www.introspektiva.de - Die Wirklichkeit psychischer Krankheiten - Subjektivität als Maßgabe und Menschenrecht - ein Buchprojekt vom KLuW e.V.

Meine Kommentare auf scilogs.spektrum.de 2020/10 (T.J.)


Kommentar vom 22.10.2020 13:50
https://scilogs.spektrum.de/der-anthropozaeniker/auch-maschinen-haben-hunger/

@Lust auf Lösung?

Wesentlich scheint mir hier der Spruch: Ich will nicht mehr Teil des Problems, sondern Teil der Lösung sein.

Der Mensch reagiert recht positiv darauf, Teil wovon zu sein. Man muss nicht Besitzer eines Parks sein, um sich dort erholen zu können. So wie die Stadt aussieht und ob etwa vernünftige Radwege existieren und genug Grün zwischen dem Beton ist, macht das die Lebensqualität.

Wenn die städtische Lebensqualität entsprechend hoch ist, kann auch die eigene Wohnung etwas kleiner sein. Wenn es genug Grün gibt zum Betrachten und zum Verweilen, brauche ich kein eigenes Haus am Stadtrand, keinen eigenen Garten, und habe kürzere Wege, zur Arbeit und zum Einkaufen.

Der Gebrauchswert von Fahrzeugen ist da nicht egal, aber wenn die Kommune in die Radwege investiert, tuts Fahrradfahren auch, und dann kann Carsharing erhebliche Kosten sparen, wenn ich nur noch gelegentlich mal ein Auto brauche. Und das macht dann im städtischem Raum richtig viel wertvollen Platz frei.

Wenn ich weniger Konsumiere, kann ich auch weniger Arbeiten. Oder es ist Geld da für eher gemeinschaftliche Aufgaben wie Investitionen in Klimaschutzmaßnahmen und eine Kreislaufwirtschaft, die immer weniger Reststoffe produziert.

Wenn wir schon die Landwirtschaft subventionieren, dann doch gleich in Richtung flächendeckenden Bioanbau. Das kostet dann nichtmal extra. 58 Mrd. EU-Subventionen pro Jahr für die Landwirtschaft in Europa sind eine Menge. Zur Zeit wird dieses gemeinschaftliche Geld für die Förderung der Schädigung der Böden, des Grundwassers und der Tierwelt eingesetzt.

Gemeinsinn lohnt sich, finde ich.

Die Naturräume zu fördern eröffnet auch touristische Möglichkeiten, dass man nicht mehr so weit fahren muss, um Urlaub zu machen. Wenn man im eigenen Land, und wenigstens innerhalb Europas richtig gut was zu entdecken hat.



Kommentar vom 22.10.2020 12:15
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/ein-philosoph-muss-sehr-nah-bei-denjenigen-sein-die-denken-den-menschen-in-der-praxis/

@hwied 22.10. 08:18

„Die Naturwissenschaften versuchen die Geisteswissenschaften zu dominieren.“

Die Hirnforscher wildern in der Tat im Gebiet der Psychologie, allerdings auch mit einer gewissen Berechtigung. Das Gehirn spielt offenbar eine wesentliche Rolle, und kann auch von der Ebene der Nervenzellen und ihrer Verschaltung her angegangen werden. Aber das ist eine extrem schwierige Aufgabe, die noch Jahrzehnte und Jahrhunderte braucht, und es nervt schon, wenn Hirnforscher voreilige Aussagen machen, und psychologische Erkenntnisse ohne hinreichende Evidenz verwerfen.

„Man kann die Gehirnhälfte lokalisieren, wo sich Wille gestaltet, aber was der Wille ist kann nicht erklärt werden, weil Wille geistig ist.“

Inwieweit unser Wille und andere Komponenten unserer erlebbaren Innenwelt auch wirklich geistige Anteile haben, so könnte dieses gerade mit einem vollständigem Konnektom geklärt werden, wenn es gelänge, dieses erfolgreich im Computer zu simulieren. Irgendwo muss ja eine Schnittstelle zu den Nervenzellen im Gehirn existieren, wenn ein geistiger Wille ins gesamte psychische System eingreift und sich verwirklicht.

Eine Schnittstelle könnten in den Zufälligkeiten bei chemischen Reaktionen an den Synapsen und innerhalb der Nervenzellen existieren. Wenn diese Zufälle intelligent gestaltet sein könnten, wäre hier eine Schnittstelle, die auch keinen bekannten Naturgesetzen zuwider laufen würde. Eine grundlegende Geistigkeit als Funktion der Gegenwart könnte hier mitspielen, und unsere Innenwelt wäre der Teil dieser Geistigkeit, der sich auf den Bereich unseres Gehirns konzentriert, aber auch darüber hinaus in der näheren Umgebung aktiv ist. So dass auch ein Erleben der Außenwelt und ein Erleben von sozialen Kontakten geistige Anteile haben kann.

In einer Simulation eines Konnektoms müsste man analoge Zufallszahlen in großen Mengen verwenden, in den Teilprozessen, die im Vorbild Gehirn von chemischen Zufällen abhängig sind. Sollte man statt echten analogen Zufallszahlen mathematisch generierte Pseudozufallszahlen verwenden, würde das simulierte Gehirn einfach nicht aufwachen können. Wenn hier die Geisteswelt funktional wesentlich ist, würde die Simulation nur mit den echten analogen Zufallszahlen wach sein können.

So könnte man letztlich nachweisen, dass Geistiges existiert und seine Rolle spielt. Was dann der geistige Wille selber wieder ist, bliebe dabei immer noch verborgen. Aber man könnte so dennoch künstliches Bewusstsein bauen, das echte geistige Anteile hat und nur damit wirklich funktioniert. Die geistigen Funktionen kämen einfach gratis dazu, wenn die Strukturen es erlauben. Sicher könnte es sein, dass der Weltengeist keine Lust hat, sich am Innenleben von Maschinen zu beteiligen, aber einen Versuch einer Einladung wäre es wert.

So könnte die Wilderei der Hirnforscher dann Ergebnisse haben, die wiederum auch die Naturwissenschaften verändern könnten. Wenn es geistige Effekte im Gehirn gibt, dann wohl auch anderswo in der Welt. Nicht nur das Gehirn, die Zellchemie z.B. könnte auch geistige Unterstützung haben, das würde dann die Biologie und die Medizin betreffen.



Kommentar vom 22.10.2020 00:03
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/ein-philosoph-muss-sehr-nah-bei-denjenigen-sein-die-denken-den-menschen-in-der-praxis/

@Querdenker 19.10. 11:29 / 21.10. 10:12

„GEIST ist also -wie Seele oder Materie – eine Schimäre die vom Geist in der Flasche ( Weingeist) über Geisteblitze, Geistlos, Geist-er, Geistes-Wissenschaften, kosmischer Geist, Geistes krank, Geist Heiler, Zeit Geist etc…
benutzt wird um etwas zu beschreiben, was schon die alten Medizinmänner vor 5000 Jahren in ihrer Mystik versuchten.“

Hier werden wohl generell die psychischen Leistungen als eine eigene Kategorie dann auch mit dem Begriff Geist bezeichnet. Heute weiß man wohl, das zumindest ein wesentlicher Teil davon auf unserm Gehirn und den dort ablaufenden Prozessen beruht. Wer jedoch einen entsprechenden Glauben hat, oder über eigene spirituelle Erfahrungen verfügt, wird jedoch davon ausgehen, dass zumindest ein Teil der psychischen Leistungen auch tatsächlich was mit geistigen Effekten zu tun hat, die nicht ganz von dieser Welt sind.

