www.introspektiva.de - Die Wirklichkeit psychischer Krankheiten - Subjektivität als Maßgabe und Menschenrecht - ein Buchprojekt vom KLuW e.V.

Meine Kommentare auf scilogs.spektrum.de 2020/03 (T.J.)


Kommentar vom 28.03.2020 14:36
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/neuer-podcast-verschwoerungsfragen-was-ist-das-problem-mit-verschwoerungsglauben/

@Monika Kienle 25.03. 18:09

„Ich denke, dass da auch unser Schulsystem einen großen Anteil daran hatte, wurden wir doch meistens auf Eindeutigkeit und Richtigkeit geprüft, sodass selbst eine Textinterpretation im Fach Deutsch richtig oder falsch war, aber selten geholfen wurde mit Unbestimmtheit so umzugehen, dass wir entspannt in einer komplexen, uneindeutigen Situation stehen bleiben konnten.“

@Martin Holzherr 27.03. 11:24

„Nun, es sind wohl die Grundkräfte, die in jedem wirken, der in einer unsicheren Welt lebt (und leben wir nicht alle in einer unsicheren Welt?). Unbestimmte oder auch an einer unangenehmen persönlichen Situation festgemachte Ängste lassen uns nach einer Ursache, vor allem aber nach einem Verursacher suchen.“

Schule und auch Wissenschaft versucht uns gerne alles eindeutig zu erklären, und versucht diese Eindeutigkeit selbst zur Grundannahme für Sachverhalte zu machen, die noch gar nicht richtig erforscht und bekannt sind. Das verliert da seinen Sinn, wo hier Sachverhalte wirklich unerforscht sind. Gerade die esoterischen Aspekte von Verschwörungsmythen können mit dem Handwerkszeug von Schulbildung nicht eingeschätzt werden.

Der gut ausgebildete Mensch trifft dann im späteren Leben auf eine Praxis, die an vielen Stellen nicht mehr so eindeutig ist, wie die gut strukturierten Lehrpläne. Das kann schwer irritieren. Das Leben erfordert es, auch im Unklaren weiter zu arbeiten. Ein Management, eine Strategie, angesichts von Unklarheit sich seinen Weg zu suchen, ist hilfreich. Mehrere Optionen, einen Plan B und auch noch einen Plan C braucht man öfter.

Die Bildungskonstruktionen sind so unvollständig, dass da ganz viel Platz ist auch für Verschwörungsmythen, die eben auch den schulgebildeten Menschen infizieren können. Spätestens wenn hier Geisteswelten ins Spiel kommen, versagt die Schulbildung vollständig. Die simple Theorie, dass es eben keinerlei Geisteswelten gibt, die von fast allen Schulfächern bevorzugt vertreten wird, ist spätestens dann am Ende, wenn der Mensch in der wilden Lebenspraxis auf eben diese Geisteswelten trifft.

Wie wäre es, wenn Religionsunterricht nicht mehr konfessionell angeboten wird, sondern aus der Perspektive der Religionswissenschaft? Mit dem Schwerpunkt auf einen Überblick über religiöse Praxis, über die Geschichte und die aktuellen Entwicklungen, die der lebende Mensch mit seinem Blick auf Geist und Kosmos selbst gestaltet.

Sollen die Konfessionen doch ihren eigenen Unterricht außerhalb der Schulen selber organisieren.

Die offenen Fragen zu identifizieren, und zu respektieren, und gerade diese Offenheit als entscheidendes Kulturgut zu behandeln, macht Sinn meine ich. So wäre es recht eindeutig und jedem so Gebildetem klar, wenn Verschwörungsmythen die großen offenen Fragen in ihrer eigenen Weise eben gröbstens voreilig zu beantworten versuchen.



Kommentar vom 28.03.2020 13:07
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/verschwoerungsfragen-folge-2-warum-immer-die-juden-warum-immer-israel-antisemitismus/

@Kriegsgründe

Offensichtlich sind alle heutigen Staatsgrenzen irgendwann in Kriegen ausgefochten worden. In der Gegend rund um Israel und den persischen Golf sind zusätzlich von den Kolonialmächten beim Abzug auch noch Staatsgrenzen hinterlassen worden, die mit den Wohnorten der beteiligten Ethnien nur recht schlecht übereinstimmen.

Hier könnte man auf die Idee kommen, doch ganz normal mittels Krieg die Staatsgrenzen zu verbessern. Israel hat das ja auch in mehreren Schüben tatsächlich gemacht – konnte das aber auch nur durch die waffentechnische Unterstützung der USA erfolgreich durchführen. Dieselbe USA hat dann Saddam Hussein davon abgehalten, Kuwait einzugemeinden.

Was soll man dazu sagen? In früheren Zeiten ging es oft um Ackerland, Kontrolle über Handelswege oder auch mal um Rohstoffe. In Ländern mit moderner industrieller Wirtschaft fallen eigentlich alle diese Kriegsgründe weg. Hier ist der Aufbau von Fabriken, Investitionen und Infrastruktur von der Größe des Staatsgebietes unabhängig. So hat der Verlust der Ostgebiete in Deutschland nach dem 2.Weltkrieg wenig geschadet, Im Gegenteil hat sich die Wirtschaft im Westen konzentriert und damit auch die Wege kürzer gemacht, ein nicht unwesentlicher Standortvorteil und eine Ursache für die Stärke unserer Wirtschaft, die inzwischen schon in ihrem Übermaß Probleme macht.

Also kein Wunder, dass im heutigem gut industrialisiertem Europa niemand auf die Idee kommt, an den Staatsgrenzen herumzukriegen. Bei der Annektion der Golanhöhen durch Israel ging es wohl um strategische Gründe, und auch um Wasser. Allerdings kann Israel auch Wasser durch Entsalzungsanlagen finanzieren, dafür lohnt sich das Kriegführen nicht, das ist viel zu teuer und rechnet sich für Wasser überhaupt nicht.

Der Balkankrieg und der Ukrainekonflikt sind auch in noch nicht so industrialisierten Regionen ausgebrochen, und sind hier als Ausnahme zu betrachten. Im Balkankrieg ging es um die Posten in der öffentlichen Verwaltung und auch um die Tourismuseinnahmen an der Adria. In der Ukraine ist es der Konflikt um die Orientierung nach Russland oder zur EU: Orientiert sich das Land zur EU, gerät der Osten des Landes an den Rand, andersrum der Westen. Hier erscheint mir notfalls eine Teilung des Landes als irgendwie sinnvoll.

Die generelle Forderung, keine Kriege um die Staatsgrenzen mehr zu führen, erscheint mir allerdings unterm Strich als angemessen. Wenn man die noch vorhandenen Konflikte vernünftig löst, müsste man eigentlich in jedem Fall besser da stehen. Also genug Autonomie für Minderheiten im Land, und gute Zusammenarbeit mit Nachbarländern, wenn hier Ethnien auf mehrere Länder verteilt sind. Und sich dann um die eigene Wirtschaft kümmern.

Wo sich die Regierungen hauptsächlich damit Beschäftigen, wie sie sich was von den Einnahmen durch Erdölexporte abzweigen können, und gleichzeitig manche die Vorzüge von Religionsfreiheit noch nicht erkannt haben, führt das eben zu dem, was wir im Nahen Osten seit Jahrzehnten beobachten können. Soweit es geht raushalten, und den Aufbau einer eigenen Wirtschaft im nahen Osten wirklich unterstützen, würde ich uns in Europa hier empfehlen. Wenn zukünftig wegen Klimaschutzmaßnahmen die Erdölpreise sinken, würde das auch vor Ort motivieren, sich um die eigene Wirtschaft zu kümmern.



Kommentar vom 28.03.2020 00:04
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/neuer-podcast-verschwoerungsfragen-was-ist-das-problem-mit-verschwoerungsglauben/

@demolog

Ich halte die Identität für ein psychologisches Faktum, in dem Sinne dass die Vorstellung der Identität, die der konkrete Mensch hat, stets auf der Beschreibungsebene des Psychologischen stattfindet. Natürlich ist die ganze Psyche auch eine Folge der Gene und der gewachsenen Physiologie des Gehirns. Dennoch macht die Psychologie als eigene Beschreibungsebenen Sinn.

Die eigene Identität an den eigenen Genen auszumachen ist möglich, aber eine spezielle Variante unter Vielen. Nicht jeder definiert sich durch sein Erbgut. Viele definieren sich über ihre Arbeit, ihren Glauben oder ihren Fussballverein. Oder ganz allgemein als Mensch. Sich z.B. als Arier zu definieren ist möglich, aber die sich selbst beschreibende Identität ist auch in diesem Fall ein psychologisches Phänomen.

Was die Arbeitsmigranten angeht, so sind insbesondere die meisten der bei uns zugewanderten EU-Bürger wirklich hauptsächlich zum Arbeiten hier. Aber auch die Asylbewerber kommen 3 mal lieber in ein Land, wo sie Arbeit finden, als dass sie von Sozialhilfe leben und sich jahrelang nur langweilen müssen. Selbst die, die nicht arbeiten dürfen setzten sich nach Möglichkeit darüber hinweg und Arbeiten irgendwo schwarz.

Wenn wir die Migration wirklich reduzieren wollen, müssen wir gucken, dass wir hier weniger Arbeitsplätze für die Migranten frei haben. Der Sog von freien Arbeitsplätzen mit vergleichbar auch noch passabler Bezahlung ist einfach unwiderstehlich.

Wobei es selbstverständlich viele Asylbewerber gibt, die hauptsächlich einen Zufluchtsort für Leib und Leben suchen, aber eben optimalerweise Einen, wo sie auch noch arbeiten können. Wenn wir ein oder zwei Millionen EU-Arbeitsmigranten zur Rückkehr in ihr Heimatland bewegen könnten, indem wir entsprechend viele Unternehmen erfolgreich zum Umzug in die entsprechenden Herkunftsländern motivieren, hätten wir auch mehr Luft, wieder neue Asylbewerber aufzunehmen.



Kommentar vom 26.03.2020 15:55
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/neuer-podcast-verschwoerungsfragen-was-ist-das-problem-mit-verschwoerungsglauben

@Michael Blume 25.03. 19:48 :

„Mir liegen – allerdings bislang wenige – Befunde vor, wonach auch Langeweile die Neigung zu extremen Meinungen und Verschwörungsmythen befördern kann.“

Wenn unfreiwillige Langeweile wegen einem Ausschluss aus der Gesellschaft – aus welchem Grund auch immer - im Spiel ist, fördert das vielleicht auch die Zuneigung zu Verschwörungsmythen. Wobei die Menschen durch Langeweile eher immer inaktiver werden, und sich eher keine Verschwörungsmythen selber ausdenken. Wenn man von der Gesellschaft recht unfreundlich behandelt wird, führt das aber in jedem Fall zu Reaktionen. Und nicht unbedingt nur zu unsinnigen Reaktionen. Wenn man lange Jahre von Harz4 verfolgt wird, oder in prekäre Beschäftigungen gedrängt wurde, ist das kein Mythos, sondern Wirklichkeit. Und eine Wirklichkeit, die einen vielleicht noch nicht betrifft, vor der man aber reichlich Angst haben kann. Was hier die Anti-Corona-Maßnahmen noch mit der Wirtschaft insbesondere in Südeuropa machen werden, mag ich mir noch gar nicht vorstellen.

Die ganz persönlichen Verschwörungsmythen, die viele akute Psychosen begleiten, sind nicht dasselbe, wie wenn sich jemand einer Gruppe anschießt, die mittels Verschwörungsmythen zusammen gehalten wird. Und doch trifft es tatsächlich auch manche psychisch Kranke, dass die sich zumindest vorübergehend auch solchen Gruppen anschließen. Ich kenne Fälle, die sich radikalen Islamisten, Reichsbürgern, Zeugen Jehovas, Jesusfreaks oder Baptisten offensichtlich aus Langeweile zugesellt haben. Erfreulich ist hier, dass einige nur für eine Episode dabei waren. Mit der nächsten akuten psychotischen Krise sind sie da dann wieder abtrünnig geworden.

