www.introspektiva.de - Die Wirklichkeit psychischer Krankheiten - Subjektivität als Maßgabe und Menschenrecht - ein Buchprojekt vom KLuW e.V.

Meine Kommentare auf scilogs.spektrum.de 2019/03 (T.J.)



Kommentar vom 31.03.2019 17:04 auf
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/in-den-usa-fuehren-nun-erstmals-konfessionsfreie-neue-daten-zu-saekularisierung-und-polarisierung-bestaetigen-den-trend/

@Titelgeschichte „Homo religiosus“

Danke für den Hinweis darauf.

Die Stabilisierung von Ehen und die Unterstützung in der Kindererziehung spielen wohl eine Rolle bei der Kinderzahl. Das liegt ja jetzt nicht nur an übernatürlichen Überzeugungen, sondern einfach an einer aktiven Gemeinschaft. Wo der Staat sozial aktiver ist, spielt der Glaube auch eine geringere Rolle, nicht nur bei der Kinderzahl.

Nun gut, da bleibt noch signifikanter Effekt für den übernatürlichen Glauben selbst übrig.

Eine gewisse Disposition dafür scheint tatsächlich in unseren Genen zu liegen. Das schließt aber nicht aus, das es letztlich doch die geistige Wirklichkeit selbst ist, die diese Disposition erst aktivieren muss, damit ein Mensch zum wirklichen Glauben kommt. Man hört bei vielen Gläubigen von einschneidenden spirituellen Erlebnissen, die tiefe Spuren in der Psyche hinterlassen und entsprechende Wirkung haben. Und auch eine einfach allmähliche Erfahrung mit Spiritualität kann zum Menschenleben gehören.

Dass wir viele Kinder bekommen, ist im Moment wohl eher nicht angesagt. Die Weltbevölkerung ist zu hoch, und nicht zu niedrig. Wichtig ist, das wir weltoffen bleiben bzw. weltoffen werden, und uns nicht gegenseitig massakrieren, sondern auch über Konfessionsgrenzen hinweg kooperieren. Und genauso wichtig ist es, dass es Religionsfreiheit gibt, die sowohl andere Götter als auch keine Götter und keine Religion erlaubt. Einfach weil es übles Unrecht ist, Menschen einen Glauben vorzuschreiben.

Die Evidenz von Fakten und gut gesicherten wissenschaftlichen Theorien sollten besser auch anerkannt werden. Ich denke, das eine Weltoffenheit ohne dem nicht realisierbar ist. Das gilt insbesondere auch für politisch motivierte Weltanschauungen, und auch für Verschwörungstheorien.

Die Neigung von manchen Menschen zur krassen Irrationalität könnte aber ein ganz eigener Effekt sein. Hoffe ich zumindest.



Kommentar vom 31.03.2019 12:41 auf
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/in-den-usa-fuehren-nun-erstmals-konfessionsfreie-neue-daten-zu-saekularisierung-und-polarisierung-bestaetigen-den-trend/

@Geburtenrate

Ausgehend von der zweifelsfreien Beobachtung, dass religiöse Menschen mehr Kinder bekommen, nimmt die Religionswissenschaft an, dass dieses als evolutionäre Ursache der Neigung zur Religiosität gelten kann. Habe ich das richtig verstanden?

In der modernen Zeit bekommen Frauen vor allem weniger Kinder, wenn sie gebildet sind. Das kann aber noch an den Resten des Patriarchats liegen, das auch bei uns noch nicht vollständig abgebaut ist. So werden Frauen, die Karriere machen wollen, sanktioniert, indem der Staat und die Arbeitgeber diese Frauen mit ihrem Kinderwunsch nicht ausreichend unterstützen.

In Frankreich gibt es eine richtig gute Kinderbetreuung und keine Stigmatisierung von Frauen, die Karriere machen und Kinder haben wollen, auch wenn das dazu führt, dass sie mit ihren Kindern oft nur morgens und abends zusammen sind. Das führt dann auch dazu, dass in Frankreich der sonst in den Industriestaaten zu beobachtende Kindermangel nicht statt findet. Kann das sein, dass der Zusammenhang zwischen Religiosität und Kinderzahl in Frankreich deshalb schwächer ist, als z.B. in Deutschland?

Darüber hinaus frage ich mich, ob denn die Neigung zur Religiosität überhaupt erblich ist. Wenn ich an spirituelle Erfahrungen denke, so ist hier doch eigentlich der Kontakt zum geistigen Kosmos das Faktum. Wie soll das erblich sein? Wenn Geist grundlegend in der Welt existiert, brauche ich keine speziellen Gene, um damit in Kontakt zu kommen.

Nur wenn man ein komplett materialistisches Weltbild ansetzt, muss man daran denken, dass nur spezielle Halluzinationen hinter den spirituellen Erfahrungen stecken können, weil es ja grundsätzlich nichts Geistiges geben kann. Sich mit der Einstellung überhaupt mit Religion zu befassen, sehe ich als problematisch an – wie will man den gläubigen Menschen damit gerecht werden?

Die Starwars-Saga hat sich den Filmmythos gebastelt, dass spezielle Moleküle im Blut für den Kontakt mit der Macht sorgen. Der tragische Held Anakin der Filmreihe hatte denn auch die höchste je gemessene Konzentration dieser Moleküle im Blut, und war entsprechend mit geistigen Kräften gesegnet. Das war dann tatsächlich erblich, seine beiden Kinder Luke und Lea waren auch ganz vorne mit dabei. Hat hier der Drehbuchautor einen Kompromissvorschlag gemacht?

Ganz nebenbei finde ich es gut, dass wir einen zunehmenden Kindermangel haben. In Asien kommt neuerdings noch dazu, das massenhaft Mädchen abgetrieben werden, weil Frauen dort als minderwertig gelten. So steigen die Chancen, das die Milliarden von Menschen auf diesem Planeten nicht alles zu Grunde richten. Wenn wir mal unser technisches Verhalten im Griff haben, und unsere Anzahl wieder auf unter 5 Mrd gesunken ist, können wir anfangen, hier Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Derzeit werte ich den sich auf der Welt ausbreitenden Bevölkerungsrückgang als ausgesprochen positiv.

