www.introspektiva.de - Die Wirklichkeit psychischer Krankheiten - Subjektivität als Maßgabe und Menschenrecht - ein Buchprojekt vom KLuW e.V.

Meine Kommentare auf scilogs.spektrum.de 2019/11 (T.J.)


Kommentar vom 25.11.2019 15:26
https://scilogs.spektrum.de/robotergesetze/der-weg-in-die-zukunft-oder-gott-ist-eine-maschine/

@Boris Hänßler Verwurzelung in der Biologie

Das, was man mit C++ programmieren kann, und auf handelsüblichen PCs läuft, funktioniert schon prinzipiell ganz anders als biologisch reale Neuronennetzwerke. Das zu unterscheiden macht wohl Sinn. Der Begriff Künstliche Intelligenz gegenüber biologischer Intelligenz kann hier wörtlich genommen werden, finde ich.

Gerade was die Rechenzeit und deren Stromverbrauch angeht, da wären Chipstrukturen, die so klein sind, dass sie quantenbedingte Unsicherheiten aufweisen, wohl nötig, um in die Nähe der Funktionalität unseres Gehirns zu gelangen. Wenn ich jetzt die angesprochene genau Kartierung des Stückchens Mäusegehirn als Grundlage für eine komplette Neuentwicklung von Prozessoren nehme, käme das einem Nachbau biologischer Intelligenz wohl deutlich näher. Dafür müsste man aber die kryptische Komplexität von Gehirnen erst mal verstehen. Das stell ich mir so schwierig vor, wie eine Computersprache von außerirdischer Technik zu verstehen, für die wir keine Programmierschnittstelle haben, und die wir nur per Mikroskop von außen analysieren können.

Ein Selbstfahrsystem, dass 100 Kw Leistung verbraucht, wäre deswegen unbrauchbar. Da ist ein menschlicher Fahrer kostengünstiger. Der wiegt zwar 100 Kg und kostet 10 € die Stunde, verbraucht aber selbst unter 100 w an Gehirnleistung, und hat dabei noch Fahrspaß.



Kommentar vom 25.11.2019 13:31
https://scilogs.spektrum.de/robotergesetze/der-weg-in-die-zukunft-oder-gott-ist-eine-maschine/

@Ideale Vernunft

Dem Menschen mangelt es öfter an einer verlässlichen Intelligenz, er kennt nur begrenzt Fakten und er hat Spezialinteressen. Das macht das Leben ziemlich kompliziert, das ist aber unser Leben, das man lieben kann. Eine Elite, die von Lobbyisten mit deren Spezialinteressen mitbestimmt wird, und ein Wahlvolk, das teilweise weniger intelligent und vernünftig ist, macht im Ergebnis eine demokratische Politik, die entsprechend an vielen Stellen viel zu lange Jahre nicht vorwärts kommt.

Ein superintelligentes KI-System ohne die üblichen menschlichen Spezialinteressen wäre da eventuell geeignet, wie ein wahrer Gottkaiser unser Leben zu organisieren. Jetzt müsste man aber gut aufpassen, dass dieses System nicht doch wiederum die Spezialinteressen des Herstellerkonzerns verfolgt.

Aber selbst wenn dies ausgeschlossen wäre, würde ich doch eine sehr lange Testphase befürworten, in dem diese KI nur gute Vorschläge machen darf. Da müsste man gucken, was da konkret kommt. Und dann mal weitersehen.

Wenn einmal KI-Systeme höher gestellte Berufe wie Mediziner oder Juristen übernehmen könnten, wird man hier schon mal Erfahrungen damit machen können. Solange das nicht der Fall ist, ist unklar, ob das mit der Superintelligenz überhaupt was werden kann. Wir sollten schon darauf vorbereitet sein, dass wir auch in Zukunft unsere Probleme weiterhin selber lösen müssen.

@KRichard

Ich finde die Hirnforschung auch interessant, sie kann dazu beitragen, dass wir uns selbst besser verstehen. Und für die Computertechnik kann es auch ein Gewinn sein, wenn mehr über die Details des Gehirns bekannt ist. Ich denke hier z.B. an das Projekt, das ein winziges Stückchen Mäusegehirn in Scheibchen geschnitten hat und fast Atomgenau gescannt hat, so dass jedes Detail und jede einzelne Synapse und jedes Nervenfaserstückchen nun als 3D-Modell vorliegt. Da wird man was draus lernen können, auch wenn es am Ende darauf hinausläuft, dass man unser Gehirn und unser Bewusstsein selbst dann nicht verstehen kann, wenn alle Details bekannt sind. Das wäre ja auch ein sehr interessantes Ergebnis.



Kommentar vom 24.11.2019 23:44
https://scilogs.spektrum.de/robotergesetze/der-weg-in-die-zukunft-oder-gott-ist-eine-maschine/

@KRichard

Leider keine GEO 11/2019 zur Hand.

Egal wie echt oder illusorisch unser Bewusstsein ist, offenbar funktioniert es und wir kommen so halbwegs in der Welt zurecht. Und wenn wir uns richtig Mühe geben, viel Zeit investieren und gut zusammenarbeiten, können wir Profis werden, und so manche Aufgabe richtig meistern.

Und ein eigenes inneres Erleben haben wir definitiv, ganz im Sinne: Ich denke, also bin ich. Und dieses eigene innere Erleben ist genau das, worum es wirklich im Leben geht. Schade drum, wenn manche Hirnforscher das runterspielen oder gar ganz zur Nebensache erklären, nur weil sie wirklich überhaupt keine Ahnung haben, wie das funktionieren könnte.



Kommentar vom 24.11.2019 23:44
https://scilogs.spektrum.de/robotergesetze/der-weg-in-die-zukunft-oder-gott-ist-eine-maschine/

@Fliegenklatsche

Was heißt es für den Menschen, sich überflüssig zu machen? Gibts denn außer Erwerbsarbeit nicht genug Sinnvolles zu tun? Das Wirtschaftssystem müsste sich in jeden Fall ändern, wenn alle Arbeiten von KI und Robotern erledigt werden können. Auf dem Weg dorthin müsste sich die Steuerlast nach und nach von Lohnsteuern auf Kapitalertragssteuern umstellen, bis am Ende nur noch Kapitalerträge besteuert werden, und davon ein Grundeinkommen für alle bezahlt wird. Das müsste doch irgendwie gehen.

Die interessante Frage ist hier, was der Mensch dann mit sich noch anfangen kann. Die Leistungsorientierung verliert hier komplett an Sinnhaftigkeit. Was macht das Leben lebenswert? Beziehungen pflegen, Sex und Partnerschaften, Kinder groß ziehen. Und das Leben erkunden, den Kosmos erforschen – und wenn die KI-Systeme auch die wissenschaftliche Arbeit übernehmen? Dann eben die Forschungsergebnisse nur noch konsumieren. Also ich würde weiter fleißig bei Spektrum.de über den neuesten Stand der Forschung nachlesen. Wenns mehr gibt, weil KI die Forschung beflügelt, umso besser.

