www.introspektiva.de - Die Wirklichkeit psychischer Krankheiten - Subjektivität als Maßgabe und Menschenrecht - ein Buchprojekt vom KLuW e.V.

Meine Kommentare auf scilogs.spektrum.de 2019/08 (T.J.)


Kommentar vom 31.08.2019 19:03 auf
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/science-genetik-kann-sexualverhalten-nicht-erklaeren/

@anton reutlinger 31.08. 16:17

„Man muss allerdings genau hinschauen. Was bedeutet “menschliches Miteinander” oder “soziologische Aspekte”? Man meint es zu wissen, man meint, es sei doch klar.“

Naja, menschliches Miteinander ist tatsächlich recht allgemein. Gerade gute soziale Beziehungen zeichnen sich durch eine gelungene emotionale gegenseitige Wahrnehmung aus. Dass man sich einander ganz gut sicher sein kann. Genau hier greifen die psychotischen Störungen ein, und verursachen im weiteren Verlauf die psychotischen Krisen. Nach der Krise muss man dann erstmal die gestörten Beziehungen wieder reparieren, das braucht aber auch Mitmenschen, die dazu bereit sind. Deshalb setzten wir uns in der Selbsthilfe auch gegen Stigmatisierung ein.

Soziologische Aspekte sind eben alles was zur Psychologie dazu kommt, wenn Beziehungsgeflechte von vielen Menschen mit ins Spiel kommen. Das hört sich noch allgemein an, aber konkret heißt die Berücksichtigung von soziologischen Aspekten, dass man z.B. guckt, wie ein psychisch Kranker wieder zu Arbeit und zu Arbeitskollegen kommen kann. Das ist dann sehr konkret.

@Martin Holzherr 31.08. 16:57
„Nach allem was ich weiss ist die Psychiatrie heute psychologisch orientiert und daran interessiert den Patienten zu reintegrieren und wieder ins normale Leben zurückzuführen.“

Ja, der Trend geht in die richtige Richtung. Aber fertig sind wir hier noch lange nicht. Erstmal gibt es im Versorgungssystem noch viele Akteure, die nicht so gute Arbeit machen. Es ist durchaus häufig, das man in der akuten Krise auf der geschlossenen Station nur mit Medikamenten und Essen versorgt wird. Auf Gespräche mit den Patienten hat da oft keiner Lust. Und es kommt immer noch vor, das mit der Entlassung die Zeit danach nicht vorbereitet ist, kein Betreuer, kein Betreutes Wohnen und auch Beschäftigungsmäßig rein gar nichts vorbereitet ist.

Ich bin selbst Psychiatrie-Erfahren und seit 15 Jahren in der Selbsthilfe aktiv, und schreibe zum Thema keine reine Fantasie. Auch meine größte Hoffnung wäre das, wenn man im Falle einer psychotischen Krise einfach für 2 Wochen ein Medikament nimmt, die Symptome dann alle abklingen, und man sein Leben in Ruhe fortsetzen kann. Aber solche Medikamente gibt es eben leider nicht. Wir müssen uns hier mit den Niederungen der gesamten psychologischen menschlichen Existenz auseinander setzen, und dabei lohnt es sich, möglichst nah am konkreten Menschen zu bleiben. Und der Mensch ist eben ein hochsoziales Säugetier, ohne den soziologischen Blickwinkel kann man dem Individuum nicht gerecht werden. Forschung an neuen Medikamenten macht aber trotzdem Sinn, schätze ich mal.



Kommentar vom 31.08.2019 14:57 auf
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/science-genetik-kann-sexualverhalten-nicht-erklaeren/

@Soziologischer Blickwinkel 2

Gerade weil der soziologische Blickwinkel in den letzten Jahrzehnten völlig vernachlässigt wurde, ist hier zur Zeit das größte Potential für eine bessere Behandlung von psychisch Kranken. Mir ist vollkommen klar, dass hier auch genetische, physiologische, in der persönlichen Geschichte des Patienten liegende Ursachen eine Rolle spielen. Aber psychische Krankheiten treffen immer den gesamten Menschen, und dazu gehören auch alle Beziehungen und deren Qualität, und damit wirkt es gar nicht gut, wenn man die soziologischen Aspekte nicht mal anguckt.

Die Reduktion richtet eben selbst entsprechende Schäden an, indem man dem Patienten an allem die Schuld gibt, auch wenn hier ein massives Fehlverhalten im sozialen Umfeld stattgefunden hat. Wenn z.B. eine Psychose ausgebrochen ist, weil jemand am Arbeitsplatz gemobbt worden ist, macht es keinen Sinn, das Mobbing als Mitursache dabei auszuklammern. Sicher gibt es hier andere, auch in der Biologie des Patienten verursachte Aspekte, von Mobbing alleine wird keiner psychotisch. Aber soziale Stressoren gehören dennoch zu den Hauptursachen für psychotische Krisen, wenn auch nur bei Menschen, die eine gewisse Neigung zu Psychosen haben.

Es macht sehr viel Sinn, hier entsprechende Medikamente zu geben, und auch Forschung an noch besseren Medikamenten macht Sinn. Aber die Anerkennung, dass hier andere sich massiv daneben benommen haben, und die daraus folgende Konsequenz, dass der Patient in Zukunft solche Situationen meiden kann, gibt die Hoffnung, dass sich sowas nicht wiederholt, wenn man sich einen Arbeitsplatz mit vernünftigen Kollegen sucht.

Zu sagen, Du bist halt so dämlich und so irgendwie komisch, dass du sowieso überall gemobbt wirst, macht hier jetzt keinen Mut, zu versuchen sich irgendwie ein vernünftiges Leben aufzubauen, zu dem eben Arbeit und Arbeitskollegen dazu gehören.

@Martin Holzherr 31.08. 08:01
„Fast alles an den enthaltenen Aussagen entspricht nicht der Wirklichkeit, nicht den Fakten, bildet aber eine weit verbreitete gefühlige Weltsicht ab.“

Man kann nicht aus den Erkenntnissen der Wissenschaft allein ein brauchbares Weltmodell bauen. Vieles ist nicht erforscht, aber dennoch essentiell, wenn man in der Wirklichkeit klarkommen will. Man braucht hier Intuition, Fantasie und seine eigene konkrete Lebenserfahrung, wenn man nicht als Fachidiot rumgeistern möchte, der gar nicht mehr weiß, was er macht.

Die entsprechenden Halbwertszeiten von wissenschaftlichen Erkenntnissen ändern dann auch mit der Zeit das wissenschaftliche Weltbild, obwohl man hier auch beobachten kann, dass der selbe Unsinn immer wieder auftaucht, und immer wieder wieder widerlegt werden muss. Das dauert dann wieder ein paar Jahre, bis sich die Vernunft am Ende doch durchsetzt.

So gibt es immer wieder die Neigung, dem Bewusstsein selbst seine Existenz abzusprechen, weil sich das Bewusstsein renitent der wissenschaftlichen Erklärung entzieht.

@Martin Holzherr 31.08. 08:01
„Es ist wiederum ideologisch, auch die Ursache von Krankheiten vor allem an der Gesellschaft festzumachen.“

Wenn Sie lieber zu Ärzten gehen, die gar nicht zu Ihnen halten, dann machen Sie das. Ich wünsche mir schon Ärzte, die auch die soziologischen Aspekte meiner psychischen Krankheit kennen und anerkennen. Ob „vor allem“ spielt hier überhaupt keine Rolle. Die Medikamente, und die dazugehörigen Blutuntersuchungen sind wichtig und nicht zu ersetzen. Aber Wege, genug menschliches Miteinander zu finden, sind eben auch nicht zu ersetzen.



Kommentar vom 31.08.2019 01:25 auf
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/science-genetik-kann-sexualverhalten-nicht-erklaeren/

@Soziologischer Blickwinkel

Diese genetische Untersuchung brachte gerade mal 8 bis 25 % Einfluss aller Faktoren zusammen, und dazu ist vielleicht noch die Offenheit für Erfahrungen mitgemessen worden. Das ist so gut wie nix. Wenn jetzt eins dieser Gene mit einem Medikament blockiert werden könnte, würde das das Risiko homosexuell zu werden nur maximal um 10% reduzieren, und müsste vielleicht sogar vor „Ausbruch“ der Homosexualtität gegeben werden. Aber Homosexualität muss ja auch gar nicht behandelt werden.

Bei Schizophrenie und Depression wär das was, wenn der Arzt mit Genuntersuchungen feststellen könnte, welches Medikament wem helfen kann. Sieht leider schlecht aus, dass das funktionieren wird. Zuviele verschiedene Gene, 1000 sollens sein, mit jeweils winziger Effektstärke. Ich glaube nicht, das ich das noch erleben werde. Hier muss wohl weiter ausprobiert werden.

Aber Ansätze, die bei der Lebensrealität der Erkrankten ansetzen, die sind doch vielversprechend. Die integrierte Versorgung, die statt Klinik eine tägliche Betreuungssitzung im vertrauten Umfeld des eigenen Haushalts organisiert, der Abbau von Stigmatisierung, der für weniger Ablehnende Haltung von Außenstehenden sorgt, oder Hilfen beim Wiedereinstieg ins Berufsleben, das sind doch richtig gute Entwicklungen. Und die kommen aus der soziologischen Perspektive.

Der Mensch ist ein soziales Wesen, wenn die psychische Krankheit zur dauerhaften sozialen Katastrophe wird, kann hier kein Medikament helfen. Damit kann Mensch nicht leben, egal wie er da reingerutscht ist, da muss er irgendwie wieder raus, sonst endet das nach einer Drehtürkarriere im Dauerwohnheim, wenn der Suizid nicht schneller ist.

Wir in der Selbsthilfe hatten mal vergeblich nach Untersuchungen gesucht, inwieweit die Häufigkeit von psychotischen Erkrankungen mit Kriegen und massiven Wirtschaftskrisen sich ändert im Vergleich zu sozial entspannten Verhältnissen. Das wär doch mal interessant, aber anscheinend finanziert niemand, sowas mal gründlich zu untersuchen.

Neoliberal ist ja gerade, den soziologischen Standpunkt nie einzunehmen, und einfach darauf zu setzen, dass der Markt alles bestens regelt. Auch die Rolle des Arztes ist eher die des Reperateurs, wie die Monteure in der Autowerkstatt interessiert er sich nicht für die Unfallursachen, sondern versucht einfach zu reparieren, was zu reparieren ist. Das kann besser werden.

Die Hilfen im Betreuten Wohnen und die Tagesstätten und Behindertenwerkstätten etwa sind meistens wesentlich wichtiger als die Medikamente, weil psychisch Kranke vor allem einen Weg finden müssen, als soziales Wesen zu überleben. Und soziales Leben braucht das Gegenüber, braucht Nachbarn die sich korrekt verhalten, braucht Arbeitsstellen mit vernünftigem Miteinander und braucht Lebenspartner und Freunde.

Ein Mensch, der wie in Einzelhaft lebt, kann nicht funktionieren, dagegen hilft kein Medikament, auch nicht, wenn es sonstwie gezielt genetisch designt ist. Sollen die Genforscher forschen, was sie nicht lassen können. Forschung mit mehr soziologischem Blickwinkel hätte aber wirklich Potenzial, meine ich. Reine Psychologie, die sich ganz auf die Defizite des psychisch Erkrankten konzentriert meine ich hier nicht, das ist auch zu kurz gedacht.



Kommentar vom 30.08.2019 00:13 auf
https://scilogs.spektrum.de/semantische-wettkaempfe/der-wettkampf-um-luege-und-wahrheit-1989-und-2019-strategien-der-etikettierung-um-abschliessende-deutungshoheit/

@Ghettoisierung

Hier in der Dortmunder Nordstadt leben mindestens zur Hälfte Migranten, der Rest ist überwiegend deutsche Unterschicht, und noch einige Künstler. Für uns alle ist dieser Ort attraktiv, weil man bei niedrigen Mieten recht nah am Stadtzentrum wohnt, und hier auch gut ohne Auto leben kann. Ganz krass sind hier die Grundschulen: da sind fast keine deutschen Schüler zu finden.

Dass das die Integration gar nicht fördert, dürfte klar sein. Das wirkt in zwei Richtungen: nicht nur lernen die ausländischen Schüler dort keine Deutschen kennen, auch in den Schulen in den anderen Stadtteilen lernen deutsche Schüler wenig Migranten kennen. Wenn die Integration von muslimischen Migranten wenigstens in der 3. Generation gelingen soll, geht das so wohl nicht so gut.