Was nützen viele Kinder, wenn ihnen hinterher die Lebensgrundlagen fehlen? Was die Altersvorsorge angeht, setze ich alle Hoffnung auf die weiter zunehmende Automatisierung. Arbeitskräfte kann man mit Technik leichter ersetzen als die Lebensgrundlagen. Für eine nachhaltige Landwirtschaft kann auf die entsprechenden Ackerflächen nicht verzichtet werden. Wenn endlich die armen Länder wirtschaftlich auf die Beine kommen, und sich die Menschen dort endlich mal Fleisch leisten können, wird das eng mit der Versorgung. Von daher ist die Entwicklung zum Bevölkerungsrückgang ganz klar eine gute Sache. Das man das bei uns mit Einwanderung ausgleicht, ist gut für die Immobilienbesitzer, aber nicht gut für die Sicherheit der Lebensmittelversorgung in zukünftigen Zeiten, in denen sich hoffentlich endlich die armen Menschen diese Welt Fleisch leisten können.



Kommentar vom 30.03.2019 16:22 auf
https://scilogs.spektrum.de/klimalounge/wie-viel-co2-kann-deutschland-noch-ausstossen/

@Lebensweise und Elitenkultur

Mit unterschichtstypischer Lebensweise komme ich auf 33% des deutschlandweiten Durchschnitts von 9 t CO2 im Jahr, habe ich mir gerade ausgerechnet. Ich brauche nur Heizung, Strom und Nahrungsmittel. Als Geringverdiener und Nikotinsuchtkranker trifft mich die Tabaksteuer ganz hart. Deshalb ist finanziell auch weiterer Konsum jeder Art nicht möglich. Mobilität gibt es bei mir fast ausschließlich per Fahrrad, das Sozialticket ist für mich unerschwinglich. Das ist unter dem Strich gesund, wenn auch im Dortmunder Stadtverkehr als Radfahrer etwas gefährlich.

Trotzdem zahle ich bisher praktisch genauso viel für die Energiewende, wie der typische Grünenwähler mit SUV und hohem Urlaubsstandard. Die EE-Umlage ist genau so konstruiert, dass es für den Kleinverbraucher maximal teuer wird. So macht man keine Werbung für Klimaschutz.

@Roland Blanke Zitat: „Die moderne Staatsgewalt ist nur ein Ausschuss, der die gemeinschaftlichen Geschäfte der ganzen Kapitalistenklasse verwaltet.“ [K. Marx, Kommunistisches Manifest, MEW 4, 464].

Das trifft das eigentliche Problem ganz gut.

Mit erheblich mehr Windenergie im Strommix, einer neuen Brennwert-Gasheizung und neuem, sparsameren Computer könnte ich von meinen 33% noch auf 20% herunter kommen. Für die Windenergie sind eigentlich nur mehr onshore-Genehmigungen nötig, die Preise für Windstrom sind dafür mittlerweile von selber konkurrenzfähig. Die neue Heizung müsste mein Vermieter finanzieren, und den neuen Computer muss ich dann selber anschaffen. Das rechnet sich dann, wenn ich ohnehin Ersatz anschaffen muss. Fleischverbrauch reduzieren und generell noch dazu beitragen, dass weniger Nahrungsmittel im Müll landen, ist auch noch drin, obwohl das bald ausgereizt ist bei mir.

Das wäre in den nächsten 5 bis 10 Jahren umsetzbar, schätze ich. Darüber hinaus wird es vor allem mit der Heizung und den Nahrungsmitteln dann schwieriger bzw. teuer. Isolieren und moderne Lüftungsanlagen wären ähnlich teuer wie Synthesegas aus Windstromüberschüssen, das käme insgesamt auf 50 € monatliche Mehrkosten. Im Vergleich zum üblichen Geldverbrauch eines Durchschnittsdeutschen wenig, in meinem Budget aber sehr viel. Wenn hier ein Sozialausgleich möglich wäre, würde ich solche Maßnahmen begrüßen. Ähnlich sieht es mit einer Verbesserung auf dem Sektor Nahrungsmittel aus.

Fazit: in 15 bis 20 Jahren ist bei mir mit unterschichtstypischer Lebensweise eine Nullreduktion machbar. Alternativ zum Sozialausgleich würde mir eine 50% Rückzahlung der Tabaksteuer genügen. Der Sinn der Tabaksteuer ist ja vor allem, dass möglichst viele Menschen nicht mit dem Rauchen anfangen. Bei mir als nachweislich langjährig Süchtigem könnte man ja einen Nachlass bei der Tabaksteuer erwägen. Dann wäre mit mir die komplette Energiewende auch ohne Sozialausgleich zu machen.

Wer mehr hat, hat mehr Aufwand, was sonst. Die Leistungsgesellschaft sollte sich einmal überlegen, was sie leisten will. Was andere Länder machen, entscheiden sie selber. Wir müssen uns erstmal um uns kümmern. Da gibt’s genug zu tun.



Kommentar vom 29.03.2019 17:27 auf
https://scilogs.spektrum.de/die-natur-der-naturwissenschaft/einsichten-antiker-philosophen/

@KRichard 28.03.19 13:50

Die Natur enthält offenbar Strukturen, die mit unserem Denken und unserer Vorstellungskraft fassbar sind. Unsere Kultur hat Philosophie, Logik und Mathematik hervorgebracht, mit der der einzelne Mensch noch weiter in die Eigenschaften der Natur vordringen kann, was als Gemeinschaftswerk der Wissenschaft bis in die moderne Physik geführt hat.