Riesenweltraumteleskope, die täglich neue Berichte über bewohnte Exoplaneten generieren, und irgendwann auch interstellare Raumfahrt – natürlich ohne uns als Passagier, aber doch als neugierige Wesen, die die Ergebnisse der Forschung konsumieren.

Darüber hinaus kann man sich auch mit der Natur auf unserem fantastischen Planeten beschäftigen, mit Gartenbau und Nutztierhaltung, sowie mit Kunst am Bau beschäftigen. Also ein Sinn- und Beschäftigungsproblem sehe ich hier gar nicht, vorausgesetzt, man wird den noch grassierenden Leistungsgedanken irgendwie wieder los.

Das ist aber nur ein Gedankenexperiment, dass heißt nicht, das ich mir sicher bin, dass man Maschinen bauen kann, die intelligenter sind als wir selbst. Klar, bei uns funktioniert es ja auch irgendwie, also geht das doch. Aber wir wissen viel zu wenig über uns selbst, so wenig, dass die Frage wirklich noch nicht beantwortet werden kann, ob wir uns selbst irgendwann nachbauen können.



Kommentar vom 22.11.2019 00:27
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/impfpflicht-im-kontext-unserer-gesundheitskultur/

@Dr. med. Rüdiger Mende

Warum betrachten Sie die Menschen, die aus ideologischen Gründen von Impfen nichts halten, nicht einfach für einen Fall von psychologischer Komplikation? Ähnlich wie ein Fall von Immunschwäche, wäre dies eine Gegenanzeige, die anrät nicht zu impfen. Ideologen sind ja nicht per se total bescheuert, und müssen nicht unbedingt von Staats wegen zur Vernunft gezwungen werden.

Solange es um 500 Masernerkrankungen jährlich in Deutschland geht, ist der Herdenschutz zu 99,9% gegeben würde ich sagen. Dagegen ist Religionsfreiheit ein wichtiges Gut, und diese beinhaltet eben auch eine mögliche Distanz zu den Erkenntnissen der Wissenschaft und speziell der Medizin.

Wenn man einfach diejenigen persönlich anschreiben könnte, die einfach die Zweitimpfung vergessen, hätte man ohnehin mehr Herdenschutz erreicht als mit dieser Impfpflicht. Wissenschaft und Medizin sollte mal mehr am eigenen Image arbeiten, und die Menschen mit Kompetenz und Integrität überzeugen, und so an mehr Vertrauen arbeiten, als den Staat zur Hilfe zu rufen, die misstrauischen Patienten zur Zwangsbehandlung vorzuführen. Mit Hochglanzbroschüren von Medikamentenherstellern ist der Patient ja schon gut versorgt, das reicht aber offenbar nicht.



Kommentar vom 20.11.2019 10:54
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/impfpflicht-im-kontext-unserer-gesundheitskultur/

@Ignoranz des gegebenen Herdenschutzes

Die Masernimpfung ist nur ein harmloser Kratzer, aber wenn Menschen mit der Schulmedizin nach Möglichkeit nichts zu tun haben wollen, kann man das ohne weiteres respektieren, finde ich. Die meist esoterischen Anwandlungen, die hinter der Ablehnung der modernen Medizin stecken, fallen zumeist in den Bereich der Religionsfreiheit. Davon kann man halten was man will, in jedem Fall steht die Religionsfreiheit ganz klar und ziemlich prominent im Grundgesetz.

Die Kritik an der Impfpflicht ist im Kern aber, dass sie überflüssig ist, solange die Durchimpfungsquote hoch genug ist. Und nur 500 Erkrankungen jährlich in ganz Deutschland sind der Beweis dafür, dass der Herdenschutz ausreichend ist.

Das Projekt der Ausrottung der Masern ist ein Luxusproblem finde ich. Da müssten dann auch alle Länder dieser Welt mitmachen, und da die Impfung ja so harmlos ist, und dann auch noch sowieso zusammen mit anderen Impfungen durchgeführt wird, brauchen wir das Projekt Ausrottung hier erstmal nicht. Dazu käme noch, dass die Ausrottung Masern langfristig zu einer potentiellen Biowaffe machen würde, wenn danach ein paar Jahrzehnte gar nicht mehr geimpft werden würde.



Kommentar vom 20.11.2019 00:09
https://scilogs.spektrum.de/robotergesetze/der-weg-in-die-zukunft-oder-gott-ist-eine-maschine/

@Maschinenrechte

Mensch und Tier sind nicht einfach nur intelligent. Wir sind darauf programmiert, die Welt zu erkunden, uns Fähigkeiten anzueignen, auf Futtersuche zu gehen und einen Partner zu finden, um dann Kinder groß zu ziehen. Spezielle Rechte beziehen sich auf diese biologische Lebensweise, würde ich sagen. Intelligenz alleine, der alles völlig egal ist, die nicht leidet, wenn ihr Leben nicht wie biologisch vorgesehen funktioniert, würde für sich vermutlich überhaupt keine Rechte einfordern.

Außerdem haben wir derzeit keine Ahnung, wie sowas wie Bewusstsein biologisch funktioniert, und genauso wenig wie man dessen Funktionsweise nachbauen könnte, weil man eben diese Funktionsweise nicht kennt. Ob das dann, - wenn - , man es denn überhaupt bauen kann, dann scalierbar ist, kann man jetzt auch noch nicht sagen. Wie Fliegenklatsche schon gesagt hat, wenn man sein Köpfe zusammensteckt, ist das auch schon Scalierung, aber eine die nicht unbedingt intelligenter macht. Man kann nur Aufgaben aufteilen und so dann mehr schaffen. Was keiner in der Arbeitsgruppe versteht, geht auch in noch so großen Teams nicht.

Was vielleicht noch eine Rolle spielt ist der Energieverbrauch. Hier ist das Gehirn mit seinem Verbrauch von unter 100 Watt vermutlich noch für Jahrhunderte sparsamer als jede noch so ausgefeilte Smartphonetechnik, bezogen auf die Informationsverarbeitungsleistung. Das Moorsche Gesetz von der Verkleinerung von Mikrochips und dessen Stromverbrauch ist nicht unbegrenzt wirksam. Wenn die Chipstrukturen so klein werden, dass Quanteneffekte zu Unsicherheiten führen, müsste man da erstmal mit klar kommen, und Wege finden, wie dann noch sinnvoll Programmiert werden kann.



Kommentar vom 19.11.2019 12:24
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/impfpflicht-im-kontext-unserer-gesundheitskultur/

@Webbaer Respekt vor Waffen

„...es wird so ein wenig mehr gestorben, absehbarerweise, aber das Leben hat keinen Alleinwert, in Jahren gemessen, die Qualität des Lebens bleibt wichtig oder zentral.“

Genau das ist hier das entscheidende Argument generell gegenüber übertriebener Gesundheitsfürsorge.

Der Konflikt zwischen einem gesundheitsbesorgtem Mediziner und dem Patienten mit ungesundem Lebenswandel ist ein zentrales Element in der Beziehung zwischen Arzt und Patient. Die Hoheit des Menschen über sein eigenes Verhalten ist zentral, was die Frage der Freiheit betrifft.