Also eigentlich doch von dieser Welt, in der sich auch die Geister dieses Universums tummeln, aber nicht in der rein materiellen Welt des wissenschaftlichen Mainstreams.

„Bewusstsein ist für mich eine ähnliche Schimäre wie GEIST und wird von jedem anders interpretiert.“

Naja, die lebendige Innenwelt, in der wir uns befinden ist ja nun schon ziemlich faktisch, auch wenn sie wohl unterschiedlich beschrieben wird, und vielleicht auch wirklich verschiedene, persönliche Eigenschaften hat. In der Innenwelt eingebaut ist auch ein differenziertes Bewusstsein, das Denken wie auch die Willensfreiheit spielt sich hier ab. Und ist hiermit auch Basis aller menschlichen Kultur.

„Bewusstsein ist eh nur sekundär wichtig, da es lediglich bestehende Glaubensmuster interpretiert, womit Karl Marx Recht hat wenn er sagt: Das SEIN bestimmt das Bewusstsein.“

Keiner kann bei null anfangen. Zunächst lernt man was von der bestehenden Kultur, von dieser Basis aber denkt man dann weiter. Bewusstsein ist sicher nicht der ganze Kosmos, aber ich finde, dass Bewusstsein und unsere Innenwelt zumindest für uns Menschen das absolut Wesentlichste ist.

Wie sich das alles im Detail verhält, wird vermutlich die Hirnforschung mal heraus finden können. Hier braucht man wohl ein komplettes Konnektom, und muss dieses dann auch noch verstehen, und in Computern simulieren können. Das kann eher 100 als 20 Jahre dauern, fürchte ich. Bis dahin bleiben die angesprochenen Unklarheiten wohl Unklarheiten.



Kommentar vom 20.10.2020 13:40
https://scilogs.spektrum.de/formbar/sparc-ein-zuendfunke-fuer-die-fusionsforschung/

@Karl Bednarik 20.10. 07:06

„Dieses Kohlendioxid kann man, ganz ohne es vorher abzutrennen, mit Wasserstoff aus der Elektrolyse ebenfalls in Methan umwandeln.“

Da hätte man schon einiges an Methan. Wenn man die Biogasproduktion noch auf mehr Abfälle und Reste ausweitet, noch mehr. Und eventuell kann auch die Müllverbrennung noch Einiges an verwertbarem Gas beisteuern.

Die Saisonalen Gasspeicher gibt es auch schon, und ein Flächendeckendes Versorgungsnetz auch.



Kommentar vom 19.10.2020 14:14
https://scilogs.spektrum.de/formbar/sparc-ein-zuendfunke-fuer-die-fusionsforschung/

@Gridbatterien

Wir haben verschiedenen Speicherbedarf für das Stromnetz.

Die kurzfristigen täglichen Schwankungen, sowie die Schwankungen über ein paar Tage würden sicherlich die Batterien der Elektrofahrzeuge abdecken können, wenn sie die meiste Zeit per Ladekabel ans Netz angeschlossen sind. Hier würde hauptsächlich flexibel Aufgeladen, dass hier zurück ins Netz eingespeist würde, wäre nur ein kleinerer Teil. Wenn wir mal 50% Elektromobilität haben, wäre das schon reichlich Kapazität für diesen Zweck.

Dann haben wir mittelfristigen Speicherbedarf bei Windflauten über ein oder zwei Wochen, wie auch für die Photovoltaik, wenn mal länger großflächig Regenwetter ist. Diese auszugleichen wäre für die Fahrzeugbatterien zu viel, hier könnten fest installierte Flowbatterien zum Einsatz kommen, die für diesen Fall vielleicht 5 bis 15 Mal im Jahr auf und wieder entladen würden.

Dann haben wir Saisonalen Speicherbedarf, der nur einmal im Jahr akut wird, nämlich im tiefsten Winter wenn Dunkelflaute ist. Dann wären ganz schnell auch die Flowbatterien entladen. Hier könnte man die Speichertanks der Flowbatterien entsprechend riesig dimensionieren, man hätte hier aber dann teilweise eine Nutzung des Flowmediums von nur einmal im Jahr. Das wird vermutlich nicht sonderlich wirtschaftlich sein.

Hier kämen jetzt die ehemaligen Erdgaskraftwerke ins Spiel, die mit gespeichertem Synthesemethan diese saisonalen Dunkelflauten auffangen könnten. Aufgrund der erheblichen Verluste würde diese Backuplösung nur das letzte Mittel sein, wenn die anderen Speicher alle leer sind.

Da wir ohnehin flüssige Synthesekraftstoffe herstellen müssten für Altfahrzeuge, teilweise LKW, Bagger, Trecker, Motorsägen und vor allem auch für Flugzeuge, wäre eine Verwertung von EE-Überschussstrom in diese Richtung sowieso nötig. Auch wird es noch lange einen Restbestand an Gasheizungen und Gasherden geben, die auch mit Synthesemethan betrieben werden können. Die Herstellung von Synthesemethan für Backupstrom würde also nur einen Teil der Produktion aus Überschüssen nutzen, und hier kann auch in den gleichen Anlagen Biogas gespeichert werden und in den ehemaligen Erdgaskraftwerken als letztes Backup zum Einsatz kommen.



Kommentar vom 18.10.2020 14:46
https://scilogs.spektrum.de/der-anthropozaeniker/die-menschheit-verbrauchte-seit-1950-mehr-energie-als-in-fast-12-000-jahren-zuvor/

@Wolfgang Richter 17:10 20:29

„Ich weiß nur, dass Personen, die zum Thema globale Erwärmung skeptisch hinsichtlich der Klimakatastrophen-Szenarien sind und die eher die vom IPCC beschriebenen milderen Szenarien erwarten und eine niedrige Klimasensitvität des CO2 für wahrscheinlich halten -auch im Bereich, der vom IPCC angegeben wird!- regelmäßig als Klimawandelleugner verschrien werden.“

Die vom IPCC angegebene Klimasensitität des CO2 liegt zwischen 1,5° und 4,5°. Das ist in der Tat ein weites Feld. Wenn ich jetzt hoffe, dass die 1,5° Realität werden, so bin ich nur ein unverbesserlicher Optimist. Wenn ich aber behaupte, dass diese 1,5° wahrscheinlicher sind, dann leugne ich offenbar die Einschätzung der Experten. Und wenn ich hierfür noch nicht mal Belege habe, dann bin ich damit unredlich, und darf von mir aus gerne verschrieen werden.

Ich würde gerne auf die 1,5° hoffen, oder wenigsten auf 2,5°, aber der mittlere Wert ist nun mal aktuell 3,0°, und aus derzeitiger Sicht der Wahrscheinliche. Und es kann schlimmer kommen, tatsächlich auch 4,5°. Man stelle sich mal vor, wie das wäre. Derzeit haben wir davon die 1,1° inzwischen schon erreicht, und die Folgen sind schon erheblich, würde ich sagen.

Was ich aber ganz klar meine, ist dass wir hier die weitere Forschung zum Thema genau beobachten müssen. Wenn bessere Modelle zur Verfügung stehen und noch weitere Jahre der realen Klimaentwicklung meßbare Realtität geworden sind, wird sich der Wert der Klimasensitvität des CO2 genauer ermitteln lassen. Wird sich hier ein günstigerer Trend zeigen, kann man eventuell die Anstrengungen gegen den Klimawandel reduzieren. Eventuell, wahrscheinlich ist das in keinster weise. Es kann nur sein, und es kann auch schlimmer kommen als der Mittelwert, dann können wir froh sein, wenn wir bis dahin eine Basis geschaffen haben, auf der wir dann noch engagierter die Energiewende durchziehen können.