Aber wie der Mensch denkt, und was Gedanken und Bewusstsein eigentlich sind, ist schon interessant dafür, wenn man verstehen will, warum der Mensch zu diesen Denk- und Kulturleistungen fähig ist. Und damit ist dieser Aspekt hier nicht unbedingt off topic, finde ich.



Kommentar vom 28.03.2019 00:09 auf
https://scilogs.spektrum.de/die-natur-der-naturwissenschaft/einsichten-antiker-philosophen/

@KRichard 26.03.19 16:05

Ich vermute, dass unser lokales Bewusstsein eine Synthese von kosmischem Bewusstsein mit dem lokalem Gehirn ist. Das kosmische Bewusstsein existiert hier unabhängig von biologischen Gehirnen sowieso. Das ist in der Tat etwas esoterisch. Man muss das nicht glauben, aber mit den derzeitigen recht geringen Kenntnissen über die Details des menschlichen Gehirns kann man das kaum widerlegen, meine ich.

Wenn wir jetzt tatsächlich, so wie Sie es anscheinend glauben, allein in unserem Hirninhalt existieren, wird die zukünftige Hirnforschung dies sicherlich irgendwann feststellen können. Ich erhoffe mir dabei aber gegenteilige Entdeckungen, eben dass wir doch was mit dem kosmischen Bewusstsein zu tun haben. Warten wirs doch ab.

Ich stelle mir das so vor, dass die kosmische Gegenwart als aktives intelligentes Element in der Wirklichkeit uns eben mit beeinflusst, und wir an ihr Teilhaben können, wenn wir wach sind.

Wenn mal Komplettsimulationen von Gehirnen möglich sind, und die tatsächlich so gut funktionieren, dass wir praktisch eine Seele im Supercomputer laufen lassen können, wird man diese Frage dann untersuchen und wohl auch entscheiden können. Solange das nicht gelungen ist, kann doch jeder glauben, was zu seinen eigenen Erfahrungen und seiner eigenen Wirklichkeit am besten passt. Bei mir ist das eben etwas esoterisch, aber nur etwas, wenn nicht sogar minimal.



Kommentar vom 26.03.2019 13:36 auf
https://scilogs.spektrum.de/die-natur-der-naturwissenschaft/einsichten-antiker-philosophen/

@bote19

„Das wäre so, als wenn sie die Bedeutung eines Verkehrsschildes nachschlagen und stattdessen die Erklärung finden, dass das Stoppschild aus Titanblech gemacht ist.“
Das Titanblech interessiert mich durchaus. Noch interessanter ist die Frage, ob auf dem Blech was Festes aufgedruckt ist, oder ob da ein Computerdisplay steht. Das würde uns der Antwort auf die Frage näher bringen, ob unsere Gedanken eine geistige Seite haben.

Wenn in Zukunft die Hirnforschung eine genaue Kartierung aller Nervenzellen und deren Verbindungen – das sogenannte Konnektom – herstellen kann, verspreche ich mir davon eine Menge interessante Antworten. Wenn unser Bewusstsein tatsächlich eine Synthese von kosmischem Bewusstsein mit dem lokalem Gehirn ist, wird sich das im Aufbau des Konnektoms wiederfinden.

Der Sinn unserer Gedanken und unseres ganzen Lebens ist relevant. Die Art und Weise, wie wir die Welt verstehen, ist entscheidend, wenn es darum geht, wie wir leben und was wir mit unserem Planeten anstellen. Da hilft der Hirnforscher erstmal nicht weiter. Dafür müssen wir unseren Verstand nicht unbedingt verstehen, aber ganz bestimmt benutzen.

@KRichard

„Solche Regeln können helfen, die eigene Denkweise zu hinterfragen und/oder zu strukturieren – womit das Denken erleichtert wird“
Genau das ist der Grund, warum Philosophie und Mathematik so sinnvoll sind. Auch die Anerkennung der Evidenz von Fakten, und die Anerkennung von ziemlich gesicherten wissenschaftlichen Theorien helfen, sich sinnvoll im Leben zu bewegen.



Kommentar vom 25.03.2019 14:11 auf
https://scilogs.spektrum.de/die-natur-der-naturwissenschaft/einsichten-antiker-philosophen/

@Josef Honerkamp

Klar sind Welterfahrung nur auf der Biologischen Konstitution des Gehirn möglich, hier ist uns wohl einiges in die Wiege gelegt. Dennoch muss das meiste wohl erst in konkreter Lebenserfahrung so richtig verinnerlicht werden. Schulausbildung muss immer wieder neu gelernt werden. Das ist Mühsam, und auch Mathematik und Logik müssen immer wieder neu unterrichtet werden.

@Golzower

Ich denke auch, dass die geistige Seite des Bewusstseins eine wesentliche Rolle spielt. Sie unterstützt das Denken, und sie schafft eine direkte Verbindung zur Außenwelt und zum geistigen Kosmos, und ist damit wesentlich für wirkliches Weltverständnis.

Was jetzt Gedanken wirklich sind, das ist dennoch vor allem eine Frage an Hirnforscher. Ich verspreche mir von der zukünftigen genauen Erforschung des Gehirns eine Aufklärung darüber, was Gedanken als Gehirnvorgänge konkret sind, und genauso die genaue Kenntnis von der geistigen Seite des Bewusstseins.



Kommentar vom 25.03.2019 13:13 auf
https://scilogs.spektrum.de/der-anthropozaeniker/persoenliche-mensch-natur-gedanken-anlaesslich-fridaysforfuture/

@Martin Holzherr 25.03.2019 09:51

„Fazit: Es gibt viele Gründe warum die CO2-Emissionen weiter steigen werden auch wenn es den industrialisierten Ländern bereits gelungen ist, ihre Emissionen zu stabilisieren und sogar pro Jahr leicht zu senken.“

Da muss viel mehr passieren. Wir müssen umdenken, sonst geht es wirklich nicht. Eine Kombination von Konsumreduktion auf der einen Seite und teurer Technik, die mit dem eingesparten Geld dann gegenfinanziert wird, kann das Problem relativ schnell lösen.

