www.introspektiva.de - Die Wirklichkeit psychischer Krankheiten - Subjektivität als Maßgabe und Menschenrecht - ein Buchprojekt vom KLuW e.V.

Meine Kommentare auf scilogs.spektrum.de 2020/01 (T.J.)


Kommentar vom 10.01.2020 15:00
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/ein-besuch-im-cafe-am-rande-der-welt/

@H.Wied Begierden und göttliche Vernunft

Lust auf Sex und „seid fruchtbar und mehret euch“ sind in der Tat Gegensätze – aber in diesem Fall sieht es wohl eher andersrum aus: Die Höhe der Weltbevölkerung ist gefährlich, nicht die Lust auf Sex. Wer hier der Bibel folgt, der ebnet den Weg zur Zerstörung der Welt.

Was die Geldgier angeht, die ist tatsächlich auch ungünstig. Aber auch nicht grundsätzlich. Dass man guckt, dass man sein Geld verdient, ist in gewissem Rahmen sinnvoll, nur wenn es Ausmaße von Verschwendung erreicht, oder auch Summen, die keiner mehr ausgeben kann, wird die Geldgier fragwürdig würde ich sagen. Es soll sogar Milliardäre gegeben haben, die ihren finanziellen Erfolg gerade auf ein Auserwähltsein zurückgeführt haben, obwohl sie einfach nur richtig effektiv betrogen haben.

„Wenn sie es nicht schafft, dann wird die Menschheit untergehen.“

Ein entweder oder ist hier eher nur bei der Gefahr eines massiven Atomkriegs realistisch. Ansonsten gibt es ein Kontinuum von Nicht-Schaffen bis Schaffen. Z.B. wird der Kampf gegen den Klimawandel nur unterschiedlich angenehmes bzw. unangenehmes Klima ermöglichen, je nach dem, wie schnell wir wie weit damit kommen. Ob wir jetzt bei 2° oder bei 3° oder bei 4° Erderwärmung ankommen werden hängt tatsächlich von unserem eigenen Verhalten ab, aber ein entweder-oder in Bezug auf Weltuntergang oder nicht kann ich hier nicht erkennen.

Dass wir eventuell in religiösem Fanatismus untergehen, ist auch eine gewisse Gefahr. Die für sich selbst in Beschlag genommene „göttliche Vernunft“ entpuppt sich öfter als brandgefährlich. Schiitische Radikale am einen Ende und evangelikale Christen am anderen Ende der Welt führen hier gerade womöglich Auseinandersetzungen, die nicht sonderlich vernünftig sind.

Kann das denn nicht sein, dass die Bibel wirklich ziemlich veraltet ist, und als Ratgeber zur göttlichen Vernunft gar nicht mehr taugt? Wir sind in 2000 Jahren in eine völlig andere Situation hineingeraten, Johannes hat hier glaube ich ausgedient.

Konkrete Überlegungen, was vernünftig ist oder nicht, würde ich lieber an konkreten Fakten orientieren. Mit unseren Begierden umgehen gehört sicher dazu. Aber „seid fruchtbar und mehret euch“ ist meine ich z.Z. wirklich keine gute Option.



Kommentar vom 09.01.2020 13:56
https://scilogs.spektrum.de/beobachtungen-der-wissenschaft/quantenwirtschaft-ein-kommentar-zu-anders-indsets-neuem-buch/

@Elektroniker 08.01. 23:31

„Laut Penrose-Hameroff erfolgt an Stellen an denen Bewusstsein auftritt ein Kollaps der Wellenfunktion, was vermutlich an so etwas wie „Grenzflächen“, z.B. bei der Netzhaut im Auge, oder an Zwischen-, Endschichten der Gehirnorgane auftritt.“

Ein Kollaps von Wellenfunktionen findet doch auch bei allen Arten von chemischen Reaktionen statt, wenn ich mir das jetzt richtig vorstelle. Die Wellenfunktionen der Elektronenhüllen der beteiligten Atome brechen während einer chemischen Reaktion zusammen und bauen sich danach in dem neuen chemischem Zustand wieder neu auf. Zumindest stell ich mir das so vor.

Wir hätten dann bei jeder chemischen Reaktion umfangreiche Zufallsvorgänge, die z.B. in einer Kerzenflamme nur wegen der zig-milliarden beteiligten Molekülen im Mittel dann nicht mehr auffallen. Aber bei Vorgängen innerhalb von Nervenzellen oder bei der Signalübertragung an den Synapsen sind so wenige Moleküle beteiligt, dass hier der Zufall die Vorgänge stets etwas moduliert. Einfach weil die Strukturen so klein sind.