Bei psychisch Kranken muss man bedenken, dass diese aufgrund der Krankheit keinen Zugang zum ersten Arbeitsmarkt mehr haben, und deswegen meistens sehr unter Langeweile leiden. Die Krankheit selbst ist allerdings standardmäßig durch eine extreme Überlastungssituation entstanden. Dennoch ist die Langweile oft das den Alltag über Jahrzehnte bestimmende Element. Nach langjähriger Unterbelastung gehen dann auch eine Menge Kompetenzen verloren, wenn es dann zu eigentlich mäßigen Belastungen kommt, kann das für die nächste Krise reichen. Inwieweit das dann in den Krisen zu psychotischen privaten Verschwörungsmythen führt, ist schwer zu sagen. In einem Klima von stark reduzierter Urteilsfähigkeit wird vieles möglich, auch haarsträubender Unsinn.

Es gibt aber auch einige psychisch Kranke, die ihr Beschäftigungsproblem auch jenseits des ersten Arbeitsmarktes gut gelöst haben. In diesem Fall sorgt die gute Beschäftigungslage für einen passablen Trainingszustand und damit für eine Stabilisierung, dass Psychotiker dann gar nicht mehr in Krisen kommen. Und somit auch mit Verschwörungsmythen dauerhaft nichts mehr zu tun haben.



Kommentar vom 26.03.2020 00:42
https://scilogs.spektrum.de/marlenes-medizinkiste/corona-wann-ist-es-endlich-vorbei/

@Marlene Heckl 25.03. 17:50 Infektionsimpfungen

„Hätte man sie bewusst und gezielt infiziert, träge man daran eine Mitschuld.“

Ja nun, wenn man aber genug Freiwillige hätte? Vorher noch eine Untersuchung, ob man nicht doch eine Risikoeigenschaft hat, würde die Gefahr noch mal reduzieren. Wenn man dazu noch sowieso einen Pandemieverlauf hat, in dem nach 12 Monaten On-Off-Verfahren sowieso dann inzwischen 30% infiziert wurden, bis endlich eine Impfung durchgeführt werden kann, würden die Hälfte dahin dann sowieso unkontrolliert infiziert gewesen sein. Aber eben so, dass sie Menschen aus den Risikogruppen infiziert haben. Bei einer kontrollierten Infektion aller im Haushalt lebenden Personen wird dagegen sichergestellt, dass keine Person aus den Risikogruppen angesteckt wird.

Wir müssen gucken, wie die Sache weitergeht. Schnelle Massentests und Handy-Tracking könnten viel bringen, vielleicht das Problem sogar noch zügig lösen können. Wenn nicht, könnte man die Infektionsimpfungen zumindest als eine Teillösung in Betracht ziehen, meine ich. In Kombination mit einer zukünftigen Impfung, die z.B. nur zu 50% wirksam ist, wäre das ein Weg schneller eine Situation zu bekommen, wo die allgemeinen Kontakteinschränkungen wieder zurückgenommen werden können, und das Leben wieder weiter gehen kann. Oder wenn man demnächst Medikamente zur Therapie der Krankheit hätte, die nur teilweise wirksam sind, stände die Infektionsimpfung auch gleich besser da.

Ich habe in der Diskussion irgendwann gelesen, dass wenn man die Covid19 hatte und danach immun dagegen ist, dass man dann gegen einen eventuellen neuen Coronavirus, der vielleicht in 10 oder 20 Jahren aufkommt, auch einen gewissen Immunschutz hätte. Da ich jetzt Ende 50 bin, und die Todesrate für mich im Moment überschaubar ist, wäre ein Immunschutz gegen eine zukünftige Pandemie dann genau richtig, weil ich dann wegen meines dann fortgeschrittenem Alter zu der Hochrisikogruppe gehören würde. Angesichts dessen würde ich mich freiwillig dafür melden, bei mir eine Infektionsimpfung zu machen. Hinzu kommt, das eine neue Corona-Pandemie auch noch sehr viel tödlicher verlaufen kann als diese hier. Und auch dann wäre ich durch die Infektion mit Covid19 eventuell teilweise geschützt.

Das sind jetzt Argumente für eine Infektionsimpfung im eigenen Interesse. Dazu kommt dann die Vermeidung von vielen Todesfällen bei den Risikogruppen und eine schnellere Normalisierung des Lebens in einer ehemals freien Gesellschaft. Wenn dem nur die moralische Mitschuld der Ärzte im Wege stände, würde ich sagen, machen wir das trotzdem. In der Krebstherapie werden auch Medikamente verteilt, die einen manchmal schneller umbringen als der Krebs es alleine geschafft hätte. Das geht ja auch in Ordnung, wenn man vorher eine genaue Gesamtbilanz der Risiken gezogen hat.



Kommentar vom 25.03.2020 17:00
https://scilogs.spektrum.de/marlenes-medizinkiste/corona-wann-ist-es-endlich-vorbei/

@Delischer Taucher 24.03. 02:26 Infektionsimpfungen

Ich finde die Idee vom Delischer Taucher gar nicht mal so verkehrt. Man müsste das dann mit ausgewählten ganzen Haushalten machen, falls die betroffenen Erwerbspersonen 14 Tage lang verzichtbar sind. Also gezielt infizieren, für 14 Tage Vorräte beschaffen und die Krankheit entspannt überstehen. Danach sind die Immun, und können vielfältig z.B. im Gesundheitssystem eingesetzt werden. Gerade könnte man mit denen sogar damit anfangen. Bei 10 % der Bevölkerung, die gleichzeitig im Infektionsurlaub sind, hätten wir in 3 Monaten so 60 % immunisiert, und gleichzeitig keine Risikopatienten dabei gefährdet.

Das ist doch im Prinzip dieselbe Logik, mit der man Masernimpfungen begründet: dort sollen sich alle Impfen lassen, damit einige kleine Kinder nicht infiziert werden können, weil die noch nicht geimpft werden können. Der einzige Unterschied ist hier, dass die gezielte Covid19 Infizierung deutlich größere Nebenwirkungen als die Masernimpfung hat. Aber wenn es als Einziges wirklich hilft und praktikabel sowie auch freiwillig ist?

Das Potential einer richtig gravierenden weltweiten Wirtschaftskrise wird womöglich wesentlich mehr jetzt junge und gesunde Menschen in den armen Ländern dieser Welt durch Armut und Hunger töten, als wie das Virus an alten und ziemlich kranken Menschen maximal töten könnte. Ein ON Off für einen Zeitraum von 12 Monaten und danach ein Impfstoff, der die Krise dann beendet, wäre wohl unterm Strich doch tödlicher als wenn wir den Kampf einfach aufgeben. Eben wegen der Milliarden von wirtschaftlichen Existenzen, die dabei drauf gehen würden.

Ich habe jetzt eigentlich nur noch die Hoffnung, dass wir eine natürliche Sommerpause bekommen und derweil einen praktikablen Massentest entwickelt werden kann, womit sich dann in der Kombination mit Smartphonetracking die Infektionsketten beenden lassen.

Dass es für die Ärzte eine fürchterliche Zumutung wäre, entscheiden zu müssen, wen sie zum Sterben in ein Nebenzimmer schieben müssen, ist nachvollziehbar. Aber das allein in Deutschland Millionen von Kleinunternehmen ihr Lebenswerk verlieren, ist für die Betroffenen Unternehmer vergleichbar fürchterlich. Es geht nicht nur ums Überleben, sondern auch ums Leben im Leben.

Eine Bekannte hat einen kleinen Tapetenladen, und dachte sie kann jetzt effektiv Hilfe beantragen. Ne, geht kaum. Sie müsste erstmal einen Berg Papierkram erledigen, und würde die Staatsbeihilfe über die Sparkasse als Kredit ausgezahlt bekommen, die dann doch 7% Jahreszins verlangt und gleichzeitig keine geöffneten Filialen mehr hat. Wenn jetzt sukzessive 2 Monate Kontaktverbot zusammenkommt, steht sie hinterher mit einem Berg Schulden da, und kann Harz4 beantragen. Soweit war jedenfalls der Stand der Dinge gestern, was die Hilfe für Kleinunternehmer angeht.

Ich möchte nicht wissen, welche Folgen das Jahr ohne Urlaub in den südeuropäischen Ländern haben wird, zumal die betroffenen Länder schon vor Covid19 fast pleite waren. Angesichts dessen erscheint mir die Idee mit den sukzessiven Infektionsimpfungen für Haushalte ohne Risikofaktoren als das kleinere Übel.



Kommentar vom 25.03.2020 14:58
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/neuer-podcast-verschwoerungsfragen-was-ist-das-problem-mit-verschwoerungsglauben/

@Michael Blume 25.03. 08:35

„Die Gefahr sehe ich dann wachsen, wenn – ggf. digitale – Gruppen ihre Wut auf Menschengruppen externalisieren, statt die eigenen, emotionalen Probleme zu erkennen.“

Ja das ist doch gerade die Funktion von Verschwörungsmythen im Kontext von organisierten Gruppen, die sonst wenig anzubieten haben. Sowohl kann man damit Sekten zusammenhalten als auch Versuche unternehmen, rechtsradikale Politik zu machen. Auch die kommunistischen Diktaturen haben versucht, sich das zunutze zu machen. Hier war der internationale Großkapitalist der Superverschwörer und die Spitze des angeblichen Verfalls in den Demokratien.

Adolf Hitler hat sich sein ganzes Propagandakunstwerk ganz gezielt so zurecht gezimmert, dass er möglichst fast die gesamte Bevölkerung hinter sich bringen kann. Das war wohl auch mehr rationale Überlegung, als dass er seinen Blödsinn selber geglaubt hätte, vermute ich mal.

Auch generell nutzen Diktatoren auf absteigendem Ast gerne neue ausländische Bedrohungen, um sich wieder mehr Zustimmung zu besorgen. Ich denke da z.B. an den doch recht sinnfreien Falklandkrieg. Argentinien brauchte einen äußeren Feind, und Mrs Thatcher nahm das Angebot dankbar an.

Das kommt zuweilen auch in unseren Demokratien vor, dass hier z.B. ein Saddam Hussein zum potentiellen Beherrscher des ganzen nahen Ostens hochstilisiert wurde, der unbedingt gestoppt werden muss, um mal wieder einen US-Übungskrieg zu rechtfertigen.

Das man sich Angesichts eines äußeren Feindes besser zusammentun kann, ist generell eine menschliche Eigenschaft, und hat zunächst mal nichts psychologisch Pathologisches, finde ich. Wenn der Feind natürlich komplett fantasiert ist, dann schon.

Ich finde hier mangelnde Kompetenzen im Umgang mit fragwürdigen Theorien als maßgeblicher an als eine eventuell autoritäre Erziehung. Der Umgang mit der Komplexität des konkreten Lebens wie auch die persönliche Kultur von konsequenter Realitätsprüfung spielt hier, meine ich, die Hauptrolle. Wenn ein Mangel auf diesem Gebiet auf einen geschickten Verführer trifft, haben wir hier die konkrete Möglichkeit, dass der Mensch auf Verschwörungsmythen hereinfällt. Insbesondere, wenn dann auch noch ein Medium zur Verfügung steht, das den Kontaktraum herstellen kann und die Kommunikation in Richtung Verschwörungsmythen mit dem gesammelten Wissen über den Internetnutzer fördert.

Den Propagandaopfern hier noch eine kaputte Kindheit zuzuschreiben, nützt jetzt erst mal nichts.

„Denn Kindheit prägt uns zwar, sie muss uns aber nicht determinieren. Wir haben doch immer wieder neu die Wahl, uns zu unserer Kindheit zu verhalten.“

Eben. Wie wollen Sie denn die Rolle der Kindheit im Kampf gegen Verschwörungsglauben dazu nutzen, das Problem zu reduzieren? Ich wüsste jetzt nicht wie.