Wir hatten uns hier schon mal überlegt, dass die Stadt einerseits Deutschen Mietzuschüsse zahlen könnte, die hier hinziehen, und umgekehrt Migranten Zuschüsse zahlt, die in die andern Stadtteile ziehen. Davon unabhängig könnte man die Hälfte der Migrantenkinder auf andere Grundschulen verteilen, und im Gegenzug auch deutsche Kinder aus anderen Stadtteilen hier zur Schule schicken. Aufgrund der geringen Entfernungen hier im Stadtgebiet wäre das ein Versuch wert.

Wenn jetzt noch Chancengleichheit durch Förderung von Schülern bestände, die von den Eltern wenig Unterstützung bekommen können, und die angebliche Leistungsgesellschaft tatsächlich die wirkliche Schulleistung benoten würde, wäre die Integration der Migranten wohl möglich. Und die Integration der Kinder aus der deutschen Unterschicht gleich mit.

Würde mich mal interessieren, was die Eltern von Schülern in den Nobelvororten von Dortmund davon halten würden. Dort soll ja die Begrüßung von notleidenden Asylbewerbern besonders hoch sein. Zumindest solange man mit denen nichts zu tun hat, und nur die Mietzahlungen auf den Konten eingehen sieht, die von den ausländischen Mietern jeden Monat bezahlt werden.



Kommentar vom 29.08.2019 12:46 auf
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/bin-ich-derselbe-wie-vor-und-in-einem-jahr/

@Balanus 28.08. 11:43

„Auch wenn wir nicht wissen, wie es zu den phänomenalen Sinneseindrücken kommt, wie es also sein kann, dass feuernde Neuronenverbände mit brauchbaren Wahrnehmungen einhergehen, so kann doch insgesamt kein begründeter Zweifel darüber bestehen, dass alles im Rahmen der bekannten physikalischen Gesetzmäßigkeiten stattfindet.“

Wieso das denn? Falls es noch unbekannte physikalische Gesetzmäßigkeiten gibt, wirken die dennoch auch jetzt schon, auch wenn sie noch unbekannt sind. Ihre Aussage macht nur Sinn, falls die Physik niemals mehr was entscheidend Neues herausfinden wird.

Ich schätze die derzeitige Physik sowieso so ein, dass hier noch ganz viel unbekannt ist. Dunkle Energie, Dunkle Materie, Quantengravitation, Herkunft der Werte der vielen Naturkonstanten, Interpretation der Quantenmechanik, das sind alles interessante Forschungsgebiete.

Wenn ich jetzt spirituelle Erfahrungen in mein Selbstbild integrieren will, muss ich damit leben, dass diese Effekte schon gar nicht mit dem derzeitigem Stand der Mainstream-Physik alleine erklärt werden können. Ganz nebenbei kann man das Bewusstsein selbst schon als spirituelle Erfahrung interpretieren. Aber auch jenseits von spirituellen Erfahrungen kann die Erklärungslücke, die das innere Erleben betrifft, bedeuten, dass hier vielleicht einfach nur wichtige physikalische Details noch nicht entdeckt wurden.

Wenn Sie einfach glauben, dass da in der Physik nix mehr kommt, Ok, dann bleibt es auch bei der Erklärungslücke, das erschiene mir dann auch wahrscheinlich. Für mich aber ist gerade diese Erklärungslücke ein starkes Argument für die Existenz von noch unbekannten physikalischen Details.

Das lokale Bewusstsein als Synthese des lokalen Gehirns mit einem hypothetischem kosmischem Bewusstsein anzusehen, ist hier ein Lösungsversuch, die Erfahrung des Bewusstseins mit der Physik zu vereinbaren, ohne die derzeitigen physikalischen Modelle im wesentlichen verwerfen zu müssen. Hier reicht eine neue Interpretation der bekannten Beobachtungen.



Kommentar vom 27.08.2019 21:54 auf
https://scilogs.spektrum.de/semantische-wettkaempfe/der-wettkampf-um-luege-und-wahrheit-1989-und-2019-strategien-der-etikettierung-um-abschliessende-deutungshoheit/

@Raelo

Ist mir klar, das die Vermögenden recht kreativ sind, auch Vermögenssteuern zu vermeiden. Aber das meiste sind wohl die Immobilien, und da muss man zahlen, und man kann die Immobilien auch nicht ins Ausland verschieben. Ich denke schon, dass es sehr viel Sinn macht, Vermögens- und Erbschaftssteuern wieder einzuführen bzw. zu erhöhen. Auch Zinssteuern und Unternehmenssteuern kann man gerne erhöhen, auch wenn hier einiges vermieden werden wird. Das lohnt sich allemal, und das meiste davon wird sich eben nur teilweise auf die Preise auswirken, schätze ich.

@Robert Windhager

Ich halte überhaupt nicht jeden, der sich für weniger Zuwanderung ausspricht, für einen Ausländerfeind. Das konnte vor ein paar Jahren aber schnell jedem passieren, der sich für weniger Zuwanderung aussprach, bzw. wurden Meinungen in diese Richtung von den Medien komplett totgeschwiegen. Ich selber bin inzwischen auch für weniger Zuwanderung, weil das zumindest in Dortmund in den letzten Jahren schon zu Wohnungsnot geführt hat. Deutschland ist überhaupt eher überbevölkert, finde ich. Die Gesamtmenge ist mir zu viel, ob das jetzt Asylbewerber oder EU-Arbeitsmigranten sind ist mir persönlich egal. Das kann man aber auch anders sehen.

Ich wohne selber in einem sozialen Brennpunkt, wo in vielen Straßenzügen die Zuwanderer in der Mehrheit sind. Hier sollte man vielleicht auch die Ausländer auf alle Stadtteile besser verteilen, und vor allem in den Schulen die Kinder gut mischen. So geht Integration schneller. Gerade die Mitbürger, die sich aus Menschlichkeit für Asylberwerber einsetzen, wohnen eher in Stadtteilen, wo kaum Zuwanderer wohnen, habe ich den Eindruck.

Wenn die vielen Muslime unter den Zuwanderern tatsächlich langfristig unter sich bleiben, kann ich mir hier in Zukunft auch große Probleme vorstellen. Ich vermute aber, dass die Integration spätestens in der 3. Generation gelingt. Aber Eins ist klar: die Immobilienbesitzer freuen sich über jeden, der hier eine Wohnung sucht. Da macht die Menschlichkeit besonders Spaß.



Kommentar vom 27.08.2019 12:24 auf
https://scilogs.spektrum.de/semantische-wettkaempfe/der-wettkampf-um-luege-und-wahrheit-1989-und-2019-strategien-der-etikettierung-um-abschliessende-deutungshoheit/

@Aufgestaute Meinungen

Vielleicht haben wir zur Zeit auch den Effekt, dass manche Meinungen, die Jahrzehnte lang in den Medien unterdrückt wurden, mit den neuen Digitalen Medien jetzt an die Oberfläche sprudeln. Z.B. Ausländerfeindlichkeit oder auch Wissenschaftsfeindlichkeit sind vom Fernsehen und den großen Verlagshäusern konsequent unterdrückt worden.

Ich bin weder Ausländerfeind, noch Wissenschaftsfeind, aber ich muss mich jetzt damit auseinandersetzen. Das ist vielleicht gut so. Wir setzen uns gemeinsam mit diesen lange unterdrückten Themen auseinander, und wenn wir damit fortgeschritten sind, legt sich auch die Aufregung wieder. Hoffentlich.

Die Menschen hatten ihre Meinungen die ganze Zeit im Kopf, nur in der Öffentlichkeit kamen ihre Themen nie vor. Jetzt kann das mal ausdiskutiert werden.

@Realo 26.08. 20:56

Die Vermögenssteuern für die Lagervorräte sind ja wohl insgesamt zu vernachlässigen. Das meiste Vermögen sind Immobilien und teure Maschinen. Bei den Immobilien bestimmt der Marktpreis der Mieten den erzielbaren Erlös, wenn man hier Vermögenssteuern abzweigt, wird das erst langfristig und nur zu einem kleinen Teil auf die Mieten wirken, über etwas weniger Neubauten. Wenn man die Neubauten entsprechend fördert, am effektivstem und günstigstem kann man das einfach durch mehr Ausweisung von Bauland erreichen, dann landen die Vermögenssteuern komplett in der Staatskasse, und das gibt Spielraum Arbeitnehmer zu entlasten, ohne das im Gegenzug die Mieten steigen.

Auch Erbschaftssteuern wirken sich direkt nicht auf die Produktpreise aus, es kann nur langfristig das allgemeine Zinsniveau wegen weniger zur Verfügung stehendem Gesamtkapital erhöhen. Bei den derzeitigen Nullzinsen kein Problem würde ich sagen.



Kommentar vom 26.08.2019 12:53 auf
https://scilogs.spektrum.de/semantische-wettkaempfe/der-wettkampf-um-luege-und-wahrheit-1989-und-2019-strategien-der-etikettierung-um-abschliessende-deutungshoheit/

@Zensur

Ein Gesetz, dass die Inhalte der neuen Medien kontrolliert, hat nicht nur das Problem, dass ja irgendwer entscheiden muss, was jetzt Wahrheit, Gerücht oder eine Lüge ist. Es wäre schwer, jemanden zu finden, der das nicht sofort für seine Zwecke missbraucht, wenn er per Gesetz die Deutungshoheit bekommt. Selbst die Wissenschaft ist hier nur bedingt zu gebrauchen.

Man könnte z.B. sagen, was 75% der Wissenschaftler bestreiten, muss als Gerücht klassifiziert werden und darf nicht mehr verbreitet werden. So einig ist sich die Wissenschaft oft noch nicht mal, und auch hier gibt es Moden, die sich über die Zeit ändern, und eine Halbwertszeit von wissenschaftlichen Erkenntnissen. Und auch die Wissenschaft hat ein spezielles Weltbild, und auch spezielle Interessen.

Dazu kommt, dass man Unsinn nur diskutieren und aufklären kann, wenn man darüber redet. Wenn man ganze Bevölkerungsgruppen zum Schweigen verpflichtet, und deren Ansichten komplett aus der Öffentlichkeit raushält, wird sich hier immer mehr aufstauen, bis es sich dann am Ende doch Bahn bricht.

Inhaltskontrolle bei Veröffentlichungen ist eben sehr schwierig, und langfristig sowieso meistens nutzlos. Die derzeitigen gesetzlichen Grenzen, was als eine illegale Verbreitung gilt, reichen wohl aus, z.B. der Aufruf zu Straftaten.

Besser ist das, wenn Unsinn mehr diskutiert wird, und sich auch die Wissenschaft mehr mit den Gerüchten befasst, und so die Menschen letztlich aufklären kann.

Langfristig wird es sehr hilfreich sein, keine jungen Menschen mehr von Bildung auszuschließen. Das geht heute sehr schnell, dass man nur Hauptschule macht, wenn die Leistung nicht so gut ist, wobei hier der Status und die mangelnde Unterstützung des Elternhauses sehr viel mehr Einfluss hat, als die tatsächliche Leistungsfähigkeit des Schülers. Jeden der Zeit und Lust hat zu lernen, sollte gute Bildungsangebote bekommen, ob Jugendliche, zeitweilig Arbeitslose oder Rentner. Bildung ist das beste Mittel gegen den Unfug, der in den neuen Medien kursiert.

@Realo: „weil sich der Staat das Geld bei irgendeiner Gruppe holen muss, aber Milliardäre gibt es zu wenige im Land, und die vielen schwer arbeitenden Bauarbeiter, Krankenschwestern …. wollen nicht noch mehr zahlen“

Es gibt bei den Vermögenden durchaus sehr viel zu holen. Zinssteuern, Unternehmenssteuern, Erbschaftssteuern und Vermögenssteuern sind in den letzten Jahrzehnten immer geringer geworden. Hier ist ein riesiges Nachholpotential, dass Arbeitnehmer mit mittlerem und geringem Einkommen noch entlastet werden könnten, selbst wenn man mehr Transferleistungen zahlt.

@Anton Gutwein: „Und weil man für Nichtstun mehr kriegt, sollen auch die Löhne erhöht werden. In einer Marktwirtschaft steigen allerdings dann die Preise im gleichen Maße und alle können wieder genauso wenig kaufen wie vorher.“
Wenn nur Mittel- und Geringverdiener mehr verdienen, hat das nur einen kleineren Effekt auf die Preise, weil die meisten Kosten für die Produkte dann doch in andere Kassen gehen. Erbschaftssteuern und Vermögenssteuern haben sogar überhaupt keine Wirkung auf die Preise. Wenn man hier bei denen, die vom Staat am meisten profitieren, mal ihren Beitrag fordern würde, könnte man bei gleichen Preisen die Lohnsteuern so senken, das sich die Menschen deutlich mehr leisten können. Als wir noch die Systemkonkurrenz hatten, ging das ja auch.