So ähnlich wie das Pixelrauschen in Digitalkameras.

Man würde doch auch bei Mikrochips solche Probleme bekommen, wenn die Strukturen noch mal wesentlich kleiner werden, und sich z.B. die Vorgänge in benachbarten Leiterbahnen gegenseitig hin und wieder beeinflussen. Sollte man die Chips so klein machen, müsste man diese Zufallsprozesse irgendwie in die Programmabläufe integrieren.

Unser Gehirn kann das offenbar, schließlich ist es in der Evolution von Anfang an mit so kleinen Strukturen aufgewachsen, und hat das womöglich noch richtig kreativ genutzt. Sollte Bewusstsein direkt was mit diesen Quantenzufällen zu tun haben, dann ist das wohl grundlegend in die ganzen Vorgänge innerhalb der Nervenzellen und an den Synapsen integriert. Nicht nur an „Grenzflächen“, z.B. bei der Netzhaut im Auge, oder an Zwischen-, Endschichten der Gehirnorgane.

Diese Überlegungen setzten natürlich voraus, dass die Zufallsvorgänge in der Quantenwelt tatsächlich mehr sein können als nur reiner Zufall. Das kann ich nur vermuten. So kann ich mir dann aber vorstellen, dass unser Bewusstsein mehr ist als nur „Gehirninhalt“. Also z.B. auch eine Synthese des kosmischen Bewusstseins mit dem lokalen Gehirn. Vermittelt durch die unvermeidlichen Zufallsprozesse der eben so kleinen Strukturen. Ob das auch so ist? Keine Ahnung, ich weis es nicht.



Kommentar vom 08.01.2020 16:05
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/ein-besuch-im-cafe-am-rande-der-welt/

@Individuum / Gesellschaft / Geisteswelt

Der Mensch ist ein soziales Wesen, kann aber auch in manchen Bereichen alleine. Einerseits bestimmt der gesellschaftliche Rahmen, wie sich ein Mensch ausleben kann, andererseits bestimmen auch Individuen, wie sich der gesellschaftliche Rahmen weiterentwickelt. Wenn wir im Sinne der Gemeinschaft Vernunft und Verantwortungsbewusstsein fördern, hat das seine Wirkung. Und die schon erreichte Freiheit und Menschlichkeit in der Gesellschaft lässt uns individuell besser leben. Und dann können wir auch Glück und Liebe eher finden, und unser Talent und unsere Präferenzen besser ausleben.

Hier geht das eine ohne das andere nicht, und das andere ohne das eine genauso wenig.

Die persönliche Beziehung zur Geisteswelt ist nochmal eine Sache für sich. Davon gibt es so viele persönliche und auch organisierte Varianten, dass man hier keine generellen Aussagen drüber machen kann. Obschon eine definitive Geisteswelt durchaus existieren kann, wer weiß das schon, aber sie ist eben offenbar noch unbekannt, falls sie denn definiert ist.

Praktischerweise gibt es hier keine Alternative zur Religionsfreiheit. Ohne diese ist eine freie Gesellschaft vollkommen unmöglich, und ohne Berücksichtigung der individuellen Beziehung zur Geisteswelt kann man keinem Menschen gerecht werden. Dieser Bereich erscheint mir noch gundlegender zu sein als die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die für sich aber auch grundlegend sind.

Wenn wir nur unsere Talente und unsere Vorlieben ausleben können, wenn damit zufällig auch ein Einkommen erzielt werden kann, ist das eine große Einschränkung. Wobei in einer Gesellschaft immer auch Arbeiten anfallen, die keiner aus Lust erledigen würde, und eine Marktwirtschaft auch immer die Nachfrage berücksichtigen muss. Das Überangebot auf dem Kunstmarkt muss man z.B. berücksichtigen, bei der Entscheidung ob man wirklich Künstler werden will.

Ein guter Kompromiss zwischen Lust und Notwendigkeit erscheint mir hier das einzig Mögliche zu sein. 20 Stunden die Woche für den Markt arbeiten, und den Rest für weil mans gerne macht, das kann für viele eine gute Option sein. Das erscheint mir wesentlich sinnvoller, als die erste Lebenshälfte nur für Geld zu sorgen, und erst mit der Rente wirklich anfangen zu leben. Gerade angesichts der grassierenden Verschwendungskultur.