Kommentar vom 18.10.2020 14:08
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/ein-philosoph-muss-sehr-nah-bei-denjenigen-sein-die-denken-den-menschen-in-der-praxis/

@Demolog 18:10 02:00

Zustimmung von mir. Das Sein ist sehr viel mehr als nur begriffliches Denken.

„...aber das macht das Denken nicht weniger Wert, wenn es zum konitiven Teil auch fühlt und Empfindet.
Weil man letztlich nur aus dem Sein herraus schaut. Nicht aus dem Logarythmus ins Sein hinein….

...Aber weil man in der sekulären Welt diese spirituelle Ebene sowieso nigiert und für obsolet hält, geht da schnell der “Gedanke mit einem durch”…

… Auch, wenn Sprache und pragmatische Vernunft von Vorteil sind, ist ein Leben in der reinen, intrinsischen Logokratie doch erbärmlich, oder?...

...Praktische Vernunft ist da dann doch auch was anderes als der reduktionistische Pragmatismus und Logarythmus.
Und die ist dann immer auch begleitet vom Sein in Welt.. mit dem Fühlen der Welt.“

Die innere Erlebniswelt ist wesentlich mehr als nur begriffliches Denken, ein Fühlen von Welt, und ein Fühlen von Mitmenschen und Mitgeschöpfen, macht doch einen wesentlichen Teil der Qualität des Seins aus. Und sich in diesem Fühlen als ein Ganzes zu erleben, das ist doch erst der Mensch, wie er lebt und liebt.

„Und der allgemeine, kategorische Optimistismus will es ja, das es nur nach Vorne geht, weiter, als bisher und möglichst produktiv für Andere. Und vergisst, das Leben selbst ein Selbstzweck ist.“

Unsere Wachstumswirtschaft beruht ja gerade auf der Armut der Gefühlswelten, ohne gegen diese Leere wirklich zu helfen. Ein gelebter Selbstzweck braucht offenbar mehr Gefühlsleben, und kommt am Ende vielleicht auch an Spiritualität nicht vorbei.

„..im Mantel der Idee der Npützlichkeit der größeren Entität “Zukunft” und Gemeinschaft werden Menschen zum Werkzeug reduziert, anstatt ihnen wirklich eine Erweiterung der Innenwelten zu ermöglichen“

Es hat sowieso keinen Sinn, zu versuchen, aus reiner Zweckdienlichkeit eine Weltgemeinschaft zu schaffen. Meine ich. Ohne ein Mitfühlen der Menschen, ohne ein sich als Weltbürger fühlen, werden wir damit vielleicht nicht weit kommen. Und ein Mensch, der sein eigenes Dasein nicht als Sinn fühlt, wird immer auf der Suche bleiben, und letztlich auch dem Gemeinsinn nicht folgen, dessen Basis immer erst der Eigensinn ist.

Ein Eigensinn, der sich wirklich selbst genug ist, braucht letztlich eine gewisse Spiritualität. Ich glaube nicht, dass das anders geht. Eine persönliche Beziehung zum Universum ist sehr hilfreich, und macht vieles einfacher, finde ich.



Kommentar vom 18.10.2020 00:57
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/ein-philosoph-muss-sehr-nah-bei-denjenigen-sein-die-denken-den-menschen-in-der-praxis/

@Fachgebiete

Nun ja, so schön wie die Fachgebiete Physik, Chemie, Biologie und Medizin aufeinander aufbauen, haben wir es bei Philosophie, Psychologie und den Sozialwissenschaften nicht. Dazu gesellt sich wohl noch Theologie und Religionswissenschaft. Und neuerdings drängen sich auch Psychiater, Genetiker und Hirnforscher noch dazwischen.

Das scheint mir ganz schön unübersichtlich geworden zu sein. Ich selbst bin kein ausgebildeter Wissenschaftler, und interessiere mich doch für allerhand, vor allem wenn es mit meinem eigenem Menschsein zu tun hat und wenn es um Kenntnis und Verständnis des Kosmos geht.

Wobei die Philosophie noch die allgemeinste Disziplin zu sein scheint, die in einigen Bereichen direkt in die Mathematik übergeht. Insofern bildet Philosophie und Mathematik, wenn sie als Geisteswissenschaft verstanden wird, die Grundlage für alle anderen Disziplinen, was die Methodik angeht.

Aber was jetzt dann noch wesentlich ist, ist natürlich die Beobachtung der realen Welt, inclusive des Menschen in allen seinen Dimensionen. Die Evidenz systematischer Untersuchungen ist genauso wesentlich wie die Methoden der Verarbeitung, aber auch unser Weltwissen und unsere ganz persönlichen Erfahrungen sind unbedingt maßgeblich, auch wenn sie weder repräsentativ noch wiederholbar sind. Hier bin ich als Nichtwissenschaftler wohl auch relativ ungebunden, und kann meinen persönlichen Erfahrungen einen größeren Raum geben.

Der Mensch als erkennendes Subjekt ist zugleich auch Objekt der Forschung, und die organisierte Kultur der methodischen Forschung wiederum Folge der Erkenntnis des erkennenden Subjektes. Was soll man da machen, das ist eben etwas unübersichtlich.



Kommentar vom 17.10.2020 16:14
https://scilogs.spektrum.de/formbar/sparc-ein-zuendfunke-fuer-die-fusionsforschung/

@Martin Holzherr 17.10 02:35 / 12:09

„Wenn die Kohlekraftwerke trotz Klimakrise praktisch bis an ihr Lebensende betrieben werden, dann wird das wohl auch bei Erdgaskraftwerke so sein.“

Das Sinnvolle bei Erdgaskraftwerken ist doch gerade, dass diese zunächst Kohlekraftwerke ersetzen, danach mit Erdgas als Saisonkraftwerk für das Winterhalbjahr arbeiten, dann bei steigendem Ausbau der EE immer weniger Betriebszeiten haben, und am Ende einfach mit Synthesegas aus Überschüssen weiterbetrieben werden können. Am Ende dann als Backup nur noch für Dunkelflauten, die nicht von Fernstromausgleich per Supergrid ausgeglichen werden können, also im Schnitt nur noch für 10 bis 30 Tage im Jahr.

Wenn dieses Flowbatterien leisten sollen, würden die nur einmal im Jahr erst aufgeladen, und dann wieder entladen werden. Ob das günstiger ist als Wasserstoff bzw. Synthese-Methan, dass dann in den teils schon bestehenden Erdgasspeichern gelagert wird, um dann die 10 bis 30 Tage im Jahr eingesetzt zu werden, ist fraglich. Da müsste man gucken, was die Flowbatterien kosten.

„Diese soll Schwefel basiert sein, was zu preisen von 20 Dollar pro Kilowattstunde gespeicherter Energie führen könnte.“

Wenn die jetzt nur einmal im Jahr benutzt werden, wären das in 50 Jahren dann 40 ct/ KWh, was wohl eher mehr ist als Synthesemethan kosten würde, das in den ehemaligen Erdgaskraftwerken als Backup für 10 bis 30 Tage im Jahr eingesetzt würde. Man muss hier bedenken, dass auch Biogas für den Backupeinsatz gepeichert werden kann, und zusammen mit dem Synthesegas bei Bedarf verstromt werden kann.