Kommentar vom 25.08.2019 18:53 auf
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/bin-ich-derselbe-wie-vor-und-in-einem-jahr/

@anton reutlinger:

„Das Verstehen der Funktionsweise des Gehirns ist notwendig für das Verstehen des Denkens und Erlebens, aber es ist nicht hinreichend. Das phänomenale Erleben, d.h. die Psyche, die Gefühle und die Qualitäten der Wahrnehmungen, ist damit nicht erklärbar. Das ist ein “explanatory gap”, wie der Philosoph Joe Levine schrieb, oder wie Emil DuBois-Reymond 1872 sagte „Ignoramus et ignorabimus“ : wir werden es nie wissen. Man kann darüber nur phantasieren. Warum geben sich viele Leute mit dem Unwissen nicht zufrieden, vor allem gerade die Nichtwissenschaftler?“

Mich interessiert das einfach so sehr, dass ich hier nicht aufgeben will. Vielleicht kann man ja doch den Mikrokosmos des inneren Erlebens mit ihrer Qualia noch sehr viel genauer erforschen, als man das heute für möglich hält.

Ich habe auch den Eindruck, dass die Psychologie ziemlich chaotisch ist, weil ihre Grundlage so derart ungeklärt ist. Das wirkt sich auch in der Behandlung von psychischen Krankheiten aus, und ist damit für die Betroffenen kein Luxusproblem. Hier kann man schon froh sein, wenn der Psychologe oder Psychiater wenigstens weiß, was er nicht weiß. Hier gibt es auch immer wieder Tendenzen, das innere Erleben einfach auszublenden, und als lästigen Störfaktor zu betrachten. Damit kann man als Patient, vor allem wenn man stationär untergebracht ist, nicht gut leben.

Auch bei der Einschätzung von spirituellen Erfahrungen will man nicht zu hören bekommen, dass eben nur Halluzination seien kann, was mit den üblichen biologischen Modellen nicht mehr erklärt werden kann. Mehr Differenzierung, was gesunde Religiösität und was psychotische Anwandlung ist, wäre in der Praxis schon hilfreich.



Kommentar vom 25.08.2019 11:47 auf
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/bin-ich-derselbe-wie-vor-und-in-einem-jahr/

@Informationsverarbeitung

Information und Informationsverarbeitung in Computern ist von Menschen konstruiert und wird von Menschen programmiert. Der Verdacht, das die Begriffe Information und Informationsverarbeitung nur menschliche Konstrukte sind, ist naheliegend, aber ich schätze das so ein, dass diese Begriffe sehr wirklichkeitsnah sind. Das Funktionsprinzip dieser Maschinen ist eine eigene Realität, ist eine Möglichkeit, die die Naturgesetze bieten.

Die Begriffe Information und Informationsverarbeitung lassen sich sinnvoll auf Nervensysteme übertragen, auch wenn dort neben den Nervenimpulsen und ihrem komplexen Geschehen im ganzen Gehirn auch noch chemische Einzelheiten mitbestimmen, wie das konkret funktioniert.

Auch die DNA als Informationsträger zu betrachten, und die Zellchemie auch als Informationsverarbeitung zu interpretieren macht Sinn. Die Zellchemie verwirklicht auch den biologischen Stoffwechsel, aber das ganze System Zelle braucht auch seine interne Informationsverarbeitung, um funktionieren zu können. Und die Weitergabe und Weiterentwicklung der DNA ist zentral in der Evolution.

Der Mikrokosmos des inneren Erlebens, in dem Bewusstsein und Identität stattfinden, ist auf einer eigenen Ebene zuhause, sie ist ein Teil des gesamten Systems Mensch, und mindestens zu einem großen Teil das Endergebnis des Informationsverarbeitungsprozesses im Nervensystem. Da können dann aber noch Geisteswelten dazu kommen, sofern diese tatsächlich existieren.



Kommentar vom 24.08.2019 15:16 auf
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/bin-ich-derselbe-wie-vor-und-in-einem-jahr/

@Intelligente Informatik

Wenn man mal Programme am Computer entwickelt und programmiert hat, die so funktionieren, wie das gedacht war, ist das eine interessante Erfahrung. Man hat dann ein Stückchen Intelligenz geschaffen, das einen kleinen Zweck selbstständig erfüllen kann.

Offenbar ist Informationsverarbeitung ein Weg, Intelligenz zu erzeugen. Die Prozessgestaltung in Nervensystemen hat hier eine große Ähnlichkeit mit elektronischen Schaltungen, wenn auch eher mit der Gatterlogik vor der Einführung von der Neumannschen Prozessorgestaltung. Dennoch ist die Ähnlichkeit so groß, dass man hier ein grundlegendes gemeinsames Prinzip vermuten darf.

Gerade das Prinzip der Nervenzelle, dann irgendwann entweder zu feuern oder eben nicht, macht dann im Verband von Nervenzellen etwas sehr Ähnliches als elektronische Schaltungen.

Man könnte also grundsätzlich vermuten, dass Intelligenz von Systemen nur durch informationsverarbeitende Schaltungsmuster erzeugt werden kann. Das kann auch für die Funktionalität der Zellchemie gelten, auch hier kann im Zusammenspiel von DNA-Information und den Regelmechanismen der Zelle eine gewisse Informationsverarbeitung stattfinden. Das würde dann auch für die Bewegungsweise der Amöben anwendbar sein.

Wie hier im Blog schon gesagt, ein inneres Erleben und ein damit verbundenes Bewusstsein können wir am ehesten anderen Säugetieren zugestehen, eben weil wir selbst ein Säugetier sind. So wie wir unser Erleben eben erleben, können wir denen das zuordnen, auch wenn wir noch keine Ahnung haben, wie aus Informationsverarbeitung Bewusstsein und Identität wird. Bei Computersystemen ist das ganz anders. Wir haben nicht die Schaltlungen verstanden, die bei uns im Gehirn mit dem Bewusstsein assoziieren. Deswegen kann das prinzipiell sein, das Computer eben kein inneres Erleben haben können. Erst wenn wir die Schaltungen unseres Bewusstseins identifiziert haben, werden wir das auch Computersystemen beibringen können, vermute ich mal.

Was die andere Idee von mir, dass unser lokales Bewusstsein nur in der Synthese von unserem lokalem Gehirn mit dem kosmischen Bewusstsein möglich ist, angeht, so wäre dieses dann auch auf die Technik übertragbar, wenn wir da genug analoge Zufallszahlen in dem technischem lokalem Bewusstseinsprozess unterbringen. Aber auch hier müsste man erstmal wissen, wie unsere Gehirnschaltungen, die zum Bewusstsein gehören, funktionieren.

Was das kosmische Bewusstsein selbst angeht, kann diesem wiederum auch ein informatischer Prozess zugrunde liegen: Im Vakuum sollen ja ständig virtuelle Teilchen auftauchen und wieder verschwinden, vielleicht bildet dieses Vakuum ja selbst einen intelligenten Prozess, der auch Einfluss auf die Quantenchemie und damit auf das Geschehen in den Nervenzellen haben kann, und so zur Funktionalität unseres lokalen Bewusstsein entscheidend beiträgt.

Oder es gibt noch mal was ganz anderes, was hier dem kosmischen Bewusstsein zugrunde liegt. Ob wir „Über die Identität zu Gott, so könnte man den Weg der Erkenntnis deuten.“ kommen, wie @fliegenklatsche anmerkt, ist hier davon unabhängig, wie das kosmische Bewusstsein intern funktioniert. Spirituelle Erfahrungen funktionieren, auch wenn man nicht so recht weiß, wie sie auf kleinster Ebene zustande kommen.



Kommentar vom 22.08.2019 13:49 auf
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/bin-ich-derselbe-wie-vor-und-in-einem-jahr/

@inneres Erleben im Miteinander

Für mich ist die Existenz eines inneren Erlebens das zentrale Faktum von Bewusstsein und Identität. Auch bei Insekten, falls die ein ganz kleines inneres Erleben haben, würde ich denen dann Respekt und Mitgefühl entgegenbringen, auch wenn sie nicht das haben, was wir Bewusstsein nennen. Menschliches Bewusstsein hat dann auch was mit Wissen zu tun, was bei Insekten so nicht zu erwarten ist. Aber eine rudimentäre Innenwelt würde ich auch Mücken und Bienen zugestehen, und meinen dazugehörigen Respekt habe auch diese Tiere.

Die Biologen vermuten, dass ein Wissen um die eigene Innenwelt und eine Vermutung der Innenwelt bei Sozialpartnern zur kindlichen Entwicklung gehört. Bei einigen intelligenten Tieren vermutet man das auch. Ein wichtiger Test hierfür ist, ob sich die untersuchten Individuen selbst im Spiegel erkennen. Eine ganze Reihe von Tieren schaffen das tatsächlich, bei den bei uns in Deutschland heimischen Tieren z.B. Elstern.

Ich selbst bin mit allerlei Kleinvieh aufgewachsen, dazu gehörte auch eine zahme Elster. Ich kann nur bestätigen, das die Elster ein großes Selbstbewusstsein hatte, und auch Respekt für sich selbst eingefordert hat. Den anderen Nutztieren wie Enten und Kaninchen habe ich aber auch vollkommen selbstverständlich eine eigene Innenwelt zugeordnet, auch wenn die Elster viel eher sich ihrer Existenz und ihrer Position in den sozialen Familienbeziehungen bewusst gewesen ist. Zumindest habe ich das so wahrgenommen.

Ich vermute, dass wir erst das Konnektom entschlüsseln müssen, bevor wir wirklich wissen, was Bewusstsein ist. Bis dahin müssen wir mit unseren eigenem inneren Eindruck von uns selbst leben und arbeiten. Ich finde hier die biologischen Vorstufen zum menschlichen Bewusstsein sehr interessant, vor allem eine Existenz einer Innenwelt bei anderen Tieren, wenn auch auf eher niedrigem Wissensniveau.



Kommentar vom 19.08.2019 15:32 auf
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/wieder-n-wie-nathan-statt-n-wie-nordpol-zum-weiterwirken-von-ns-traditionen/

@Fatalismus

Leider kenne ich persönlich keinen einzigen Juden. Die sind hier nachhaltig massakriert worden. Wenn ich mir vorstelle, wie es sich als Israeli heute lebt, stell ich mir das echt schwierig vor. Inmitten von 300 Millionen Muslimen, die die Juden inzwischen hassen wie die Pest, lebt es sich da wohl sehr gefährlich. Ich kann mir hier eine Mischung aus fast verzweifelter Leistungsbereitschaft und Fatalismus vorstellen.

Gerade weil die Muslime in Krieg und Chaos versinken, und die USA nicht nur gefühlt diese Entwicklung nach Kräften fördert, sondern vermutlich auch tatsächlich. Und aus Sicht der Muslime sind die Israelis mehr Europäer bzw. ehemalige Europäer aus Amerika, als dass sie Juden sind. Also mir käme das als Araber und Muslim so vor. Sie kommen aus diesen Ländern, und bringen die hier übliche Leistungsgesellschaft mit, und genau mit dieser Leistungsfähigkeit gelingt es ihnen auch, sich militärisch durchzusetzen.

Ich frage mich, was würde ich machen, wenn ich Israeli wäre. Die wichtigste Frage wäre für mich vermutlich, wieder auswandern oder nicht, die Frage wie kann ich überleben. Allerdings bin ich selbst im Kalten Krieg auch nicht ausgewandert, habe aber tatsächlich Mitte der 80er Jahre darüber nachgedacht. Wir waren damals das vorgesehene Schlachtfeld für den anstehenden Atomkrieg, und die Wahrscheinlichkeit, dass der schon aus Versehen tatsächlich ausbricht, war wohl höher als 50%. Das war damals nicht bekannt, aber wir haben wirklich einfach nur Glück gehabt.

Genau das habe ich mir auch gedacht, vielleicht haben wir ja Glück. Und ich fühlte mich in Deutschland einfach wohl, und hatte einfach keine Lust, auf die Südhalbkugel umzuziehen, auch wenn das die Überlebenswahrscheinlichkeit für den durchaus wahrscheinlichen Kriegsfall ganz entscheidend verbessert hätte.

Heute wird es anscheinend langsam wieder gefährlicher, aber immerhin ist Deutschland nicht mehr das zentrale vorgesehene Schlachtfeld. Inzwischen bin ich auch 55, und habe mein Leben nur noch zu einem kleineren Teil vor mir.

Das wieder Aufkommen von Antisemitismus durch die neuen Medien wird wohl als Israeli auch die Lust auf Wiederauswandern verringern. Also insgesamt ist hier Fatalismus eine naheliegende Reaktion auf die reale Lage. Wie hält man das durch? Was kann man da machen? Die eigenen Atomwaffen im Ernstfall einsetzen, und einen guten Teil der Feinde wenigsten mit in den Tod nehmen? Das kann gefühlsmäßig entlasten, die Ausweglosigkeit der Lage kann man kaum ändern, aus Israelischer Sicht, scheint mir. Da muss man eben viel Glück haben, sonst geht es eben nicht.