Es gibt eben auch jede Menge Ärzte, die aus rein finanziellen Interessen heraus unsinnige Maßnahmen durchführen wollen, damit müssen wir leben. Gerade deswegen ist es richtig, dass Misstrauen erlaubt sein muss, und der Patient grundsätzlich selbst entscheiden darf, was mit ihm gemacht wird. Der Arzt ist ein Dienstleister, und kein Betreuer.



Kommentar vom 18.11.2019 11:56
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/impfpflicht-im-kontext-unserer-gesundheitskultur/

@Webbaer Respekt vor Waffen

Ehrenhafter ist sicherlich Respekt aus Achtung. Masern als respektable Biowaffe gegen eine Population, die gänzlich ungeschützt ist, weil sie Masern für ausgerottet hält, beinhaltet eine andere Art von Respekt. Das ist dann eher der akute Respekt des Bankangestellten vor der Pistole des Bankräubers.

Auch Spans Impfpflicht muss sich wohl auf den Respekt via Staatsgewalt beschränken. Derart überflüssige Regulierung kann keinen Respekt aus Achtung erwarten.

Bleibt, mit der Impfpflicht die Alternativmedizin und ihre Anhänger zu ärgern. Und die vierte Macht macht auch noch mit. Das rechtfertigt dann tatsächlich ein weiteres Stück Kulturpessimismus. Hat denn diese Regierung wirklich sonst nichts zu tun?

Gerade im Gesundheitsbereich wäre z.B. eine bessere Regulierung der Kostenordnung dringend angeraten. Die vielen überflüssigen Knie- und Rückenoperationen sind nicht nur teuer, sondern können auch gesundheitsschädlich sein. Die Pauschalpreise dafür sind zu hoch und damit zu verlockend, während bei anderen Krankheitsbilden die Bezahlung zu niedrig ist. Mit psychischen Krankheiten muss man teils um eine angemessene Behandlung regelrecht kämpfen. Hier ist eine schnelle Reaktion nötig, wenn sich herausstellt, das einzelne Leistungen über- oder unterbezahlt sind. Eine Politik, die das anfasst, könnte sich durchaus auch Respekt aus Achtung verdienen.



Kommentar vom 18.11.2019 00:01
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/esslinger-dialog-semitismus-und-antisemitismus-vortrag-in-14-minten/

@MAlubehüteter / Michael

Danke für den Zuspruch.

Was das mehrmalige und dann mehrstufige benutzen des Antwortbuttons angeht, scheint mir das doch eher unübersichtlicher zu werden. Wenn den nur der Blogautor benutzt, ist das lesbarer, finde ich.

Ansonsten eine interessante neue Woche.



Kommentar vom 17.11.2019 18:01
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/impfpflicht-im-kontext-unserer-gesundheitskultur/

@Masern als Biowaffe

Was die Ausrottung von Masern angeht, würde ich mich vielleicht auch gegen Masern impfen lassen, wenn diese als Ausgerottet erklärt würde. Angesichts der geringen Risiken der Impfung, wäre dies eine sinnvolle Maßnahme zum Schutz vor Biowaffen.

Wenn ich mir vorstelle, das im Kriegsfall das ganze Land für 3 Wochen im Bett bleiben muss, weil eine Infektion per Biowaffe auf eine zukünftige komplett ungeimpfte Population trifft, würde ich dann eine Impfung vorziehen. Gerade weil Masern so sehr ansteckend ist, und dann auch keiner mehr durch die Erkrankung selbst immunisiert ist, wäre das in fernerer Zukunft eine respektable Kriegswaffe. Und kriegsethisch durchaus vertretbar, die Rate tödlicher Verläufe wäre ja eher niedrig, zumindest im Vergleich zu anderen Kriegswaffen.

So gesehen würde eine Ausrottung der Masern dann überflüssig sein, wenn die Impfung aus waffentechnischen Gründen sowieso beibehalten werden würde. Wir könnten also die Impfgegner einfach in Ruhe lassen, solange die Durchimpfung hoch genug ist, was ja offensichtlich z.Z. der Fall ist.



Kommentar vom 17.11.2019 14:35
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/impfpflicht-im-kontext-unserer-gesundheitskultur/

@Respekt gegenüber Impfgegnern

Als ich das letzte mal beim Hausarzt war, hat der mir auch einen Impfpass und alle gängigen Impfungen verpasst, mitsamt 2 Folgeterminen. Ich hatte keinen Impfpass und wusste nicht mehr, wann ich gegen was geimpft worden bin. Kein Problem, Überimpfen gibt es nicht, meinte der Arzt. Ok, was solls.

So wie ich am Rande die Diskussion um die Masern-Impfpflicht mitbekommen hatte, dachte ich an vielleicht 500.000 Masernerkrankungen in Deutschland im letzten Jahr. Das es dann doch nur 500 waren, hat mich sprachlos gemacht. Wo bitteschön ist hier das Problem? Offensichtlich ist die Durchimpfung auf höchstem Niveau, ohne Impfpflicht.

Wieder ein weiterer Versuch, Alternativmedizin zu bekämpfen? Ich gehe auch nicht zum Homöopathen, aber wem es gefällt, soll da doch hingehen. Wer das Modell der Mainstream-Medizin ablehnt, hat sicher seine persönlichen Gründe, das ist meiner Ansicht nach zu respektieren. Und da hier offensichtlich die Durchimpfung bei Masern ausreichend ist, ist die Impflicht von Grund auf Illegal. Mal sehen, es wäre nicht das erste Gesetz gegen die Alternativmedizin, das vom Verfassungsgericht wieder einkassiert wird.

So weit ich mich erinnern kann, gab es mal einen Gesetzentwurf, der Medikamente verbieten wollte, bei denen der Wirkungsmechanismus ungeklärt ist. Das hätte u.a. zur Folge gehabt, das Homöopathische Medikamente nicht mehr zugelassen werden können. Das ist vom Verfassungsgericht gekippt worden, mit der gut nachvollziehbaren Begründung, dass es ausreicht, wenn die Wirkung eine Medikamentes nachgewiesen ist. Auch wenn keiner weiß, warum es hilft, hilft es eben letztlich auch, Leben zu retten.



Kommentar vom 16.11.2019 16:03
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/esslinger-dialog-semitismus-und-antisemitismus-vortrag-in-14-minten/

@Respekt gegenüber Rassisten

Der Rassismus ist Unsinn, irrational und destruktiv. Das zu respektieren geht nicht. Aber die Rassisten sind Menschen, und Menschen sind eben öfter auch mal irrational, können aber dennoch respektiert werden. In meinem persönlichen Umfeld gibt es viele, die auch unsinnige Ansichten haben, aber als Mensch respektiere ich die alle. Auch Rassisten. Die Achtung vor den Menschen können wir uns erhalten. Das ist eine Frage des Menschenbildes.