Wenn das mit dem Lignin nochmal deutlich kostengünstiger als 20 Dollar pro Kwh wird, dann wär es das aber vielleicht.



Kommentar vom 17.10.2020 00:50
https://scilogs.spektrum.de/formbar/sparc-ein-zuendfunke-fuer-die-fusionsforschung/

@Martin Holzherr 16.10 20:33 / 20:47

Ich meine auch, dass man es mit Wasserstoff nicht übertreiben sollte. Wenn Überschüsse anders nicht genutzt werden können, wäre das aber eine Option, sie zu verwerten. Rund ums Mittelmeer dann eher mehr davon, da gibt es nicht nur mehr Sonne, sondern auch ganz viel kaum genutzte Flächen in der Natur, die nur von Ziegen beweidet werden. Wenn hier Solarpaneele Schatten spenden, freuen sich sogar die Ziegen.

„Es braucht deshalb bei einer rein bundesdeutschen Lösung (ohne Stromimport/export) Batterien oder sogar noch teurere Speicherlösungen wie Wasserstoff.“

Wer redet von einer rein bundesdeutschen Lösung? Wir haben jetzt schon Fernleitungen zu unseren Nachbarn, und die wird man in jedem Fall auch noch ausbauen.

„Es ist deshalb kein Wunder dass der deutsche Strompreis seit der Förderung der Erneuerbaren stetig steigt und weiter steigen wird, wenn als nächstes Wasserstoff drankommt.“

Die Konstruktion der EEG-Umlage führte ja dazu, dass die Industrie größtenteils von ihr ausgenommen wurde, und ihr Anteil den Privatkunden aufgebürdet worden ist. Da mit dem Ausbau der EE gleichzeitig die Preise im Stromnetz gesunken sind, hat das der Industrie sogar sinkende Strompreise beschert. Außerdem wurde die Photovoltaik in unserem sonnenarmen Land schon gefördert, als sie noch sehr viel teurer war als heute. Man hätte besser mehr in Windenergie investieren sollen. Aber inzwischen sind die Preise für Photovoltaik viel niedriger.

Ich zahle jetzt 25 ct die KWh, und ich kann mir nicht vorstellen, wie das noch teurer werden soll. Das schafft Wasserstoff alleine nicht, zumindest wenn es damit nicht übertrieben wird. Es sei denn, man bekommt es irgendwie hin, dass die Privatkunden noch mehr die Industrie subventionieren. Die EEG-Umlage ist ziemlicher Murks gewesen, würde ich sagen, hier brauchen wir hinreichend CO2-Steuern ohne Ausnahmen, wenn das was werden soll. Wenn man unbedingt manche Industriebetriebe subventionieren will, soll man das aus dem CO2-Steueraufkommen bezahlen, und nicht von die privaten Stromkunden zahlen lassen, meine ich.

Vorerst würde sowieso erst mal die Elektromobilität umgesetzt werden, und entsprechend des Mehrbedarfs und der Speichermöglichkeiten der Autobatterien in Wind uns Sonne investiert werden. Bis das so weit ausgebaut ist, dass hier Wasserstoff für Backupkraftwerke produziert wird, dauert es doch noch mindestens 15 Jahre. Bis dahin würde eh mit Erdgas und vielleicht schon mit zwischengespeichertem Biogas Backupstrom produziert werden. Erst danach würde grüner Wasserstoff als Backup verstromt werden, und dann wäre es in der Tat zu überlegen, ob neue Kernkraftwerke im Mix vielleicht wirtschaftlicher sind. Oder ob wir ein richtig gutes Supergrid hinbekommen, oder ob bis dahin Kernfusionskraftwerke in Sicht sind.

Ob man die alten AKWs doch noch wieder weiterlaufen lässt, ist eine andere Frage. Sicher wäre das kostengünstiger und kurzfristiger Klimaschutz. Wenn hier kostendeckend für die Endlagerung des Atommülls gezahlt würde, und am Besten auch noch eine Haftpflichtversicherung für den Betrieb von AKWs abgeschlossen werden muss, hätte ich nicht mehr so viel dagegen. Aber wer weis, ob sich hier überhaupt ein Versicherer für findet, die Schäden für eine Havarie wie in Tschernobyl gingen im dicht besiedelten Mitteleuropa in die hunderte von Milliarden. Auch Stromkonzerne könnten für derart hohe Schäden gar nicht aufkommen, und würden dann einfach pleite gehen, die Kosten blieben bei der Allgemeinheit hängen.



Kommentar vom 16.10.2020 15:00
https://scilogs.spektrum.de/formbar/sparc-ein-zuendfunke-fuer-die-fusionsforschung/

@Martin Holzherr 16.10 10:04

„Diese 3 Stromtechnologien sind: Batterien, vernetzte Stromfernleitungen (Supergrids) und nukleare Reaktoren wie die hier vorgestellten Reaktoren SPARC/ARC.“

Ich denke, Batterien sind noch nicht so kostengünstig, und die sollten auch noch besser recyclingfähiger werden, und eignen sich also vorerst vor allem für Fahrzeuge. Die Fernstromleitungen brauchen noch viel Zeit, und sind sicher auch nicht ganz billig. Und die Reaktoren wie SPARC, aber auch die von Ihnen anderswo gelobten Flüssigsalzkernspaltungsreaktoren sind noch gar nicht entwickelt bzw. schon gar nicht im Masseneinsatz, und entsprechend sind ihre Kosten wohl noch nicht bekannt. Wenn die zu teuer sind, dann ist das zwecklos.

Wenn sich die Preise so entwickeln, wie Sie das erwarten, dann passt das aber alles gut zusammen.

Wenn nicht, sind alternativ dann eben entsprechend mehr Photovoltaik und Windenergie zu installieren, erstmal die Elektromobilität umzusetzen, und die dann noch anfallenden erheblichen Überschüsse in Wasserstoff zu verwandeln und weiterzuverarbeiten. Zusätzlich kann man rund ums Mittelmeer noch etwas mehr Photovoltaik installieren, und eventuell ein paar Wasserstoffpipelines von dort nach Norden verlegen. Mehr Stromleitungen können wir bei der Variante auch gut gebrauchen.

Dazu passen dann Backupgaskraftwerke, die vorerst noch mit Erdgas laufen können und schon mal akut die Kohlekraftwerke ersetzen, bis genug überschüssiger Wasserstoff bzw. daraus hergestelltes Methan zur Verfügung steht. Dieses Synthesemethan und weitere Synthetische Energieträger lassen sich Saisonal ganz gut speichern. Was ohnehin an Methan in Biogasanlagen anfällt, könnte man dann auch zwischenspeichern und mit als Backup in den Gaskraftwerken verstromen.

Wenn sich die Preise entsprechend entwickeln, insbesondere wenn die Photovoltaik noch mal wesentlich billiger wird, kann ich mir diese Variante ohne Kernenergie durchaus als die Kostengünstigste vorstellen. Aber das weis man jetzt noch nicht, schätze ich.

Forschung an Fusionskraftwerken erscheint mir hier allemal sinnvoll, auch wenn es eventuell am Ende nur in Spezialanwendungen wie der Raumfahrt angewendet wird, weil der so erzeugte Strom für den Masseneinsatz einfach zu teuer ist. Sollten Fusionskraftwerke in fernerer Zukunft, wenn das Treibhausgasproblem eigentlich schon gelöst ist, doch noch massentauglich werden, dann kann man ja auch entsprechend Windräder und Photovoltaikanlagen nach Ablauf ihre Lebensdauer einfach nicht mehr erneuern, was dann auch das Landschaftsbild wieder verbessern kann.