Auch die Verantwortung gegenüber der Natur kann ein Arbeitsgebiet sein, wo ein Mensch viel eigene Arbeit bereit ist zu investieren, ohne dass der Markt das von sich aus fordert. Das gilt dann auch für ganze Gesellschaften. Investitionen in den Klimaschutz sind eine gesellschaftliche Aufgabe, die viele Menschen derzeit für sinnvoll halten, und der Markt alleine bringt das nicht mit sich. Hier müssen die Rahmenbedingungen gesetzt werden, z.B. einfach durch angemessene CO2-Steuern.



Kommentar vom 07.01.2020 00:35
https://scilogs.spektrum.de/die-sankore-schriften/datenkolonialismus/

@Elektroniker 06.01. 17:24

Na, das hört sich ja fast nach Perspektive an. Wenn in Zukunft im Konfliktfall einfach alle Generäle, Präsidenten und Parlamentarier gezielt abgeschossen werden, haben die Soldaten ja endlich kriegsfrei, und Zivilisten sind dann auch nur noch recht gelegentlicher Kollateralschaden. Am besten noch per ganz sauberem Laserstrahl aus dem Weltraum heraus.

Dummerweise kann sich derartiges Verhalten nur jemand leisten, der wirklich konventionell und atomar militärisch unangreifbar ist. Und der hat zufällig auch die Daten dafür alle zur Hand.



Kommentar vom 06.01.2020 12:44
https://scilogs.spektrum.de/beobachtungen-der-wissenschaft/quantenwirtschaft-ein-kommentar-zu-anders-indsets-neuem-buch/

@Sinn von physikalischen Modellen

Klar kann ich in der Physik einfach nur mathematische Modelle zur Erklärung von Messergebnissen nutzen, und weiter nichts. Aber Vorstellungen, wie der Kosmos vielleicht funktioniert, mach ich mir als Mensch doch gerne. Und so versuche ich dann auch diese mathematischen Modelle auf mein Leben und mein Erleben anzuwenden.

Das ist womöglich tatsächlich ein Schritt zuviel, aber versuchen möchte ich das wenigstens dennoch.

Dass da manch einer wirklich übertreibt, das sehe ich auch. Gerade diese Geschichte mit der Quantenwirtschaft oder auch die Viele-Welten-Theorie halte ich auch für ungeeignet, daraus was angeblich Wichtiges für das praktische Leben zu stricken.

Wenn ich mich mit der Erforschung von Exoplaneten beschäftige, bin ich gespannt auf fremden Welten, bin ich sehr neugierig, mir auf der Basis von konkreten Beobachtungen und Berechnungen diese in allen Einzelheiten vorzustellen. Einfach nur Exoplaneten zählen, ist für sich doch langweilig.

Und wenn ich darüber nachdenke, wie wir mal zu diesen Exoplanteten hinfliegen könnte, hilft mir dann auch die Physik weiter. Aufgrund von der durch die RT bedingten Einschränkungen geht das bekanntlich nicht schneller als das Licht, und so muss ich mir solche Raumschiffe eher ohne menschliche Besatzung vorstellen. Da müssen wir wohl eine KI für entwickeln, die die Erforschung vor Ort dann selbstständig durchführt. Ich will das jetzt nicht selber bauen, aber ich finde das Thema einfach interessant.



Kommentar vom 05.01.2020 15:33
https://scilogs.spektrum.de/beobachtungen-der-wissenschaft/quantenwirtschaft-ein-kommentar-zu-anders-indsets-neuem-buch/

@Quantendingsbums

„1. Wir müssen die Entwicklung der KI genau und kritisch verfolgen; 2. Die kapitalistische Verwertungslogik wird uns bei der Bewältigung der Auswirkungen zukünftiger technologischer Entwicklung nicht weiterhelfen; 3. Wir werden über Dinge wie bedingungsloses Grundeinkommen und eine Maschinenbesteuerung nachdenken müssen; 4. Die „Share-Economy“ ist ein interessantes Paradigma für eine zukünftige Wirtschaft; 5. Kontemplative Achtsamkeitsmeditation hat beachtliches Potential zur Verbesserung unserer mentalen und körperlichen Gesundheit; 6. Wir brauchen nachhaltige Kreislaufwirtschaft anstatt Wegwerfkonsum. Leider werden aber gerade diese Schlussfolgerungen durch Indsets Buch angreifbar. Das ist der echte Schaden, für den der Autor persönlich verantwortlich gemacht werden muss.“

Ich habe das Buch nicht gelesen, gehe aber auch davon aus, das obige Agenda kaum was mit der Quantentheorie zu tun hat, und dass man das auch in diesem Buch nicht finden kann. Einerseits wohl eher Marketing, andererseits sind die konkreten Vorschläge doch wenigstens vernünftige Ansichten. Auch wenn „seine wilde argumentative Reise“ damit gar nichts zu tun hat. Ich denke bzw. hoffe, der Leser wird das merken, und der echte Schaden ist hier begrenzt.

