-uns-und-unsere-gesellschaft/#comment-85917

@Neumann 01.12. 12:40

„Es gibt doch schon das neutrale Wort “Interessengemeinschaft”.“

Das trifft es ganz gut. Wenn der Staat die Impfstoffhersteller fördert, weil die einen guten Draht zur Politik haben, dann ist das insbesondere in Ordnung, wenn die Impfungen wirklich sowieso eine gute Sache sind.

Sollten die Impfstoffhersteller das Virus selber gezüchtet und in China freigesetzt haben, dann könnte man das auch eine Verschwörung nennen. Das ginge über legitime Interessen weit hinaus.

Wenn Ölfirmen Zweifel am Klimawandel streuen, dann ist das Interessenvertretung. Die durchaus schädlich sein kann. Was hier jetzt legal oder nicht mehr legal ist, das ist eine gar nicht so einfache Frage.

„Herr Kuhn nennt das verbal abrüsten.“

Auch ein Argument, besser von Interessenvertretung zu reden, die mehr oder weniger legitim sein kann. Das kann man dann auch im Detail diskutieren. Dass etwa Dänemark und die Niederlande führend in der Förderung des Fahrradverkehrs sind, kann auch daran liegen, dass die keine eigene Autoindustrie haben.



Kommentar vom 01.12.2023 00:59
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/neue-publikation-was-verraten-verschwoerungstheorien-ueber-uns-und-unsere-gesellschaft/#comment-85908

@Neumann 30.11. 18:14

„Also bei den Verschwörungstheorien sollten wir die Religionen ausklammern.“

Wenn religiöse Vereine Verschwörungstheorien verbreiten, dann finde ich schon, dass das zum Thema gehört.

„Also mal ganz banal gefragt , was ist der Unterschied einer Verschwörung zu einer Verschwörungstheorie?“

Der wichtigste Unterschied dürfte sein, dass eine echte Verschwörung real ist, eine Verschwörungstheorie aber nur vermutet wird. Michael Blume im Nachbarblog findet auch den Ausdruck Verschwörungsmythen wesentlich treffender. Ich würde sogar unterscheiden zwischen einer Verschwörungstheorie, die durchaus zutreffen kann und eine gewisse Evidenz enthält, und einem Verschwörungsmythos, der ziemlich offensichtlich Unfug aussagt.

@Stephan 30.11. 18:10

„...sondern zum Verständnis der psychosozialen Funktion von Verschwörungstheorien.“

Die Komplexität etwa von politischen Entscheidungen ist sehr ausgeprägt. Verschwörungstheorien sind meistens eine erhebliche Verkürzung der Realitäten. Selbst wenn Verschwörungen wirklich existieren, sind sie doch meistens nur ein Aspekt unter vielen.

Das hilft uns entsprechend überhaupt nicht weiter. Ein Gefühl, in etwa Bescheid zu wissen, hilft doch letztlich nichts, wenn es eben nur Nebensache oder sogar Fantasie ist.

Wer in Gruppen gerät, die von Verschwörungstheorien leben, dem kann ich nur raten, dass Glaubensgemeinschaften grundsätzlich nicht empfehlenswert sind. Besser man orientiert sich an Menschen, die entsprechend vernünftig sind und auch Vielfalt gut aushalten können. So kommt man auch an Verkürzungen vorbei, deren Konsequenzen u.U. richtig destruktiv werden. Da will ich gar nicht gerne Teil von sein.