Beim Umgang mit Psychotikern mache ich immer Werbung für eine konzentrierte Realitätsprüfung, und versuche an Zeiten zu erinnern, in denen es den Betroffenen noch selbstverständlich war, genau zu prüfen, bevor man etwas glaubt. Man kann hier erfolgreich ansetzen, weil hier eine Krankheit zu Gange ist, die nur zeitweilig die Kritikfähigkeit ruiniert. Wenn es dem Patienten wieder besser geht, kann man Erfolg damit haben, die wiederhergestellte Urteilsfähigkeit zum erneuten Prüfen der Verschwörungstheorie zu nutzen. Das funktioniert dann tatsächlich.



Kommentar vom 25.03.2020 00:47
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/neuer-podcast-verschwoerungsfragen-was-ist-das-problem-mit-verschwoerungsglauben/

@Psychologie des Verschwörungsglaubens

Der Hinweis auf die Kindheitsgeschichte und erlittenem Erziehungstil bezüglich der Anfälligkeit gegenüber Verschwörungsmythen nützt insofern wenig, da man ja nun seine Vergangenheit nicht ändern kann. Das mag jetzt ein guter Tipp sein, bei der Frage wie man seine Kinder erziehen sollte. Beim konkreten Umgang mit Verschwörungsgläubigen hilft das kein Stück weiter.

Auffällig finde ich, dass die meisten paranoiden Psychosen auch mit ganz persönlichen Verschwörungsmythen einhergehen. Die sind allerdings selten chronisch, bei den meisten gehen sie recht schnell wieder weg, kommen aber in der nächsten Krise auch öfter wieder. Aber dann auch gerne immer wieder mit neuen Varianten. Bei uns in der Selbsthilfe erleben wir immer wieder, wie einer wieder abdreht und sich was neues zusammen spinnt. Das führt erst zur Isolation und meist nachfolgend zum Klinikaufenthalt, aber ein paar Monate später sind die Chancen ganz gut, dass die Leute auf den Teppich zurückkommen und ihre sozialen Kontakte wieder aufnehmen.

Es ist interessant zu beobachten, wie die Betroffenen oft relativ schnell wieder zu Vernunft kommen, und sich über ihre persönlichen Verschwörungsmythen im Nachhinein sogar amüsieren können. Das kann durch entsprechende Medikamente gefördert werden, es kommt aber auch öfter von selber zu einer Besserung. So ganz alleine im eigenen Wahnsinn macht einfach zu einsam, so attraktiv der Mythos auch war, alleine macht das dauerhaft einfach keinen sonderlichen Spaß.

Bei organisierten Verschwörungsmythen und psychisch gesunden Betroffenen sind die „Heilungschancen“ wohl wesentlich schlechter. Aber die Ähnlichkeit der Symptomatik ist groß. Wenn ich mir den normalen Verschwörungsgläubigen ansehe, z.B. ein Mitglied bei den Zeugen Jehovas, und mir vorstelle, dass der komplett von seinen Glaubensbrüdern getrennt wird und jahrelang nur mit vernünftigen Menschen zu tun hat, kann ich mir sehr gut vorstellen, dass der von seinem Jehovas-Trip wieder runterkommt. Eben weil die ganze Aktion allein keinen Spaß macht.

Sinn machen die Verschwörungsmythen sowieso nicht, aber dass der Mensch viel Unsinn macht, ist jetzt auch wieder nichts Neues. Vielleicht sollte man zunächst einmal dafür werben, einerseits absichtlich viel schönen Unsinn zu machen, z.B. jede Wochen zum BVB ins Stadion zu marschieren, um dann aber in konkreten wichtigen Fragen sich echt um Sinn und Verstand zu bemühen.



Kommentar vom 24.03.2020 13:13
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/das-coronavirus-als-chance/

@Standortwettbewerb ja, aber bitte weniger

Im Prinzip ist es richtig, dass Arbeitnehmer flexibel sind, und dazu gebracht werden, sich neue Berufsfelder zu suchen, wenn in ihrem angestammten Bereich Überfluss entsteht. Wenn es aber zu wirklich niedrigen Löhnen führt, sollte man dann wenigstens Aufstocken und dieses möglichst unbürokratisch, verlässlich und ohne Schikanen. Nicht dass sich Menschen hier zwei Jobs suchen müssen. Das macht echt keinen Sinn, wir haben europaweit genug Arbeitslose.

Im Prinzip richtig ist auch, dass wir einen gewissen Standortwettbewerb haben, und eine gewisse Migration in eben die Gebiete stattfindet, die günstig gelegen sind oder auch anderweitig wirtschaftsfreundlichere Randbedingungen haben. Aber doch nicht in diesem Ausmaß und auf so lange Zeit.

Nebenbei führt der übermäßige Wettbewerb zu einer ständigen Spirale von immer niedrigeren Unternehmenssteuern, was dann generell von den Arbeitnehmerabgaben ausgeglichen werden muss. In vielen EU-Ländern führte das schon zu einem weitgehendem Sozialabbau. Hier ist weniger Wettbewerb und mehr gemeinsame EU-Politik dringend nötig, um gegenüber den Arbeitgebern erfolgreich aufzutreten, dass die auch ihren Beitrag zur Staatsfinanzierung leisten.



Kommentar vom 24.03.2020 01:00
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/das-coronavirus-als-chance/

@Standortwettbewerb innerhalb der EU

Ich muss hier auch Stephan recht geben, dass wir es hier mit der Attraktivität des Wirtschaftsstandorts Deutschland übertrieben haben. Gerade die Kombination unseres technologischen Vorsprungs und der geografischen Mittelpunktlage in Europa mit dem Niedriglohnsektor hat hier zu einem deutlichen Übermaß an Unternehmensniederlassungen geführt, die in Ost und Südeuropa fehlen. Die daraus folgende Arbeitsmigration ist nicht nur den Menschen hier zuviel, angesichts von immer mehr zunehmender Wohnungsnot in den Großstädten, sondern auch die Migranten selber leiden teilweise unter sprachbedingter Isolation und an einer Trennung von Teilen der eigenen Familie.

Der durch die Migration ausgelöste Bauboom verschärft noch den Arbeitskräftemangel. Wenn man hier mal Unternehmensniederlassungen abbauen und zum Umzug in Richtung der europäischen Ränder bewegen könnte, wäre wohl hierzulande auch der Mangel an Pflegekräften und Facharbeitern Geschichte.

Dazu meine ich, dass es höchstens 500.000 Menschen in Deutschland gibt, und je gegeben hat, die wirklich keine Lust zum Arbeiten haben und Druck brauchen. Arbeit ist auch Bewegung, Weltteilhabe und Kontaktbörse. Langzeitarbeitslos zu sein ist für fasst alle Arbeitsfähigen unterm Strich vor allem stinklangweilig. Derweil wir eine Menge Menschen haben, die ein Alkohol oder Drogenproblem oder eine andere psychische Schwierigkeit haben, und deswegen mit dem ersten Arbeitsmarkt nicht klarkommen, und das gleichzeitig so nicht kommunizieren, und teilweise nur so tun, als hätten sie eh keine Lust zum Arbeiten.

Wenn man das Ziel, zugunsten Resteuropas hier Arbeitsplätze abzubauen, mit höheren Unternehmenssteuern erreichen würde, könnten wir die dadurch bedingten erheblichen Mehreinnahmen einerseits eben diesem Resteuropa zugutekommen lassen. Oder auch für deutlich weniger Abgaben für Geringverdiener genutzt werden. Und zur Finanzierung der derzeit eingeleiteten Corona-Wirtschaftsschäden verwendet werden. Das wären alles Investitionen in die Zukunft Europas, und auch in die Zukunft der eigenen Demokratie.

Was eine Weiterentwicklung unserer Demokratie angeht, so fände ich die Idee noch gut, dass Wahlprogramme verbindlich registriert werden, dass man sie nach der Wahl auch einklagen kann, wenn eine Regierung sich nicht an das eigene Wahlprogramm hält. Z.B. wenn sie Angebote seitens der Lobbyisten bekommen, denen sie nicht widerstehen können. Hätte es das zu Schröders Zeiten gegeben, wäre Harz4 nie möglich gewesen. So wie es lief konnte die SPD-Parteiführung sowas umsetzen, und hat damit die SPD nachhaltig bis zur Einstelligkeit geschädigt, was den beteiligten Herren aber offenbar Schnuppe war. Die sitzen jetzt überall in den Aufsichtsräten diverser dankbarer Unternehmen.

Ob man das jetzt neoliberal nennt oder anders: Für das untere Drittel der Gesellschaft und für die politische Kultur im Land war es eine Katastrophe, und hat zwar indirekt, aber ganz erheblich vor allem in Südeuropa noch weit größere Schäden verursacht. Wenn wir eine gemeinsame Währung haben, brauchen wir auf die Dauer auch eine gemeinsame Wirtschaftspolitik. Wenn hier jeder nur selber guckt, wie er an Investoren kommt, dann ist das eben ein politischer Komplettausfall auf diesem Gebiet.



Kommentar vom 22.03.2020 15:44
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/das-coronavirus-als-chance/

@Martin Holzherr / Datenautonomie

„BAT (Baidu, Alibaba, Tencent) moderieren und zensieren in China die sozialen Medien und es gibt keine Alternativen ohne Moderation und Zensur“

Offenbar gibt es in digitalisierten Zeiten wenig Möglichkeiten Öffentlichkeitsarbeit zu machen, die ohne das Internet auskommt. Wer hier alles kontrolliert, kann ganz entspannt mit unliebsamen Kritikern umgehen, und diese bei Bedarf einfach von jeder Reichweite abhalten.

Ich weiß nicht so recht, wer hier jetzt wirklich besser da steht. Bei uns landen alle gesammelten Daten bei amerikanischen Konzernen, die letztlich von Oligarchen kontrolliert werden. Diese haben hier die Macht, was im Internet wie schnell die Runde machen kann, und können anhand ihrer gesammelten Persönlichkeitsprofile jeden auch noch gezielt manipulieren. Eventuell ist hier mehr im Gange, als dass nur Reißerisches gefördert wird, um die Aufmerksamkeit der Nutzer zu fesseln.

In Zeiten, in denen ein populistischer Oligarch US-Präsident geworden ist, erscheint mir das noch kritischer. Immerhin hat der mehrfach geäußert, dass ihm ein Europa ohne EU wesentlich lieber wäre. Dann könnte er mit den einzelnen Staaten alles einzeln aushandeln, was dann auch nachvollziehbar zum Vorteil der USA wäre.

Der im Netz grassierende Hass, Antisemitismus und Rassismus richtet sich gegen die EU, gegen internationale Solidarität und gegen Klimaschutzmaßnahmen sowie generell auch gegen evidenzbasierte Wissenschaft. Alles Ziele, die Mr. Trump auch verfolgt. Zufall? Während in China die KP jede Kritik kontrollieren kann, fördern hier ausländische Konzerne eine Zersetzung des Systems.

Ich würde mal sagen, das es für uns in Europa Zeit wird, dass wir unser Internet besser selber kontrollieren. Nicht in der Konsequenz wie in China, aber auch nicht, dass hier die US-Konzerne alle erhältlichen Daten abziehen und selber machen können was sie wollen.

Eine EU ohne Datenautonomie könnte womöglich keine Zukunft haben. Und auch die Covid19-Krise wäre mit mehr Einbindung der Gesundheitsbehörden in die im Internet ohnehin vorhandenen Informationen wohl deutlich besser zu überwinden. Während die großen Datensammler womöglich viele Infektionskandidaten kennen, und insbesondere per heimlichem Smartphonetracking auch alle Kontaktpersonen ermitteln könnten, haben unsere Institutionen nichts der Gleichen zur Verfügung.

Das ist eben aktuell sehr maßgeblich. Wie es scheint, hat China genau mithilfe dieser Überwachungsdaten die Pandemie inzwischen unter Kontrolle. Mal sehen, ob wir das ohne dem auch hinbekommen, oder uns die Geschichte noch ein halbes Jahr in Atem hält, bis es endlich Impfstoffe, antivirale Medikamente und schnelle Massentest gibt.