Unabhängig von der Produktionsseite kann ich mir auch einen sparsameren Lebensstil vorstellen. Also weniger Fliegen, kleinere Autos bzw. Fahrradfahren sowie durchaus auch kleinere Wohnungen. Das würde sicherlich die Energiewende wesentlich beschleunigen können, auch weil das eingesparte Geld direkt in die angesprochenen technischen Lösungen investiert werden kann. Ich vermute mal, das den heute jungen Menschen von Fridays for Future auch eine Verbesserung der Konsumseite vorschwebt. Denen erscheint das Problem einfach deswegen so dringend, weil sie auch 2080 noch einen bewohnbaren Lebensraum brauchen.



Kommentar vom 15.10.2020 00:58
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/verschwoerungsfragen-30-theodor-heuss-auseinandersetzung-mit-der-ns-zeit-und-der-schoah/

@Vergangenheit und Zukunft

Schuld und Scham bezieht sich eigentlich auf die Vergangenheit. Hier ist klar, dass Hitler nicht nur Anhänger hatte. Die, die nicht mitgemacht haben oder sogar Widerstand geleistet haben, sind schon mal gar nicht schuldig, und die, die das 3. Reich wirklich begrüßt haben, sind noch mal wesentlich schuldiger als die, die nur aus Angst mitgemacht haben. Eine Mehrheit hat aber offenbar die Machtergreifung möglich gemacht. Von daher kann man sich dafür schämen, was Landsleute bzw. unsere Vorfahren hier angerichtet haben.

Was allerdings die Zukunft angeht, so denke ich hier nicht an Schuld und Scham, sondern eher an Angst. Dass Menschen wieder so weit absacken, und sich Ähnliches wie das 3. Reich wiederholt. Weniger in Deutschland, dann eher noch in den USA, das ganz aktuell in Gefahr gerät, für ziemlich Viele zum Alptraum zu werden. Man muss Menschen nicht in Konzentrationslagern ermorden, um ihnen ihr Leben zu zerstören. Ein Leben als Obdachloser ohne medizinische Versorgung inmitten einer Kultur von Saus und Braus ist nicht mehr so viel.

Soll ich mich aktuell für unsere aktiven Rechtsradikalen schämen? Tue ich nicht. Ich habe zwar ein gewisses Nationalselbstverständnis als Deutscher, aber auch ganz wesentlich das Bewusstsein mindestens genauso Weltbürger zu sein. Ich kann mich dann hier aber auch nicht für Putin oder Trump schämen. Was kann ich für meine Mitmenschen? Egal wer das ist. Scham empfinde ich hier nicht. Wenn ich aber im privaten Bereich mit rechtsradikalen Haltungen konfrontiert werde, fühle ich eher Resignation. Bei allem Widerstand, den ich leisten kann.

Oder auch eine gewisse Trauer um ein Ende der Evidenzbasierten Kommunikation.



Kommentar vom 13.10.2020 14:45
https://scilogs.spektrum.de/formbar/sparc-ein-zuendfunke-fuer-die-fusionsforschung/

@Doch noch Kernfusion durch bessere Supraleiter

Ich hatte mich eigentlich längst damit abgefunden, dass die Zukunft der Energieerzeugung der Photovoltaik gehört. Einmal nachgerechnet, wie viel Platz das bräuchte:

2018 Bruttogesamtstromerzeugung von 649 TWh in Deutschland (Quelle wikipedia.org/wiki/Deutsche_Energiewirtschaft)

Pro Person ergibt das 649.000.000.000 / 82.000.000 = 7.915 Kwh. Wenn wir dies jetzt komplett mit Photovoltaik erzielen wollen, zunächst der Ertrag pro Quadratmeter im Jahr: 1000 KWh * 0,15% Wirkungsgrad macht 150 KWh/m², um 7915 KWh zu erzeugen braucht es also ca 53 m² Kollektorfläche.

Das ist etwas mehr als die durchschnittliche Wohnfläche. Das wäre in der Tat einiges an Fläche, die Dächer alleine reichen hier oft nicht, wir werden auf allen möglichen Flächen noch Photovoltaikpaneele unterbringen müssen.

Dazu kommt, das hier nur die derzeitige Stromerzeugung gerechnet wurde. Wenn wir komplett regenerativ sind, und auch Verkehr, Heizung und Prozessenergie abdecken, wird das noch 2 oder 3 mal mehr. Allerdings gibt es noch die Windenergie, Biomasse und auch noch das Aufstellen von Solarpaneelen rund ums Mittelmeer, wo der Ertrag pro m² mehr als doppelt so hoch wie in Deutschland sein kann. Dort könnten dann auch Synthesekraftstoffe produziert werden und auch eventuell noch Wasserstoffpipelines bis nach Deutschland verlegt werden.

Mir ging es jetzt nur um das zu erwartende Landschaftsbild. Also 53 m² bis das Doppelte pro Einwohner, ich denke, das wird sichtbar sein, aber noch ok. Was das alles kostet, auch die Speicherung und die Backupkraftwerke, das ist hier wichtiger.

Wenn das mit der Kernfusion doch noch was bezahlbares wird, warum nicht. Und wie sieht das eigentlich mit supraleitenden Fernstromtrassen aus? Das könnte eventuell das Landschaftsbild wieder verbessern, wenn das Erdkabel werden, und vor allem den regenerativen Strom besser und weiträumiger verteilen können.



Kommentar vom 11.10.2020 00:54
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/update-meine-fakultaet-stoppt-mit-dozent-des-jahres-zirkus/

@Vom Dozent des Jahres zum Kriegsverbrechen

Unrechtssystemen mit kalkuliertem Ungehorsam zu begegnen ist vielleicht auch grundsätzlich anzuraten. Das muss sich ja gar nicht auf das ganze System beziehen. Wenn z.B. Beamte des Bauordnungsamtes streng nach Vorschrift vorgehen, auch wenn die angeordnete Maßnahme im konkreten Einzelfall offensichtlich unsinnig ist, dann kann man hier fragen, wieso hier die jeweilige Person nicht einfach selbst im Sinne von offensichtlicher Vernunft entscheidet, und hier Vorschriften, die im konkreten Fall nicht funktionieren, einfach ignoriert.

In einem Spielfilm ist ein Erschießungskommando zusammen mit dem Delinquenten in einem Jeep unterwegs, und gerät in einen Luftangriff. Die Soldaten nutzen die Gelegenheit um den Verurteilten zur Flucht aufzufordern, weil sie wissen, dass das Urteil Unrecht war, und lösen das Problem mit Mut und Kreativität. So wünscht man sich den Menschen.

In dem Beispiel geht es um Leben und Tod, aber auch die Maskenpflicht kann nerven. Ich steh an der Straßenbahnhaltestelle, es ist windig und die Sonne scheint, der nächste Wartende steht 10 Meter weiter, und ich muss mir doch schon die Maske aufsetzen. Infektionsmäßig komplett überflüssig, aber ich muss mich vorsehen, dass da kein Ordnungsamt mich ohne Maske erwischt. Von kompetenten Ordnungskräften würde ich mir wünschen, dass die bei Vergehen, die der Sache nach keine sind, auch nicht aktiv werden.

Eine Eigenverantwortung, sich vernünftig zu verhalten, sollte einen wesentlich größeren Stellenwert haben, und im Einzelfall über Vorschriften stehen, wenn diese offenbar unvollständig sind, indem sie ihren Zweck in manchen Situationen eben nicht erfüllen.