Generell halte ich den „Missbrauch“ der „Quantentheorie“ für recht verständlich. Wenn ich jetzt irgendwelche esoterischen Theorien aufstelle, und will die dann mit der modernen Physik in Beziehung setzen, dann muss ich doch bei dem ansetzen, was die Physiker aktuell machen. Da muss ich insbesondere die Physik des ganz Kleinen heranziehen, weil die dann ja auch die Grundlage der jeweiligen esoterische Idee sein muss. Und da die „Quantentheorie“ hier der Standard ist, muss ich mir eben diese nehmen, um sie dann einspannen zu können. So erklärt sich das dann. Dass das den Physiker nervt, eventuell bis es weh tut, ist unvermeidlich.

Gibt es überhaupt – die - Quantentheorie? Ich vermute hier eher eine Vielzahl von wissenschaftlichen Theorien, wo auch der Laie kaum einen Überblick drüber hat.

Eine andere Frage ist die: Wenn ich jetzt spirituelle Erfahrung irgendwelcher Art in der Physik wiederfinden will, so dass es der Physik nicht widerspricht, dann muss ich mir wohl die Zufälligkeit von „Quantenprozessen“ herausgreifen. Und kann hier vermuten, dass diese Zufälle eben hin und wieder mal nicht zufällig, sondern von z.B. kosmischem Geist auf die Zukunft hin gezielt gestaltet werden. Einfach weil diese Möglichkeit zur Zufälligkeit der einzige Ort in der Physik des ganz Kleinen ist, der die Möglichkeit von intelligentem Eingreifen bietet, ohne mit den gesicherten physikalischen Erkenntnissen zu kollidieren.

Menschen, die mit Spiritualität nichts zu tun haben, brauchen solche Versuche von Vereinbarung nicht, und wer Spiritualität jeder Art für unmöglich hält, schon gar nicht. Beweise für Spiritualität sehe ich hier auch nicht, aber eben Möglichkeiten, spirituelle Effekte, wenn man sie ernst nimmt, einzuordnen.

„auf S. 174 findet sich gar die Aussage „das Fundament der Quantenmechanik ist die Unvorhersagbarkeit“ (tatsächlich verhalten sich die Zustände der Quantenwelt, die Wellenfunktionen, nach vollkommen deterministischen Gesetzen);“

Soweit ich weiß, brechen Wellenfunktionen u.a. durch Messungen zusammen und erzeugen dann zufällige Ergebnisse, die sich zwar an die deterministischen Wahrscheinlichkeiten halten, aber dann konkret doch zufällig sind. Die Halbwertszeiten, mit der ein radioaktives Element zerfällt, ist zwar höchst genau bekannt, aber wann genau ein einzelnes Atom zerfällt, ist dann doch Zufall. In der Praxis hat man durchaus mit diesem Zufallscharakter der Physik des ganz Kleinen zu tun. Wenn man mit der Digitalkamera Fotos bei schlechten Lichtbedingungen macht, wird das Pixelrauschen so groß, dass die Bilder nicht mehr viel taugen. Das bestimmt jetzt nicht unserem Alltag, kommt aber vor. Generelle Unvorhersagbarkeit haben wir hier überhaupt nicht, aber so manche Details sind doch zufällig.

Stimmt das denn nicht, dass wir es in der „Quantenphysik“ - auch - mit grundsätzlich zufälligen Effekten zu tun haben?

Ich bin hier dafür, den Esoterikern aller Art ihren Platz zum Träumen zu lassen, wenn er nun mal da ist. Dass hier in diesem Buch eine ganze Quantenwirtschaft gebastelt wird, finde ich auch unsinnig, und ich käme gar nicht auf die Idee, sowas zu lesen. Weltoffene Religiösität bzw. Spiritualität finde ich nicht schlecht, maßlose Übertreibungen wie in diesem Buch würde ich mir freiwillig aber nicht zumuten.



Kommentar vom 05.01.2020 13:21
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/ein-besuch-im-cafe-am-rande-der-welt/

@Massenbewusstsein / Individualbewusstsein

Ich stell mir das menschliche (und tierische) Bewusstsein grundsätzlich als eine Synthese zwischen Teilhabe am kosmischem Bewusstsein und dem eigenen lokalem Gehirn vor, weil ich vermute, dass das gar nicht anders funktionieren kann. Wir haben persönliche Elemente, eine Vorstellung von Identität und gesammeltes Wissen, aber auch eine konkrete Anbindung an den Kosmischen Geist. (was immer der jetzt ist)

Insbesondere kann sich der Mensch zu einem Handeln mit Gemeinsinn entscheiden. Das erscheint mir ziemlich wichtig zu sein, was die Qualität des Gemeinwesens angeht, und auch den Umgang mit dem Rest der Natur.