Kommentar vom 22.03.2020 00:50
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/das-coronavirus-als-chance/

@Digitale Diktatur

Eine Instabilität für diktatorische Regime liegt darin, dass diese oft schon auf Verdacht Menschen verfolgen, die eventuell gegen sie arbeiten könnten. Indem sie massenhaft eigentlich harmlose Kritiker und auch vollkommen Unschuldige sanktionieren und wegsperren, ruiniert das dann das eigene Image immer mehr, dass hier eine Spirale aus wirklichem Widerstand und immer mehr Repression in Gang kommt.

Auch ruiniert eine vorsorgliche Verfolgung die Rechtssicherheit, was Unternehmen abschreckt und wirtschaftlichen Niedergang zur Folge haben kann.

In modernen Zeiten, wo die Menschen ständig ihr Smartphone dabei haben, ist die Überwachung so dicht, dass man sehr genau zwischen harmlosen Kritikern, die nur ihrem Unmut Luft machen, und wirklich systemgefährdenden Widerständlern unterscheiden kann. Der digitale Staat fällt hier in der Beobachtung der Untertanen sogar kaum auf, keiner muss sich ständig vor Repressalien vorsehen und stets aufpassen was er sagt. Nur wer wirklich gegen die Regierung arbeitet, und auch Reichweite in seiner Wirkung hat, muss hier noch unterdrückt werden. Und selbst dann reicht ein Bußgeld kombiniert mit einer Sperrung aller online-Zugänge, und schon kann der Problemfall kaum noch was ausrichten. Heimlich arbeiten geht in der digitalen Gesellschaft kaum noch, dem Dissidenten bleibt kaum was anderes übrig, als sich zurückzuziehen und sich andere Beschäftigungen zu suchen.

So kann man wirklich effektiv Kontrollieren, ohne groß damit aufzufallen, und ohne die Rechtssicherheit im Land zu beschädigen. Jeder, der wirklich nichts Relevantes gegen die Regierung unternimmt, kann sich sicher sein, dass er auch keinen Ärger bekommt.

Selbst wäre auch die Diktatur durchaus in der Lage, Kritik zu hören, zu beurteilen und eventuell auch konstruktiv zu nutzen, in einem Klima, wo es nicht jegliche Kritik als staatsgefährdend und illegal einstufen muss. Zumindest eine Diktatur, die sich ehrlich um das eigene Land kümmert, und nicht nur eine reine Korruptionsaktion darstellt, die nichts anderes mehr im Sinn hat als beim Verkauf von Rohstoffen die Einnahmen abzugreifen.

Die selben Vorzüge der digitalen Diktatur kann allerdings auch die parlamentarische Demokratie nutzen, und mit einer immer weiter reichenden Überwachung sehr gut darüber informiert sein, wer mit welcher Wirkung in welche Richtung arbeitet. Schließlich haben wir auch Polizei und Verfassungsschutz, und im Moment eröffnet die Coronakrise wieder eine Chance, ein Handytracking einzuführen, um automatisiert Kontaktpersonen von Infizierten zu ermitteln. Wenn es denn helfen würde, mit der Coronakrise fertig zu werden, wäre ich dafür.

Wenn der eigene Staat die digitalen Spuren nur zur Information nutzt, hätte ich nicht viel dagegen. Wenn ich bis ins kleinste Überwacht und Reglementiert würde, und ich dann nicht mal mehr bei rot über die Ampel gehen kann, wäre das noch mal eine ganz andere Nummer. Auch dass hier so viele ihre ganzen digitalen Spuren fast ihrer gesamten Aktivitäten amerikanischen Konzernen überlassen, finde ich ganz fürchterlich. Und das passiert hier inmitten einer parlamentarischen Demokratie, dass hier ausländische Konzerne weit besser informiert sind als die eigenen Institutionen.

Was noch pro Demokratie zu werten ist, ist dass hier ein unfreiwilliger Regierungswechsel ohne Schusswaffengebrauch möglich ist. Auch wenn man damit die Lobbyisten nicht auswechseln kann.



Kommentar vom 21.03.2020 18:11
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/erste-digitalrede-zur-eroeffnung-der-intern-wochen-gegen-rassismus-in-heidelberg/

@Genetische Variationen

Die individuellen genetischen Unterschiede sind wohl durchaus erheblich. Wenn man die in Prozent des Erbguts misst, täuscht das sehr. 1% Variation hört sich zunächst wenig an, aber das sind dann doch tausende von einzelnen genetischen Unterschieden, die jeweils für sich wirksam sind.

Fragt sich jetzt aber, was das denn überhaupt mit Identität und Zugehörigkeit zu tun hat. Die Identität ist ein psychologisches Faktum, keine Biologisches. Und die Zugehörigkeit ist neben dem ebenfalls psychologischem Faktum vor allem ein juristisches Faktum.

In diesem Sinne sind vor allem die Menschenrechte selbst universal, die nun wirklich allen Kindern, deren Eltern Menschen sind, zugestanden werden, vollkommen unabhängig von allen auch nur möglichen Variationen ihrer genetischen Ausstattung. Wenn hier mal die Gentechniker Mischwesen aus Mensch und Tier züchten, oder Computertechniker mit maschineller Aufrüstung richtige Cyborgs kreieren, werden wir hier erst wirkliche Schwierigkeiten mit der Einordnung bekommen.

Was mir bei Rechtsradikalen auffällt, ist ja gerade, dass diese die Menschenrechte generell ablehnen, nicht dass sie ihre Agenda gegen die Menschenrechte irgendwie genetisch zu begründen versuchen. Das spielt für mich in der gleichen Liga wie ein islamischer Staat, der von dem Lebensrecht von Ungläubigen nichts hält.

Jetzt muss man allerdings bedenken, dass wir keine weltweite Freizügigkeit international vereinbart haben. Es gehört also nicht zu den praktisch zugestandenen Menschenrechten, dass hier in Deutschland alle Menschen nach belieben einwandern können. Und auch was die verbindlich vereinbarte europäische Freizügigkeit betrifft, würde diese nicht eingeschränkt werden, wenn wir in Deutschland die Anreize für Zuwanderung reduzieren würden. Wenn wir hier ein paar Millionen Arbeitsplätze abbauen indem wir Firmen dazu bewegen, sich nicht hier sondern lieber in Süd- und Osteuropa niederzulassen, würden sofort ein paar Millionen EU-Arbeitsmigranten Deutschland wieder verlassen und den Arbeitsplätzen folgen. Die sind ja nicht hier, weil ihnen das Land so gut gefällt, sondern weil hier Arbeitsplätze frei sind und zuhause keine.

Den Schutz vor Verfolgung als generelles und uneingeschränktes Menschenrecht zu sehen, ist meiner Ansicht nach auch nicht selbstverständlich. Ich meine, dass dieses davon abhängig ist, ob die Menschen in dem Zufluchtsland hier Asyl gewähren wollen. Das ist praktischerweise von der Anzahl abhängig, aber auch von unserem Angebot von Integration einerseits wie aber auch von der Integrationsbereitschaft der jeweiligen Flüchtlinge.

Mit Genen hat das hier ziemlich wenig zu tun. Nur was die Hautfarbe angeht, da ist eine dunkle Hautfarbe in unseren Breitengraden medizinisch betrachtet tatsächlich etwas ungünstig, aber man kann den dadurch verursachten Vitaminmangel mit Ernährung und Vitaminpillen ausgleichen.



Kommentar vom 21.03.2020 00:48
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/erste-digitalrede-zur-eroeffnung-der-intern-wochen-gegen-rassismus-in-heidelberg/

@Michael Blume:

„Und ich möchte, dass wir gemeinsam das Leben feiern und in Baden-Württemberg eine jüdische Akademie eröffnen, die gemeinsam mit evangelischen, katholischen, islamischen und humanistischen Einrichtungen arbeiten wird.“

Ja das hört sich ja besser an, als der Dortmunder Arbeitskreis der Abrahamsreligionen. Als Nichtgläubiger im Sinne von personifizierten Akteuren in der Geisteswelt fühle ich mich da von Grund auf ausgeschlossen.

Das mit der Personifizierung finde ich ziemlich wichtig. Womöglich kamen die Schamanen in der Steinzeit irgendwann auf die Idee, den Leuten ein Leben nach dem Tod zu versprechen. Daraus folgt dann auch die Existenz von entsprechenden Ahnengeistern, Guten wie weniger Guten. Irgendwann kam dann die Idee von Göttern als Superpersonen dazu, und von denen dann zunächst mal mehrere. Auch hier ist die konsequente Folge, dass auch davon dann wieder Gute und weniger Gute die Geisteswelten bevölkern, und entsprechendes Chaos auch im Weltlichen verursachen.

Die Abrahamsreligionen mit ihrem einen Gott wiederum haben es anscheinend doch nie wirklich geschafft, das auch durchzuhalten. So kommen dann doch auch wieder Dämonen und Teufel ins Geschehen, wie entsprechend einzelne Menschen, die mit diesen zusammenarbeiten. Im weiteren ist die Idee vom Weltenende die logische Konsequenz dieses bis auf die Erde getragenen Kampfes der Bösen gegen die Guten, ein Weltenende, dass das Böse dann endgültig vernichtet wird und ewiges Leben und ewiger Friede die Folge ist. Auf dieser Welt kann dieses Himmelreich dann nicht installiert werden. Die Entsorgung des Planeten ist hier leider unvermeidlich.

So haben wir u.a. in den Abrahamsreligionen ein Grundkonzept, dass zu Verschwörungsmythen neigt. Und die gibt es in allen möglichen Varianten, gerne auch ganz wechselseitig, Vernichtungskrieg inclusive.

Dabei fing die ganze Geschichte mit der zunächst netten Idee vom Leben nach dem Tod ganz harmlos an. Aber genauso kann ich aufs ewige Leben persönlich gerne verzichten, und in der Konsequenz verschwinden erst die Ahnengeister und wandeln sich in Illusionen, dem Folgen dann die kleinen Götter und Dämonen und der letzte verbleibende Gott verliert alle menschliche Personifizierung und wandelt sich in ein abstraktes kosmisches Prinzip, mit dem wir im Leben und im Bewusstsein eng verbunden sein können.

Die Welt und unser irdisches Leben bleibt als ganze Existenz übrig, und in der Sorge um unseren wunderbaren Planeten diesen gegen den vielfältigen Wahnsinn und die Rücksichtslosigkeit der Menschen zu verteidigen. Ein Leben inmitten dieser grandiosen Natur und in der Freiheit der modernen zivilisierten Welt ist schon eine ganze Menge, finde ich. Für eine Fortsetzung in Himmelreichen gibt es gar keinen wirklichen Bedarf. Eine Wiederauflösung des lokalen Bewusstseins im Ozean des kosmischen Bewusstseins erscheint mir hier als wesentlich attraktiver, realistischer wie unvermeidlicher, und letztlich ohne ungute Nebenwirkungen im Sinne religiöser Verschwörungsmythen als Konsequenz von personifizierten und damit doppelten Geisteswelten.

Natürlich gibt es auch nichtreligiöse Verschwörungsmythen, aber die haben wesentlich weniger Selbsterklärungskraft, weil sie keine magisch-bösen Kräfte dem Gegner zuschreiben können. Rassen vermischen sich bis zur Undefinierbarkeit weiter, wie sie das immer getan haben, und die biologische Evolution des Menschen geht weiter, indem sich die Menschen an ihren Wohnort und die lokale Lebensweise langsam immer wieder neu anpassen. Und auch an immer neue Coronaviren.

@Sowasvon sowas
„Jede populistische Klage gegen Rassismus ist Schall und Rauschen, wenn nicht geklärt wird, wie Völker miteinander und nicht gegeneinander leben können.
Und wie sie miteinander umgehen, wenn sie nicht einmal wissen, wer sie sind und zu wem sie gehören.“

Eine gemeinsame Sprache und eine gemeinsame Staatskasse sind wohl wesentliche Elemente eines Gemeinwesens. In der Tat ist es ganz wesentlich, wie Staaten miteinander umgehen, und dazu gehört wohl auch ein Bewusstsein, wer man denn ist. Volk und Identität sind aber offenbar abstrakt, nur Kulturbestandteil, der auch wiederum verzichtbar ist, meine ich. Identität ist besser im eigenen persönlichem Leben zu finden, und wie ich meine am Besten als Weltteilnehmer mit kosmischer Teilhabe. Das hat viel mit Philosophie und wenig mit Politik zu tun. Dagegen ist eine Loyalität gegenüber dem eigenen Gemeinwesen aus praktischen Gründen umso mehr vonnöten.