Offenbar besteht tatsächlich die Möglichkeit, dass Wirtschaftswachstum und Konsum die Oberhand behalten, und wir erst bei eingetretener Erwärmung von 3° wirklich anfangen, das Problem zu lösen. Das ist schwer vorhersehbar. Es können sogar Atomkriege dazwischen kommen, wer will das wissen.

Aber eins ist klar: wenn wir das Problem bei uns in Deutschland lösen, haben wir alles getan, was wir tun müssen. Dafür müssen wir nicht ins Mittelalter zurück, obwohl auch eine Reduktion von bestimmten Arten des Konsums der Einfachheit halber dazu gehören können, z.B. Flugreisen, private PKWs und Wohnungsgrößen kann man wirklich reduzieren. Hier geht es nicht um eine Reduktion von wirklicher Lebensqualität, das ist eher eine Frage von intelligenter Organisation das Alltagslebens.

Wenn wir es dann als Industrieland geschafft haben, können wir anderen dabei helfen, es auch zu tun, insbesondere auch mit der Technik, die wir dafür entwickelt, erprobt und angewendet haben. Und die anderen Industrieländer haben die selbe Chance, wirklich effektiven Klimaschutz zu betreiben, und die meisten werden das wahrscheinlich auch machen. Die Europäische Zusammenarbeit wird die Sache vereinfachen, z.B. durch Stromaustausch zwischen Windkraft wo viel Wind ist und Solarstrom wo viel Sonne ist.

Wenn die armen Länder dieser Welt dann sehen, dass es geht und wie das geht, werden die schneller nachziehen, als wie das heute erscheint. Genau für diese Chance, die wir haben, gehen die Schüler im Interesse ihrer eigenen Zukunft auf die Strasse. Wenn der Zug längst abgefahren wäre, gäbe es auch nichts mehr zu demonstrieren.



Kommentar vom 24.03.2019 15:58 auf
https://scilogs.spektrum.de/der-anthropozaeniker/persoenliche-mensch-natur-gedanken-anlaesslich-fridaysforfuture/

@Martin Holzherr 23.03.2019 22:09

Ich meine natürlich, dass die Lösung des Klimaproblems erst einmal vor der Lösung des eventuellen Problems mit der Automatisierung kommt. Mit dem Klimaproblem können wir schon einmal internationale Zusammenarbeit üben, die werden wir auch darüber hinaus gut gebrauchen können, schätze ich.

Mit persönlicher CO2-Einsparung durch Energiesparen wird es alleine nicht gehen. Aber die Kombination von teurer effektiver Technik und Geld sparendem persönlichem Konsumverhalten erscheint mir sehr aussichtsreich. Z.B. erledigt sich das Problem mit klimaneutralem Fliegen im Wesentlichen, insoweit wie die Menschen auf Urlaubsreisen im Umkreis von 500 Kilometern bleiben. Das erfordert nur etwas mehr Fantasie und Sorgfalt bei der Urlaubsplanung.

Wer sich Flugreisen mit synthetisch hergestelltem Flugbenzin aus komplett regenerativem Strom leisten kann, kann ja weiterhin jetten, wohin er will, wenn es ihm die Sache wert ist.

Wenn die Menschen fordern, weiterhin steuerfreies, fossiles Flugbenzin verfliegen zu dürfen, und dies auch politisch durchsetzten können, dann geht es eben nicht. Dann kann der Klimawandel offenbar nicht aufgehalten werden. In der Tat ist hier kompromisslose Physik verantwortlich, mit der kann man nicht verhandeln und nur guter Wille ist vollkommen nutzlos.

Sparen oder Zahlen, eins von beiden, das bleibt jedem selbst überlassen. Soweit müssen wir umdenken, sonst geht es nicht.



Kommentar vom 24.03.2019 12:45 auf
https://scilogs.spektrum.de/die-natur-der-naturwissenschaft/einsichten-antiker-philosophen/

@Was sind Gedanken?

Ich habe mal gelesen, dass ein mathematische Beweis dann gültig ist, wenn entsprechend kundige Mathematiker das Gefühl haben, dass er gültig ist. Ich einfachen Fällen ist eine völlige Formalisierung möglich, aber im Grunde gilt vor allem das Gefühl von Richtigkeit.

Der Mensch wächst im Laufe seines Lebens in die Welt hinein, und lernt dabei Gesetze der Physik auf der einen Seite, und Gesetze der Logik auf der anderen Seit kennen. Mit teilweise recht individuell verschiedenem Ausmaß.

Zum Beispiel lernen Kleinkinder irgendwann die Objektpermanenz kennen. Wenn man ein Spielzeug unter einem Hut versteckt, suchen sie das Spielzeug erst da, wenn sie die Objektpermanenz begriffen haben. Vorher gucken sie erstaunt, dass das Spielzeug verschwunden ist.

So sind die Grundlagen der Logik und auch der physikalischen Mathematik in der Welterfahrung des Menschen begründet. Deswegen können wir dies alles am Ende verstehen, wenn wir uns lange und intensiv damit beschäftigt haben.

Was jetzt Gedanken wirklich sind, das ist vielleicht vor allem eine Frage an Hirnforscher?



Kommentar vom 20.03.2019 11:45 auf
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/eichmann-breivik-spencer-und-der-terrorangriff-von-christchurch-der-ethnonationalismus-als-verbindung-aus-antisemitismus-und-rassismus/

@Interessengemeinschaft

Wenn die Einwanderung von Deutschen auf Mallorca dazu führt, dass der Insel das Trinkwasser ausgeht, und die Mieten so teuer werden, dass einheimische Kleinverdiener ihre Heimat verlassen müssen, dann ist hier Handlungsbedarf.

Die Minderheit, die generell keine Fremden mag, wird das sowieso begrüßen. Aber wenn Zuwanderung den Einheimischen derart zum Nachteil wird, ist das keine Fremdenfeindlichkeit, wenn man weitere Zuwanderung stoppt, sondern Selbstbestimmungsrecht.