@Querdenker „Unser Bewusstsein ist also nur die Widerspiegelung gesellschaftlicher Prägungen.“

Das kann man einerseits auch positiver sehen, als die Vermittlung von Kulturgut. Andererseits wird hier auch ungute Kultur vermittelt:

„..Normen setzt, die Reichtum, Besitz, Gewinne als anstrebenswert ansieht...“

So kann der Mensch aber durchaus mit unguter Kultur brechen, um was Vernünftigeres aus seinem Leben zu machen. Insbesondere versucht jede neue Generation von jungen Menschen dieses, und verändert hin und wieder tatsächlich die herrschende Kultur. Die korrumpierende Kraft des Geldes allerdings biegt so manchen guten Ansatz dann doch wieder um.

@hto „..Konfusion dieser kreislaufenden Welt- und “Werteordnung”

Dieses Problem als solches zu erkennen und sich nach Alternativen umzusehen, ist vielleicht gar nicht so schwierig.

„Selbst- und Massenbewusstsein OHNE...“

Reicht es nicht, global zu denken und lokal zu handeln? Ich sehe hier keinen Schalter, der auf wahres Massenbewusstsein umschalten könnte. Auch als Teilhaber am kosmischen Bewusstsein bin ich immer noch ein Kulturwesen, dass nicht alles neu erfinden kann. Und gute globale Lösungen sind keine soo einfachen Sachen, die müssen doch erstmal in Ruhe entwickelt werden, und das im Kampf mit den vielen realen existierenden Mitmenschen, die sich wirklich nur um ihr eigenes Bankkonto kümmern.

Sich auch persönlich als Teil des Kosmos zu verstehen, mag die Motivation für mehr Gemeinsinn mitbringen. Auch Unterstützung von Seiten des Kosmos für gute Aktionen im Leben würde ich durchaus erwarten. Aber sich als Teil des Kosmos zu verstehen ist meiner Ansicht in erster Linie eine Beziehungsfrage. So verstehe ich auch die Haltung von religiösen Menschen, auch wenn ich kein Freund davon bin, mich relativ kritiklos einer Glaubensgemeinschaft anzuschließen. Dieses führt nicht unbedingt zu mehr Gemeinsinn, sondern unter Umständen erst recht in einen Krieg gegen den Rest der Welt. Da sollte man schon zumindest genauer hinsehen, wem man sich da anschließt.



Kommentar vom 04.01.2020 13:20
https://scilogs.spektrum.de/beobachtungen-der-wissenschaft/intellektuelle-redlichkeit-ii-die-tugenden-der-wissenschaft-im-kampf-gegen-populistische-stroemungen/

@Wolfgang Richter 03.01. 12:13

„Ihr Satz “Eine Klimasensitivität zwischen 1,5° und 4,5°, von denen wir aktuell bereits 1,1° erreicht haben ist alles andere als exakt.” ist insoweit unzutreffend, da die Klimasensivität kein dynamischer Wert ist, der jetzt zur Zeit 1.1 °C beträgt“

Der Kürze wegen habe ich mich hier etwas ungenau ausgedrückt. Klimasensitivität bedeutet, dass wir bei Verdopplung der vorindustriellen CO2-Gehalts von 280ppm auf 560ppm in der Atmosphäre diese Werte von 1,5° bis 4,5° als Temperaturerhöhung hätten. Der derzeitige CO2-Gehalt liegt bei knapp über 400ppm. Wenn man noch berücksichtigt, dass die anderen menschengemachten Treibhausgase auch noch mitspielen, und die Emissionen die nächsten Jahrzehnte noch anhalten werden, werden wir also in ca. 40 Jahren tatsächlich eine Erwärmung zwischen 1,5° und 4,5° erleben können. 1,1° davon haben wir in jedem Fall jetzt schon erreicht.

Wir sind hier in einem handfesten Dilemma, weil eben die Prognosen so ungenau sind. In den Genuss von Nachweisen kommen wir hier leider nicht, weil das Weltklimasystem offenbar sehr widerspenstig ist, was seine Prognostizierbarkeit angeht.

