www.introspektiva.de - Die Wirklichkeit psychischer Krankheiten - Subjektivität als Maßgabe und Menschenrecht - ein Buchprojekt vom KLuW e.V.

Stimmenhören: Einbildung oder Inspiration? (T.J.)
(04.10.2018 4 Kommentare)


Ich beziehe mich hier auf das Kapitel 6 von Regine Haase.
Ich denke, das die Psychiater meistens davon ausgehen, dass Stimmen, die man im Kopf wahrnimmt, im Kopf selbst entstehen und nicht von Geisteswesen stammen, die mit uns in Kontakt treten. Ich kann durchaus aus Erfahrung bestätigen, dass es zu einer Psychose dazugehört, dass hier tatsächlich im eigenen Gehirn Unsinn produziert wird, den man besser nicht ernst nehmen sollte.

Grundsätzlich stellt sich die Frage, wo das Gehirn aufhört und wo Energiewesen anfangen. Zweifelsfrei ist das Gehirn ein Informationsverarbeitungssystem, das im Seelenleben eine wichtige Rolle spielt. Aber man kann auch jede Menge Erfahrung damit machen, dass man Elemente im Erleben findet, die von außerhalb kommmen. Regine hat die Arbeit mit ihren Energiewesen, ich selber mit meinen konkreten Erfahrungen würde eher von den Tiefen des universellen Geistes reden.

So oder so finde ich die Frage spannend, das Zusammenspiel von Gehirn und nicht materieller Geisteswelt genauer zu untersuchen. Das Gehirn kann krank sein, und da können auch Medikamente helfen. Aber das ist nicht alles. Wenn Stimmenhörer Probleme mit ihren Stimmen haben, kann man auch gucken, ob hier vielleicht spirituelle Probleme vorliegen, die man mit Hilfe von Geistheilern eher lösen kann als mit Medikamenten und klassischer psychiatrischer Unterstützung. Das sollte man mal vorsichtig ausprobieren.

Meine Frage also: was ist Einbildung, was ist Inspiration? Was macht das Gehirn, was machen die Geisteswelten? Ist es ein innerer Dialog mit mir selbst, oder ist es die Diskussion mit echen Geistern?
(Tobias Jeckenburger)


Haase, Regine
08.10.2018 07:41


Ich kann nicht beweisen und schon gar nicht wissenschaftlich die Existenz der Energiewesen erklären, merke aber den Unterschied, ob es meine Gedanken sind oder ob Wesen/Seelen mit mir sprechen. Du sagst etwas ganz ganz Wichtiges lieber Thomas. Ausprobieren und selbst Erfahrungen sammeln, neben Medikamenten und anderen Wegen zu Lebensqualität zu gelangen.



Heidi Waldstädt
13.10.2018 14:24

Ich habe nur meinen inneren Dialog. Ich habe nur meine Phantasie, die auch ihre innere Berechtigung hat, und das reicht mir auch. Ich spüre oder höre keine Außenstimmen, die von außen bzw. aus Geisteswelten kommen. Energiefelder schon, sowohl positiver wie negative.

Ich spiele mit den Dingen, mach einfach irgendwas, wenn ich mich nicht entscheiden kann. Regine schreibt: „Alles hat seine Berechtigung.“ Ich habe schon Angst vor negativen Kräften. Meine Schwester hatte Kontakt mit der unserer verstorbenen Mutter – ich nicht, aber ich hatte doch gehörige Angst davor.

Vertrauen ist gut – Kenntnis der Gefahren ist besser? Ich habe manchmal Neid auf vertrauenstarke Menschen, denen dann auch nichts passiert. Ich bin sehr misstrauisch, und bewundere, dass manche Menschen durchs Leben gehen, ohne dieses Misstrauen. Gibt es ein Urvertrauen, dass mir fehlt – oder haben die nur zufällig Glück, und mein Misstrauen ist richtig?

Warum macht man sich das Leben schwer? Andere gehen leichter durchs Leben – die haben sicher mehr Spaß, wenn es dann doch klappt – aber die Katastrophen bleiben nicht aus. Was hier besser ist, fällt mir schwer einzuschätzen.