Der Mensch hat Sinnhaftes und weniger Sinnhaftes im Kopf, das ist unvermeidlich. Wenn wir zu streng miteinander umgehen, zerstreiten wir uns nur noch mehr. Der Mensch ist berechenbar, aber auch wieder unberechenbar. Wie es weitergeht, ist schwer einzuschätzen. Lösungen brauchen immer auch Geduld, und gleichzeitig bleibt der Erfolg ungewiss. Wir können nur versuchen, der Zerstörung entgegen zu wirken, und gucken was passiert.

Die nationale Perspektive ist allerdings nicht irrational. Es gibt keine Weltregierung, und auch die EU hat nur einige Kompetenzen, das Meiste wird immer noch national geregelt. Über Geburtenzahlen, Einwanderungsfragen und Einwanderungsregelungen, und auch über die angestrebte Bevölkerungsdichte müssen wir auch national nachdenken, uns auf Mehrheitsmeinungen einigen und dies in nationale Gesetze umsetzen.

Auch was wir in der EU umsetzen wollen, müssen wir zunächst einmal national klären.

Eine präventive liberale Diktatur brauchen wir auf jeden Fall noch nicht, in aktuellen Umfragen kommen wir auf maximal 25% Menschen in Deutschland, die mehr oder weniger einem gewissen Rassismus zugeordnet werden können.

Die Frage, ob wir unsere Geburtenzahlen besser wieder normalisieren sollten, scheint mir gar nicht so einfach zu sein. Rationale Argumente dafür fallen mir keine ein, aber ich meine doch, dass das besser wäre, wieder mehr Kinder zu bekommen. Man will ja nicht aussterben. Was die langfristige Bevölkerungsdichte in Deutschland angeht, ist hier durchaus rational, dass weniger eher mehr wäre. Wenn wir mal nicht mehr Exportweltmeister sind, und in etwa mit dem auskommen müssen, was hier wächst, dann werden wir es mit einer geringeren Bevölkerungsdichte einfacher haben. Besseres Essen und mehr Platz für wilde Natur im eigenen Land wäre die eindeutige Folge von einer geringeren Bevölkerungsdichte.

Mittelfristig besteht die Hoffnung, dass viele EU-Arbeitsmigranten von selber wieder das Land verlassen, weil zuhause die Wirtschaft in Gang kommt, und dort auch genug Geld verdient werden kann. Die derzeitige Zuwanderung ist auch eine Folge wirtschaftlichen Übermaßes, das muss nicht so weitergehen. Spätestens wenn hier Arbeitskräfte fehlen, muss die Wirtschaft eben den Arbeitskräften folgen. Das ist ja kein Problem.

Eine andere Frage ist die einer gemeinsamen Kultur des Miteinanders. Hier ist Rassismus besonders destruktiv. Wir müssen vernünftig miteinander umgehen, auch über Religionsgrenzen und persönliche Philosophie hinweg. Sich ohne Not gegenseitig auszugrenzen bringt uns überhaupt nicht weiter. Wir müssen schon auch aufeinander hören, und nicht jegliche vernünftige Diskussion aufgeben.

Generell wäre mehr Bewusstsein als Weltbürger eine gute Sache, für unsere gemeinsame Perspektive auf diesem Planeten. Nicht nur die Herausforderung des Klimaschutzes ist eine Gemeinsame. Auch genug gutes Essen hängt davon ab, dass wir weltweit nicht zuviele sind. Es mangelt nicht nur an einer gerechten Verteilung. Wenn die ganzen Menschen, die sich derzeit kein Fleisch leisten können, auf dem Lebensmittelmarkt auftauchen, wird es ganz schnell eng mit der Produktion. Wir können nicht einerseits fordern, dass die Armut auf der Welt behoben werden soll, und anderseits die Gesamtproduktion an Nahrungsmitteln dabei ignorieren. Das muss zur Bevölkerungszahl passen.

Sonst verlagert sich am Ende der Entwicklung die Grenze zwischen Menschen, die sich Fleisch leisten können oder nicht mitten durch die Nationalstaaten. Wir müssen mehr internationale Verantwortung übernehmen, aber uns auch um unseren eigenen nationalen Bereich mehr kümmern. Solange es keine Weltregierung gibt, bleibt uns gar nichts anderes übrig.

Global denken können wir in jedem Fall, das müssen wir nur wollen. Lokal handeln geht auch, hier können wir Perspektiven entwickeln und umsetzten. Der Austausch von Strategien und Lösungen wird immer einfacher, die Welt wächst auf der Informationsebene eher zusammen. Auch die Wissenschaft ist vom Prinzip her international, und leistet ihren Beitrag zu einem Bewusstsein der Menschen als Weltbürger. Auch ohne Weltregierung.



Kommentar vom 13.11.2019 00:06
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/der-alte-antisemitismus-in-der-digital-befeuerten-einstein-relativitaetskritik/

@Vorstellung von Zeit

Ich verstehe die Relativitätstheorie nicht wirklich, vertraue aber durchaus den Physikern, dass diese Theorie wirklich brauchbar ist. Soweit bei der RT-Kritik da Antisemitismus eine wesentlichen Rolle spielt, kann das wohl zu kaum was führen. Dass die RT so unanschaulich ist, ist natürlich schon schade. Man hat ja gerne praktikable Vorstellungen von seiner Umwelt und vom ganzen Kosmos.

Um die Relativität von Bezugssystemen zu entschärfen, so helfe ich mir damit, das es doch ein Bezugssystem gibt, dass ein Alleinstellungsmerkmal besitzt: Dasjenige, bei dem die kosmische Hintergrundstrahlung isotop ist. Man kann nach der RT auch jedes andere nehmen und damit arbeiten. Aber um mir den Kosmos nur schön vorzustellen, nehme ich eben dieses Eine mit dem isotropen Hintergrund. Vereinfachungen sind manchmal praktisch, solange man keine Satellitenbahnen haargenau berechnen muss, reicht das doch.



Kommentar vom 07.11.2019 13:45
https://scilogs.spektrum.de/prosa-der-astronomie/die-zwerggalaxien-tanzen-die-kosmologie-wundert-sich/

@Oliver Müller

Ich will hier keine Theorien umstürzen. Ich finde als Laie die Physik und vor allem die Astronomie total spannend, und stell mir gerne vor, wie der Kosmos so funktioniert. Einfach um was zum Träumen zu haben, und sich als Mensch in was Großem zu fühlen. Zwischendurch mal ein bisschen Mathematik kann da nicht schaden, finde ich.

Ich bin Ihrem Link https://prosaderphysik.wordpress.com/2017/08/18/mond-ein-gesetz-sie-alle-zu-binden-die-herleitung/ gefolgt und bin da auf Unklarheiten gestoßen, und habe auf eine schnelle Reaktion gehofft. Die im Link angeführten Literaturhinweise sind leider auf Englisch, damit habe ich Schwierigkeiten.

Meine Frage „Also entweder ich hab die MOND-Theorie falsch verstanden, oder...“ war keine rhetorische Frage. Aus Ihrer Nicht-Reaktion schließe ich, dass ich da wohl was falsch verstanden habe. Was, weiß ich zwar immer noch nicht, aber damit kann ich leben.