Ähnliches passiert wohl in Amsterdam. Per Internet-Vermittlung wandeln sich so viele Privatwohnungen in Ferienwohnungen um, dass Einheimische keine Wohnung mehr bekommen und ihre Stadt und damit auch ihr soziales Umfeld verlassen müssen.

Sowas geht nicht, und der Hauptinteressenkonflikt besteht hier eigentlich zwischen den Immobilienbesitzern und den Stadtbewohnern. Die Fremden, die hier gerne Urlaub machen, sind nur am Rande beteiligt.



Kommentar vom 19.03.2019 15:45 auf
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/eichmann-breivik-spencer-und-der-terrorangriff-von-christchurch-der-ethnonationalismus-als-verbindung-aus-antisemitismus-und-rassismus/

@Johann Baselitz 18.03.2019 01:21

Sie Schreiben:
„Um zum Schluß zu kommen: Ethnonationalismus ist meistens kein
Begleitphänomen des Antisemitismus, sondern der normale Wunsch
einer Volksgruppe ‘unter sich zu bleiben’, weil man sich davon mehr
innere Sicherheit, Lebensqualität und eine bessere Zukunft verspricht.

Daran ist nichts ‘verrückt’, weil es ein ganz normales menschliches
Bedürfnis ist unter seinesgleichen zu leben in einer bekannten Kultur.
Es ist absurd all diesen Menschen Motive wie den Rassismus und den
Antisemitismus der Nazis zu unterstellen. Es sind ganz normale Leute,
so wie Sie und ich.“

Das hört sich erstmal ganz harmlos an, ist es aber nicht. Ich wohne hier in einem Sozialen Brennpunkt mit vielen Ausländischen Mitbürgern aller Art. Im Stadtteil gibt es auch die Zeugen Jehovas und eine Babtistengemeinde. Noch mehr als die Türken und Roma hier, bleiben die Zeugen und die Babtisten erstmal richtig unter sich. Das ist aber keinerlei Problem. Solange ich meine Leute finde, mit denen ich meine Zeit im Miteinander finden kann, ist es gut. Da kann sonstwer hier rumlaufen, was hab ich damit zu tun? Kriminalität ist kein Phänomen von Migration, sondern nur eine Herausforderung für die Polizei.

Wenn man nichts Fremdes mag, ist das so und das alleine ist noch nicht illegal. Aber ich bin richtig froh, dass nur eine Minderheit so drauf ist. Was stört das Fremde denn die eigene Kultur, wenn man selbst in seinem Lebenszusammenhang gut mit eben den Leuten lebt, die man mag. Dann mag man eben manch anderen nicht, oder übersieht den einfach.

Aber Fremde diskriminieren widerspricht dem Grundgesetz und ist damit illegal. Zwangsweise Remigration würde ich als Unrecht betrachten. Wir haben die Menschen eingeladen, und wenn die sich hier niedergelassen und eingerichtet haben, können wir sie nicht einfach wieder rausschmeißen. Aber eine weitere unbegrenzte Zuwanderung von EU-Arbeitsmigranten will ich auch nicht mehr, und die Asylsuchenden sollten auch wieder nach Hause gehen, sobald sie in ihren Heimatländern wieder leben können.

Dabei finde ich Multikulturalismus überhaupt nicht schlecht, übermäßige Konkurrenz durch Zuwanderer schon. Arbeitsmöglichkeiten für wenig Qualifizierte und günstige Mietpreise für wenig Zahlungskräftige sind mir wichtig. Auch habe ich Bedenken gegen eine Überbevölkerung in Deutschland. Wenn es mal die armen Länder dieser Welt wirklich gelingt wirtschaftlich auf die Beine zu kommen, wäre es schnell vorbei mit unseren Exportüberschüssen. Und wir müssten dann wohl im wesentlichen mit den landwirtschaftlichen Produkten aus dem eigenen Land auskommen.

Außerdem bin ich ein Freund von viel wilder Natur zwischen den Agrarflächen. Das geht umso besser, je niedriger die Bevölkerung im Land ist. Von daher begrüße ich die immer noch geringe Kinderzahl im Land. Das durch Einwanderung auszugleichen, finde ich von daher gar nicht gut.

Die Idee, dass hier gezielte Umvolkung betrieben wird, kann ich dagegen nicht nachvollziehen. Theoretisch würde das zwar passieren, wenn der Trend mit den Geburtenraten so weiter ginge, und der dadurch bedingte Bevölkerungsschwund noch über viele Jahrzehnte ständig durch Zuwanderung ausgeglichen würde. Ein Motiv dafür, dass das gezielt so gewollt ist, kann ich nicht erkennen. Aber ehrlich gesagt, selbst wenn das so passieren würde, wäre mir das eigentlich weniger wichtig.

Das mit den niedrigen Geburtenraten wird aber nicht mehr lange so weitergehen, da bin ich mir ziemlich sicher. Wenn man die Vereinbarkeit von Karriere und Kinderwunsch bei Frauen, die sich qualifizieren wollen, herstellen würde, würde das sofort aufhören. Und auch eine bessere Unterstützung von Alleinerziehenden würde eine entsprechende Wirkung haben.

Überhaupt finde ich die Idee fatal, dass die EU ihren Mitgliedsländern vorschreiben will, wieviele Flüchtlinge die jeweiligen Mitgliedsstaaten aufnehmen sollen. Und auch eine EU-interne Freizügigkeit halte ich für sehr problematisch. Eine Zuwanderung in die Sozialsysteme ist ja auch nicht EU-Gesetz, genauso ist eine unbegrenzte Zuwanderung in die unqualifizierten Bereiche des Arbeitsmarktes nicht akzeptabel, wenn dabei eigene Bevölkerungsgruppen auf der Strecke bleiben. Und auch wenn es zu voll im Land wird, dann sollten die Mitgliedsstaaten das Recht haben, selber zu bestimmen, ob sie noch weitere Arbeitsmigration haben wollen.