Hier wird den Juden eine Weltverschwörung angedichtet, ausgerechnet denen, die wohl in der zur Zeit beschissensten Lage sind, die man sich vorstellen kann. Zumindest die, die in Israel leben. So viel Grausamkeit und Unrealismus sind selten. Auch gerade denen Intoleranz vorzuwerfen, die weit und breit und schon ewig die Tolerantesten sind, ist einfach nur Unfug. Sollen die ihre Religion fallen lassen, oder gar Muslime werden? Wie die Geschichte gezeigt hat, würde das nicht mal helfen. Die Sündenbockrolle, und die Lust, die Juden mal wieder auszurauben, ist vielleicht einfach zu attraktiv.



Kommentar vom 18.08.2019 13:44 auf
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/bin-ich-derselbe-wie-vor-und-in-einem-jahr/

@Elekroniker 18.08. 09:53

„Um diesem „Elend“ abzuhelfen, haben die Informatiker mit den Elektronikern „Interpreter Schaltungen“ entwickelt, die in der Lage sind, auf abstrakter Ebene befindliches, sozusagen informelle Anweisungen für einen Prozess, auf einer anderen Ebene, der definierten Hardware, zu „realisieren“.
Deshalb haben sie vermutlich auch vorgeschlagen eine eigenen „Beschreibungsebene“ (außerhalb des „Materiellen“), für das informelle Geschehen, „einzuziehen“.
Sozusagen „dieses eiserne Gesetz“ dass das “immateriell” Psychische, nicht auf Physisches wirken könne,… für die Informatik auszuhebeln. Ohne diese künstlich ausgetüftelten Mechanismen wäre dies in der Tat unmöglich.
Ich meine halt, die Biologen und die Physiker/Chemiker sollten sich beeilen um diesen biologischen „Interpretermechanismus“ zu erklären.“ (Zitat ende)
Das erscheint mir als gute Analogie zum Bewusstsein-Gehirn-Problem, das vielleicht erst geklärt werden kann, wenn das Konnektom entschlüsselt und im Supercomputer simuliert werden kann.
Ohne Programmiersprachen kann kein Mensch vernünftig Programmieren. Und ohne die Intelligenz des Programmierers hat die ganze Technik keinen Sinn. Ich meine analog, dass ohne eine eigene psychische Existenz Bewusstsein nicht arbeiten kann. Das Gehirn alleine ist nicht intelligent genug und kann alleine kein Bewusstsein entwickeln. So zumindest meine Vermutung.

Als Schnittstelle können die nicht determinierten Zufallsvorgänge in der Quantenwelt dienen. Quantensysteme bilden einen Superpositionszustand, der regelmäßig zusammenbricht und dann erst messbare Fakten produziert, die dann wieder die Basis für neue Superpositionszustände bilden. So setzt sich der sich wandelnde Superpositionszustand durch die Zeit fort, und bildet im Fortschreiten der Gegenwart Komplexe mit der lokalen Umgebung.

Die Idee vom kosmischen Bewusstsein ist jetzt, das dieser Superpositionszustand eine gewisse eigene Intelligenz besitzt und die scheinbar zufälligen messbaren Fakten nicht rein zufälllig sein müssen, sondern auch auf die Zukunft hin gezielt intelligent gesteuert sein können. Das geschieht potentiell überall im Kosmos, aber gerade da, wo es am nötigsten ist, im menschlichen Gehirn z.B., dann ganz besonders.

Ich vermute eben, dass das Gehirn alleine gar kein Bewusstsein entwickeln kann. Wenn wir mal ein Gehirn entschlüsselt und im Supercomputer simuliert haben, wird man diese Frage klar beantworten können. Entscheidend ist dann, wie die Zufallsvorgänge – die hier reichlich vorkommen - in der Simulation realisiert werden. Nimmt man mathematisch generierte Pseudozufallszahlen, wird das Konnektom nicht aufwachen, aber wenn man quantenphysikalich generierte Zufallszahlen, z.B. aus einer analogen Fernsehkarte, verwendet, dann kann der Geist wie im echten Gehirn dazukommen, und die Simulation wacht auf und entwickelt ein Wachbewusstsein.

Wenn man denn alles richtig gemacht hat. Wenn wir Glück haben, reicht hier ein Mäusegehirn. Das kann zwar nicht sprechen und sagen, wie es sich selbst erlebt, aber ob es wach ist oder bewusstlos ist, lässt sich ja einfach feststellen.

So kann der Geist dann tatsächlich auf den Körper einwirken. Ohne Gehirn oder Gehirnsimulation geht es nicht, aber ohne Geist auch nicht. Dann ist unser lokales Bewusstsein eine Synthese unseres lokalen Gehirns mit dem kosmischen Bewusstsein.

Nebenbei sehr interessant erscheint mit hier die Konstruktion von komplett künstlichen Computersystemen, die künstliches Bewusstsein haben können. Wenn das wie beschrieben funktioniert, und man lernt zu verstehen, wie das bei Mäusen konstruiert werden muss, das der Geist dazu kommen kann und das Ganze Wachbewusstsein entwickelt, dann wird das in der Technik einsetzbar. Dann kann man Roboter mit „Seele“ bauen.



Kommentar vom 16.08.2019 16:40 auf
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/bin-ich-derselbe-wie-vor-und-in-einem-jahr/

@Martin Holzherr 16.08. 16:13

„Sie sollten versuchen das Beobachtete mit minimalen Annahmen zu erklären.“
Genau das mache ich doch. Das lokale Bewusstsein als Synthese des lokalen Gehirns mit dem kosmischen Bewusstsein zu erklären ist doch ein Versuch, spirituelle Erfahrungen verschiedenster Art und die eigene Selbsterfahrung als existentes Bewusstsein zusammen möglich einfach zu beschreiben. So kompliziert ist das doch gar nicht.



Kommentar vom 16.08.2019 14:07 auf
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/bin-ich-derselbe-wie-vor-und-in-einem-jahr/

@Identitätsvorstellungen

Ich bin etwas überrascht, dass die Identitätsvorstellungen sich doch wesentlich unterscheiden können. Herr Holzherr meint, das er einen Teleporter überleben kann, gerade weil seine Identität sowieso nur aus seiner Hirntätigkeit heraus existiert. Ich meine, dass ich auch einen Teleporter überleben kann, aber gerade weil mein Bewusstsein durch meine Synthese mit einem kosmischen Bewusstsein an andere Orte übertragbar ist, wenn dort ein baugleiches Gehirn zur Verfügung steht.

Immerhin würden wir also beide womöglich einen Teleporter benutzen. Obwohl ich da doch ein gewisses Misstrauen bei hätte.

Unsere Identitätsvorstellung entstehen wohl mit der Zeit. Als erstes lernen wir, dass wenn wir ein Spielzeug kaputt gemacht haben, dass es dann morgen immer noch kaputt ist. Dann wachsen wir von Kind auf in die Rolle hinein, dass wir in Zukunft für Dinge verantwortlich gemacht werden können, die wir angestellt haben. Wir müssen also aufpassen, was wir machen, und uns stets Gedanken darüber machen, welche zukünftigen Folgen das für uns haben kann.

Dass wir uns über die Zeit auch mal erheblich ändern können, und vieles zu andern Zeiten ganz anders sehen, und auch anders Handeln würden, ändert nichts daran, dass unser Handeln neben den direkten Folgen auch rechtliche Folgen haben kann.

Immerhin ist der Gesetzgeber auch mal weniger streng. Als Minderjährige sind wir strafunmündig, und die meisten Straftaten verjähren auch irgendwann. Auch wenn wir große Vermögensschäden angerichtet haben, haften wir nur mit dem was wir haben, und dürfen in jedem Fall das Existenzminimum behalten. Inzwischen gibt es sogar die Privatinsolvenz, dass wir nach einigen Jahren mit vorbildlichem Verhalten unsere Schulden sogar wieder ganz los werden können. Dann gibt es auch noch die GmbH, hier können wir Riesensummen in den Sand setzen, und haften nur mit der Einlage.

Im Falle von psychischen Krankheiten kann es auch passieren, dass wir für angerichtete Schäden nicht haften müssen. Hier erkennt auch der Gesetzgeber an, dass es psychische Ausnahmesituationen geben kann, in denen wir die Folgen unseres Handeln nicht mehr richtig einschätzen können. Daraus ergibt sich dann aber auch die Konsequenz, dass wir uns unter Umständen Zwangsbehandeln lassen müssen.

Wie überhaupt und in den Grauzonen dazwischen, ist unsere Identität durchaus im Wandel, wir ändern uns mit der Zeit, entwickeln uns, und sind uns auch nicht darüber einig, wer wir überhaupt sind. Von Innen wie von außen betrachtet, wir leben, und bilden einen kleinen Kosmos, der die Welt in uns abbildet.

Das beteiligte Gehirn soll ja auch komplizierter als das Universum sein – wobei ich mir nicht sicher bin, ob bei dieser Aussage klar ist, wie kompliziert das Universum mitsamt eines eventuellen kosmischem Bewusstseins wirklich ist. Das könnte dann doch etwas mehr sein, als der derzeitigen so gerne reduzierenden Wissenschaft lieb ist. Andererseits wird es bei Vorhandensein von funktionierender Intelligenz dann auch schnell wieder einfacher, weil diese Intelligenz Lösungen sucht und oft auch findet.



Kommentar vom 15.08.2019 19:10 auf
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/bin-ich-derselbe-wie-vor-und-in-einem-jahr/

@Martin Holzherr 15.08. 18:00 Teleportertod

„Zur Teleportation: Wenn ein Teleporter das Original vernichtet, dann ist tatsächlich nicht nur der Körper sondern auch das Bewusstsein des Originals vernichtet. Grund: Vernichtung im Teleporter bedeutet Tod und Tod bedeutet auch Tod des Bewusstseins. Doch der Mensch, der bei der Teleportation vernichtet wird muss das nicht mitbekommen: Schliesslich wissen sie selbst ja auch nicht, was alles passiert während sie gerade beim Blinzeln die Augen schliessen.“

Der Mensch, der bei der Teleportation vernichtet wird, bekommt in Zukunft gar nichts mehr mit, weil er pulverisiert ist. Der neue Mensch, der synthetisiert wird, der glaubt fälschlicherweise, dass seine gespeicherte Vergangenheit die seine ist. Und wenn er weiß, das er eine Teleporterproduktion ist, würde er sich dessen auch bewusst sein.

Das ist doch wie mit jedem Objekt, das man zerstört, und dann neu herstellt. Das ist nur das Baugleiche, nicht das selbe. Das da ein Bewusstsein drin steckt, ändert da nichts dran. Bewusstsein A kaputt, Bewusstsein B neugebaut. Das ist ja wie bei einem Auto mit eingebautem Computer. Wird das verschrottet und wieder baugleich neu gebaut, wird auch ein neuer Computer dabei sein. Das einzige das bleibt, sind die Daten, die der Computer in der Cloud gesichert hatte. Es sei denn, der Computer wird vor der Verschrottung ausgebaut und im Neuwagen wieder eingebaut. Dann ist nur das Auto neu.

Eine Konstanz des identitätsgleichen Bewusstseins bei Teleportationen wäre mit einer Beteiligung des kosmischen Bewusstseins allerdings denkbar, so wie es auch der ersten Intuition zum Thema Transportertod entspricht.

Würden Sie sich tatsächlich über Nacht hinrichten lassen, wenn Sie wissen, das ein baugleiches Duplikat am nächsten morgen von ihnen hergestellt wird?

@„Das Bewusstsein ist sogar jedesmal weg, wenn sie schlafen. Wenn sie aufwachen kommt es wieder.“

Aber am morgen bin ich das aber wieder, und nicht jemand anderes, der nur glaubt, dass er ich bin. Deswegen kümmer ich mich auch um mein Leben, und gucke dass auch morgen mein Kühlschrank voll ist und ich noch Teebeutel im Schrank habe. Wenn ich das morgen nicht wäre, könnte mir das doch egal sein, ob für das Frühstück gesorgt ist.



Kommentar vom 15.08.2019 15:42 auf
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/bin-ich-derselbe-wie-vor-und-in-einem-jahr/

@KRichard 15.08. 13:14

Ich meine nicht, dass wir ein vom biologischen Körper unabhängiges kosmisches Bewusstsein haben. Ich denke da an eine Synthese des biologischen Gehirns mit dem kosmischen Bewusstseins, dass dann das zu beobachtende lokale menschliche Bewusstsein bildet. Ohne Gehirn also kein lokales menschlichen Bewusstsein. Mord würde das Aus für dieses lokale Leben bedeuten, und damit alles andere als nur Sachbeschädigung sein.

