www.introspektiva.de - Die Wirklichkeit psychischer Krankheiten - Subjektivität als Maßgabe und Menschenrecht - ein Buchprojekt vom KLuW e.V.

Was ist geschehen? (J.W.)


Was ist geschehen?
Was ist passiert?
Bin so leicht irritierbar, dünnhäutig und schwach.

Ja, ich war psychotisch,
ja, ich habe eine Psychose gehabt,
dass ist was mir widerfahren ist,
so hat es der Arzt in der Visite gesagt:
Hab Dinge für wahr gehalten,
die in der Realität nicht exsitieren,
nicht existent sind bzw. waren.

Und ich sage dir eins im Vertrauen:
Die Tabletten haben mich zurückgeholt.

Das ist das, was mir widerfahren ist.

Und ich kann nichts dazu,
denn die Ursache liegt in meiner Genetik,
ja, in meiner Veranlagung, die erblich ist.

Das ist mein Problem,
was es nicht zu unterschätzen gilt.

Denn ich kann nirgendwo hin,
davor fliehen und ihm entrinnen,
denn was die Psychose ausmacht,
ja, das bin ich, meine Persönlichkeit, meine Person:
Denn die Psychose ist ein Teil von mir,
zu dem ich stehe, stehen sollte, soll,
muss das alles ertragen und aushalten,
was nicht so leicht ist für mich,
denn die Psychose, ist nur ein Teil meiner Person,
d.h. ich mehr bin als meine zeitlich begrenzte Psychose, werde auf diese von meiner Umwelt reduziert, was mich verletzt.
Ja, das ist was ich zu sagen habe.

Es tut weh, dass das alles mir widerfahren ist,
denn ich kann nichts dazu,
dass ich grübeln und noch mehr, noch viel mehr muss.

Es tut mir weh,
das einsehen zu müssen,
dass ich auf diese Art und Weise erkrankt bin.

Ja, das ist mein Schicksal,
was ich auszuhalten und zu integrieren hab.

Es tut mir weh,
denn das ist mir jetzt schon zum vierten mal passiert.
Ja, so leicht verletzbar bin ich, mein Herz,
meine Seele, mein Gemüts- und Gefühlsleben.

Doch es gibt kein Entrinnen:
Das ist mein Schicksal, mein Leben, meine Aufgabe,
das ich das einzusehen habe akzeptiere und damit lebe
(Jonas Winter)