Was die übermäßige Konkurrenz an Schulen und Universitäten angeht, so haben wir hier auch einen eklatanten Systemfehler, den man gerne mit Ungehorsam unterlaufen sollte, soweit das möglich ist. Finde ich.

Die Menschen lernen, forschen und lehren offenbar am besten, wenn sie von den Inhalten begeistert sind, und die Möglichkeit haben, ihrer neugierigen Intuition nachzugehen. Posten- und Mittelgeschacher hilft da wenig, macht mehr Frust als Lust und raubt einfach viel mehr Zeit, als was es als Ansporn zur Leistung leisten kann.



Kommentar vom 10.10.2020 12:26
https://scilogs.spektrum.de/beobachtungen-der-wissenschaft/wie-wir-uns-ernaehren-werden-die-zukunft-ist-vegetarisch-mit-fleisch-aus-dem-labor/

@Joyceline Lopez 06.10. 16:48

„Wenn man also die Produktion von Fleisch vermeiden will, muss man zwangsläufig auf Milch (Käse, Butter, Milchprodukte) verzichten, oder sie auch 3D drucken können – ich weiß nicht, ob es möglich ist, aber warum nicht.“

Es gibt ja jede Menge Weiden, die nicht für den Feldanbau von Getreide und anderen Feldfrüchten geeignet sind. Hier kann man nur Gras ernten, und hier bieten sich Kühe an. Wenn man das Laborfleisch nicht mit Gras füttern kann, kann man die Weiden nur durch die Haltung von Grasfressern nutzen.

Selbst wenn man nur noch weibliche Kühe hat, fällt eben doch eine gewisse Menge an echtem Rindfleisch an, das dann auch gegessen werden kann.

Auch bei Schweinen muss man bedenken, das diese jede Menge Reste verwerten können, und auch z.B. mit Schweinekartoffeln gefüttert werden können, welche pro Hektar ein vielfaches von Tafelkartoffeln an Ertrag bringen.

Und wer Eier essen will, der sorgt dann auch für ein gewisses Angebot von Hühnerfleisch.

Fazit: ein gewisser Fleischkonsum wird erhalten bleiben, eine gewisses Maß an Tierhaltung gehört einfach zur Landwirtschaft. Aber wenig Fleisch essen löst ja auch schon unser Flächenproblem. Zusätzlich kann man auch die mit Wasserstoff gefütterten Bakterienkulturen auch als Futtermittel für die Fleisch-, Milch- und Eierproduktion einsetzen. Und insbesondere Abfälle und Reste zur Insektenzüchtung verwenden.

Ein breiterer Mix aus tierischen Nahrungsmitteln ist sogar kulinarisch interessant, nicht nur ökologisch, finde ich.



Kommentar vom 10.10.2020 00:40
https://scilogs.spektrum.de/gehirn-und-ki/wunder-der-ki-ein-fotoalbum-mit-imperatoren-aus-dem-alten-rom-und-ein-maerchen/

@Martin Holzherr 09.10. 22:38

„...ein guter TED-Vortrag von Joscha Bach in dem er erklärt wie der Mensch funktioniert und wie eine menschenähnliche Maschine funktionieren müsste...“

Leider reicht mein Englisch nicht für diesen Vortrag. Ich vermute aber mal, dass echte künstliche Innenwelten noch Jahrzehnte vor uns liegen. Wir haben, so weit ich weiß, auch kaum eine Ahnung, wie die Unsere auf neurologischer Ebene funktioniert. Hirnforscher haben vor lauter Verzweiflung sogar schon so getan, als hätten wir gar keine relevante Innenwelt. Ich denke da z.B. an die Libet-Experimente, die versuchen sollten, den freien Willen wegzuerklären.

Ihre Beispiele von Konversationen mit GPT-3 zeigen, dass dieses KI-System offenbar schnell improvisiert, wenn es an seine Grenzen kommt. Wirklich attraktiv als Gesprächspartner scheint das noch nicht zu sein. Zum Brötchen bestellen wird es aber reichen können.

Was den Hang zum Unsinn bei bewusstlosen KI-Systemen angeht, da wird ganz aktuell die Entwicklung von Selbstfahrsystemen zeigen, wie weit man damit kommt. Vielleicht hakt es hier tatsächlich mit dem Stadtverkehr, wenn sich ein einzelnes selbstfahrendes Fahrzeug mitten unter die von Menschen gesteuerten Fahrzeuge mischen muss, ohne den Verkehr aufzuhalten. Womöglich braucht es hier die Kommunikation mit anderen Verkehrsteilnehmern, und mit übergeordneten Systemen, die zur Straße gehören, um das Manko der fehlenden Innenwelt und des fehlenden Weltverständnisses auszugleichen.



Kommentar vom 09.10.2020 17:25
https://scilogs.spektrum.de/gehirn-und-ki/wunder-der-ki-ein-fotoalbum-mit-imperatoren-aus-dem-alten-rom-und-ein-maerchen/

@Scheinbewusstsein

Mich würde es wundern, wenn es möglich wäre, KI-Systeme zu bauen, die sich wie wir mit unserer Innenwelt verhalten, aber definitiv keine eigene Innenwelt haben.

Wenn man das auf uns zurücküberträgt, wäre das ein Hinweis darauf, dass auch wir ohne Bewusstsein und Innenwelt biologisch ordnungsgemäß funktionieren könnten. Wieso sollte aber die biologische Evolution Bewusstsein in einer Innenwelt hervorbringen, wenn das vermeidbar wäre?

Dass wir eine Innenwelt haben, bedeutet dann, dass wir sie auch brauchen, und dass eine richtige KI, die wie wir funktioniert, auch eine eigene Innenwelt braucht. Man müsste also gucken, wie diese Innenwelt bei uns bzw erstmal bei Mäusen funktioniert, und das dann nachbauen, wenn wir wirklich KI mit funktionierendem Bewusstsein bauen wollen.

Die Scheinbewusstseins-KI würde vermutlich ständig Unsinn anstellen, wenn sie auf den wilden Alltag losgelassen würde. Vielleicht sieht man das schon bei selbstfahrenden Fahrsystemen für den wilden Stadtverkehr mitten zwischen von Menschen gefahrenen Fahrzeugen, dass sich hier Schwächen zeigen, die nur mit künstlichem Bewusstsein wirklich vermieden werden können.



Kommentar vom 09.10.2020 16:07
https://scilogs.spektrum.de/formbar/sparc-ein-zuendfunke-fuer-die-fusionsforschung/

@Karl Bednarik 09.10. 11:39

„Die Alpha-Teilchen der Bor-11-Proton-Fusion haben eine Energie von 2,9 MeV.
Das bedeutet, dass sie im Vakuum 3,9 Prozent der Lichtgeschwindigkeit haben.
Als Düse für das Raumschiffs-Triebwerk wäre eine magnetische Flasche notwendig..“

Das würde ja bedeuten, das ein Bor-11-Proton-Fusionstriebwerk die Fusionsenergie gar nicht erst in Strom umwandeln muss, der dann wiederum ein Ionentriebwerk antreibt. Das spart Verluste bei der Umwandlung von Hitze in Strom, man muss keine Riesenmengen an Abwärme los werden und vor allem spart man jede Menge Gewicht.

Aber kann man sowas auch bauen?