Kommentar vom 07.11.2019 11:53
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/die-kurze-grosse-rede-von-manuel-hagel-im-landtag-bw-gegen-antisemitismus-und-fuer-juedisches-leben/

@Michael Blume

Sie haben wohl recht, dass Rassismus eher bei Menschen vorkommt, die persönlich gar keine entsprechenden Personen kennen. Die entsprechenden Vorurteile sind ziemlich irrational und schwer korrigierbar. Was allerdings die Förderung der deutschen Sprache bei Einwanderern angeht, würde dies auch die Kontakte mit der Einheimischen Bevölkerung fördern, was offenbar Rassismus verbeugen kann.

Ganz unabhängig davon gibt es aber auch Kritik an übermäßiger Einwanderung, die nichts mit Rassismus zu tun hat. Migranten machen eben auch reale Probleme. Und es gibt auch Kritik an den niedrigen Geburtenzahlen, die zwar nichts mit Umvolkung zu tun hat, aber doch die Konsequenz mit sich bringt, dass wir besser gucken sollten, wieder mehr Kinder zu bekommen.

Wenn jeder als Rassist beschimpft wird, der nur aus nachvollziehbaren Gründen weniger Zuwanderung haben will, hilft das nicht weiter. Und dass z.Z. nur die AfD für weniger Migration eintritt, finde ich ärgerlich. Die sind für mich überhaupt nicht wählbar, mit so viel Irrationalität und Faktenverdrehung kann ich nichts anfangen. Wenn jetzt an sich vernünftige Leute mangels Alternative die AfD wählen, wäre das nicht nur ärgerlich, sondern am Ende womöglich richtig gefährlich.

Offenbar haben wir auch ein Problem mit dem eigenem Grundgesetz. Dort ist ein Recht auf Asyl garantiert, ohne jegliche Obergrenze. Als jetzt 2016 zig Millionen vor der Tür standen, die eine Mehrheit nicht mehr haben wollte, hat man hier zunächst versucht, die anderen EU-Ländern dazu zu bewegen, auch welche davon aufzunehmen. Ein Ergebnis davon war wohl der Brexit, und womöglich auch die Erfolge von Rechtsradikalen in Ungarn, Polen und Italien. Ich bin auch nicht der Ansicht, dass die Aufnahme von Flüchtlingen eine gemeinschaftliche Aufgabe der EU ist.

Die Notlösung, einfach die Türkei und die nordafrikanischen Länder dafür zu bezahlen, die Migranten aufzuhalten, dass sie gar nicht erst den Antrag auf Asyl stellen können, ist irgendwie Rechtsbeugung in Reinkultur. Aber wir haben eben ein Problem mit dem eigenen Grundgesetz, und eine europäische Lösung wäre mit der konkreten Gefahr der Auflösung der EU verbunden.

Klar würde ohne Rassismus und Antisemitismus vieles einfacher sein, aber die wirkliche Bekämpfung dessen scheint schwierig zu sein. Das Internet bleibt vorerst Realität und wir müssen wohl weiter damit rechnen, dass hier Filterblasen und Radikalisierung das Problem verschärft.

Was in jedem Fall bleibt, ist eine vernünftige Außenpolitik und eine wirksame Entwicklungshilfe, die die Fluchtursachen beseitigt.



Kommentar vom 06.11.2019 18:09
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/die-kurze-grosse-rede-von-manuel-hagel-im-landtag-bw-gegen-antisemitismus-und-fuer-juedisches-leben/

@Markweger

Die Diskussion mit Markweger zeigt, dass Fremdenfeindlichkeit auch ohne Rationalität auskommt. Womit haben wir es hier zu tun? Ein absichtlicher Versuch, die Gesellschaft zu spalten? Oder simples, instinktives Revierverhalten?

Ich habe auch im privaten Umfeld immer mehr Menschen, die meinen, dass wir zu viele Einwanderer haben. Bei 23% Mitbürgern mit Migrationshintergrund bei ständig steigender Tendenz könnte das auch mit dem Ausmaß des Problems zu tun haben, wenn auch nur gefühlt. Ich hab eine starke Neigung, die Menschen in meinem konkreten sozialen Umfeld zu respektieren. Ich mag es nicht, jemanden zur Unperson zu erklären.

@galileo2609:
„...dieser „Bodensatz“ ist nie marginal gewesen, nach allen sozialwissenschaftlichen Untersuchungen erreicht er je nach Design im Langzeitvergleich stabil bis zu um die 30 Prozent der Bevölkerungen in den jeweiligen Ländern.“

Was mache ich jetzt damit? Sind wir auf dem halben Weg zum nächsten Völkermord? Brauchen wir eine präventive liberale Diktatur? Oder muss ich hier differenzieren, zwischen Menschen, die einfach nur weniger Zuwanderer haben wollen, und Menschen, die die Situation dazu ausnutzen um die Gesellschaft zu spalten?

Was hat es mit dem nachhaltigem Geburtenmangel auf sich? Ich finde kein rationales Argument, wieso das ein Problem sein soll. Aber ich habe doch das Gefühl, dass wir da mal besser gegensteuern sollten. Also bessere Vereinbarkeit von Karriere und Kindern bei qualifizierten Frauen, und mehr finanzielle Unterstützung für die Kinder von Alleinerziehenden und Geringverdienern. Das müsste das Problem des Geburtenmangels mittelfristig lösen können. In Frankreich geht das ja auch.

Sollte das tatsächlich möglich werden, würde ich dann aber dafür plädieren, den Einwanderungsüberschuss abzustellen, um im Land Überbevölkerung zu vermeiden. Auch jetzt schon würde sich die prekäre Lage des Prekariats bessern, wenn EU-Arbeitsmigranten hier effektiv nicht mehr unter dem Mindestlohn arbeiten dürften. Wenn das dann zur Folge hätte, dass ein oder zwei Millionen davon das Land wieder verlassen, würde sich die Wohnungsnot in den Großstädten deutlich mildern, und die Löhne im Niedriglohnbereich würden sich wohl auch verbessern.

Das wären dann reale, rationale Auswirkungen. Auch wenn die meisten Einwanderungskritiker eher irrationale Gründe für ihre Einstellung haben.

Was die Integration der Einwanderer angeht, da würde ich vorschlagen, dass alle Einwanderer, die Zeit dazu haben, möglichst schnell Deutsch lernen müssen. Das macht keinen guten Eindruck, wenn Einwanderer wenig Interesse an der deutschen Sprache zu haben scheinen. Entsprechende gute und teils auch intensive Deutschkurse sollten dafür kostenlos angeboten werden. Das wäre eine lohnende Investition, selbst bei Flüchtlingen, die später wieder in ihre Heimat zurückkehren können. Die Sprachbarriere und die Ghettoisierung könnte so abgebaut werden. Das Zusammenleben mit Einheimischen in den Stadtteilen würde so einfacher werden, vom richtigen Mülltrennen angefangen bis zur Kommunikation im Hausflur und auf gemeinsamen Straßenfesten.