Die Eigenexistenz des kosmischen Bewusstseins ist bei meiner Idee nicht das menschliche lokale Bewusstsein. Christen würden dazu sagen, das Gott und die einzelne menschliche Seele nicht dasselbe sind.

@Martin Holzherr 15.08. 14:14 Teleportertod

„Es ist doch genau umgekehrt: Wenn das Bewusstsein nicht an das Material (an meinen Körper) gebunden wäre, dann könte es nicht zum Zielort kommen. Ist das Bewusstsein aber an meinen Körper gebunden, dann wird es mit dem Körper teleportiert.“

Wie stellen Sie sich das vor, wie das Bewusstsein von dem alten zu dem neuen Körper springt? Der im Teleporter vernichtete substanzielle Bewusstseinsträger, der Körper, woher weiß der, wo er den neuen Körper am Zielort finden kann? Wenn irgendwo was genau Gleiches auftaucht, dann kann doch ein ganz an Material gebundenes Bewusstsein davon überhaupt nichts mitbekommen. Mit der Vernichtung im Teleporter ist es weg. Auch wenn hunderte neue Kopien hergestellt werden.

„Zur Teleportation: Wenn das Original und das Teleportat beide am Leben bleiben, dann sind bei einer perfekten Teleportation im ersten Moment beide identisch – außer dass sie sich nicht am selben Ort befinden“.
Von außen gesehen ja, aber von innen gesehen hat doch jeder der beiden Körper eine original eigene Innenwelt. Ab sofort, und in der Existenz der jeweils eigenen Innenwelt lebt auch jeder für sich weiter und die beiden entwickeln sich für sich in eigener Weise weiter, blieben sich dabei anfangs aber wohl sehr, sehr ähnlich. Es sind aber zwei, ab sofort.



Kommentar vom 15.08.2019 12:03 auf
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/bin-ich-derselbe-wie-vor-und-in-einem-jahr/

@Martin Holzherr Endgültig bekannte Naturgesetze

Dass den Messungen der Physiker im wesentlichen vertraut werden kann, denke ich auch. Aber dass die Theorien dahinter sich auch noch wesentlich ändern können, damit rechne ich durchaus. Wie in ihrem Beispiel mit der Gravitationstheorie von Newton und Einstein. Dass hier noch ganz andere Gravitationstheorien gedacht und getestet werden, ist meines Wissens zur Zeit in der Physik im Gange. Dass die Bewegungen der Sterne in den Galaxien sich in den äußeren Bereichen mit der beobachtbaren Masse nicht verträgt, hat dazu inspiriert, hier eine Dunkle Materie zu postulieren.

Dass diese trotz intensiver Bemühungen immer noch nicht entdeckt werden konnte, hat dazu angeregt, auch die Gravitationsgesetze noch mal zu überdenken. Zur Zeit scheint die Idee von der Dunklen Materie wahrscheinlicher zu sein. Fakt ist aber, dass es doch auch daran liegen kann, dass die Gravitationsgesetze auf Entfernungen in Galaxiengröße doch andere sind, wie Newtons und Einsteins Theorien das besagen.

Die Messungen von Gravitation auf kleineren Scalen liegen hier immer richtig, aber auf großen Scalen könnten hier andere, noch unbekannte Effekte zum tragen kommen. Das kann auch noch auf ganz andere Gravitationsgesetze hinauslaufen, die nur auf den großen Scalen wirksam werden.

Genauso kann sich auch ein kosmisches Bewusstsein noch in der Welt verstecken, ohne dass das in den Messungen der Physiker bisher aufgefallen wäre. Ich kann nicht nachvollziehen, wieso das unmöglich sein soll. Den physikalischen Gesetzen widerspräche das nicht, nur deren Extrapolationen auf Bereiche, die noch gar nicht untersucht worden sind. Mit dem kosmischen Bewusstsein wäre auch unser lokales Bewusstsein als Synthese unseres Gehirns mit diesem kosmischen Bewusstsein eine reale Möglichkeit.

@Konstanz der Identität

Ich hatte auch mal eine Science-Fiction-Kurzgeschichte über Teleportationsgeräte gelesen. Weiß leider nicht mehr von wem die war. Jedenfalls wird man da in den Geräten Atomgenau aufgezeichnet, komplett zerstört, dann die Daten übertragen und am Ende wieder Atom für Atom nach Plan zusammengesetzt. Hier gibt es auch Probleme, wenn versehentlich 2 Kopien gemacht werden, dann hat man 2 Personen, die sich um das Bankkonto und die Frau streiten. Aber der Erzähler der Geschichte macht sich ganz andere Gedanken: im wird klar, dass das Benutzen des Teleporters den sicheren Tod bedeutet. Er hat das schon oft gemacht, denn in seiner Zeit ist das Benutzen des Teleporters so normal wie bei uns heute das Fliegen.

Dem Erzähler wird klar, dass sein Leben erst begann, als er das letzte Mal aus dem Teleporter heraus kam. Obwohl alle alten Erinnerungen von Zeiten davor ununterscheidbar genauso echte Erinnerungen sind, stammen sie nicht aus seinem Leben.

Man stelle sich vor, der Teleporter scannt einen, zerstört den Körper und die Daten gehen verloren: Hier ist die Sache eigentlich sonnenklar: man ist dann tot und weg. Was ändert das aber, wenn ein Körper an einem anderen Ort mit den selben Eigenschaften wieder aufgebaut wird? Wie soll denn diese Wiederauferstehung funktionieren? Wenn das Bewusstsein an das Material gebunden ist, kann es nicht zum Zielort kommen. Was da entsteht, ist zwar ein Bewusstsein, das sowohl von außen gesehen als auch vom neuem Ich aus gesehen genauso aussieht wie das alte vor der Teleportation, es kann aber trotzdem unmöglich ich sein. Ich bin dann auf jeden Fall tot.

Soweit diese Geschichte. Mit meinem Modell mit der Synthese mit dem kosmischen Bewusstsein, kann das anders ausgehen. Da der geistige Teil des Bewusstseins das Bewusstsein erst ausmacht, und dieses kosmische Bewusstsein auch am Zielpunkt der Teleportation genauso vorhanden ist, könnte man da selber ganz normal weiterleben. Nur bei Datenverlust wäre man auch tot, dann wäre ja für die Synthese kein Gehirn mehr da.

Trotzdem wäre mir ganz komisch dabei, und ich würde solche Geräte lieber nicht benutzen. Und bei einer Verdopplung? Wahrscheinlich ist man dann echt doppelt. Wie ist das denn jetzt? Könnte lustig sein, noch besser als bei eineiigen Zwillingen. Wie Herr Schleim schon sagt, die Intuition ist für sowas nicht wirklich ausgelegt.



Kommentar vom 14.08.2019 13:04 auf
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/bin-ich-derselbe-wie-vor-und-in-einem-jahr/

@Martin Holzherr 14.08. 06:21

Wirkungen in der realen Welt sind auch dann in der realen Welt vorhanden, wenn sie von der Geisteswelt verursacht werden. Inwieweit die Geisteswelt einfach zur Wirklichkeit dazugehört, ist zur Zeit einfach nur nicht bekannt. Nur weil die Physiker sich damit einfach nicht befassen, ist damit nicht nachgewiesen, dass da nichts dran ist.

Für mich ist die reale Welt nicht nur Bühne für Aufführungen der geistigen Welt, auch wenn aus meiner Sicht geistige Effekte dazu gehören. Ich glaube das nicht, weil ich das glauben will, sondern weil mir meine Erfahrungen das nahelegen. Aberglaube ist was anderes, meine ich.

Ich denke auch, dass viele Wunderberichte eher mit Halluzination oder Betrug zu tun haben, und glaube schon gar nicht alles, was hier erzählt wird oder in der Bibel steht.

Was die Parapsychologie angeht, so hat diese meines Wissens durchaus einiges nachgewiesen, unter anderem mein Beispiel mit den schrecklichen Unfallbildern. Dass die Parapsychologie von vielen Wissenschaftlern von vorn herein ignoriert wird, weil nicht sein kann, was nicht sein darf, ist auch nichts Neues.

Eine Distanzierung von Religion und esoterischen Geschäftemachern kann ich gut nachvollziehen, aber das Kind mit dem Bade auszuschütten, und damit wesentliche Aspekte der menschlichen Existenz zu ignorieren, ist hier nicht erforderlich.

Ich finde das Thema jedenfalls interessant. Wem hier nichts fehlt, der soll doch dann damit zufrieden sein.



Kommentar vom 13.08.2019 14:50 auf
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/bin-ich-derselbe-wie-vor-und-in-einem-jahr/

@Martin Holzherr „Es gibt keine Information ohne Informationsträger.“

Offensichtlich kennen Sie keine Information ohne Informationsträger, und glauben, dass es auch keine Information ohne Informationsträger gibt.

Nur aus der Schwierigkeit, jegliche Information ganz der materiellen Welt zuzuordnen, würde ich auch noch nicht schließen, dass es eine eigene Art Geisteswelt für Informationen gibt. Aber das Erleben von „Wundern“ legt etwas reales Geistiges hinter dem normalerweise gesetzmäßigen oder rein zufälligen Verlaufes der Wirklichkeit nahe.

Wenn Sie jetzt auch glauben, dass alle Wunderberichte irgendwo zwischen Halluzination und Betrug einzuordnen sind, dann haben Sie offenbar mit dem Thema nichts zu tun.

Zu der anderen Frage hier im Blog, ob man mit üblichen materiellen wissenschaftlichen Methoden geistige Effekte nachweisen kann, da würde ich sagen, dass das selbstverständlich möglich ist, wenn man entsprechende Abläufe identifiziert, die hinreichend regelmäßig auftreten:

In der Fernsehsendung „Mysterien des Weltalls“ wird ein interessantes Experiment erwähnt: Versuchspersonen sitzen vor einem Computerbildschirm, auf dem nach und nach verschiedene Bilder gezeigt werden. Entweder normale unauffällige Fotos, oder aufwühlende Fotos von schrecklichen Unfällen. Die Versuchspersonen sind verkabelt, und die physiologischen Parameter werden kontinuierlich aufgezeichnet. Jetzt kann man die Reaktionen auf die schrecklichen Bilder ganz klar erkennen, alle Stressmarker in der Messung schießen nach oben. Das ist noch ganz normal, und zu 100% ohne irgendetwas physikalisch Unbekanntes erklärbar. Was jetzt aber in den aufgezeichneten Daten noch regelmäßig beobachtet wurde, ist, dass die Anfänge der Stressreaktion schon eine halbe Sekunde vor dem Erscheinen eines schrecklichen Bildes einsetzten, obwohl der Proband bei keinem Bild wissen konnte, was ihn erwartet.

Wir haben hier eine physiologische Reaktionen von Nervensystemen auf ein Faktum, dass dem erst in Zukunft bekannt wird. Die einen meinen, hier wandert Information aus der Zukunft in die Gegenwart, ich meine, dass hier die Geisteswelt die Probanden ein Stück weit vorbereitet, um den Schrecken durch die schrecklichen Bilder abzumildern. Wie dem auch sei, der Physik sind diese Effekte nicht erklärlich. Offenbar fehlen hier der Wissenschaft noch wesentliche Teile der Wirklichkeit, die ganz klar sogar mit unserem alltäglichem Leben zu tun haben. Die weiteren Folgen für die physikalischen Gesetze sind eben auch, dass hier noch wesentliche Teile der Wirklichkeit nicht erfasst werden.

Hier hat man einen Effekt gefunden, der zwar einem Wunder gleichkommt, aber eben regelmäßig auftritt, deswegen ist dies ausnahmsweise auch mit wissenschaftlichen Methoden erfassbar. Die ganzen anderen Wunder im Leben kommen meistens nur unregelmäßig daher, und dann auch noch gerne recht versteckt. Die kann man zwar als Individuum sehr gut kennen, wenn sie im eigenen Leben fast täglich dazu gehören, aber der Wissenschaft sind sie mit den üblichen Methoden nicht gut zugänglich. Für die eigene Auffassung von Wirklichkeit ist aber auch diese unregelmäßige Art von Evidenz nicht mehr abweisbar.

Was die Einschätzung von Atheismus und Materialismus angeht, handelt es sich hier offenbar um Glaubensformen, und nicht um eine Abwesenheit von Glauben. Unter Wissenschaftlern sind diese Glaubensformen wohl verbreitet, und damit in jedem Fall mehrheitsfähig. Mehrheitsmeinung und Wirklichkeit sind aber verschiedene Sachen.