Kommentar vom 09.10.2020 15:54
https://scilogs.spektrum.de/formbar/sparc-ein-zuendfunke-fuer-die-fusionsforschung/

@Alf Köhn-Seemann 09.10. 15:08

„Die Wandmaterialien werden in der Tat radioaktiv aktiviert:...“

Meine Frage war noch, ob die Radioaktivität in den Wandmaterialien die Wand bei Ausfall der Kühlung eventuell so aufheizt, dass die ganze Anlage Schäden nehmen kann. Die Nachzerfallswärme wird ja auch dann weiter frei, wenn die Fusionsreaktion längst stillsteht.

Genau die Nachzerfallswärme ist bei Kernspaltungsreaktoren das Hauptsicherheitsproblem. Kann die nicht abgeführt werden, Heizen sich die Brennstäbe auf mehrere Tausend Grad auf und Schmelzen, obwohl die Kettenreaktion längst gestoppt wurde. So weit ich weiß, liegt die Nachzerfallswärme direkt nach dem Stopp der Kettenreaktion zunächst bei 6% der thermischen Leistung im Regelbetrieb und nimmt danach immer mehr ab. Man kann sich vorstellen, dass dies bei entsprechend großen Reaktoren immer noch eine gewaltige Heizleistung ist. Deshalb hatte man ja mit dem havarierten Tschernobyl-Reaktor noch wochenlang akute Probleme mit den vor sich hinkokelden Resten der ehemaligen Brennstäbe. Und in Fukushima waren sogar die ausgedienten Brennstäbe in den Abklingbecken immer noch ein Problem, und waren ohne Kühlung in Gefahr, aufgrund ihrer restlichen Nachzerfallswärme zu schmelzen, wenn ich das damals richtig verstanden habe.



Kommentar vom 09.10.2020 10:40
https://scilogs.spektrum.de/formbar/sparc-ein-zuendfunke-fuer-die-fusionsforschung/

@Alf Köhn-Seemann 09.10. 08:50

„…,es wird den Bedarf eines Energiemixes geben, und da könnte die Kernfusion in der Zukunft eine Rolle spielen.„

Kann sein, das hängt wohl u.a. von den zukünftigen Preisen von Photovoltaik, der Überschussverwertung und den Backupkraftwerken einerseits und den Kosten für Kernfusionskraftwerke andererseits ab.

Auf jeden Fall produzieren Fusionskraftwerke weniger Atommüll als Kernspaltungsreaktoren. Man hat hier zwar reichlich Neutroneneinfang rund um das Fusionsplasma, aber dort werden wohl nicht so viel und nicht so langlebige radioaktiver Elemente produziert, auch weil man das Material entsprechend auswählen kann. Auch haben wir nicht die enorme Nachzerfallswärme wie bei der Kernspaltung, eine Kernschmelze oder gar eine Explosion wie in Tschernobyl ist wohl ausgeschlossen.

Oder haben wir hier doch eine maßgebliche Nachzerfallswärme, die bei Betriebsstörungen auch nach Beendigung der aktiven Fusionsreaktion noch so viel Wärme produziert, dass ein Ausfall der Kühlung zur Zerstörung der ganzen Anlage führt? Wenn das Material rund um das Fusionsplasma Neutronen einfängt, kann das zu Radioaktiven Elementen führen, die wiederum zeitverzögert Zerfallen und dabei entsprechend Wärme produzieren, auch wenn die gesamte Anlage abgeschaltet ist.



Kommentar vom 09.10.2020 00:23
https://scilogs.spektrum.de/formbar/sparc-ein-zuendfunke-fuer-die-fusionsforschung/

@Martin Holzherr 08.10. 17:47

„Viele verbinden mit dem erhofften, menschengemachten Fusionsfunken ein neues Zeitalter in dem all die Beschränkungen wegfallen, die heute noch das Leben und Streben der Menschen begrenzen.“

Brauchen wir das denn? Wenn wir in 40 oder 60 Jahren unsere Energie nachhaltig gewinnen, haben wir doch auch alles mit Energie versorgt, was man so braucht. Für eine unbegrenzte Zeit, auf Jahrtausende, eventuell auf Jahrmillionen. Die Technik entwickelt sich derweil weiter, die Produktivität steigt. Eine wirklich wesentliche Einschränkung kann ich mir kaum vorstellen. Wenn man ein 2-Tonnenfahrzeug zur Beförderung einer Person nutzt, so muss das wohl nicht sein, das wird eventuell teuer sein. Was relativ ist, wer genug Geld hat, der kann das immer machen.

Auch Kernspaltung wird wohl irgendwann den fallenden Preisen für Fotovoltaik zum Opfer fallen und nicht mehr konkurrenzfähig sein. Wenn jetzt dazwischen noch Kernfusion kommen sollte, so sieht das eher so aus, dass das erst was wird, wenn sowieso Wind, Sonne und Biomasse als Komplettpaket zu 100% ausgebaut sind, und das nicht mal allzu teuer.

Als Sciencefictionfan kann ich mir interstellare Reisen gut mit Kernspaltungsreaktoren als Energiequelle vorstellen. Der Weltraum ist eh recht radioaktiv, da kann man wenig verseuchen, wenn man erstmal der Schwerkraft der Erde entronnen ist. Wenn kleine Reaktoren mit hochangereichertem Uran schon in U-Boten gut funktionieren, könnte das auch was für Raumschiffe sein. Aber vielleicht ist hier die Kernfusion viel besser? Für bemannte Reisen innerhalb des Sonnensystems und richtig große Weltraumteleskope sind wohl die guten alten Sonnenkollektoren schon ganz gut. Die kann man auch ganz schön scalieren.

Für einen Traum von keinen wirklichen Beschränkungen brauche ich wohl keine Kernfusion, das geht auch ohne. Aber gespannt bin ich doch, ob solche Kernfusionskraftwerke mal funktionieren. Und halte die Forschung daran für sinnvoll.



Kommentar vom 06.10.2020 12:20
https://scilogs.spektrum.de/beobachtungen-der-wissenschaft/wie-wir-uns-ernaehren-werden-die-zukunft-ist-vegetarisch-mit-fleisch-aus-dem-labor/

@Neue Möglichkeiten

Die Idee mit den Fleischkulturen erscheint mir auf den ersten Blick ziemlich eklig, eher mehr noch als Insekten oder die Bakterienkulturen, die mit Wasserstoff gefüttert werden können. Aber man müsste das sehen, ob die Fleischkulturen ohne Antibiotika auskommen, und dann einfach mal probieren, wie das schmeckt und was das kostet.

Alles drei ist im Grunde auch kulinarisch interessant. Ausgefallene Eiweiße und Aromastoffe sind doch oft sehr schmackhaft, wenn man sie mal probiert hat, und gelernt hat, wie man damit Gerichte zaubern kann. Die verschiedensten Bakterien bzw. Schimmelpilze, mit denen man z.B. Käse veredeln kann, sind nicht nur sehr lecker, sondern sollen auch gesund dabei sein.

Neben her ist Bioanbau und tierwohlverträgliche Nutztierhaltung auch längst überfällig. Immerhin haben wir in Deutschland und vor allem in der EU reichlich Überschüsse, da können wir eine Reduktion der Erträge ab Hof in Kauf nehmen. Da Gemüse und Kartoffeln aus Bio-Anbau wesentlich schmackhafter sind, kann man auch deutlich weniger Fleisch essen, das alleine kann die niedrigeren Erträge im Bioanbau schon wieder ausgleichen.

Und genauso kann das die höheren Preise wieder ausgleichen. Voraussetzung dafür wäre aber noch, dass innerhalb von vielleicht 20 Jahren komplett auf Bio umgestellt wird, etwa indem man pro Hektar entsprechende Zuschüsse zahlt, und das dann die Bioprodukte als Massenware in den normalen Handel kommen.