Visionen kann ich ausarbeiten, und setze sie dann aber nicht immer um. Vieles muss man gemeinsam machen, und es kommt dann nach langer Arbeit zustande. Aber man kann Visionen auch als Gedankenexperiment verwerten, oder veröffentlichen und andere setzen dass dann doch um.

Wenn Menschen jetzt richtig in Sinnestäuschung geraten, fängt ein anderes Spiel an. Das könnten wir auch noch ausarbeiten. Gehirnerkrankungen oder Drogen haben Auswirkungen. Wahn ist ein Thema für sich, Festlegungen können strategisch sein.



Tobias Jeckenburger
13.10.2018 14:51

Ich habe Ideen und Gedanken, die nicht aus der Erfahrung und aus der Logik kommen können, und ich erkenne diese auch nur daran. Das lässt sich anders bei mir nicht unterscheiden.

Ich muss aber damit rechnen, in die Irre geführt zu werden. Ich muss alles prüfen – Kleinigkeiten kann ich annehmen, auch wenn sie nicht zu prüfen sind, das probier ich einfach aus. Aber ich hab großen Respekt vor Geisteswelten – Inspirationen können mächtig sein. Wenn ich beim Skatspielen aufgrund guter Inspirationen ständig Spiele Gewinne, die kaum zu gewinnen sind, spielt keiner mehr mit mir.

Hilfreich sind auch Inspirationen bei der Menschenkenntnis – da mischt sich Inspiration mit Erfahrung. Am besten sind Visionen, die sich ausarbeiten und prüfen lassen, und sich so mit Wissen verknüpfen, dass da Verlässlichkeit reinkommt. Dann kann ich das gebrauchen und umsetzen. Als Psychotiker kann ich was anderes eigentlich gar nicht machen, das wäre zu gefährlich, dabei in die Irre zu geraten.

Es geht nicht nur um mich selbst, sondern auch um mein Umfeld. Die wissen ja auch, dass ich Psychotiker bin, und die würde ich mit unbegründbaren Ideen, die ich ernst nehme, misstrauisch mir gegenüber machen. Vermutung müssen bei mir deshalb unbedingt Vermutungen bleiben.



Regine
15.10.2018 20:47


Einige Aspekte von mir zu Heidis Ausführungen.
Wie ich im Kapitel 3 geschrieben habe, hörte ich einmal eine Stimme von Außen. Da ich aber so erschrocken war, wurde mir gesagt, dass sie diesen Weg der Kontaktaufnahme nicht mehr wählen wird. Von anderen habe ich bisher nicht gehört, dass sie Stimmen von Außen hören.
Vertrauen ist gut und wichtig. Trotzdem gilt es zu prüfen, wem ich vertrauen kann, wem nicht. Das erkenne ich beispielsweise daran, ob jemand gemäß seinen Äußerungen handelt, ob jemand Verabredetes einhält. Und Kenntnis über Gefahren ist genauso wichtig. Ich würde mich nicht bewusst in Gefahr begeben wollen.
Sich mit anderen zu vergleichen macht für mich nur dann Sinn, wenn mir etwas an dem anderen gefällt an Meinungen, Taten, die ich für gut halte und ich ausprobieren möchte, ob sie zu mir passen, andernfalls kann ich nur verlieren, weil ich ja den anderen nicht so gut kenne wie mich selbst.
Wer sagt denn, dass Wahrnehmungen beispielsweise bei Drogenkonsum Sinnestäuschungen sind? Nur weil wir etwas anderes wahrnehmen?
Und zu Thomas möchte ich anmerken, dass ich es wunderbar finde, wie er für sich erkennt, was ihm hilft und was nicht, wie weit er gehen kann. Auch in meinem Verständnis sollten Vermutungen Vermutungen bleiben solange, bis sich vielleicht durch ein Gespräch ein anderer Sachverhalt ergibt.


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10.12.2018 10:40

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