Kommentar vom 11.08.2019 16:11 auf
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/bin-ich-derselbe-wie-vor-und-in-einem-jahr/

@little Louis 11.08. 15:05

„Ohne (zu) tief in SF- Spekulationen oder in nahöstlichen Mystizismus zu verfallen könnte es doch (durchaus realphysikalisch) durch aus ” Irgend-etwas !” geben das als Träger von Information oder Basis von Informationsverarbeitungs-“Prozessen” dient, aber (zur Zeit) physikalisch (noch ?) nicht bekannt ist.“

Ich bin auch ein Freund von realphysikalischer Konsistenz, nehme aber spirituelle Erfahrungen zur Kenntnis, auch meine eigenen, und bin auf der Suche, dieses unter einen Hut zu bekommen.

Auf die Frage, „Was wäre denn eine konkrete Alternative zu der gegenwärtigen Systematik in der Physik?“ habe ich am 01.05.2019 in einem anderen Blog dazu was geschrieben:

https://scilogs.spektrum.de/quantenwelt/die-symmetrie-der-bewegung/#comment-36727

(ich hoffe, dieser Link funktioniert)

Dies wäre ein Vorschlag für eine eigene physikalische Informationsverarbeitung in der Wirklichkeit. Soweit ich das beurteilen kann, wäre dieses mittelmäßig spekulativ und auch nur mäßig mystizistisch.



Kommentar vom 11.08.2019 13:56 auf
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/bin-ich-derselbe-wie-vor-und-in-einem-jahr/

@little Louis Wellen auf Flüssen

„Oder:
Was weist darauf hin, dass Gedanken keine (zeitlich variablen) Zustandsformen biologischer Strukturen (bzw “Materie”) sind, dass sie also KEINE Prozesse auf einem “Prozessor” sind?“

Ihr Modell mit dem Fluss, dessen Oberflächenwellen durch die Bewegungen des flüssigen Wassers erzeugt werden, passt hier gut. Das fließende Wasser ist die Gesamtheit der neurologischen Prozesse - wie immer die jetzt sind – und die Wellen der Wasseroberfläche entsprechen dem Bewusstsein, also der subjektiven inneren Erfahrungswelt eines Menschen.

Was ist, wenn jetzt Wind dazukommt, aus der Luft außerhalb des Wassers? Wind ist kein Wasser, und im Modell entsprechend nicht der neurologische Prozess.

Dass Bewusstsein ist immer noch Wellen auf dem Wasser, die werden neben den Wasserströmungen aber auch vom Wind über der Wasseroberfläche angetrieben. Wenn Sie als Angler am Wasser stehen, und es ist windstill, können sie genau beobachten, wie die Strömung mit der Wasseroberfläche spielt. Aber sobald ein Windstoß kommt, kräuselt sich das Wasser, und an der Kräuselung selbst sieht der Angler sofort, dass hier Wind im Spiel ist, auch wenn er den Wind selbst gar nicht auf der Haut spürt.

Es gibt anscheinend viele Menschen, die noch nie Wind erlebt haben. Und es gibt Menschen, denen Wind schon mal begegnet ist, oder die sogar täglich mit Wind über ihrem eigenen Fluss zu tun haben.

Die Wasseroberfläche ist eben nicht nur oberhalb des Wassers, sondern eben auch unterhalb der Luft über dem Wasser. Wenn ich von einer Synthese des lokalen Gehirns mit dem kosmischen Bewusstsein rede, dann meine ich gerade, dass die Wasseroberfläche eben eine Grenzschicht sein muss, ohne die Luft darüber gibt es gar keine Oberfläche, und damit auch keine Wellen.

Unübersehbare Kräuselungen durch Windstöße können Gefühle der Verbundenheit mit der Natur sein, Inspirationen, die richtig was bringen, Vorahnungen, die richtig hilfreich sind, und auch ein Miteinander unter Menschen, das wirklich Eines ist.

Wer in einer Windstille lebt, lebt aber auch, das ist kein Thema. Jedoch ohne die Luft über der Oberfläche des Flusses kann es überhaupt keine Wellen geben, auch wenn die Wellen wegen persönlicher Windstille über dem eigenen Fluss allein von den Wasserströmungen verursacht werden.

Hier kann es auch eine wesentliche Rolle spielen, wieviel Strömung der eigene Fluss hat. An einer Stromschnelle wird man vom Wind nichts bemerken, und nur wo das Wasser ganz ruhig ist, sieht man auch die leichtesten Windregungen. Deshalb zieht sich Mensch auch gerne zeitweise zurück, und übt sich in Ruhe, wenn er spirituelle Erfahrungen machen möchte.



Kommentar vom 09.08.2019 17:51 auf
https://scilogs.spektrum.de/klimalounge/warum-ein-co2-preis-gerecht-und-notwendig-ist/

@Eulenspiegel

Klar ist hier die ganze Energiewende in Gefahr, wenn keine neuen Windräder im Hinterland aufgestellt werden. So kommen die Kraftwerksbetreiber doch noch zum ersehnten und äußerst lukrativen Weiterbetrieb ihrer abgeschriebenen Atomkraftwerke. Die Konsequenz daraus ist meiner Meinung aber, dass wir Parteien wählen müssen, die eben die Baugenehmigungen für die Windräder gegen die Interessen der Kraftwerksbetreiber durchsetzen.

Wenn Strom auch für einen guten Teil der Fahrzeuge und auch zum Heizen verwendet wird, reduziert sich doch das Problem mit dem direkten Speichern von Strom immer mehr. Synthesegas zum Heizen kann in bestehenden unterirdischen Gasspeichern soweit ich weiß über Monate gespeichert werden, und die E-Autos können zu einem guten Teil nur dann aufgeladen werden, wenn gerade Strom im Netz dafür da ist. Dafür brauchen wir ja die smarten Stromzähler.

Die alten Atomkraftwerke können nur als Grundlast laufen, dass passt überhaupt nicht zu einem Vollausbau von erneuerbaren Energien. Die Atomkraftwerke würden dann vor allem meistens noch mehr Überschussstrom erzeugen. Hier sind die Gaskraftwerke sinnvoll, weil diese schnell rauf und runtergefahren werden können und eben auch mit dem gespeicherten Synthesgas laufen können.

An ihrer verlinkten Grafik

https://www.energy-charts.de/power.htm?source=all-sources&year=2019&month=7

viel mir auf:

Hier sehe ich einen guten Teil an Bio-Masse-Strom. Soweit es sich dabei im brennbares Gas handelt, könnte man dieses ins normale Gasnetz einspeisen, und dann mit in den Gasspeichern speichern. Das würde weiter den Bedarf an direktem Speichern von Strom reduzieren. Die Speichertechnik, die wir gar nicht haben, brauchen wir gar nicht, wenn wir alles konsequent nutzen, was sich hier bietet. Allem voran die Baugenehmigungen für Windkraft im Hinterland.



Kommentar vom 09.08.2019 15:59 auf
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/bin-ich-derselbe-wie-vor-und-in-einem-jahr/

@Elektroniker

Neben absoluter Wahrheit gibt es auch recht sichere Erkenntnisse, oder eben recht unsichere Erkenntnisse. Mehr geht eben in vielen Bereichen nicht. Die Konsequenz daraus ist, das man offen und flexibel bleiben muss. Wissenschaftliche Erkenntnisse haben je nach Fachgebiet ihre Halbwertszeiten, und besser ist das, wenn neue Erkenntnisse sich nicht erst dann durchsetzen können, wenn die Träger der alten Erkenntnisse ausgestorben sind.

Was die „flächigen End- bzw. Zwischenstrukturen bei Gehirnorganen“ angeht, müssten die ja eben so verknüpft sein, dass sie das „Hirnkino“ bilden können. Mein Problem ist hier eben diese Kinoverknüpfung, da fällt mir einfach gar nichts zu ein, wie das möglich sein soll.

Wenn das kosmische Bewusstsein das lokale persönliche Bewusstsein mitbildet, kann es als Geistesding natürlich einfach die Informationen aus dem Gehirn ziehen, die es genau für das Hirnkino braucht, und sich auch noch Elemente aus der Umgebung außerhalb des Gehirn dazu suchen, und diese mit integrieren. So wäre dann die Erklärung für Nahtoderlebnisse nebenbei auch gegeben. Wenn wir wissen wollen, wie das aber wirklich funktioniert, brauchen wir die genaue Verschaltung eben des Konnektoms.

@Schleim Konnektom

Ich selbst denke auch, dass das noch länger als 50 Jahre dauert, bis Hirnforscher wirklich simulierbare Konnektome wenigstens von Mäusen aufzeichnen können. Die bisherigen Hirnscanner, die nur Hirnregionen identifizieren, die gerade aktiv sind, reichen hier natürlich zu kaum was. Man muss eben unbedingt wissen, wie das da konkret verschaltet ist und wie das im allerkleinsten Detail funktioniert. Man muss ja nicht nur die Nervenbahnen und die Synapsen alle aufzeichnen, sondern auch wissen, wie die Nervenzellen selber im konkreten Informationsverarbeitungsprozess reagieren. Und wir müssen wissen, wie, wo und warum genau neue Synapsen gebildet werden. Sonst hat man nur ein Moment-Konnektom, dass in der Supercomputersimulation vielleicht ein Bewusstsein entwickelt, aber vollkommen lernunfähig ist.

Dennoch scheint mir hier zur Zeit nur der Weg der vollständigen Kartierung aller Details zur Verfügung zu stehen, um der Sache wirklich auf den Grund zu gehen.

Derweil können wir auch gerne noch weiter daran arbeiten, Bewusstsein mit philosophischen und psychologischen Mitteln genauer zu erfassen. Wir wollen uns ja auch jetzt schon gerne verstehen, und können hier sicherlich noch eine Menge zum Thema Bewusstsein lernen, auch mit psychologischen Mitteln. Gerade bei der Behandlung von psychischen Krankheiten wird zur Zeit zuviel in die biologischen Richtung geforscht, und dagegen vor allem die soziologische Perspektive vernächlässigt. Konkrete Hilfe auf dem Sektor Arbeit und auf dem Sektor soziale Verachtung von psychisch Kranken ist wichtiger als noch ein neues Neuroleptikum.

@KRichard: „So ist mein Wissensstand – dies bedeutet aber auch, dass man immer noch nicht genau weiß, was ´Bewusstsein´ überhaupt ist, bzw. ob man ein ´Bewusstsein´ überhaupt braucht.“ In der unrühmlichen Geschichte der Psychiatrie wurden psychisch Kranke tatsächlich regelmäßig als seelenlose Objekte mißhandelt, entwertet und zuweilen auch verstümmelt, oder sogar gleich umgebracht. Bewusstsein bei psychisch Kranken einfach wegzulassen, weil man es sich nicht schon sowieso nicht erklären kann, ist glaube ich eine ziemlich grausame Lösung.



Kommentar vom 09.08.2019 00:05 auf
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/bin-ich-derselbe-wie-vor-und-in-einem-jahr/

@Stefan Schleim Bewusstsein

Eine befriedigende Erklärung, wie Bewusstsein im Gehirn konkret abläuft, habe ich auch noch nie gehört, weder von Psychologen noch von Psychiatern. Ich warte hier gespannt auf die Gehirnforscher. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, wie meine gelebte Innenwelt, also mein Bewusstsein, aus wie auch immer synchronisierten Nervenimpulsen alleine bestehen soll. Wie kommen diese Impulse zusammen zu diesem inneren Bild von der Welt, die ich gerade in meinem Dasein erfasse? Wo ist hier der Bildschirm, auf dem das sichtbar wird, und wie soll das funktionieren?

In meiner Idee von der Synthese mit dem kosmischen Bewusstsein habe ich das Problem einfach in den Geist ausgelagert – wie der konkret aussieht, weiß ich zwar auch nicht, aber dem trau ich das eher zu, als den Hirnimpulsen alleine. Und eins ist aber Fakt: wir haben ein Bewusstsein, eine wirkliche Innenwelt. Das „Wunder der Seele“ eben.

Warten wir einfach ab, was die Hirnforscher noch herausfinden. Haben wir mal ein ganzes Konnektom erfasst, und können das im Supercomputer laufen lassen, werden wir spätestens dann feststellen können, ob das Ding ohne geistige Unterstützung wach wird und eine Innenwelt entwickelt oder nicht. Das würde mich dann vermutlich auch überzeugen. Aber noch ist diese Frage für mich offen.

Zur Frage, dass wir uns weniger veränderlich wahrnehmen, als wir uns wirklich verändern: wenn wir eine kosmische Seite haben, und diese sich nicht ändert, trägt das sicher dazu bei, dass wir uns eher unverändert wahrnehmen.

Ein anderes Thema: Im Miteinander mit verschieden Menschen stelle ich bei mir fest, dass je nachdem, mit wem ich gerade zu tun habe, ich mich so auf den anderen einstelle, das ich mich dann auch selbst anders wahrnehme. Als soziales Wesen lebe ich offenbar auch in meiner sozialen Umgebung.