Da die ganze Angelegenheit aber eben sehr relevant ist, würde ich eine dynamische Reaktion befürworten: Schon mal mit weiteren Klimaschutzmaßnahmen weitermachen, und genau beobachten wie sich das Klima weiterentwickelt und wie der Klimaschutz international vorankommt. Sollte sich in dem Verlauf der nächsten Jahrzehnte eine günstigere Temperaturentwicklung zeigen, können wir dann langsamer vorgehen, sollte es sich ungünstig entwickeln, müssen wir das Tempo dann beschleunigen.



Kommentar vom 03.01.2020 01:03
https://scilogs.spektrum.de/beobachtungen-der-wissenschaft/intellektuelle-redlichkeit-ii-die-tugenden-der-wissenschaft-im-kampf-gegen-populistische-stroemungen/

@Jocelyne Lopez

Naja, im Zweifelsfall halte ich mich an die Mehrheit der Physiker. Was soll ich sonst machen?

Ich halte die RT keineswegs für des Weisheits letzter Schluss. Die Kosmologie ist auch mit RT rätselhaft geblieben. Und auch ist Zeit nicht mit einer Raumdimension gleichzusetzen. Vor allem die gelebte Gegenwart, die sich durch die Zeit bewegt und die unser Leben ausmacht, ist ein ausgezeichnetes Faktum, das in der RT meinem Eindruck nach schlecht zu verorten ist. Von daher hoffe ich auf ein Update, dass mal was besseres erfunden wird.

Vorerst bin Ich damit zufrieden, wenn die RT eben die messbaren relativistischen Effekte beschreibt, immerhin tut sie das, vor allem wohl auf stellaren Scalen.

„Das um nur zu dokumentieren, zur Ehrenrettung der Mathematiker, dass Mathematik das Denken nicht ersetzen kann.“

Ne, kann es nicht, aber die Mathematik ist doch ein mächtiges Hilfsmittel. Automatisiert in Computersystemen, arbeitet sie teilweise selbstständig, einmal programmiert und auf den Weg gebracht. Soweit dass denn möglich ist.

Was z.B. die Klimamodelle angeht, lassen diese wohl doch sehr zu wünschen übrig. Eine Klimasensitivität zwischen 1,5° und 4,5°, von denen wir aktuell bereits 1,1° erreicht haben ist alles andere als exakt. Dummerweise ist die Vermeidung von Treibhausgasemissionen ein langfristiges Projekt, das sich aufgrund der nötigen Investitionen über einige Jahrzehnte hinzieht. Wir müssten also gleich entschieden, damit entschieden weiter zu machen, um einen möglichen schlimmen Verlauf von bis zu 4,5° auszuschließen, und riskieren dabei gleichzeitig, dass wir mehr unternehmen als akut nötig ist, wenn es sich herausstellt, dass wir doch nur bei 1,5° ankommen werden.

Eben weil uns die Experten leider keine genaueren Zahlen liefern können. Keine leichte Aufgabe, die könnens wohl noch nicht besser. Mathematik ist hier nicht so mächtig als woanders, weil das Weltklimasystem ein chaotisches System ist, das sich nur sehr ungenau modellieren lässt. Aber in 20 Jahren muss sich die weitere Wirklichkeit ja zeigen, die Emissionen gehen weiter, und der Klimawandel auch. Wenn dann auch noch die Klimamodelle mehr taugen, können wir wohl dann unseren Kurs neu festlegen, und auf einer besseren Wissensbasis weiterplanen und auch konkret reagieren.



Kommentar vom 02.01.2020 18:15
https://scilogs.spektrum.de/beobachtungen-der-wissenschaft/intellektuelle-redlichkeit-ii-die-tugenden-der-wissenschaft-im-kampf-gegen-populistische-stroemungen/

@Jocelyne Lopez

Einsteins 4-dimensionale Raumzeit, die dazu noch von Gravitation gekrümmt ist, kann ich mir nicht mehr richtig vorstellen. Ich beherrsche die Mathematik dahinter nicht, aber respektiere, dass Physiker meinen dass die RT nachvollziehbar ist und experimentell gut abgesichert ist.

Wenn Sie Aussagen aus der 4-Dimensionalen Raumzeit einfach in die Alltagsvorstellung vom 3-Dimensionalen Raum in einer absoluten Zeit herüberschieben, kommt da eben genau der Murks heraus, den Sie mit ihren penetranten Beispielen hier darstellen. Das widerlegt nicht die RT, sondern zeigt, dass die normalen alltagsgewohnten Raumvorstellungen bei den relativistischen Effekten eben im wesentlichen versagen.

Ihre Agenda dahinter kann ich nach wie vor nicht nachvollziehen.