Kommentar vom 20.03.2020 18:00
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/das-coronavirus-als-chance/

@Smartphonetracking und Lobbypause

Wenn man Smartphones für ein Kontakttracking nutzen könnte, sollte man das vielleicht auch tun. Und gucken, wie man das rechtlich und technisch hinbekommt.

Wegen der Smartphone-Datenschutzkatastrophe, und auch aus Kostengründen, habe ich selber z.B. auch kein Smartphone. Und ich hab auch nicht vor, mir Eins in den nächsten Jahren zuzulegen. Deshalb meine Idee mit Extrageräten, die man nur in Pandemiefällen nutzt, und die die Trackingfunktion auch mit keinerlei anderen Daten verknüpft, die Smartphones alle so sammeln. Die Funktion, die per Sensoren auch Hinweise auf eine Infektion erkennt, wäre darüber hinaus hilfreich, vermute ich.

Soweit viele unsensibel sind, wer alles ihre persönlichen Daten abgreift, und sowieso den ganzen Tag lang ihre Smartphones nutzen, die könnten ihr Gerät auch für ein Kontakttracking freigeben. Wenn man sehr viel mehr Infektionstestkapazitäten hätte, würde sich die automatische Ermittlung von Kontaktpersonen von Infizierten aber auch erst so richtig lohnen.

Ansonsten bin ich etwas überrascht, dass unsere Regierungen so schnell und umfänglich massive Einschränkungen für die Wirtschaft in Kauf nehmen. Offenbar sind z.Z. gegenüber den Ärzte- und Krankenhaus-Lobbyisten die der übrigen Wirtschaft wohl nicht mehr so maßgeblich.

Gerade die Unterscheidung von Geschäften, die notwendige Waren verkaufen und geöffnet bleiben dürfen, und welche die mittelfristig nicht so nötige Waren verkaufen und jetzt Geschlossen haben, finde ich auch recht sinnvoll. Wir stehen z.B. anscheinend vor einem halben Jahr ohne Urlaub, weltweit, das finde ich beachtlich. Offenbar beschleunigt die Coronakrise als Nebenwirkung die Fortschritte beim Klimaschutz kurzfristig um das zehnfache. Wenn auch nur vorübergehend.

Bleibt sogar die Hoffnung, dass so mancher jetzt merkt, das so vielerlei gewohnter Standard gar nicht nötig ist, und man dazu sehr viel Geld sparen kann, wenn man sich das später gar nicht erst wieder angewöhnt. Auch könnte ein Mangel an sozialen Kontakten die Menschen merken lassen, wie wichtig diese für das Wohlbefinden sind, und sie in Zukunft gucken, sich mehr Kontakte und gemeinsame Aktivitäten zu organisieren.



Kommentar vom 20.03.2020 14:17
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/das-coronavirus-als-chance/

@Notbeatmung und Fitnesstracker

Sollte eine Notbeatmung sowieso selten den Tod des Patienten aufhalten können, würde das mit der Kapazität der Intensivbetten eigentlich kein richtiges Argument mehr sein, hier deswegen Ausgangssperren zu verhängen. Aber dennoch hoffe ich, dass wir mit einer Kombination von teilweise wirksamen Impfstoffen, Medikamenten gegen die Vermehrung des Virus im Körper und einer deutlichen Ausweitung von Virustests samt Nachverfolgung der Infektionsketten die Pandemie noch aufhalten können.

Wenn es gelingt bis zum Sommer in Deutschland mittels eingeschränkten Sozialkontakten unter ein paar Millionen oder sogar nur ein paar 100.000 Infizierten zu bleiben, und der Sommer eine natürliche Infektionspause mit sich bringt, könnten im folgenden Herbst die angesprochenen Gegenmaßnahmen greifen, und die Pandemie dann nachhaltig aufgehalten werden können. Ein Versuch ist es wert, finde ich.

Was mir zu einer zukünftigen Pandemie einfällt wäre ein kleines Gerät ähnlich den Fitnesstrackern, die man am Handgelenk tragen kann. Wenn der in der Lage wäre mit Messungen von Blutdruck, Puls, Temperatur und Hautwiderstand eine mögliche Infektion zu erkennen, könnte man dann schnell einen Infektionstest durchführen. Ist der positiv, könnte man anhand der GPS-Datenchronik der Geräte sofort und automatisiert alle Kontaktpersonen ermitteln, und diese dann gesondert beobachten oder auch vorsorglich ein paar Tage in Hausquarantäne schicken.

Die Geräte müsste man für alle auf Lager haben, und im Falle einer neuen Pandemie dann weltweit an alle verteilen. Wenn nötig kann man es zur Pflicht machen, das man nur noch das Haus verlassen darf, wenn man diese Geräte dauerhaft trägt. Das damit verbundene Datenschutzproblem ist begrenzt, weil diese Geräte ja nur die Körperfunktionen und den Aufenthaltsort registrieren, und das auch nur für die Zeit vom Ausbruch bis zum Ende einer Pandemie.

Die aktuellen Smartphones sind datenschutzmäßig eine ganz andere Katastrophe, weil diese ja auch das komplette Kommunikationsverhalten aufzeichnen und zum Missbrauch quasi zur Verfügung stellen. Da täten solch Geräte kaum was zur Sache schätze ich.

Vielleicht bekommen wir solche Geräte bis zum Herbst noch für diese Krise hin? 7 Milliarden Geräte für 50 Euro das Stück wären 350 Milliarden Euro. Das liegt noch deutlich unter den weltweiten wirtschaftlichen Schäden durch die aktuellen Gegenmaßnahmen.



Kommentar vom 19.03.2020 18:32
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/das-coronavirus-als-chance/

@Verschwendungskultur

Übermäßige Behandlung von kranken Menschen ist auch eine Form von Verschwendung. Genauso wäre eine Überreaktion auf die Covid19-Krise als Verschwendung zu werten. Wenn hinterher 3 mal soviele Menschen in den armen Ländern dieser Welt an Hunger sterben, weil die Covid19-Gegenmaßnahmen eine Weltwirtschaftkrise auslösen, als wie Menschen an einer ungebremsten Pandemie gestorben wären, wäre das ein Fall aus der Kategorie Verschwendung, die gleichzeitig am anderen Ende den Mangel produziert, würde ich sagen.

Wobei ich die derzeitigen Maßnahmen noch als sinnvoll einstufe, vor allem wenn sie dazu führen, dass die Infektionen in Deutschland bis zum Sommer noch auf unter 100.000 Fälle begrenzt werden könnten. So hätten wir eine Perspektive, einen Impfschutz, Therapiemaßnahmen und mehr Infektionstests und besseren Nachvollzug von Kontaktpersonen zu realisieren, um in der Kombination daraus dann die weitere Ausbreitung stoppen zu können.

Irgendwo könnte aber ein Punkt kommen, wo es sinnvoll wäre, den Kampf gegen das Virus einfach aufzugeben. Das müssen wir leider auch im Auge behalten, meine ich. Wir können nicht 12 Monate lang das öffentliche Leben so wie jetzt runterfahren. Wir wollen ja auch leben, und nicht wie die Verrückten um jeden Preis das Leben einzelner sichern und verlängern.

Generell wäre eine Reduktion der aktuellen Verschwendungskultur auf vielen Ebenen eine gute Sache. Mehr Steuern für Gutverdienende und Vermögende, dass die weniger Unfug konsumieren, und weniger Steuern bei Geringverdienern, dass die nicht soviel Arbeiten müssen, um von ihrem Geld leben zu können, wäre hilfreich. Ein insgesamt geringeres Konsumniveau reduziert dann auch den Bedarf an Arbeitskräften, das wiederum würde die Migration endlich reduzieren, und dieses wiederum den Wohnungsmarkt entspannen, und den Bauboom wieder beenden – mit weiter sinkendem Bedarf an Arbeitskräften.

Klar, dass das dann auch helfen würde den Klimaschutz voranzubringen. Sinkende Wirtschaftstätigkeit wegen weniger Verschwendung einerseits und zusätzlicher Zubau von Klimaschutztechnik andererseits würde sich gegenseitig fördern und gemeinsam wirksam sein.

Ein neues Narrativ, dass die Erde und den Kosmos als lebendiges Wesen einstuft, wäre sicherlich hilfreich, seine eigene Verantwortung zu erkennen und entsprechend zu handeln. Nach dem Motto Teil der Lösung zu werden, und nicht immer noch Teil des Problems zu sein.

Unabhängig davon ist die Sicht auf das Leben, die Erde und den Kosmos womöglich näher an der Wirklichkeit dran, wenn man hier ein geistiges Element vermutet, das hier mitspielt und auch im eigenen Bewusstsein eine wesentliche Rolle spielt. Dies fördert dann wiederum die eigene Lebensqualität, das eigene Leben selbst und man könnte auch mit realer Perspektive mit Unterstützung auch von Seiten der lebendigen Erde und dem lebendigem Kosmos rechnen, im Sinne eines Erfolges von wirklich sinnvollen Maßnahmen.

Wenn der eigene Wille und die Intentionen des ganzen Kosmos in den selben Maßnahmen zusammenkommen, ist das mehr als nur Harmonie, sondern ein individuelles Leben, das eine ganz neue Grundlage hat.



Kommentar vom 18.03.2020 00:26
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/verschwoerungsdenken-in-zeiten-des-coronavirus-jetzt-durch-wissen-schuetzen/

@Wirtschaftliche Folgen

Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Gegenmaßnahmen scheinen doch erheblich zu werden. Wer dies verfolgt, um die Welt zu destabilisieren, hätte in der Tat ein Motiv, z.B. mit CrisprCAs9 dieses Virus gezüchtet zu haben um es dann in Wuhan freizusetzen. Aber glauben tue ich das nicht. Immerhin haben Experten seit Jahren vor genau so einem Virus gewarnt, teils auch vor wesentlich tödlicheren Varianten mit Sterblichkeitsraten bis zu 50 %.

Ich erinnere mich hier an die Seehundkrankheit Ende der 80er Jahre, wo mindestens 90% der Seehunde in der Nordsee an einer neuartigen Lungenentzündung verstorben sind. Hier ist der Mensch wohl sogar anfälliger: Je mehr Individuen eine Population hat, desto wahrscheinlicher ist es, dass eine neue Krankheit aufkommt.

Ich vermute mal, dass diese Pandemie nicht im Keim erstickt werden konnte, weil einfach die Infektionstests nicht in ausreichendem Ausmaß durchgeführt werden konnten. Wenn ich mir vorstelle, dass man die gesamte Bevölkerung 2 mal pro Woche auf den Virus testen könnte, um dann allen Infizierten Hausquarantäne zu verordnen bis sie wieder Virenfrei sind, dass man damit das Virus jederzeit wieder zum Verschwinden bringen könnte. Wenn man denn diese Testkapazitäten hätte.

Angesichts der wirtschaftlichen Folgen, die alleine in Deutschland jenseits von 50 Mrd Euro zu erwarten sind, würde ich empfehlen, darüber nachzudenken, eben diese Testkapazitäten für die nächste Pandemie aufzubauen. Selbst wenn das 20 Mrd. Euro kostet, ich vermute das wäre gut angelegtes Geld. Wenn ich mir das Ausmaß des Personenschadens und der Panik vorstelle, die ein zukünftiges Virus mit 20% Sterblichkeit verursachen würde, wird mir schwindelig.

Also die Laborkapazitäten aufbauen und bereit halten, 200 mio Teststäbchen einlagern und warten. Wenn dann ein neues Virus identifiziert ist, an alle Haushalte mit Namen versehene Teststäbchen verteilen, und für alle, die nicht da wohnen wo sie gemeldet sind noch welche zum selber Beschriften in den Briefkasten einwerfen. Wenn dann in einer Stadt ein Infektionsverdacht aufkommt, dann jeden Auffordern sich einen Nasenschleimhautabstrich zu machen, und den dann in den nächsten Briefkasten einzuwerfen. Jeder der dann positiv ist, muss dann in strikte Hausquarantäne. Wenn man das dann mit den Kontaktpersonen täglich, sonst alle 3 Tage mit der ganzen Stadt wiederholt, müsste das Problem eigentlich in ein paar Wochen erledigt sein. Verbraucht massenhaft Teststäbchen, aber was ist die Alternative?