Wenn man jetzt noch alles verwerten würde was so weggeworfen wird, und damit u.a. auch Insekten züchtet, und eben noch Fleischkulturen anbietet, wäre auch die weltweite Perspektive besser. Die Bakterienkulturen, die als Energiequelle grünen Wasserstoff verwerten, kämen sogar komplett ohne Ackerland aus, und wären damit beliebig skalierbar. Damit kann man womöglich 15 Mrd Menschen gut ernähren, und gleichzeitig die halbe Welt wieder verwildern lassen. Mal sehen, was da draus wird.



Kommentar vom 03.10.2020 00:50
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/dozent-des-jahres/

@Stephan 02.10. 19:39

Der Link von „Konkurrenz oder Kooperation? Das ist die entscheidende Frage“ ist ja wirklich gut. Dass nicht Konkurrenz, sondern eben Kooperation zu Höchstleistungen führt, vor allem, wenn sie auf Begeisterung triff. Und dass Konkurrenz emotional ruiniert. Die Beispiele Wikipedia und Linux sind die Realisierung einer Vision von Zusammenarbeit und Engagement, die Großkonzernen ernsthafte Konkurrenz bereiten kann. Wie wärs, noch viel mehr davon zu machen? Auch in der Wissenschaft?

Könnte das ein Anfang für eine Systemkonkurrenz sein, die am Ende Früchte tragen kann? Unübersehbar hat der Kapitalismus in den Zeiten der Systemkonkurrenz mit dem Ostblock seine beste Seite gezeigt hat. Seit dem 2. Weltkrieg führten Produktivitätssteigerungen stets auch zu Reallohnzuwächsen, und pünktlich zum Niedergang der Sowjetunion war damit auch Schluss. Zumindest in Deutschland. Seit dem landen Produktivitätszuwächse nicht mehr bei den Beschäftigten, sondern als Profite in den Portfolios der Anleger. Die derzeitigen Nullzinsen sind ein Symptom davon: da hat sich so viel Profitvermögen angesammelt, dass keiner mehr weiß wohin damit.

In dem Link wird auch Charles Darwin zitiert:

„Wenn der Mensch in der Zivilisation vorschreitet und kleine Stämme sich zu größeren Gemeinschaften verbinden, so wird der schlichteste Verstand jedem Individuum sagen, dass es seine geselligen Instinkte und Sympathien auf alle Mitglieder des Stammes ausdehnen müsse, mögen sie ihm auch persönlich unbekannt sein. Ist das einmal erreicht, so verhindert nur noch eine künstliche Schranke, dass er seine Sympathie auf die Individuen aller Völker und Rassen erstreckt.“

Also: künstliche Schranken abbauen, und internationale Kooperation praktizieren, wo immer das möglich ist.

Eine Konkurrenz innerhalb von Firmen ist langfristig mit Sicherheit kontraproduktiv, eine gewisse Konkurrenz zwischen Firmen kann aber das Geschäft doch beleben. Wer gut wirtschaftet, bleibt dabei, wer Misswirtschaft verbockt, der verschwindet auch. Zumindest in dem rechtlichem Rahmen, in dem die Firmen z.Z. arbeiten, trifft das wohl zu. Wenn der Chef nichts taugt, und die Firma runterwirtschaftet, muss er dann eben pleite gehen. Die Mitarbeiter haben hier keine Macht, das aufzuhalten. Die können ja keinen neuen Chef wählen, wenn der nun mal eben der Eigentümer ist.



Kommentar vom 02.10.2020 17:14
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/dozent-des-jahres/

@Stefan 01.10. 19:27

„Man sollte mehr darüber nachdenken, was im Leben wirklich wesentlich ist, welche Dinge/Güter und welche Erfahrungen/Sachverhalte…“

Wenn man das tut, kommt man womöglich zum Ergebnis, dass wir deutlich weniger Geld brauchen, als man gemeinhin so ausgibt. Das würde nicht nur den Klimaschutz doppelt beschleunigen, einmal wegen weniger klimaschädlichen Konsum und dann noch mal wegen frei werdenden finanziellen Mitteln, die man in entsprechende emissionsvermeidende Technik investieren kann.

Für einen selbst bedeutet weniger Geldbedarf u.U. deutlich mehr Freiheit. Wenn man zur Erwerbsarbeit alternative Beschäftigungen hat vor allem.

Was man so braucht, und wie teuer das alles so ist, ist sicher individuell recht unterschiedlich.

Wenn man als Wissenschaftler in diesem Sinne weniger verdienen muss, könnte man theoretisch auch einen erheblichen Teil seiner Zeit in selbstgewählte Forschungsprojekte investieren können. Wenn man sich damit gegenüber den Kollegen kein schlechtes Image einhandelt, wäre dies ein Schritt zurück zur Freiheit der Forschung, und würde dieses unselige Eliten-Wettbewerbs-System einfach links liegen lassen.

@Mussi 02.10. 08:23

„Es ist die Kooperation, die uns tagtäglich umgibt...“

Genau, hier sich dessen mehr bewusst zu sein, was man wirklich braucht, heißt auch die Kooperation auf eine bewusstere Basis zu stellen. Nicht immer mehr, sondern immer mehr das, was man wirklich will.

Auf beiden Seiten, nicht nur was man kaufen will, sondern auch was man gerne bauen möchte und verkaufen will, das will man sich doch eigentlich genau überlegen.

„Ich halte die Ökonomen mitlerweile für Totalversager..“

Den Eindruck habe ich schon länger. Das Ausklammern der eigentlichen Wirtschaftsobjekte Mensch und die konkrete Handelsware um sich ganz auf die Finanzströme zu fokussieren, entfremdet komplett von der Wirklichkeit.

Man kooperiert tatsächlich mehr als wie man konkurriert, um sein Leben und dessen Nebenwirkungen in Zusammenarbeit so zu gestalten, wie man das haben will.



Kommentar vom 01.10.2020 14:33
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/dozent-des-jahres/

@Gemeingut und Wettbewerb

Wenn so viel in den Wettbewerb um Stellen und Fördermittel investiert wird, dann geht das ja sogar an die Substanz der Forschung. Und auch wenn hier einseitig in aktuell als modern geltende Bereiche finanziert wird, leidet auch die Freiheit der Forschung.

Dazu kommt, dass die Beschäftigten im Wissenschaftsbetrieb immer weniger verdienen, das mag so manchen Kompetenten motivieren, lieber in die Wirtschaft zu gehen, und statt Wissenschaft zu betreiben, lieber in einer Entwicklungsabteilung an neuen Produkten zu arbeiten.

Das Gemeingut der wissenschaftlichen Ergebnisse leidet dann wohl darunter, hier wird dann deutlich weniger Interessantes erforscht. Wenigstens gibt es hier ein Gegengewicht: wenn neuerdings China mit seiner Milliardenbevölkerung auch anteilig so viel wie wir in Wissenschaft investiert, kann sich die Ergebnismenge entsprechend wieder erhöhen.

Wenn Idealismus schon oft zur wissenschaftlichen Karriere gehört, und der dann auch noch ausgenutzt wird, muss das alleine aber noch nicht auf die Qualität gehen. Ärgerlich wie das ist. Anderen Berufsgruppen im sich ausweitenden Niedriglohnsektor geht es auch nicht besser, z.B. Taxifahrer verdienen selbst in Vollzeit mittlerweile so wenig, dass sie oft immer noch Aufstocker sind, und damit stets mit Schikanen der Arbeitsämter rechnen müssen.