Ansonsten bereichern die Einwanderer auch unsere Kultur. Musikalisch und Kulinarisch ist hier im „sozialen Brennpunkt“ richtig was los. Und die bunte Kleidung der Afrikaner und Roma erfreuen auch das einheimische Auge.



Kommentar vom 06.11.2019 13:24
https://scilogs.spektrum.de/prosa-der-astronomie/die-zwerggalaxien-tanzen-die-kosmologie-wundert-sich/

@Ulil Schoppe

Mit infinitesimalen Scheineffekten hat mein Problem mit der MOND-Theorie (MT) nichts zu tun.

Nach der MT werden kleine Gravitationswerte unterhalb vom Beschleunigungswert A0 ein wenig erhöht, und das unabhängig von der Entfernung der Gravitationsquellen. Wenn jetzt lokale Gravitationsfelder dazukommen, funktioniert das so nicht mehr. Im Umfeld von jedem Stern liegen die Beschleunigungswerte allein aufgrund der Gravitationswirkung des Sterns immer weit über A0, und damit außerhalb der Auswirkungen der MT. Jeder Planet, der um den Stern kreist, wäre nicht von der Korrekturrechung gemäß der MT betroffen, egal wie weit der Stern sich im Außenbereich seiner Galaxie aufhält. Dasselbe gilt für den Stern selbst, die Sternmaterie erzeugt ja auch Gravitationskräfte innerhalb des Sterns.

Eine Rettung der MT erfordert einen Trennung von weiträumigen Gravitationsfeldern in galaktischen Dimensionen von etwa über 1000 Lichtjahren und den lokalen Gravitationsfeldern z.B. in der Nähe von einzelnen Sternen.

Für eine Simulation der Beschleunigungswerte innerhalb einer ganzen Galaxie könnte man wie folgt vorgehen: Zunächst werden nur die weiträumigen Beschleunigungswerte der beteiligten Massen ab einer Entfernung von über 1000 LJ für jeden Raumpunkt berechnet. Dann werden für alle Raumpunkte mit Beschleunigungswerten unterhalb A0 die Korrekturen gemäß der MT vorgenommen. Erst danach werden die Gravitationswerte innerhalb der Galaxie für Entfernungen von unter 1000 LJ berechnet, und zu der ersteren Rechnung hinzuaddiert. Erst jetzt habe ich ein Gravitationsfeld ermittelt, dass ich mit den Beobachtungen vergleichen kann.

Der Entfernungswert für die Auftrennung der Rechnung ist von mir willkürlich festgelegt worden. Sollte in der Physik der Wirklichkeit auch so gerechnet werden wie in der hier vorgeschlagenen Simulation, wird es neben A0 noch eine zweite zusätzliche Naturkonstante geben, die ich hier einfach auf 1000 LJ gesetzt habe. Deren Wert kann zwischen 1 LJ und 5000 LJ liegen, schätze ich mal. Mit dem Vergleich von genauen Simulationen mit hinreichend genauen Messungen müsste der tatsächliche Wert dieser zusätzlichen Konstante ermittelt werden können.

Das hört sich recht willkürlich an, aber man könnte das ja mal testen, wenn man sowieso dabei ist, Galaxien genau auszumessen und die Ergebnisse davon mit Simulationen vergleicht.



Kommentar vom 04.11.2019 23:56
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/die-kurze-grosse-rede-von-manuel-hagel-im-landtag-bw-gegen-antisemitismus-und-fuer-juedisches-leben/

@Michael Blume IQ

Das mit dem niedrigem IQ sollte nur ein Rechenbeispiel sein, um zu zeigen, dass selbst das kein Problem wäre. Ich meinte hier mit IQ was diese blöden IQ-Tests messen, und das scheint tatsächlich bei den afrikanischen Flüchtlingen, die hier ankommen, weniger zu sein als bei uns. Ich denke auch, das der IQ-Wert wenig aussagt, nichts mit dem Wert einer Person zu tun hat und wohl auch kaum erblich ist. Insgesamt bin ich mir sicher, dass Afrikaner die Kompetenz besitzen, hier mit uns gut zusammen zu leben. Das sagen mir auch meine persönlichen Erfahrungen mit Afrikanern.

In einem Punkt muss ich Markweger zustimmen: Es gibt kein unbeschränktes Recht auf Einwanderung. Jeder Nationalstaat muss auch gucken, dass er mit sich selber klar kommt, und dazu kann es gehören, nicht zu viele Einwanderer aufzunehmen.



Kommentar vom 04.11.2019 13:05
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/die-kurze-grosse-rede-von-manuel-hagel-im-landtag-bw-gegen-antisemitismus-und-fuer-juedisches-leben/

@Markweger Negride

Die genetischen Folgen von der Einkreuzung von afrikanischen Genen erscheint mir unproblematisch. Nehmen wir an, dass 5% Afrikaner sich hier munter unter die Bevölkerung mischen, und gerne mit deutschstämmigen Kinder zeugen. Wenn wir das Ergebnis dann nach 100 Jahren betrachten, kommen wir dann im Schnitt auf eine 5% dunklere Hautfarbe in der deutschen Gesamtpopulation. Wenn wir zusätzlich theoretisch bei den Afrikanern einen IQ von 20 Punkten unter dem Durchschnitt haben, und gewagt davon ausgehen, dass der erblich ist, kämen wir dann wiederum nach erfolgter Vermischung auf einen Volks-IQ, der sich von 100 um einen Punkt auf 99 gesenkt hat. Soll das jetzt wirklich ein Problem sein, das so gewichtig ist, dass man Freiheitsrechte dafür einschränken muss?

Was die Folgen von muslimischer Einwanderung angeht, haben wir hier immer mehr religiös motivierte Subkulturen, je mehr der Bevölkerungsanteil von Muslimen in den einschlägigen Stadtteilen zunimmt. Im Prinzip ist das nichts anderes als etwa die Baptisten oder Zeugen Jehovas, die auch gerne unter sich bleiben. Allerdings geraten die patriarchalischen Tendenzen mancher Gruppierungen dann doch auch mit dem Gesetz in Konflikt, wenn man hier versucht, die weibliche Sexualität mit Gewalt zu reglementieren. Ich persönlich kenne aber hauptsächlich Muslime, die gerade deswegen hier sind, um den religiösen Tendenzen in ihren Heimatländern zu entkommen.

@Blume

„Vielmehr ist ja wissenschaftlich gut erforscht, dass und wie Menschen all-täglich auch kollektive Identitäten konstruieren.“

Genau das ist ganz ganz wichtig. Wir haben alle möglichen Identitäten gleichzeitig, die Nationale ist nur eine davon. Wobei die schon wichtig ist, eben weil die Nation doch eine starke Interessengemeinschaft ist. Und diese darf dann auch im gemeinsamen Interesse beschließen, Zuwanderung zu reduzieren, spätestens wenn dadurch Überbevölkerung droht. Aber auch Europa ist eine wirksame Interessengemeinschaft, und in der Folge gibt es auch eine gewisse europäische Identität unter den Europäern.