Kommentar vom 08.08.2019 17:19 auf
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/bin-ich-derselbe-wie-vor-und-in-einem-jahr/

@Änderungsgeschwindigkeit

„Wir bleiben derselbe weil unser Nervensystem nur weiterwächst, und das eben über die Zeit nur langsam.“ Damit meine ich, dass wir im Prinzip immer eine Art wachsendes Gewächs sind, wie ein Baum der immer größer wird, und doch derselbe bleibt dabei. Das ist hier nur eine Definitionsfrage.

Wir haben ja eher irrtümlicherweise weniger das Gefühl, uns verändert zu haben, als wir uns tatsächlich ändern. Wie Herr Schleim sagt: „So oder so scheint es mir ein Denk- bzw. Identifikationsvorgang aus der heutigen Zeit, mit dem man sich die Vergangenheit (oder Zukunft) zu eigen macht.“

@KRichard Kosmisches Bewusstsein

„Diesen Begriff in einem Zusammenhang zu verwenden, wo überhaupt kein aktives Gehirn vorhanden ist, ist fragwürdig.“

Einer Frage würdig, OK. Was ich hier meine, und kosmisches Bewusstsein nenne, kann man vielleicht anders nennen: Gott, Geisteswelt, Seelenkosmos, intelligentes Vakuum, kybernetischer Vakuumprozess….
Wenn Sie es gewohnt sind, den Begriff Bewusstsein eng zu fassen, und nur im Zusammenhang von Wachen Gehirnen davon zu sprechen, dann tun Sie das.

Es ist ansonsten auch eine Frage der persönlichen Erfahrung, inwieweit man geistige Effekte aller Art anerkennt und für wirklich hält. Herrn Lommel mit seinen Nahtoderfahrungen kenne ich nicht, und ich kenne Nahtoderfahrungen nur vom Hörensagen. Für Menschen, die sich die Welt komplett materialistisch denken, sind meine Ausführungen über die geistigen Implikationen offenbar tatsächlich nicht zu gebrauchen. Ich finde meine Überlegungen aber dennoch interessant, weil sie zu meinem Leben und meiner Erfahrung ganz gut passen.



Kommentar vom 08.08.2019 13:20 auf
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/bin-ich-derselbe-wie-vor-und-in-einem-jahr/

@Geistige Implikationen

Wir bleiben derselbe weil unser Nervensystem nur weiterwächst, und das eben über die Zeit nur langsam. Rechtlich, und generell von außen gesehen, sind wir sowieso immer das selbe Objekt. Als Subjekt von Innen gesehen, ist die Konstanz der Identität aber auch erstaunlich groß. Das Wissen wächst, aber das bereits Gewusste bleibt bestehen. Wenn man sich innerlich ändert, bekommen das am ehesten gute Freunde mit, die man wiedertrifft, nachdem man sich lange nicht gesehen haben. Oder eben, wenn man liest, was man vor 10 Jahren selber geschrieben hat.

Die Idee von KRichard finde ich gut: Erinnern findet immer auf der Basis des jetzigen Bewusstseins und der aktuellen Emotionslage statt, und das passt den Eindruck der Erinnerungen an die aktuelle Identität so gut an, dass man frühere, andere Bewusstseinszustände leicht übersieht, was den Eindruck der Identität über die Zeit verstärkt. Das führt dann auch zu den nötigen Anpassungen an den aktuellen sozialen Kontext, ohne dass man das Gefühl haben muss, sich verbogen zu haben. Auch wenn das wohl öfter passiert, dass man sich ziemlich verbiegt, bzw. verbiegen muss. Wenn man Glück hat, reicht es, sich zu verstecken.

Soweit die materielle Seite. Ansonsten gehe ich davon aus, dass unser lokales Bewusstsein nur in einer Synthese mit dem kosmischen Bewusstsein möglich ist. Das gibt der Frage eine neue Dimension, insofern dass das kosmische Bewusstsein, wo ich ein lokaler Teil von bin, auch meine Identität mit ausmacht. Ohne diese Synthese ist Bewusstsein prinzipiell unmöglich, vermute ich. Und dieses kosmische Bewusstsein ist eben kosmisch, und ändert sich im Rahmen meiner kleinen lokalen Geschichte wohl kaum, und kann so ein zusätzlicher unveränderlicher Teil von mir sein.

So wie ich das kosmische Bewusstsein verstehe, ist es eine Eigenschaft der Raumzeit und seiner universellen Gegenwart, die sich durch die Zeit bewegt.

Meditation kann hier sein: Im Raum Gewahrsam üben, das gegenwärtige Leben beobachten, auch sich selbst ganz in der eigenen Innenwelt wie von außen beobachten. Bewusst mit dem Bewusstsein des lokalen Raums verschmelzen – was besseres kenne ich gar nicht.

Was ist die Seele? Ein Begriff aus einer Zeit, in der Informationsverarbeitung im Gehirn in keinster Weise bekannt war. Damals musste man alle Funktionen des Gehirns und des peripheren Nervensystems mit in ein immaterielles Objekt Seele hineinpacken. Das muss man heute so neu denken, dass man vielleicht besser den Begriff Seele ganz vergisst.

Die biologische Existenz hat ihre Rahmenbedingungen: Rumlaufen und Essen suchen, mehr geht im Leben als Säugetier eigentlich nicht. Das ist auch immer noch die materielle Basis des Menschen als Lebewesen. Wesentlich komplexer in der menschlichen Zivilisation von heute, aber darauf läuft immer alles hinaus: rumlaufen und Essen suchen. Wenn dann noch Zeit ist: nebenbei am Leben einfach teilhaben, dabei sein, das ist die wesentliche Frucht der Synthese mit dem kosmischen Bewusstsein. Und das kosmische Bewusstsein selbst ist im wesentlichen Teilhaben und Dabeisein – nur auch unabhängig von jeglichen biologischen Lebensformen. Vermutlich.

Eine Vor und Nachexistenz vor der Geburt und nach dem Tod für uns Bio-Personen erscheint mir in diesem Zusammenhang als absolut sinnlos. Ohne die biologischen Rahmenbedingungen bleibt nur der kosmische Teil des lokalen Bewusstseins übrig. Eine Auflösung im Ozean des kosmischem Geistes nach dem Tod erschient mit hier als das naheliegenste. Die Mitexistenz des lebenden Raumes der Gegenwart mit dem Innenleben der Bio-Maschinen ist dann auch das eigentliche Leben selbst. Nicht nur bei Menschen, auch bei Tieren, womöglich bei Pflanzen, und auch bei Computersystemen, wenn man sie richtig konstruiert zumindest.

Durch unsere Teilhabe am kosmischen Bewusstsein ergibt sich auch eine wesentliche und starke „Seelen“-Verwandtschaft untereinander. Vielleicht meint hto diese Verwandtschaft mit seinen wiederkehrenden Bemerkungen über das wahre personenübergreifende Bewusstsein, an dem es unter den Menschen so mangelt.

Wenn es um ein vernünftiges Verhalten des Menschen angesichts der aktuellen Zustände der Zivilisation geht, da ist hier aber vor allem Sachkenntnis, Kreativität und Verstand nötig. Die geistigen Aspekte können nur inspirieren und motivieren, umsetzbare Pläne sind hier nötig, bevor man diese umsetzten kann. Auf Unterstützung seitens des großen kosmischen Bewusstseins darf man aber hoffen, wenns denn vernünftig ist, was man da vor hat.



Kommentar vom 07.08.2019 12:09 auf
https://scilogs.spektrum.de/klimalounge/warum-ein-co2-preis-gerecht-und-notwendig-ist/

@Selbstabschaffung der CO2-Steuer

Was mir noch zum Thema einfällt: die CO2-Steuer wird sich bei Erfolg selber wieder abschaffen. Erst steigen die Erneuerbaren Energien beim Strom über 100%, dann wird das aus Überschüssen erzeugte Synthesegas den Markt erobern, und zum Schluss werden auch alle flüssigen Kraftstoffe synthetisiert. Die Förderung für Geringverdiener, die einen Ausgleich für die gestiegenen Preise leisten soll, wird im Erfolgsfall nicht mehr aus der CO2-Steuer kommen können.

Da müssen dann die Besserverdiener (oder eine Vermögenssteuer) bezahlen, oder die Geringverdiener müssen mit einem deutlichem Minus leben. Wer nicht arbeitet und keine weiten Wege fährt, ist weniger betroffen. Wer aber wenig verdient, und auf dem Land wohnt und täglich weit zur Arbeit fahren muss, der wird dann ein Problem haben. Wenn da keine Förderung mehr kommt, muss der geringverdienende Landbewohner entweder in die Stadt ziehen, oder seinen Job aufgeben.

Wir können aber hoffen, dass durch die Dynamik mit den weltweiten Umsätzen bei der Photovoltaik dort die Preise derart sinken, dass die Energie in 20 oder 30 Jahren wieder billiger wird, vielleicht sogar auf das Niveau der fossilen Energieträger von heute. Insbesondere wenn die Solarpaneele in Nordafrika aufgestellt werden, und die Energie über Stromleitungen, Synthesegaspipelines und Synthesesprittanker zu uns kommt. Damit würde das Problem mit einer weiteren Finanzierung des Sozialausgleichs für die CO2-Steuer einfach wegfallen, weil die erst gestiegen Preise z.B. für Benzin wieder aufs heutige Niveau zurückgehen.

Auch kann die Automatisierung durch KI-Systeme und Roboter in Zukunft auch zu sinkenden Preisen in vielen Bereichen führen, dass die höheren Kosten für Konsum aller Art auch dadurch wieder ausgeglichen werden.

Solange aber der Umbau noch im Gange ist, muss auch ein guter Teil der Einnahmen in die erforderlichen Begleitmaßnahmen gesteckt werden: smarte Stromzähler, neue Stromtrassen, eine Ladeinfrastruktur für Elektroautos und vernünftige Radwege kosten auch was. Nur die Baugenehmigungen für Windräder im Hinterland sind kostenlos, und der damit erzeugte Strom nebenbei der günstigste Ökostrom, der derzeit in unseren Breiten technisch möglich ist.

Hakt das bei den Baugenehmigungen für Windräder etwa, weil das zu billig ist? Wirtschaftsförderung ist bei CDU, SPD und FDP ja bekanntlich das höchste Ziel der Politik.



Kommentar vom 06.08.2019 12:07 auf
https://scilogs.spektrum.de/klimalounge/warum-ein-co2-preis-gerecht-und-notwendig-ist/

@Energiewende ja, aber wenn es geht wirtschaftlich

Zunächst möchte ich dem zustimmen, dass wir mit einer rücksichtslosen Einstellung natürlich keine gemeinschaftlichen Probleme lösen können, auch nicht das Problem der Klimaveränderung durch Treibhausgase.

Was die CO2-Steuer angeht, wenn sie erst langsam ansteigend, dann aber in ausreichender Höhe erhoben wird, dann ist sie effektiver als Einzelförderungen von Investitionen in z.B. Außenwandisolierungen.

Wenn wir in vielleicht 10 Jahren genug Windräder und Sonnenkollektoren aufgestellt haben, und mit dem dann reichlichen Überschussstrom jede Menge Wasserstoff und Methan herstellen können, können wir damit dann einfach mit den bestehenden Heizungsanlagen heizen. Dass wäre dann schon mal 100% klimaneutral.

Wer dann ohnehin eine neue Heizung braucht, oder die Fassade neu machen will, kann sich dann selber ausrechnen, ob eine Wärmepumpenheizung oder eine Stryroporisolierung seiner Außenwände Sinn macht. Dieses jetzt pauschal zu fördern kann dagegen zu wirtschaftlich unsinnigen Baumaßnahmen führen, hier ist die CO2-Steuer eindeutig besser.

Mit dem Synthesegas Kraft-Wärme-Kopplung zu betreiben wäre auch energetisch günstig, aber dann auch nur noch eine wirtschaftliche Entscheidung. Die Fernwärmebetreiber können sich dann überlegen, ob eine Ausweitung ihres Angebots auf weitere Stadtteile Sinn macht. Und die Eigentümer von großen Mietshäusern können sich ausrechnen, ob es sich lohnt, in die Zentralheizung einen Gasmotor zu integrieren, der neben der Wärme auch Strom produziert.

Inwieweit man den aus Stromüberschüssen direkt erzeugten Wasserstoff transportiert und speichert, und dann in der Industrie einerseits, andererseits auch für Brennstoffzellenheizungen in Häusern oder für Fahrzeuge nutzen kann, ist dann auch eine reine Preisfrage. Das müsste man dann ausrechnen. Methan eignet sich eher für Transport und Speicherung in dem bestehendem Gasnetz und den bestehenden unterirdischen Gasspeichern, und kann direkt ohne jegliche Umbauten in bestehenden Erdgasheizungen und Erdgaskraftwerken eingesetzt werden.