Vielleicht sollte man auch darüber nachdenken, ob man solche Testkapazitäten schon für den diesjährigen Herbst realisieren könnte. Falls eine mittlere Entwicklung stattfindet, dass wir bis zum Sommer nur einige Prozent der Bevölkerung infiziert haben, der Sommer eine Pause bereitet und die richtig große Infektionswelle erst in der Wintersaison 2020/2021 aufkommt. Wir können dann doch kaum die derzeitigen Maßnahmen der allgemeinen Kontaktreduktion so lange durchhalten. Das wäre ja fast gruseliger, als wenn wir den Kampf komplett aufgeben und der Sache einfach freien Lauf lassen würden. Zumindest bei dieser Pandemie mit ihrer wohl nur recht mäßigen Sterblichkeit.



Wegmoderierter Kommentar vom 16.03.2020 11:17
https://scilogs.spektrum.de/fischblog/verschwindet-covid19-sommer/

@Wie lange die Maßnahmen durchhalten?

Wenn wir jetzt schon weitgehende Einschränkungen des sozialen Lebens einführen, wie lange sollen wir das denn durchhalten? Wenn wir es schaffen sollten, die Neuerkrankungsraten in Deutschland unter 100.000 pro Monat zu halten, hört sich das zunächst gut an. Dann wären die Krankenhäuser nicht damit überlastet und jedem Infiziertem mit schwerem Verlauf könnte nach gutem Standard geholfen werden.

Aber wie lange dauert dann die Epidemie? Wenn wir von 50% Infizierten ausgehen, die wir brauchen, dass die Erkrankungswelle von selber wieder zurückgeht, wird das dann 400 Monate dauern, bis wir damit durch sind. Das sind mehr als 30 Jahre.

Selbst wenn wir mit monatlichen Neuerkrankungen in Deutschland von 1 mio rechnen, sind das dann noch mehr als 3 Jahre. So lange können wir doch die Gegenmaßnahmen unmöglich durchhalten.

Offenbar gibt es hier nur 2 sinnvolle Optionen: entweder ein Heilmittel bzw. ein Impfstoff, oder wir drängen die Infektionswelle mit noch mehr Quarantänemaßnahmen doch so zurück, dass sie verschwindet. Das wären 2 gute Optionen. Mir scheint es aber, das halbe Sachen hier vollkommen sinnlos sind.

Die eventuelle natürliche Sommerpause würde wohl sehr hilfreich sein, und eine weitgehende Lockerung der Maßnahmen erlauben. Aber ab Herbst gehts dann gleich wieder weiter.

Wenn wir die 2 guten Optionen nicht realisieren können, bleibt nur eine letzte praktikable Lösung übrig: Einfach die Krankheit als Naturkatastrophe betrachten, die wir nicht aufhalten können, sondern womit wir uns mit abfinden müssen. Leben und ohne Risiko Leben schleißt sich halt öfter grundsätzlich aus. Ob wir nun angesichts einer neuartigen Lebensgefahr den Verstand verlieren oder nicht.



Kommentar vom 15.03.2020 00:45
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/schatzkiste-die-seidenstrasse-von-susan-whitfield/

@Alte Zeiten

Interessant, das sich in Eurasien die Kultur zur sogenannten Achsenzeit weiterentwickelt hat. Dass sich über den Warenhandel auch Gedanken verbreitet haben, und sich später durch Geld der Warenhandel ausgeweitet hat, und mit Schrift dann auch der Gedankenaustausch neue Dimensionen gefunden hat, ist gut nachvollziehbar.

Globalisierung im Vergleich zu heute wäre das aber wohl nicht, damals konnte man nur kostbare und eher leichte sowie haltbare Waren transportieren, was heute läuft, ist was ganz anderes. Auch der Gedankenaustausch hat sich aktuell durch das Internet noch mal um Einiges weiter beschleunigt. Was heute in Tagen und Wochen diskutiert werden kann, brauchte früher mindestens Jahre, wenn nicht Jahrzehnte oder Jahrhunderte.

Im Vergleich zu heute fällt mir aber vor allem auch auf, dass wir erst mit dem Aufkommen funktionierender Demokratien von der Verherrlichung von Herrschaft wegkommen, und in erster Linie vom Staat nur eine gute Organisation erwarten, mit dem Ziel, dass wir beteiligte Menschen gut leben können. Und dass neuerdings auch die restliche Natur in den Blick gerät, und von uns Menschen und unseren Verwaltungen erhalten und gefördert werden soll.

Mit dem Aufkommen des Ackerbaus sind Besitz und Herrschaft sowie große Heere, die die Kriege gewinnen, für sehr lange Zeit zur zentralen Maßgabe geworden. Mit der Konsequenz, dass die Menschen in ziemlich fürchterlichen Verhältnissen leben mussten. Vorher in der Steinzeit ging es den Menschen meistens deutlich besser. Sie waren eher keinem Untertan, hatten viel besseres Essen und nur halb so viel Arbeit, und konnten auch glauben was sie wollten.

In der Tat hat sich dennoch ganz langsam eine Kultur und Wissenschaft und Technik entwickelt, die inzwischen zu eigentlich hervorragenden Lebensverhältnissen geführt hat, vergleichsweise, und auch nicht überall und für jeden. Aber dazwischen lag doch eine sehr sehr lange Zeit der Finsternis und des Leidens, scheint mir, die in manchen Gegenden immer noch nicht wirklich vorbei ist.



Kommentar vom 13.03.2020 17:17
https://scilogs.spektrum.de/marlenes-medizinkiste/corona-quarantaene/

@Martin Holzherr Fantasien

Das mit den Atomkraftwerken war eigentlich nicht ernst gemeint, ich wollte nur darauf hinweisen, dass wir keine 20-tägige Hausquarantäne für alle weltweit praktizieren können. Jede Menge Menschen müssten noch zur Arbeit gehen, u.a. die Mitarbeiter der Stromproduzenten und auch die, die sich um die AKWs kümmern.

Ansonsten, etwas off Topic, müssen AKWs auch nach dem Abschalten noch intensiv weiter gekühlt werden, weil auch nach dem Ende der Kettenreaktion noch jede Menge Nachzerfallswärme abgeführt werden muss, sonst fliegt das Ding doch noch in die Luft. Selbst die verbrauchten Brennstäbe in den Abklingbecken werden noch Monate nach Gebrauch gefährlich, wenn nicht mehr aktiv gekühlt werden kann. Aber das Thema haben wir beide schon öfter diskutiert.

Insofern mag ich Ihnen zustimmen: sollte eine zukünftige Pandemie so ausbreitungsstark sein wie diese, aber z.B. mehr als 10% der Infizierten Menschen töten, wäre es offenbar angebracht, deutlich radikalere Maßnahmen zu ergreifen. Wenn man hier 90% aller Beschäftigten in den Zwangsurlaub schickt, und man einen Lebensmittellieferdienst organisiert, dass die dann auch wirklich alleine zuhause bleiben können, könnte man damit die Pandemie womöglich komplett aufhalten.

Auch wenn man praktikable massenhafte Gentest mit der gesamte Bevölkerung machen könnte, so dass kein Infizierter unentdeckt bleibt, würden die Chancen auf einen wirklichen Stop solcher Pandemieen deutlich steigen. Das wäre jetzt aber eher eine Idee für die nächste Pandemie.



Kommentar vom 13.03.2020 14:24
https://scilogs.spektrum.de/marlenes-medizinkiste/corona-quarantaene/

@Martin Holzherr

„20 Tage vollständige Isolation aller Menschen aller Länder würde COVID19 zum Verschwinden bringen.“

In der Tat, aber wer noch Wasser hat und nicht verdurstet wird dann gute Chancen auf Verhungern haben. Und der folgende totale Stromausfall wird zur Folge haben, dass alle Atomkraftwerke dieser Welt explodieren, sobald der Notstromdiesel an den Standorten der Kraftwerke aufgebraucht ist. Das würde nicht nur die Menschen dieser Welt vermutlich komplett töten.

Ich kann mir auch vorstellen, dass wir eine so dicke Wirtschaftskrise infolge der Quarantänemaßnahmen bekommen, dass hinterher tatsächlich mehr gesunde aber sehr arme Menschen mit ansonsten guter Lebensperspektive an Hunger sterben werden, als wie alte sehr kranke Menschen noch über ein paar Monate im Versterben verzögert werden können, wenn man es noch realisiert bekommt, alle schweren Verläufen bei Covid-19-Patienten stationär zu versorgen.

Und selbst das ist fraglich, ob das überhaupt möglich ist. Die Möglichkeit besteht ja weiterhin, dass wir sowieso eine so starke Verdichtung des Infektionsverlaufes bekommen werden, dass die meisten Patienten eh nicht mehr intensiv versorgt werden können. Sollte sich das abzeichnen, würde ich empfehlen den Kampf gegen die Infektion komplett aufzugeben und endlich zum Alltagsleben zurückzukehren. Das Leben geht ja weiter, so oder so.

@Dirk Freyling

Die Panikdynamik ist an sich bemerkenswert. Die monetären Interessen unserer Krankenhäuser und Altenheime sehe ich hieran nicht unbeteiligt. Die Risikopatienten mit hohem Risiko, an Covid19 zu sterben, sind dort die besten Kunden, die man ungerne verlieren möchte. Soweit ich weiß geben die Krankenkassen das halbe Geld für das letzte Lebensjahr ihrer Versicherten aus. Hier werden regelmäßig noch hohe Summen mitgenommen, und der eigentlich so gut wie tote Patient noch ein paar Wochen oder Monate auf Intensivstationen an den ganzen Strippen hängend hingehalten. Da macht dann oft erst die Lungenentzündung dem Leben wie dem Geschäft ein Ende.

Kein Wunder also, dass man sich hier angesichts von Covid19 so vehement für die Risikopatienten einsetzt.



Kommentar vom 13.03.2020 00:51
https://scilogs.spektrum.de/marlenes-medizinkiste/corona-quarantaene/

@Wieviel Zeit haben wir bis zur Überlastung der Krankenhäuser?

Der Text spricht davon, dass wir die Pandemie nicht aufhalten können, und nicht da dran vorbei kommen, dass sich 60 bis 70 % der Bevölkerung anstecken werden. Es ist also zwecklos, darauf hinzuarbeiten, dass die Pandemie begrenzt werden kann.

Was jetzt aber wichtig wäre, ist den Verlauf der Epidemie möglichst weit in die Länge zu ziehen, damit möglichst die Krankenhäuser nicht überlastet werden, und möglichst wenige ohne Hilfe zuhause bei schweren Verläufen alleine mit der Infektion klarkommen müssen.

15-20% der Infizierten müssen ins Krankenhaus, bei einer Infektionsrate von 60 bis 70 % sind das dann im Mittel etwas mehr als 10 % der Bevölkerung, die im Krankenhaus behandelt werden müssen. Wenn sich dieser Anteil gleichmäßig auf 10 Monate verteilen würde, hätten wir damit jeden Monat 1% der Bevölkerung wegen Covid19 im Krankenhaus. Wenn die wiederum im Schnitt 3 Tage dort Betten belegen, wären aktuell 0,1% der Bevölkerung über einen Zeitraum von 10 Monaten im Krankenhaus. Das wären dann ca. 80.000 Personen, hauptsächlich ältere und welche mit Vorerkrankungen.

Wenn wir von einem linearem Anwachsen bis zu einem Höhepunkt und danach wieder linear abnehmenden Neuerkrankungen der Epidemie ausgehen, wären zum Höhepunkt der Erkrankungswelle 160.000 Infizierte stationär zu Behandeln, bei ständigem Wechsel von Entlassungen und Neuaufnahmen.

