Aggression und Resignation -

www.introspektiva.de - Die Wirklichkeit psychischer Krankheiten - Subjektivität als Maßgabe und Menschenrecht - ein Buchprojekt vom KLuW e.V.

Home -
Vorwort -
Ordner 0 Aktuelles Thema: Willensfreiheit
Kapitel 1 Womit haben wir es zu tun: was ist hier krank?
Kapitel 2 Lebensgeschichten und Erfahrungsberichte
...
Seelische Stolpersteine, und wieder zurück ins Leben -
...
Eine kleine Reise durch eine verwirrte Zeit -
...
Sabrinas Gedanken
...
Ausgeliefert -
...
Ja, es ist okay.
...
Es ist die Last,die...
...
Das sind die ganz einfachen Sachen.
...
Leben mit einer psychiatrischen Diagnose -
...
Mein Leben und mein Alltag in einem Dauerwohnheim in Nordrhein Westfalen -
...
Ganz früher, vor einiger Zeit und Heute -
...
Aggression und Resignation -
...
Auf der Suche nach der Zauberformel -
...
Fremdschämen -
...
Bösewicht in einer Wahnvorstellung -
...
Selbstbestimmung und Verantwortung -
...
Zumutungen und Chancen -
...
Der Zweck heiligt die Mittel? -
...
Begegnungen -
...
Ich bin gesund und krank zugleich -
Kapitel 3 Datailfragen und Hypothesen
Kapitel 4 Psychiatrielandschaft aktuell
Kapitel 5 Gesellschaftliche Zustände
Kapitel 6 Gewagtes
Kontakt, Impressum, Datenschutz
Interne Notizen 180608





































Aggression und Resignation - (Ina Herwig)

Beispiel Einladung in der Familie zu einem fünfzigsten Geburtstag.
Er sagt nicht zu, er sagt mal sehn, Lust hab ich keine. (Vielleicht braucht er einen Grund) Mittlerweile ist es zur Gewohnheit geworden, aufkommende Gefühle zu unterdrücken. Vor allem Gefühle wie Wut, Ärger, Ungeduld. Spontane Reaktionen unterdrücke ich, mit dem Ergebnis, mich lustlos, erschöpft und missmutig zu fühlen...

Auf der Suche nach der Zauberformel - (Eine Angehörige)

Mein Sohn sieht und hört Dinge, die ich nicht sehe oder höre. Er interpretiert was um ihn herum geschieht völlig anders als ich, die übrigen Familienmitglieder, seine Freunde. Wir sind in unseren Wahrnehmungen nicht kompatibel. Das macht unser Zusammenleben schwer.

Ich denke, mein Sohn ist verrückt geworden. Der Arzt nennt den Zustand Psychose. Der Begriff sagt mir nichts...

Fremdschämen - (Eine Angehörige)

Meine Freundin und ich löffeln in unseren Eisbechern. Hin und wieder wandern nicht nur unsere Blicke in Richtung eines Tisches etwas von uns entfernt. Eine Frau mittleren Alters füttert einen schwerstbehinderten, im Rollstuhl sitzenden Jugendlichen mit Spaghettieis. Mutter und Sohn vermutlich.

Auch ich errege manchmal Aufmerksamkeit, wenn ich mit meinem an Schizophrenie erkrankten Sohn unterwegs bin...

Bösewicht in einer Wahnvorstellung - (Eine Angehörige)

Ich sitze auf der Bank im Garten und genieße die letzten Sonnenstrahlen des Tages. Nebenan wird klappernd der Grill abgebaut, eine Mutter ruft ihre Tochter zum Abendessen herein. Nicht weit von mir hinter einer Hecke wird gestritten. „Wie kommst du dazu, in der Verwandtschaft zu erzählen, wir hätten es auf deine Rente abgesehen!“, höre ich eine Frauenstimme empört sagen..