Wasserstoff ist pro Kubikmeter 4 mal energieärmer als Methan, und braucht entsprechend größere Rohrleitungen, aber vor allem auch entsprechend mehr Speicherplatz in unterirdischen Speichern. Ob sich dass lohnt, die nötigen Gasspeicher zu bauen, um mehr Wasserstoff direkt zu nutzen, muss man genau ausrechnen.

Auch kann man mit Überschussstrom ohne den Umweg über Gas auch direkt Heizen, wenn es gerade passt, dass z.B. ein Überschuss von Offshore-Windkraftanlagen in der Nordsee mit einem entsprechendem Heizbedarf in Norddeutschland zeitlich zusammentrifft. Dazu bräuchte man nur eine Heizung, in die ein einfacher Elektroheizstab integriert ist und einen smarten Stromzähler. Das kann sogar eine Holzpelletheizung sein.
Vorübergehend täte es auch ein Heizlüfter zusätzlich zu einer alten Zentralheizung.

Die Energiewende ist teuer genug, je effektiver wir hier in die richtige Technik investieren, desto schneller werden wir damit fertig sein, und desto mehr von dieser Technik werden wir auch in andere Länder, vor allem in Schwellenländer, exportieren können.

Baugenehmigungen für Windräder im Hinterland, smarte Stromzähler, neue Stromtrassen, eine Ladeinfrastruktur für Elektoautos und vernünftige Radwege müssen aber als Einzelförderung zusätzlich zur CO2-Steuer umgesetzt werden.



Kommentar vom 05.08.2019 14:33 auf
https://scilogs.spektrum.de/neurogenesis/es-gibt-keine-menschlichen-rassen/

@Genetische Weiterentwicklung

Die Weltbevölkerung bewegt sich in die Städte und in den Wohlstand, nach und nach. Das führt regelmäßig vorerst zu einem Bevölkerungsrückgang, der Angesichts der Begrenzung der Ressourcen auch in gewissen Grenzen zu begrüßen ist. Schließlich verbraucht der urbanisierte Mensch, der im Wohlstand lebt, auch entsprechend mehr natürliche Ressourcen.

Wenn man dies biologisch betrachtet, kann man hier aber auch beobachten, dass die meisten Menschen an diese moderne Lebensweise schlecht angepasst sind, und sich entsprechend schlecht fortpflanzen. Nur eine Minderheit scheint hier 3 oder mehr Kinder zu bekommen, das sind dann wohl eher einfach Menschen, denen eben Kinder wichtiger als alles andere sind, auch wichtiger als Wohlstand bzw. Reichtum. Wie dem auch sei, der urbanisierte Mensch ist im Umbruch und gerade dabei, sich an die biologisch gesehen völlig neue Situation anzupassen.

Das geht durch alle Weltgegenden, überall wo Menschen in den Städten zu einem gewissen Wohlstand kommen, reagieren sie mit Übergewicht und mit einer Fortpflanzungsschwäche. Die von Rechten postulierte Umvolkung gründet zwar auf der realen Beobachtung des Bevölkerungsrückgangs, aber den gibt es überall, wo der Wohlstand ausbricht, über alle „Rassengrenzen“ hinweg.

Die meisten einzelnen lokalen Anpassungen der Menschen auf dieser Welt verlieren darüber hinaus in der urbanen Wohlstandswelt den Sinn ihrer spezifischen Anpassungen. So ist die läuferische Perfektionierung und Hitzeresistenz der Kenianer im urbanen Rahmen überflüssig, die an Kälte angepasste Gesichtsform der Ostasiaten nicht mehr erforderlich und insgesamt die dunkle Hautfarbe ein Auslaufmodell. Der Stadtmensch hält sich eben meistens hinter Glas auf, dafür ist eine helle Hautfarbe optimal.

Die Anforderungen an die moderne Lebensweise sind weltweit überall so ziemlich die Selben, also warum sollten sich die „Rassen“ nicht munter vermischen? Die zahlreichen derzeit nötigen Anpassungen, die im urbanen Umbruch stattfinden, werden so aufgrund der großen Vielfalt der Gene besser und schneller stattfinden können. Eine nationale Abschottung ändert gar nichts am laufenden biologischem Umbruch, verzögert ihn höchstens. Vermutlich steht hier insbesondere eine Orientierung weg von einem überflüssigem Wohlstandsausmaß hin zu mehr Miteinander, und auch mehr Miteinander mit Kindern, auf dem biologischem Programm.

Das meiste macht hier sicherlich die auf Verstand gegründete Wandlung der Kultur, aber eine genetisch-biologische Weiterentwicklung vermute ich hier auch.

Ein Nationalstaat ist aber weniger eine rassische Veranstaltung, sondern eine Rechts- und Solidargemeinschaft. Zuwanderung kann dazu beitragen, dass dauerhaft ganze Bevölkerungsschichten von Bildung ausgeschlossen und an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden. Das führt nicht nur klassisch zu Kriminalität, sondern gelegentlich auch zu umsichgreifendem Extremismus. Bürgerkriege, Kriege und potentiell auch Atomkriege können die Folge sein. Das kann dann urbane Wohlstandsstrukturen auch wieder zerstören, aber vermutlich nur vorübergehend.

Besser wir passen uns an unsere eigentlich schön komfortable Lebensweise an, und nehmen auch alle Bevölkerungsschichten mit. Eine gewisse Zuwanderung macht hier nichts, aber wir sind ein eher überbevölkertes Land, und sollten unseren Bevölkerungsrückgang als Chance nutzen, in zukünftiger naturverträglicher Lebensweise genug Ressourcen im eigenem Land zu haben. Darüber hinaus kann unser überkultiviertes Land auch mehr wilde Natur vertragen. Für die Natur selbst, aber auch für eine touristische Nutzung, wenn wir aus Klimaschutzgründen mal nicht mehr mit dem Flieger in den Urlaub fliegen wollen.



Kommentar vom 04.08.2019 13:48 auf
https://scilogs.spektrum.de/klimalounge/warum-ein-co2-preis-gerecht-und-notwendig-ist/

@Motivation und Steuern

Wenn Mensch einsieht, dass wir Emissionen reduzieren müssen, kann er natürlich selbst gleich damit anfangen. Warum soll ein einzelner Mensch seinen winzigen Beitrag leisten, wo doch klar ist, dass seine eigenen persönlichen Emissionen auf das Klima nur eine winzige Wirkung haben? Weil er eher Lust hat Teil der Lösung zu sein, als Teil des Problems zu sein? Weil er an Götter glaubt, oder eine geistige Wirklichkeit vermutet, und durch gutes Handeln auf gute Unterstützung von geistiger Seite her hofft? Das sind schon Motivationen, die mehr sein können als ein bisschen schlechtes Gewissen.

Aber das reicht auf keinen Fall. Wenn ein so motivierter Mensch bereit ist, im Stadtverkehr aufs Fahrrad umzusteigen, müssen auch entsprechende Radwege da sein. Das ist eine gemeinschaftliche Aufgabe, das kann nur die Politik machen.

Wenn er Waren einkauft, muss er damit leben, dass diese möglichst kostengünstig hergestellt werden, und das bedeutet, dass sie mit der billigsten Energie hergestellt werden, die gerade zur Verfügung steht. Das gilt auch für den Bezug von Strom und Gas für den privaten Verbrauch. Es gibt zwar Stromanbieter, die 100% Ökostrom anbieten, aber die bedienen sich doch nur im sowieso vorhandenen Angebot, dass durch Subventionen wie die EEG-Umlage ohnehin zugebaut wurde.

Die wirtschaftlichen Unternehmen können kaum anders, als am kostengünstigsten zu produzieren, sonst werden sie von der Konkurrenz aus dem Rennen geworfen. Hier kann sich die Lage nur bessern, wenn die ganz Branche von Gesetz her gezwungen wird, klimafreundlicher zu produzieren. Es geht hier nur mit Vorschriften und Anreizen. In gewissen Grenzen kann hier national viel erreicht werden, teilweise brauchen wir hier sogar europaweites und weltweites Vorgehen.

Hier ist eine CO2-Steuer wirksam. Wenn wir sie national einführen, und viele andere Länder auch, wird hier wirklich ein Effekt für das Klima am Ende dabei heraus kommen. Wenn fossiler Strom dann nach und nach durch Sonne und Wind ersetzt werden, und fossiles Gas durch teureres Synthesegas aus den Stromüberschüssen ersetzt wird, werden wir das Problem damit größtenteils lösen können. Gerade Menschen, die nicht so viel Geld haben, brauchen hier einen Ausgleich durch eine Rückerstattung der Mehrkosten durch die gestiegenen Preise.

Was Autos und Flugreisen angeht, da kann der Einzelne auch selber viel machen. Wer hier seinen Urlaub nur umplant, bei der Wahl des Arbeitsplatzes mehr auf die Entfernung zum Wohnort achtet und sich ein passenderes kleineres Fahrzeug zulegt, falls er überhaupt noch eins braucht, wird hier viel erreichen können und noch Geld dabei sparen. Aber auch da braucht es eben die Radwege in den Städten und auch eine Förderung von Bus und Bahn.

Was LKW und nicht zu vermeidende PKW angeht, hilft hier dann auch die CO2-Steuer. Dadurch werden kleine E-Autos mit kurzer Reichweite wirtschaftlich, und für alles was weiterhin mit flüssigen Kraftstoffen betrieben wird, werden dann auf Dauer auch synthetische Kraftstoffe aus Stromüberschüssen wirtschaftlicher sein. Gleichzeitig wird sich der PKW und LKW-Verkehr aufgrund der gestiegenen Kosten deutlich reduzieren, was auch die Lebensqualität in den Städten verbessern kann. Das selbe gilt für Flugzeuge und Schiffe.

Was nebenbei absolut nötig ist, sind Baugenehmigungen für Windräder im Hinterland. Wenn hier der fossilen Strom teuer wird, und die Windenergie endlich deutlich wirtschaftlicher ist, ist das alles umsonst, wenn man die nicht mehr aufstellen darf. Hier freuen sich dann nur die Stromkonzerne, die ihre alten längst abgeschriebenen Kraftwerke dann noch ein paar Jahre weiter betreiben können, trotz CO2-Steuer.



Kommentar vom 01.08.2019 18:46 auf
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/von-einem-der-sich-wehrte/

@little louis 31.07. 23:38

Ressourcenknappheit durch Überbevölkerung ist in der Tat ein Problem, dass für sich existiert und nicht kleiner als das Klimaproblem ist. In Europa, Japan, Südkorea und Nordamerika ist die Bevölkerung im Rückgang, was ich gut finde, und was gerne noch ein paar Jahrzehnte so weitergehen kann. Auch China ist im Bevölkerungsrückgang, und in Indien zeichnet sich das auch schon ab. Ich hoffe, dass der Rest der Welt bald nachzieht. Wenn nicht, dann kann das noch sehr schwierig werden.

Der Hauptfaktor für Bevölkerungsrückgang ist eine Rentenversicherung und Bildung und Karrieremöglichkeiten für Frauen. Entwicklungshilfe in diese Richtung könnte nützlich sein. Die Menschen dort durch mehr Beteiligung an der Weltwirtschaft aus der Armut herauszuholen, wird sich auch bevölkerungsmäßig mit einem Rückgang auswirken.

Frau Lopez hat bemerkt, dass eine Weltbevölkerung von 1 Milliarde Menschen das Paradies auf Erden bedeuten würde – für Mensch und Natur. Mit vernünftiger Technik und vernünftiger Wirtschaftspolitik kann ich mir dieses Paradies auch für 5 Milliarden Menschen vorstellen. Aber je weniger Menschen, desto einfacher ist das. Aber mit einer Wirtschaft, die am Ende kein Wachstum gar nicht kann, gehts auf keinen Fall, meine ich. Auch nicht mit nur 1 Milliarde Menschen.

Eine mit Vermögenssteuern stabilisierte wachstumsfreie Weltwirtschaft hätte eben mehrere Vorteile: Neben schnellerem Klimaschutz eben auch mehr Freiheit und weniger Stress für Arbeitnehmer, mehr Freiheit für die Wissenschaft, Vorbeugung vor unkontrolliertem Umsatzeinbruch durch nicht aufzufangende Automatisierung, Verbesserung der Reichweite der Ressourcen, und eben auch mehr Möglichkeiten für eine vernünftige Entwicklungshilfe, auch in Bezug auf einen Bevölkerungsrückgang dort.

Wenn wir im Kampf um unsere Arbeitsplätze arme Länder gezielt klein halten jedenfalls, wird sich dort die Situation dadurch auf keinen Fall verbessern.