„Die Natur hat ausschließlich Lebewesen hervorgebracht, die ihre Logik verstehen können, das Universum hat also keine andere Logik als diejenige, die wir verstehen können.“

Das glaube ich nun gar nicht. Wir verstehen ja jetzt schon vieles nur noch mithilfe von komplexer Mathematik, die wiederum nur einer Minderheit zugänglich ist. Und die Welten von dem, was wir noch gar nicht erforscht haben, kann noch sehr viel „unlogischer“ sein. Vielleicht warten auf uns noch Sachverhalte, die wir nicht mal mithilfe der Mathematik mehr beschreiben können, weil uns einfach der Verstand dafür ganz fehlt. Ein guter Kandidat für prinzipiell Unverständliches wäre meiner Ansicht nach unser eigenes Bewusstsein.

Der Natur von Säugetieren genügt die jeweilige Alltagslogik, die Maus versteht nicht alles was der Mensch versteht, bei der Maus ist halt mehr nicht drin. Die Alltagslogik des Menschen ist auch begrenzt, und das Universum nimmt in seiner Konstruktion keine Rücksicht darauf, ob wir das Universum in allen Aspekten verstehen. Es liegt an uns, über uns hinauszuwachsen und gemeinsam auch Erkenntnisse zu gewinnen, die uns nicht in die Wiege gelegt sind. Ohne Offenheit auch gegenüber schwieriger Mathematik und ohne Redlichkeit geht das dann nicht.



Kommentar vom 02.01.2020 00:13
https://scilogs.spektrum.de/beobachtungen-der-wissenschaft/intellektuelle-redlichkeit-ii-die-tugenden-der-wissenschaft-im-kampf-gegen-populistische-stroemungen/

@Elektroniker Prozessorchen / @Kurt Basisteilchen

Das hört sich gar nicht soo irre an. Ein intelligentes Universum erfordert wohl auch eine zu intelligenten Prozessen fähige Grundlage, die durchaus im Gewusel der kleinsten Teilchen schon ihre Basis haben kann. Das käme spirituellen Erfahrungen alle Art entgegen, wäre allerdings für Menschen, die kein intelligentes Universum vermuten, dann wieder gar nicht attraktiv.

Wie dem auch sei, wieso steht die RT dem denn entgegen? Ich kann da überhaupt keine Konflikte erkennen. Die Quantentheorie selbst beinhaltet ein gar nicht leeres Vakuum, in dem ständig virtuellen Teilchen entstehen und wieder vergehen, und ist damit überhaupt nicht substanzlos. Und dies verträgt sich meines Wissens problemlos mit der RT.

Also können sowohl so etwas wie Prozessorchen oder auch Basisteilchen munter drauflosarbeiten und die interessantesten Effekte erzeugen, auch wenn die Lichtgeschwindigkeit in allen Bezugssystemen dieselbe ist. Offenbar ist die Wirklichkeit in der Lage, sowohl mit den relativistischen Effekten als auch mit allem womöglich intelligenterem Verhalten des Quantengewusels klar zu kommen.

Fragt mich jetzt nicht wie genau. Selbst wenn die Prozessorchen als auch die Basisteilchen irgendwie in die richtige Richtung gehen, so wäre ich mit einer tatsächlichen Identifizierung eines konkreten Prozesses, der der Wirklichkeit Intelligenz verleiht, doch noch sehr zurückhaltend.

Aber brauchbare Theorien und deren experimentelle Bestätigungen sind dennoch für mich ein Faktum, ohne dem ich nicht auskommen möchte. Dazu gehört dann wohl auch die RT, auch wenn sie wahrscheinlich nicht die ganze Wirklichkeit erfasst. Und eine Erweiterung der RT, die sie umfasst und doch weiterführt, wäre hier die Lösung, mit der ich mich anfreunden könnte.



Kommentar vom 01.01.2020 16:22
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/ein-besuch-im-cafe-am-rande-der-welt/

@Magische Unterstützung

Frohes Neues.

Bei Aleister Crowley hab ich mal gelesen, dass der wahre Wille nicht einfach das ist, was man sich mal eben so wünscht. Wenn der Wille denn wirklich ein Wahrer ist, dann kann man nach Crowley aber auch mit magischer Unterstützung des ganzen Kosmos rechnen. Wie man seinen wahren Willen dann nun findet, da wirds hier aber auch nebulös. Jedenfalls einfach nur reich werden, oder im Konkurrenzkampf einfach besser abschneiden ist es kaum.

Hier hilft schon ein Blick durch die soziologische Perspektive: Wenn sich im Kampf um die begrenzten Arbeitsplätze alle wie wild unterbieten, dann verdienen die meisten am wenigsten, nur der Arbeitgeber macht dann wirklich plus.