Wie viele könnten wir denn überhaupt in den bestehenden Krankenhäusern unterbringen? Bei Wikipedia habe ich für 2012 in Deutschland ca. 500.000 Krankenhausbetten gefunden. Damit wäre zur Spitze der Krise 32% der Betten mit Covid19-Patienten belegt. Das sieht ziemlich schwierig aus, bei dem hier angesprochenem Szenario, dass sich die Infektion von 60 bis 70% der Bevölkerung über 10 Monate verteilt.

Hier ist also dringend zu versuchen, die Infektionswelle besser noch wesentlich deutlicher zu verlangsamen. Vielleicht wären 20 Monate einigermaßen zu bewältigen.

Was die aktuelle Situation betrifft, so sind wir allerdings wohl von einer Überlastung der Krankenhäuser noch um mehrere Größenordnungen entfernt. Wenn wir es schaffen, die Erkrankungswelle auf 20 Monate zu verteilen, hätten wir pro Monat ca 2,5 Millionen Neuerkrankungen. Aktuell haben wir 2500? Bei einer Verdopplung alle 5 Tage bräuchten wir wohl 50 Tage, um bei 2,5 Mio zu landen.

Also Panik ist hier nicht akut begründet, aber wir können ja schon mal langsam üben, wie wir die Erkrankungsraten reduzieren können. In 50 Tagen kommts dann aber darauf an, dass das funktioniert. Wie gesagt, offenbar kommen wir eh nicht drum herum, dass sich 60 bis 70% von uns irgendwann anstecken. Eine schlimme Grippe, aber mehr ist das dann eigentlich nicht.

Andererseits: wollen wir dann 10 oder 20 Monate Schulfrei geben, und nur noch Lebensmittelgeschäfte öffnen, keine Urlaubsreisen, keine Veranstaltungen mehr? Am besten nur noch vor dem Computer sitzen, und von gesundheitsgeprüften Lieferdiensten versorgt werden. Geht das denn überhaupt, und wollen wir das in aller Konsequenz? Damit alle, die es nötig hätten, mit Covid19 ins Krankenhaus gehen können? Zumal die meisten potentiellen Opfer ziemlich alt und krank sind, und sowieso nicht mehr so viel Zeit vor sich haben.

Und wenn es allerdings sowieso nicht geht, und für die meisten schwer Kranken dann auf keinen Fall ein Bett frei sein wird, dann macht es auch nicht viel Sinn es zu versuchen. Dann können wir auch der Natur ihren Lauf lassen.



Kommentar vom 11.03.2020 11:31
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/der-mesokosmos-definitionen-zahlen-und-ein-vidoe/

@Lobbyisten und Vermögende

Eine einzelne Firma guckt hauptsächlich auf ihre Erträge, und sie muss das auch machen. Einmal um in der Konkurrenz zu bestehen, andererseits macht das auch richtig Sinn, wenn hier in der Folge effektiv und kundenorientiert gearbeitet wird. Genau das ist auch der Grund dafür, dass der „Kapitalismus“ erfolgreicher war als der damalige Sowjetkommunismus.

Dummerweise sieht das mit marktbeherrschenden Konzernen und Wirtschaftsverbänden anders aus. Hier wird über deren Lobbyisten dermaßen viel Einfluss auf die Politik genommen, das die Unternehmenserträge sehr hoch werden und Nebenwirkungen wie Armut in einem Großteil der Welt, weltweite Umweltzerstörung und übermäßig belastende Arbeitsbedingungen bei uns die Folge sind.

Dazu kommt noch, dass alle, die hier in Politik und Wirtschaft was zu sagen haben, zumeist richtige Gutverdiener sind, und entsprechend die Steuer- und Abgabenlasten zu ihren Gunsten gestaltet haben. Mittelverdienende Arbeitnehmer haben mit Abstand die höchste Abgabenlast, weit mehr als Spitzenverdiener und Nutznießer von Kapitalerträgen. Und nennenswerte Erbschaftssteuern können auch noch weitgehend vermieden werden.

Zusätzlich erklärt sich auch ein guter Teil der Migration in Deutschland mit den verbesserten Einkünften für sehr gut Verdienende. Der Niedriglohnbereich kommt denen am meisten entgegen, und angesichts des Geburtenmangels wäre ohne diese massive Migration der Immobilienmarkt längst im Keller gelandet. Wer Wohnraum zu vermieten hat, profitiert eben am allermeisten von Einwanderung.

Der Einfluss von Lobbyisten und die Eigeninteressen der Parlamentarier als Gutverdiener sorgen dann eben für vielerlei für die Gemeinschaft sehr ungünstigen Nebenwirkungen, die sich weitgehend der demokratischen Kontrolle des Wählers entziehen. Die Parteien in der Opposition fordern noch, was der Wähler sich wünscht, aber sind sie einmal an der Macht, melden sich dann auch die Lobbyisten, und Besserverdiener sind die Parlamentarier und Regierungsbeamten automatisch, wenn sie es nicht vorher schon waren. Deshalb mein Vorschlag, Wahlprogramme verbindlich zu registrieren und einklagbar zu machen.

Eine autoritärere Regierungsform hilft hier mit Sicherheit nichts, im Gegenteil, hier würden sich dann neben genau den selben Effekten mit Lobbyisten und den Eigeninteressen der Regierenden noch ungeahnte weitere Möglichkeiten der Korruption ergeben. Wenn Gerichtsbarkeit und Presse nicht mehr unabhängig sind, kann die Korruption sogar Ausmaße annehmen, dass selbst die Effektivität der Wirtschaft einbricht. Das sieht man vor allem in Ländern, die viele Rohstoffe zu exportieren haben.

Unser System führt wenigstens zu einer florierenden Wirtschaft, wenn auch in Teilen im Übermaß des Guten mit einem guten Schuss Verschwendung, mit sehr viel Migration verbunden und an einer demokratischen Kontrolle vorbei.

Unser Mesokosmos bzw. unser Bewusstsein kümmert sich zunächst um die eigenen Angelegenheiten und um das eigene Bankkonto, was ja auch sinnvoll ist. Ein Blick auf die soziologischen Effekte im Zusammenleben ist nicht ganz selbstverständlich, aber auch überaus sinnvoll und könnte auch in den entsprechenden Wissenschaften noch ausgebaut werden können, scheint mir. Auch hier könnten Lobbyisten und das Eigeninteresse der Spitzenverdienenden eine gewisse Rolle spielen, wie aktuell an der Trumpregierung zu beobachten ist, wie die ganz offen versucht Wissenschaft der eigenen politischen Agenda unterzuordnen, einfach an der Evidenz vorbei.



Kommentar vom 10.03.2020 00:46
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/der-mesokosmos-definitionen-zahlen-und-ein-vidoe/

@Befreiungstheologie mit Perspektive

@Alu-Behüteter:
„Fidel Castro wird von Leonard Boff so zitiert:
Wenn wir in den Fünfzigerjahren schon die Befreiungstheologie gehabt hätten, hätten wir Kuba auf ihrer Grundlage aufgebaut.
Der Atheismus eines Marx und Lenin ist auch nur ein Zeitphänomen.“

@hto:
„Eine Gesellschaft OHNE einen Glauben/Suchen an/nach etwas wie Gott oder kosmische Ordnung, verachtet Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart, bzw. IST blöd-, wahn- oder...“

@H.Wied:
„Der Kommunismus hingegen ist … auch eine politische Ideologie, die eine klassenlose und staatenlose Gesellschaft vertritt und die Religion ablehnt. Es gilt als eine extremere Form des Sozialismus.“

@Michael Blume:
„Freiwillige Gütergemeinschaften innerhalb freiheitlicher Systeme können wunderbar funktionieren.“

@Alubehüteter:
„Ihr SAMSUNG-Smartphone läuft auf einem Linux-Kernel, Apples Betriebssysteme auf Unix, das WWW läuft im Wesentlichen auf Debian. Auch so kommunistische Erfolgsgeschichten.“

Also, so wie das aussieht kann man doch noch Perspektiven für eine bessere, eben auch „sozialistischere“ Wirtschaftsweise mit zugehörigem gesetzlichem und verwaltungstechnischem politischem Rahmen finden. Aus den Fehlern der gescheiterten Projekte darf dabei gelernt werden.

Neben den großen Themen Armut und Umweltzerstörung fällt mir hier noch das Thema Überfluss und Verschwendung und damit verbundener überflüssigen Arbeit ein. Gerade in religiöseren Gefilden sehe ich hier Alternativen zur rein materiellen Erwerbsarbeit, sich dann mehr betrachtender Weise zu betätigen, wenn für ein gutes Maß an Wohlstand gesorgt ist, und damit dann auch gut ist mit weiterer rein effizienter Arbeit.

Eine Verbesserung der demokratischen Wirksamkeit wäre hier z.B. gegeben, wenn Wahlprogramme gesetzlich registriert werden müssten, um nach der Wahl einklagbar zu sein, falls die Regierung mal wieder zu sehr den Lobbyisten folgt, selbst wenn die eigene Partei dabei ruiniert wird. Dann würde sich auch Parteiarbeit wieder lohnen, und man könnte dann tatsächlich Wahlkampf betreiben, und sich konstruktiv um die Inhalte streiten.



Kommentar vom 08.03.2020 14:52
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/der-mesokosmos-definitionen-zahlen-und-ein-vidoe/

@htos Massenbewusstsein versus Verschränkung laut @Demolog

hto wünscht sich ein Massenbewusstsein, und will das Individualbewusstsein dafür überwinden.

Ich stelle mir mein Bewusstsein bzw. meinen Mesokosmos als eine Synthese von einem universalem kosmischem Geist mit meinem lokalen Gehirn vor. Von daher komme ich von meinem Individualbewusstsein nicht ganz weg, eben weil mein Gehirn ganz alleine meins ist.

@Demolog wünscht sich weniger „Verschränkung“ der Gehirne, und mehr individuelle geistige Freiheit, wenn ich ihn hier richtig verstanden habe. Er sieht hier eine Massenvergiftung als Ursache für die eingeschränkte persönliche Geistesfreiheit.

Ich selber muss hier von Geisteswelten ausgehen, die grundsätzlich an unserem Mesokosmos beteiligt sind. Von daher komme ich auch von überpersönlichen Elementen in meinem Mesokosmos nicht ganz weg, und muss im Miteinander mit direkten Verbindungen von Mesokosmos zu Mesokosmos leben. Eine gewisse „Verschränkung“ mit anderen, eine Art von telepathischen Elementen in der Kommunikation, sind mir also unvermeidlich. Das ergibt sich direkt aus dem Geistesanteil des menschlichen Mesokosmos, den ich grundsätzlich vermute.

Wobei die kosmische Teilhabe das Wesentliche ist, nicht die Wirkungen im persönlichen Miteinander. So sind wir doch getrennt, auch in der größten Liebe, und doch verbunden, auch in der schlimmsten Feindschaft.

Ein wenig Telepathie fördert hier die Kommunikation würde ich sogar sagen. Zuviel davon passt mir jetzt aber auch nicht, dann bin ich womöglich schnell beim Massenbewusstsein laut hto, wo ich nicht in dieser Absolutheit hin kann und auch nicht hin will. Ich brauche genug Autonomie, um die Dinge wirklich zu verstehen und um meinen persönlichen Bereich unter Kontrolle zu halten, insbesondere dass ich z.B. meinen eigenen Kühlschrank immer hinreichend voll habe.

Die Evidenz der Abhängigkeit unseres Mesokosmos von der materiellen Konstitution unseres Gehirns ist hier ganz eindeutig vorhanden, der Geistesanteil kommt hier nur dazu, und fällt dabei oft kaum auf. Nur wenn man genauer hinsieht, wird er aber durchaus relevant, meine ich.

„Massenbewusstsein“ im politischem Sinne könnte ich noch so interpretieren, dass man versucht, pragmatische Gesetze und funktionierende Verwaltungen so zu gestalten, dass alle Menschen dieser Welt vernünftig leben können, und dabei noch die Natur erhalten bleibt. Das wäre in der Tat eine gute Idee. Darüber hinaus bleibt dann reichlich individuelle Freiheit und insbesondere genug innere Autonomie.