Wenn man die ganze EU weg haben möchte, dann muss man nur so weitermachen. Die Briten haben den Anfang gemacht.



Kommentar vom 17.03.2019 14:36 auf
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/eichmann-breivik-spencer-und-der-terrorangriff-von-christchurch-der-ethnonationalismus-als-verbindung-aus-antisemitismus-und-rassismus/

@Unterschichtsinteressen

Der Ethnonationalismus in der beschriebenen Form erscheint mir auch als fürchterlich. Ich sehen keinen Sinn darin, den Nationalstaat kulturell und biologisch abzuschotten. Terroristen einladen ist ungut, aber auf eine Handvoll gewalttätige Islamisten kommen Millionen friedliebende Einwanderer. Die Terroristen sind Arbeit für die Polizei, Angst um mich habe ich dabei nicht. Die wenigen Anschläge auf ein Land mit 80 Millionen Einwohnern verteilt sind praktisch ein Null-Risiko. Wenn das aber zum Anlass genommen wird, die Überwachung aller Bürger im Land zu komplettieren, dann ist das richtig Übel.

Aber die Zuwanderung erscheint mir im gegenwärtigen Ausmaß auch nicht als wirklich sinnvoll. 200.000 Flüchtlinge plus 200.000 neue EU-Arbeitsmigranten pro Jahr sind in 10 Jahren auch 4 Millionen neue Mitbürger. Wenn man die Hälfte der Flüchtlinge, die in ihre Heimatländer zurückkehren können, wieder abzieht, bleiben immer noch 3 Millionen übrig. Muss das sein?

Die neuen Mitbürger konkurrieren eher um unqualifizierte Arbeitsplätze, und um Wohnraum im eher unteren Komfortbereich. Das heißt, die verursachte Konkurrenz trifft in erster Linie die ansässige Unterschicht. Dass diese zu recht nicht begeistert ist, sollte man dabei mal bedenken. Wem es hier richtig gut geht, und der noch Immobilien besitzt und vermietet, für den ist die Zuwanderung super. Steigende Mieten auf der einen Seite füllen die Kassen, sinkende Löhne im unteren Bereich senken die Preise für Putzkräfte, Kindermädchen und Prostituierte. Auch klasse für jeden, der hier Bedarf hat. Der Mindestlohn steht doch oft nur auf dem Papier. Der Marktpreis setzt sich in der Realität durch, genauso bei den Mieten.

Derweil interessiert es kaum jemand, dass unqualifizierte Deutsche nach wie vor von Harz4 lebenslänglich schikaniert und teilweise bis in die Obdachlosigkeit getrieben werden. Erst wenn hier rechtsradikale Elemente mithilfe der neuen Medien diese über Jahrzehnte aufgestaute Frustration aufgreifen und mißbrauchen, merkt hier mal einer, was hier die ganze Zeit läuft – oder immer noch nicht?

Ich bin ein echter Freund von Umweltfreundlichkeit und persönlicher Verantwortung, aber als Raucher und Geringverdiener frage ich mich echt, ob ich es mir leisten kann, die Grünen zu wählen. Das ist inzwischen die Partei, deren Wähler vergleichsweise das höchste Einkommen haben. Soweit ich weiß, haben die längst die FDP überholt. Hier muss ich echt eine weitere Erhöhung der Tabaksteuer, eine Zuckersteuer und erheblich gestiegenen Fleischpreise befürchten. Auf Sozialausgleich dabei kann ich kaum hoffen, fürchte ich. Und das Fressen bzw. Rauchen kommt hier vor der Moral, in diesem Fall, was soll ich denn machen? Ich verzichte aus Umwelt- Kosten und aus Gesundheitsgründen sogar weitgehend auf öffentliche Verkehrsmittel – diese verbrauchen auch nicht unwesentlich Energie – und mache die meisten Wege mit dem Fahrrad, und stürze mich in den nicht ungefährlichen Stadtverkehr. Aber die Tabaksteuer ist für mich ein echter Hammer.

Obwohl gerade Geringverdiener am umweltfreundlichsten leben müssen, werden wir von den Grünen doch am radikalsten bekämpft. Verstanden habe ich das noch nie.



Kommentar vom 17.03.2019 11:54 auf
https://scilogs.spektrum.de/der-anthropozaeniker/persoenliche-mensch-natur-gedanken-anlaesslich-fridaysforfuture/

@Apokalypse?

Die Apokalypse findet nur statt, wenn wir so dämlich sind, uns blindlings zu verhalten. So ist neuerdings auch schon die Bibel ausgelegt worden, auch wenn dort von einer Apokalypse innerhalb von Jahrtausenden und dem folgenden jüngsten Gericht geschrieben stehlt. Unsere wirklichen Perspektiven gehen eher in die Jahrmillionen. Ob die Abrahamsreligionen eine Lösung des Klimaproblems fördern, ist mir unklar. Die alten naturreligiösen Steinzeitkulturen waren da noch eindeutiger aufgestellt, die Bewahrung der natürlichen Ressourcen und der Respekt vor der Natur stand dort ziemlich oben auf der Liste.

Aber wir leben heute, und dürfen uns was Neues denken. Die Zeiten, wo das verboten war, sind längst vorüber. Die Verbindung des Individuums zum geistigen Kosmos kann man als gemeinsamen Nenner aller Religionen betrachten. Das kann man für sein eigenes Leben so annehmen, finde ich. An gar nichts Geistiges zu glauben geht auch, ist aber doch trostlos, finde ich. Mit kosmischem Bewusstsein persönlich was zu tun zu haben macht jedenfalls nebenbei eine wirkliche Verbindung zum eigenen sozialen Umfeld, zur Weltgemeinschaft und zur Natur. Das kann zusätzlich motivieren, in der Klimafrage nicht mehr Teil des Problems zu sein, sondern Teil der Lösung des Problems zu werden.