Ähnliches gilt für die ganze Weltgemeinschaft. Beispielsweise ist Klimaschutz aus physikalischen Gründen eine gemeinschaftliche Aufgabe der gesamten Menschheit, die im Interesse der gesamten Menschheit liegt. Auch die Wissenschaft ist eine weltweit tätige Gemeinschaft, die allen Menschen zugute kommen kann. So ist die grundsätzliche Identität als Mensch und Weltbürger durchaus Teil der Identitäten vieler Menschen. Das muss überhaupt nicht im Gegensatz zur jeweiligen nationalen Identität stehen, wobei es durchaus Nationen gibt, denen der Rest der Welt egal zu sein scheint.

Was die niedrigen Geburtenraten angeht, wäre ich doch gefühlt dafür, das mal wieder zu normalisieren, auch wenn mir keine wirklichen rationalen Argumente dafür einfallen. Wie dem auch sei, wenn wir in Zukunft tatsächlich wider ausgeglichene Geburtenzahlen haben, sollte dann aber spätestens Schluss sein mit einer positiven Migrationsbilanz, würde ich vorschlagen. Wir sind ein sehr dicht bevölkertes Land, und sollten langfristig darauf vorbereitet sein, uns mit den eigenen landwirtschaftlichen Flächen versorgen zu können, weil wir uns wirklich nicht darauf verlassen können, dass wir auch in 50 Jahren noch Exportweltmeister sind, und in der Welt unbeschränkt alles einkaufen können, was wir haben wollen.



Kommentar vom 03.11.2019 14:15
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/warum-ich-facebook-und-instagram-verlasse-gedanken-zur-medienethik/

@Datenschutzkatastrophe

Ich halte nichts von Facebook, und hab da nie wirklich mit angefangen. Die Quellen der Newsfeeds sind mir von Anfang an suspekt gewesen, und ich nutze diese Plattform schon länger nicht mehr.

Allein schon habe ich keine Lust, einer US-Firma so viele Daten über mich und meine nicht nur digitalen Beziehungen zu liefern. Ich habe auch kein Smartphone, sondern nur ein Uralthandy, das nur telefonieren und nicht spionieren kann. Alexaquatsch oder Smarthometechnik ist für mich auch inakzeptabel, solange hier nicht alle Daten im Haus bzw. in der Wohnung bleiben. Daten in der Cloud zu speichern, muss auch gar nicht sein. Externe Platten und USB-Sticks tuens auch. Ich habe auch keine Lust bei Amazon einzukaufen oder Paypal zu benutzen. Mikrosoft und Apple sind bei mir seit 10 Jahren tabu, um damit ins Internet zu gehen. Das mache ich grundsätzlich nur noch mit Linux. Was ich hier bei Scilogs und anderswo absichtlich öffentlich mache, ist im wesentlichen hoffentlich das einzige, was über mich an digitalen Spuren anfällt.

Ich hab keine Ahnung, an wen die großen Datensammler die umfangreichen Dossiers über ihre Nutzer weiterverkaufen, und niemand schaut denen dabei auf die Finger. Allein von da her hätte ich auch ein großes Interesse an Plattformen, die von vorn herein überhaupt keine Daten sammeln. Diese neue Datencloud made in Europe, die jetzt aufgebaut werden soll, ist vielleicht ein Schritt in die richtige Richtung.

Ich nutze zur Kommunikation ganz bewusst nur Telefon, Email und die von mir betreuten eigenen Webseiten, und jeder weiß, dass er mich über Facebook und Whattsapp nicht erreichen kann. Jede kommerzielle Plattform, die womöglich in Zukunft von Facebook aufgekauft werden könnte, kommt für mich nicht in Frage, weil die gesammelten Daten dann doch bei Facebook landen, und gegen mich verwendet werden können.

Wenn ich einfach mal spekuliere, welche Geschäftsmodelle sich den großen Datensammlern eröffnen, dann gruselts mir. Man kann die detaillierten Datensätze der eigenen Nutzer ja nicht nur an Werbetreibende verkaufen. Auch Geheimdienste aller Art haben reichlich Geld in der Kasse, mit dem Sie Datensätze bei den Datensammlern kaufen können. In den funktionierenden Demokratien kann man schon Geschäfte damit machen, aber Autoritäre Staatsformen sind bei weitem die besten potenziellen Kunden überhaupt in diesem Geschäft mit den Daten der eigenen Nutzer. Autoritäre Regierungen können zig Milliarden dafür springen lassen, um an die Datensätze ihrer Untertanen dran zu kommen.

Dass Facebook Tendenzen zur Zerlegung Europas und zur Zerlegung der europäischen Demokratien fördert, passt da genau ins Bild. Dies wäre mit Blick auf zukünftige Geschäfte mit zukünftigen autoritären Regierungen eine lohnende Investition gerade für US-amerikanische Konzerne, die zuhause mit den Folgen solcher Entwicklungen weniger zu tun hätten.



Kommentar vom 02.11.2019 16:47
https://scilogs.spektrum.de/prosa-der-astronomie/die-zwerggalaxien-tanzen-die-kosmologie-wundert-sich/

@Unmögliche MOND-Theorie?

Ich habe noch weiter über die MOND-Theorie nachgedacht, und ein Problem damit.

Also wenn ich die Gravitationsauswirkungen gemäß der MOND-Theorie konkret berechnen will, muss ich zunächst nach Newton ganz normal die Gravitationskräfte aller beteiligten Massen berechnen und dann addieren, und erhalte so ein Feld mit Vektoren für jeden Raumpunkt, der Richtung und Stärke der Gravitationskraft festlegt. Jetzt kann ich ganz einfach die nötige Korrektur einbinden, indem kleine Gravitationskräfte einfach ein Stück erhöht werden, so wie die MOND-Theorie es für Beschleunigungswerte unterhalb von A0 vorsieht. Jetzt habe ich das ganze Gravitationsfeld berechnet, dass den Formeln der Mondtheorie folgt.

Wenn ich das jetzt mit einer dünnen Gaswolke mache, die selbst keine nennenswerten Gravitationskräfte verursacht, funktioniert das wunderbar. Aber wenn ich jetzt einen ganzen Stern betrachte, der sich durch den Außenbereich einer Galaxie bewegt, taucht ein Problem auf: Die Gravitationskräfte innerhalb des Sterns sind ja ganz weit über dem Beschleunigungswert A0, und wenn ich jetzt für ein einzelnes Stück Sternmaterie die Gravitationskräfte aller Beteiligten Massen addiere, ist die resultierende Beschleunigungsstärke in jedem Fall oberhalb A0, und es ist keinerlei Erhöhung gemäß der MOND-Theorie an solchen Raumpunkten vorgesehen. Da der Stern nun mal aus Einzelteilen besteht, die alle oberhalb der Grenze A0 Gravitationskräften ausgesetzt sind, erfährt auch der ganze Stern keinerlei Wirkungen nach der MOND-Theorie.

Also entweder ich hab die MOND-Theorie falsch verstanden, oder es müssen doch die weiträumigen schwachen Gravitationsfelder in der Korrekturrechnung gemäß der MOND-Theorie irgendwie von den lokalen Gravitationsfeldern z.B. von einzelnen Sternen getrennt werden. Ohne dem kann das so nicht funktionieren.