„Verschränkung“ der Gehirne, wenn es als Einschränkung der eigenen Geistesfreiheit wahrgenommen wird, gerät für mich in die Nähe von psychischen Krankheiten. Wobei ich mir allerdings bewusst bin, dass psychische Krankheiten weder für Mediziner und schon gar nicht für Laien nicht wirklich definierbar sind. Das bleiben sehr unsichere Kategorien, weil man generell nicht so recht weiß, wie die Psyche wirklich funktioniert, auch die „Gesunde“ nicht.



Kommentar vom 07.03.2020 15:09
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/der-mesokosmos-definitionen-zahlen-und-ein-vidoe/


@Alubehüteter 01.03. 19:57

„Denn, was ist zum Schluß der Mensch in der Natur?

Ein Nichts vor dem Unendlichen,
ein All gegenüber dem Nichts,
eine Mitte zwischen Nichts und All.

Blaise Pascal“

Ich bin Ihrem Link gefolgt, und bin überrascht was Pascal im 17. Jhd. da geschrieben hat. Das erscheint mir im Wesentlichem immer noch aktuell zu sein, auch angesichts der modernen Erkenntnisse der Physik.

Der Mesokosmos als die innere Lebenswelt einer Spezies ist genau das, was die Spezies zum Leben braucht. Wenn wir uns auf uns konzentrieren, und mit dem arbeiten, was wir auch verstehen können, kommen wir im Leben meistens zurecht.

Um den Klimawandel zu bewältigen, müssen wir nur die Wirtschaft etwas anders organisieren, in dem wir z.B. CO2-Steuern erheben und dann in der Folge die entsprechenden Techniken zum Einsatz bringen.

Angesichts der Vielzahl von religiösen Auffassungen müssen wir uns bewusst sein, dass es viele mögliche Mythen gibt. Wir können Mythen nutzen, um Antworten auf rational nicht entscheidbare Fragen zu haben, das ist durchaus sinnvoll. Aber hier gibt es viele Lösungsmöglichkeiten, wenn wir das einfach ignorieren und Mythen mit Fakten verwechseln, dann handeln wir uns dicke Probleme mit ausufernden Streitigkeiten ein, die völlig überflüssig sind.

Wir müssen im Prinzip nur ehrlich mit uns selber sein, wenn wir uns die Frage stellen, was jetzt wirklich Fakten sind. Und was nur eine nützliche Fantasie ist. Wovon es dann eben viele gibt. Die sind sicherlich nicht alle gleich nützlich, aber doch öfter gar nicht so weit auseinander, als dass sie nicht parallel verwendet werden könnten.

@Karl Bednarik 07.03. 04:34

„Mit zu wenig Sauerstoff, oder mit zu viel Alkohol, wird der Geist einfach abgeschaltet. Wenn so einfache Substanzen auf den Geist einwirken, dann wird der Geist von der Materie abhängig sein.“

Keine Frage, der menschliche Geist ist von der materiellen Konstitution des Gehirns abhängig. Das heißt aber nicht, dass hier keine Geisteswelten auch noch dahinter stehen können. Geisteswelten können uns beeinflussen, oder sogar die Grundlage unseres Bewusstseins liefern. Solange wie wir das Konnektom unseres Gehirns nicht entschlüsselt und verstanden haben, kann man Wirkungen von Geisteswelten als immaterielles Faktum in unserem Mesokosmos noch nicht ausschließen, meine ich.

Ich habe noch von keiner Idee gehört, wie ein Nervenzellenetwas alleine diesen unseren Innenraum produzieren könnte. Wenn mal eine wirklich nachvollziehbare Idee kommt, wie das gehen soll, fände ich das sehr interessant, aber bis dahin muss ich hier von Geisteswelten ausgehen, die hier grundsätzlich an unserem Mesokosmos beteiligt sind.

Geisteswelten kann ich eben sehr viel mehr zutrauen, als was reinen materiell-mechanisch beschreibbaren Naturvorgängen zuzutrauen ist.

Die Evidenz der Abhängigkeit unseres Mesokosmos von der materiellen Konstitution unseres Gehirns bleibt auf jeden Fall ein starkes Argument gegen ein Weiterleben unseres persönlichen Mesokosmos nach dem Tod, und damit auch ein Argument gegen die Existenz von herumgeisternden Ahnengeistern und sich streitenden Göttern. Aber den Geist ganz aus der Welt zu vertreiben gelingt hier noch nicht, und ich würde mir das auch wirklich nicht wünschen. Ganz ohne geistige Heimat mag ich nicht gerne leben.

Auf ein Leben nach dem Tod kann ich aber gerne verzichten, wenn das Leben vor dem Tod seine Qualitäten hat und richtig gut ist. Mich mit dem Tod im kosmischem Geist wieder aufzulösen, wo ich mutmaßlich auch hergekommen bin, ist nicht nur schön simpel sondern auch attraktiv, finde ich. Als Mythos also sehr geeignet.

@hto

Mehr als der Mensch wird der Mensch aber nie werden. Mehr Blick über den Tellerrand ist drin, zum Gott werden wir aber auch davon nicht.



Kommentar vom 04.03.2020 00:33
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/terror-hat-immer-auch-soziale-ursachen/

@Demolog 02.03. 22:31

„Für Herrn Tobias Jeckenburger gilt offenbar auch:
“Arbeit macht (wirklich) frei”.“

Erfahrungsgemäß kann viel zuviel Arbeit schneller zu handfesten psychischen Krankheiten führen, viel zu wenig Beschäftigung manchmal aber auch. Der Zusammenhang von zuwenig Beschäftigung und psychischer Krankheit ist aber hauptsächlich der, dass man sich infolge der psychischen Krankheit zu wenig beschäftigt.

Ansonsten führt ein Beschäftigungsmangel für sich zu einer Symptomatik, dass Kompetenzen verlernt werden und dass man unter Langeweile leidet. Bei dem typischen psychisch Kranken mischt sich dann dieses zur jeweiligen Diagnose dazu.

Natürlich kommt es den Arbeitgebern entgegen, wenn die Menschen ohne Arbeit schlecht klarkommen. Deswegen mache ich auch bei jeder Gelegenheit Werbung dafür, sich eben auch sinnvolle Tätigkeiten jenseits von Erwerbsarbeit zu suchen, für den Fall, dass man keine erfüllende bezahlte Tätigkeit finden kann, warum auch immer.

Ich meine, der Mensch braucht einfach körperliche wie geistige Bewegung, sonst stellen sich Probleme ein. Unser System ist darauf eingestellt, und es kommt zu Störungen, wenn das System dauerhaft weit unterm optimalen Betriebszustand läuft.

Aber zu viel Action geht auch schnell, man muss auch noch genug Zeit haben, zu Betrachten, Miteinander zu Pflegen, einfach mit dabei zu sein. So denke ich, dass die Meisten, die in Vollzeit arbeiten, zuviel des Guten erleiden. Die Dosis ist hier wichtig. Irgendwo hat jeder seien grünen Bereich was Belastung angeht, den sollte man suchen und nach Möglichkeit verwirklichen.



Kommentar vom 03.03.2020 13:29
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/der-mesokosmos-definitionen-zahlen-und-ein-vidoe/

@H.Wied 02.03. 12:31

„neben dem Mesokosmos gibt es noch den Gedankenkosmos. (Gedankenwelt)“

Ich würde hier noch mal anders unterscheiden. Unser Mesokosmos besteht einerseits aus Informationen, die die Sinne über unserer unmittelbare Umgebung liefern. Andererseits ist unserer Bewusstsein auch eine komplette innere Erlebniswelt, in der diese Sinnesinformationen erstmal eingebettet werden müssen, um zu einem Bewusstsein führen zu können. Innerhalb dessen, insbesondere in Kommunikation mit Artgenossen, kommen dann noch die textbasierten „Gedanken“ zur Erlebniswelt dazu.

Diese dreidimensionale Erlebniswelt mit ihren Gedanken wandert nun durch die Zeit, und das gleichzeitig und gemeinsam mit den anderen Personen und Geschöpfen durch die sich wandelnde physikalischen Welt.

Woraus dieses zeitwandernde 3-D-Etwas denn nun eigentlich besteht ist eine ziemlich schwierige Frage. Dass alleine das Gehirn so etwas komplett selber herstellt, ist in keinster Weise geklärt meine ich.

Ich vermute hier jetzt eher einen allgemeinen kosmischen Geist, der sich stets wandelt und sich komplett im ganzen Raum durch die gesamte Zeit bewegt, genau so wie wir das in unserer Begrenztheit auch machen. Wir selbst sind in dem Modell dann einfach ein kleiner Teil dieses kosmischen Bewusstseins, der in unserer Person eine Synthese mit unserem lokalen Gehirn eingeht.

„Der Mesokosmos ist dagegen ein Pünktchen im Weltraum.“

Vergleichsweise schon, und doch ist ein guter Tag und ein ganzes Leben doch eine ganz schöne Menge, meine ich.



Kommentar vom 02.03.2020 13:31
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@Armut Frust und Langeweile bei Langzeitarbeitslosen

Die Armut von langfristig Arbeitslosen inmitten unserer Verschwendungskultur ist schon speziell. Auto, Flugreisen und Rinderfilet muss man ja wirklich nicht haben. Von daher sind die Regelsätze oft ausreichend. Schwieriger wird das, wenn man spezielle Kosten hat, wie Tabak, Alkohol oder Haschisch, oder noch Haustiere aus besseren Zeiten zu versorgen hat. Alte Abos können auch recht teuer werden, im Bereich Bezahlfernsehen, Telefon und Smartphoneverträgen. Bei diesen Extrakostenlasten ist des nötig, dass man irgendwie was dazu verdient, wenn das dann auch nicht möglich ist, wird es richtig prekär.

Wenn man gar nicht gut kochen kann, wird das auch schnell zum Problem. Dann hilft auch die Tafel weniger, Essen gehen ist kaum drin, und billige Fertigmenüs führen dann zu einer schlechten und ungesunden Ernährung.

Soweit die reine Armut. Wenn man dazu noch brav verinnerlicht hat, dass jeder nur so viel Wert ist, wie er verdient, so wie es im Prinzip schon im Biologieunterricht verbreitet unterrichtet wird, kommt dann aber noch ein Riesenfrust dazu. Als Verlierer im halboffiziellen Leistungswettkampf steht man denn nun zweifelsfrei fest. In diesem Sinne sind Managergehälter ein Tritt unter die Gürtellinie, selbst für die, die Arbeiten und gut verdienen. Selbst wenn man sich zum oberen Mittelfeld zählt, macht der Vergleich nach oben mit den Managergehältern verbreitet psychologische Schmerzen.

Das kann kein Mensch ändern. Nur der Betroffene selber hat natürlich die Möglichkeit, philosophisch Aufzurüsten, und eben anderen Sinn im eigenen Leben zu finden als den maximal möglichen Gelderwerb.

Das gehaltvollste Problem bei Langzeitarbeitslosigkeit scheint mir allerdings die Langweile zu sein. Die Zuverdienstmöglichkeiten sind begrenzt, und sich eigenständig zu organisieren und zu beschäftigen haben die meisten nie gelernt.

Hier finde ich wäre ein Ansatzpunkt, schon in der Schule genau dieses zu lernen, dass man sich eigenständig organisiert beschäftigen kann, vor allem auch jenseits von Erwerbsarbeit.

Auch die biologische Idee, dass der Sinn des Menschen darin liegt, im Konkurrenzkampf mit den Artgenossen möglichst gut abzuschneiden und genau damit die Fortentwicklung der Spezies sicher zu stellen, könnte eine Korrektur gebrauchen. Das ist ja auch nun nicht der Sinn des Lebens, sondern nur ein Mechanismus, der in der Evolution eher sinnfrei stattfindet, und zwar nur, solange man nicht aktiv was anderes macht. Einen Sinn für das aktuelle Leistungswettrennen ergibt sich daraus zunächst mal nicht. Hier haben wir einen Kategoriefehler, den man gründlich aufklären sollte, anstatt ihn noch zu fördern.