Man kann angesichts des Klimaproblems auch so reagieren, dass man guckt, dass man eben schön reich wird. Dann kommt man selber auch mit einer Klimakatastrophe klar. Wenn die Küstenstädte überschwemmt werden, kauft man sich eben ein Neues Haus im Hinterland, und wenn die Nahrungsmittel knapp werden, gibt man eben mehr Geld fürs Essen aus. Direkt betroffen ist man nicht, wenn man nur reich genug ist. Nur der Vernunft zu folgen, ohne sich mit seinen Mitmenschen und der ganzen Natur verbunden zu fühlen, könnte zu wenig Motivation sein.

Wenigstens wissen wir im wesentlichen, was zu tun ist. Der eigene Einfluss als Verbraucher ist simpel: Strom sparen, im Winter zuhause einen Pullover extra tragen, wenn es geht Fahrradfahren, Urlaub besser in Deutschland und als Hausbesitzer in moderne Umwelttechnik investieren. Gucken, dass man einen Arbeitsplatz in Wohnortnähe findet, ist auch sehr wirksam. Lieber in die Stadt ziehen, als täglich weite Strecken zu pendeln. In der Wohnung überflüssigen Klüngel ausmisten, und in eine kleinere Wohnung umziehen, wirkt einiges. Mit Nahrungsmitteln gut haushalten, und weniger davon wegwerfen, macht nochmal was. Weniger Fleisch essen, kann man auch machen, wenns denn noch schmeckt. Wie man schon sieht: die meisten Maßnahmen sparen sogar Geld!

Ohne die Politik kommen wir aber nicht weit genug, denke ich. Lange überfällig ist die CO2-Steuer mit Sozialausgleich. Vor allem auf Flugbenzin, welches immer noch gar nicht besteuert wird. Das Geld kann in die Förderung von erneuerbaren Energien und Energiesparmaßnahmen gesteckt werden. Den städtischen Autoverkehr kann man zusätzlich halbieren, wenn man vernünftige Radwegenetze in den Städten baut. Kopenhagen macht es vor.

Aber wie durchsetzen gegen Autoindustrie und Kraftwerksbesitzer? Wirtschaftslobbyismus reglementieren, wenn das nötig ist, also Verbot von Karrieren in der Wirtschaft vor und nach der Zeit in der Politik. Und Parteiprogramme und Wahlversprechen rechtlich bindend machen, dass Abgeordnete wegen Betrugs angezeigt werden können, wenn sie gegen die Gesetze stimmen, die ihre Partei vor der Wahl versprochen hat. Dann lohnt es sich wieder, vor anstehenden Wahlen die jeweiligen Parteiprogramme zu lesen.

Sind die Investitionen in die vollständige Energiewende erstmal getätigt, ist das Problem weitgehend gelöst. Den Rest machen die Stückzahlen z.B. von Photovoltaikpaneelen und die weitere Automatisierung, die auch Umwelttechnik voraussichtlich günstiger machen wird. Und wenn doch das eine oder andere ziemlich teuer wird, kann man auf unserem Niveau auch einfach auf etwas Wohlstand verzichten.

Bleibt das Problem, dass uns die weitere Automatisierung bescheren kann. Das ist etwas komplexer und schwieriger zu lösen, als die Reduktion von klimaschädlichen Gasen. Mit dem Klima können wir schon mal üben, bis das mit der Automatisierung wirklich akut wird. Finde ich Klasse, dass sich Schüler jetzt darin üben, sich dafür einzusetzen, was ihnen wirklich wichtig ist.



Kommentar vom 14.03.2019 14:50 auf
https://scilogs.spektrum.de/die-natur-der-naturwissenschaft/platon-und-aristoteles/

@Franz Richter

„...sondern weil er erkannte, dass man nur im Zustand des Nichtwissens von Objekten in dem delikaten Schwebezustand SEIN kann, der in Indien Samadhi genannt wird...“

Meine Idee von dem Bewusstsein als Synthese vom kosmischen Bewusstsein mit dem lokalem Gehirn geht auch in diese Richtung. Wobei man sich im Alltagsleben durchaus mehr auf das lokale Gehirn konzentriert, und putzt und kocht und einkaufen geht. Aber dabei und im Hintergrund freut man sich des Lebens, und wenn es gut läuft, ist man bewusster Weltteilnehmer und mitten im Geiste auch zuhause.

Dieses ist wohl unabhängig von speziellem Glauben, von speziellen Mythen und von spezieller Morallehre, die die Religionen gerne mitliefern. Aber diese Synthese ist die Grundlage spiritueller Erfahrung, wie Mitkommentator Golzower schreibt: „..wobei die indische Kultur noch über 2000 Jahre älter war als die der Hellenen. Diese spirituelle Erfahrung des höheren SELBST ist wahrscheinlich auch Grundlage der Entstehung der Religionen. SELBST- als vollkommen, rein, unsterblich, absoluter Friede/Liebe….“

Die Geistesgeschichte ist wohl sehr viel älter als die griechische Philosophie. Ich vermute, dass auch das Bewusstsein anderer Säugetiere eine Synthese von kosmischen Bewusstsein mit dem jeweiligem lokalem Gehirn ist, und ich vermute, dass Gehirne alleine gar kein Bewusstsein produzieren können. Wobei Kaninchen ihre spirituelle Erfahrung allerdings weder systematisch einordnen noch überdenken können, und diese ihre Erfahrung auch schlecht kommunizieren können. Das macht gegenüber dem Menschen den Unterschied. Die reine Existenz des Geistigen nicht, die ist wahrscheinlich sehr viel älter als der Mensch und ist seit jeher mit der Biologie auf unserem Planeten beschäftigt.

Die systematische Erforschung des Weltlichen, wie die Griechen es angefangen haben, halte ich dennoch für äußerst sinnvoll, und ich glaube auch, das man eine einheitliche physikalische Theorie finden kann. Das wird nicht komplizierter sein, als dass wir das gar nicht verstehen könnten, hoffe ich doch.