Ansonsten verursacht man vieles, was einen Vorwärts bringt, dann doch einfach selber. Wenn ich fleißig lerne, bekomme ich auch ein besseres Abitur. Aber wenn ich zu doof bin, nützt das auch nichts. Und wenn mich die Lehrer benachteiligen, wirds auch gleich schwieriger.

Wenn ich aber einen gewissen Gemeinsinn entwickle, dann kommt doch eine gewisse Unterstützung in Gang. So finde ich dann schnell Mitstreiter, und gemeinsam gehts dann weiter. Z.B. die aktuelle Foodsaverbewegung, oder auch die Fridays-for-futur-Bewegung macht dann auch was her. Wenns denn die Götter (oder welchen Geist hinter der Wirklichkeit immer) auch noch interessiert, kann dann sogar tatsächlich magische Unterstützung dazu kommen. Bei einfach nur besser sein wollen als die Anderen, ist damit dagegen kaum zu rechen. Mag sein, dass man an nichts Geistiges glaubt, aber doof sind „die Götter“ auf keinen Fall, und unterstützen auf keinen Fall jeden Unsinn.

Der Neoliberale Murks jedenfalls ist geradezu das Gegenteil allen Gemeinsinns. Wer hier den Menschen Hoffnung macht, als wäre hier ähnlich wie bei Crowley das ganze Universum auf der eigenen Seite, der betrügt regelrecht.

Sein eigenes Menschenrecht einfordern, mag durchaus Unterstützung auch von Seiten der Geisteswelt genießen. Was die Menschenrechte angeht, so reicht es hier aber auch nicht, diese nur für sich selber einzufordern. Menschenrechte kann man nur gemeinsam durchsetzen, und auch nur gemeinsam verteidigen. Selbst nationale Alleingänge führen hier auf die Dauer nicht zum Ziel. Wer nur die Freiheit der eigenen Nation verteidigt, verursacht am Ende noch mehr Unfreiheit und Krieg, als hätte er gar keinen Gemeinsinn.



Kommentar vom 01.01.2020 13:57
https://scilogs.spektrum.de/beobachtungen-der-wissenschaft/intellektuelle-redlichkeit-ii-die-tugenden-der-wissenschaft-im-kampf-gegen-populistische-stroemungen/

@RT Kritiker

Frohes Neues.

Wenn selbst reproduzierbare Messungen bestritten werden, nur weil sie dem „gesunden Menschenverstand“ widersprechen, dann kann man nicht weiter arbeiten. Dann ist Ende mit Physik und Wissenschaft.

Genau dieser Menschenverstand, wenn er als oberster Schiedsrichter genutzt wird, obwohl ganz klar gesicherte Fakten stattfinden, scheint nun eben wohl nicht ganz gesund zu sein. Gesund im Sinne von dass er stets zu nachvollziehbaren und belastbaren Ergebnissen führt.

Und genau das tut er eben nicht. Die Welt ist komplizierter als unser Alltagsverstand, und die Welt zu ergründen, erfordert etwas mehr Anstrengung, auch über den eigenen Horizont hinaus. Die Argumentation der RT-Kritiker hier im Blog findet jenseits aller Evidenz und jenseits aller Vernunft statt, und erzeugt auch nichts als Konfusion. Bzw. bei mir überhaupt nichts, außer dem Eindruck, dass hier gelogen wird, bis es kracht.

Hier wird einfach Unverständnis glorifiziert, man biegt sich die Welt so, dass sie zum eigenen Unvermögen, sie zu verstehen, passt.

Respektlos, ingnorant und paranoid ist man unterwegs auf einem Feldzug gegen die Windmühlen der modernen Physik und einer weltoffenen Kultur. Einer Kultur, die durchaus dabei ist, Stück für Stück die Welt zu erkennen, und das Leben der Menschen so mit der Wirklichkeit zu vereinbaren, dass man am Ende hier auf diesem faszinierendem Planeten richtig gut leben kann. Mit einem Logenplatz mit einem Blick auf das Universum, dessen Weiten und dessen Geheimnisse auf uns warten.

@Kurt:

… der existiert nicht.

… der Begriff Energie ist eine reine Rechengrösse, sonst nicht.

Also dieser Effekt existiert nicht, findet nicht statt.

Wird es nicht, sowas gibt es nicht.

… sowas existiert aber nicht.

Das ist alles

...was für ein Unding, es gibt keine Energie.

Hat es nicht gegeben, gibt’s nicht.

???