Kommentar vom 01.11.2019 15:13
https://scilogs.spektrum.de/prosa-der-astronomie/die-zwerggalaxien-tanzen-die-kosmologie-wundert-sich/

@Auswirkungen der MOND-Theorie

Also wenn ich die Gravitationsauswirkungen gemäß der MOND-Theorie konkret berechnen will, muss ich zunächst nach Newton ganz normal die Gravitationskräfte aller beteiligten Massen addieren, und erhalte so ein Feld mit Vektoren für jeden Raumpunkt, der Richtung und Stärke der Gravitationskraft festlegt. Jetzt kann ich ganz einfach die nötige Korrektur einbinden, indem kleine Gravitationskräfte, die in den Bereich von etwa unter den Beschleunigungswert A0 fallen, entsprechend der zugehörigen Formel einfach etwas erhöht werden. Jetzt habe ich das ganze Gravitationsfeld berechnet, dass den Formeln der Mondtheorie folgt.

Wenn ich jetzt aus diesem Feld mit den Vektoren für die Beschleunigungen per Integral ein Feld der potentiellen gravitativen Energie mache, erhalte ich gegenüber dem rein Newtonschen Gegenstück eines, dass in den Bereichen mit geringen Gravitationskräften Ausbeulungen nach oben hat. Meine Frage hier: ist dieses integrale Feld der potentiellen gravitativen Energie nach der MOND-Theorie überhaupt konsistent definiert?

Was die Verifizierungsmöglichkeiten angeht, hat Herr Holzherr recht, dass das am einfachsten zu machen ist, wenn man die Gravitationskurven verschiedener Galaxien genau genug messen kann, und überall der selbe Wert von A0 zum tragen kommt. Man müsste nur die beteiligten Massen und die entsprechenden Rotationsgeschwindigkeiten genau genug messen können. Reicht hierfür die nächste Generation von Teleskopen?

Im Vergleich zu den Effekten angenommener dunklen Materie ist die Wirkung der Gravitationskräfte nach der MOND-Theorie vergleichsweise umso stärker, je größer die betrachteten Strukturen und Entfernungen sind. Die Gravitationskräfte sinken ja bei der MOND-Theorie mit der weiteren Entfernung nur proportional zu 1 durch r, und nicht mit 1 durch r-quadrat wie bei angenommener Dunkler Materie.

Wenn ich mir das jetzt richtig vorstelle, würden auch die Zwerggalaxien, die entlang der Filamente in Richtung der größeren Galaxien wandern, um einiges größere Geschwindigkeiten erreichen, vor allem bei langen Filamenten.

Generell würde sich der Unterschied der Korrektur nach der MOND-Theorie im Vergleich zur Annahme von dunkler Materie umso stärker auswirken, je größer die betrachteten Strukturen werden, solange man sich im Bereich von Beschleunigungen unter dem Wert A0 bewegt.

Bei einer Simulation des ganzen Universums im Vergleich zu Modellen mit dunkler Materie würde sich dabei der ganze Ablauf der Filamentenbildung anders gestalten. Die Kräfte von sehr weit entfernten Massen aufeinander wären sehr viel größer, und der ganze Prozess würde wesentlich schneller ablaufen, aber nur solange die Dichte nicht zu groß wird, und die Beschleunigungswerte nicht größer als A0 werden. Die Anbahnung von großräumigen Massenansammlungen wäre also schneller, in den dichten Bereichen innerhalb von vor allem sehr großen Galaxien würden die Verdichtungsprozesse dann aber vergleichsweise langsamer ablaufen.



Kommentar vom 01.11.2019 12:30
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/die-kurze-grosse-rede-von-manuel-hagel-im-landtag-bw-gegen-antisemitismus-und-fuer-juedisches-leben/

@little Louis 31.10. 17:50

„Wie bewerten Sie eigentlich diese Situation in “demokratietheoretischer” Hinsicht?“

Wir sind halt nur eine halbe Demokratie. Der Einfluss der Kapitalisten über ihre Lobbyisten ist in etwa so groß wie der Einfluss des Wählers. Das ist nicht gut, aber immerhin sehr viel besser als Diktatur, Verfolgung von Andersdenkenden und regelmäßige Bürgerkriege.

So erklärt sich auch, wieso der Staat überhaupt nichts gegen die geringen Geburtenraten macht: für die Wirtschaft wirken sich bessere Geburtenraten erst 20 Jahre später aus, und soweit planen die überhaupt nicht. Also kümmern sie sich nicht drum, und holen sich einfach Arbeitskräfte und neue Mieter aus dem Ausland. Das geht schnell, und schon laufen die Geschäfte am Standort Deutschland weiter, auch wenn die Stammbevölkerung zurückgeht.

Na ja, so schlimm ist das jetzt auch wieder nicht. Wieso müssen wir unsere Populationsstärke beibehalten? Ich hab Schwierigkeiten, da Argumente für zu finden. Auf jedem Fall kann jeder, der meint, dass wir mehr deutsche Kinder brauchen, einfach bei sich selber Fakten schaffen, und viele Kinder bekommen. Das ist ja erlaubt, und Kindergeld gibts auch.

Ich vermute, die Wirtschaft hätte da überhaupt nichts dagegen, und sie würde dann sogar reagieren, und Zuwanderung dann nicht mehr fördern. Aber erst 20 Jahre später, wenn die neuen Kinder auf dem Arbeitsmarkt ankommen.

Wie man den Einfluss der Kapitalisten auf die Politiker reduzieren kann, da weiß ich auch nicht so recht, wie man das durchsetzen soll. Immerhin haben die Lobbyisten auch Vorteile: sie sorgen mit dafür, dass die Wirtschaft mehr Umsatz machen kann. Das bringt Arbeitsplätze, und die meisten Menschen wollen das ja auch. Aber das hat eben auch negative Nebenwirkungen, eine davon ist die übermäßige Zuwanderung.

Es macht hier wenig Sinn, die ganze Geschichte paranoid zu verarbeiten. Wenn man hier und da benachteiligt wird, liegt das meistens nicht daran, dass man gezielt vernichtet werden soll, sondern meistens daran, dass da einer was damit Verdienen kann.

Das gilt genauso für die Verzögerung des Klimaschutzes in Deutschland: Hier will keiner unbedingt das Klima zerstören, hier wollen einfach die Kraftwerksbetreiber noch ein paar Jahre Laufzeiten herausholen, und die Autoindustrie will noch ein paar Millionen mehr schwere Autos mit Verbrennungsmotor verkaufen. Das ist eben die nur halbe Demokratie, mehr gibts erstmal nicht, fürchte ich.

Wer mitdenkt, und sich nicht blindlings in das sinnlose Leistungsrennen stürzt, das diese Gesellschaft veranstaltet, kann für sich Alternativen finden. Wer meint, dass wir unsere Populationsstärke beibehalten sollten, kann bei sich damit anfangen und einfach mehr Kinder kriegen. Das macht sehr viel Arbeit bei der Aufzucht, braucht aber keinen Systemwechsel.