Kommentar vom 13.03.2019 11:38 auf
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/warum-der-antisemitismus-uns-alle-bedroht/

@Martin Holzherr „Sich als Weltbürger zu fühlen ist also eine Illusion oder ein Wahn“

Ich würde lieber sagen: sich als Weltbürger zu fühlen ist eine psychische Realität. Und immerhin gibt es sogar eine UNO und jede Menge internationale Verträge, insofern ist Weltbürgerschaft zu einem kleinen Teil bereits verwirklicht.

Sich als Weltbürger zu fühlen ist darüber hinaus wohl der erste Schritt zu einer internationalen Gemeinschaft, die diesen Namen verdient. Rücksicht, Respekt und Zusammenarbeit können Grundsätze für das Verhältnis zwischen den Nationalstaaten sein.

Und mehr muss auch gar nicht, finde ich. Die EU kann als Beispiel gelten, wie es geht, und auch wie es nicht geht. Eine abgestimmte Wirtschafts- und Steuerpolitik macht Sinn, da könnte sogar Europa noch zulegen. Auch mehr solidarischer Ausgleich wäre gut. Aber Normen für jeden Blödsinn, eine gemeinsame Flüchtlingspolitik und eine uneingeschränkte Freizügigkeit sind Punkte, wo Europa zu viel regeln will. Das können die Nationen gut selber machen.

Ausbeutung von Rohstoffen, Destabilisierung von Regierungen und Kleinhaltung der Wirtschaft in den armen Ländern ist keine gute Zusammenarbeit. Und unsinnige Kriege schon gar nicht. Das müssen wir alles nicht machen.

Die Wissenschaft ist ein gutes Beispiel, wie wirklich gute internationale Zusammenarbeit funktionieren kann. Hier ist Respekt und Wahrhaftigkeit eine Grundregel, die sich durchgesetzt hat, weil es funktioniert. Wenn die Wissenschaft noch ein wenig mehr Spiritualität einbeziehen würde, würde sie mehr Menschen erreichen und davon überzeugen können, dass Evidenz und Vernunft funktionieren.

Vielleicht kann der Kampf gegen den Klimawandel die internationale Zusammenarbeit wesentlich verbessern, und Vernunft und Realitätsbezug fördern. So könnten auch die zukünftigen Herausforderungen der unter Umständen ausufernden Automatisierung gemeistert werden.



Kommentar vom 11.03.2019 15:10 auf
https://scilogs.spektrum.de/die-natur-der-naturwissenschaft/die-vorsokratiker-zenon-von-elea-die-bewegung-oder-wie-man-suchend-das-bessere-fand/

@Gegenwart

Die Newtonsche Theorie und die SRT von Einstein haben beide keine herausgehobene Gegenwart. Das könnte ein Mangel sein, der in einer hypothetischen nochmals verbesserten Theorie behoben werden könnte.

So wie wir als bewusstes Wesen durch die Zeit gehen, finden wir uns in diesen Theorien nicht wieder. Der Augenblick unserer Existenz ist im Grunde unverändert, und derweil wir leben, verwandelt sich in diesem immer selben Augenblick ständig neue Zukunft in einen ständig wachsenden Vorrat an Vergangenheit.

Auch im Miteinander können wir zuverlässig damit rechnen, dass unser Gegenüber jetzt gerade in diesem Augenblick auf uns reagiert, und dass er in seinem Bewusstsein nicht schon morgen ist.

Das kann alleine unsere spezielle Art der Konstruktion sein. Als Informationsverarbeitungssystem eines biologischen Organismus müssen wir so leben. Aber ich halte es auch für möglich, dass die übrige Welt jenseits von Organismen eine Gegenwart ähnlich wie die unsere besitzt. Dann wären wir ein Teil einer allgemeinen Gegenwart, die sich durch den ganzen Kosmos zieht.

Die Gleichzeitigkeit dieses kosmischen Bewusstseins könnte man auf das Bezugssystem beziehen, bei dem der Mikrowellenhintergrund des Universums isotrop ist. Die Kommunikation innerhalb dieses kosmischen Bewusstseins kann ja auf die Lichtgeschwindigkeit beschränkt sein, das wäre kein Problem. Die Gleichzeitigkeit würde dadurch nicht gestört. Auch kann man schnell bewegte Bezugssysteme relativ dazu mit in dieser Gleichzeitigkeit denken, auch wenn z.B. die Zeit innerhalb eines Raumschiffs von außen gesehen langsamer verläuft.



Kommentar vom 11.03.2019 10:36 auf
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/warum-der-antisemitismus-uns-alle-bedroht/

@Tradition

Einmalig bei den den Juden ist, dass sie gleich 2000 Jahre vertrieben und in der Welt verteilt lebten, ohne ihre national-religiöse Identität aufgegeben zu haben. Meistens gehen eingewanderte Minderheiten spätestens in ein paar hundert Jahren in der Bevölkerung auf.

Aufgrund der sehr langen Dauer des Lebens als Minderheit, hat eben auch der Antisemitismus eine einmalig lange Tradition. In dem überlieferten Fundus an Verschwörungsmythen wird man also bei den Juden schnell fündig, und kann das immer wieder aufwärmen.

Der Nationalismus, teils gepaart mit instrumentalisierter Religion, ist unabhängig davon ein großes und gefährliches Problem, weltweit, seit Jahrhunderten und immer noch aktuell. Dennoch vermute ich, dass es immer mehr Menschen gibt, die sich mehr als Weltbürger fühlen. Gerade die vielen Auslandsberichte in den Medien, die über die Jahrzehnte die weite Welt näher heran holen, fördern, das wir uns immer mehr als Weltbürger zu fühlen. Auch Auslandsurlaube und beruflich bedingte Auslandskontakte tun einiges dazu, und die vielen ausländischen Waren, die wir konsumieren auch. Selbst die vielen Einwanderer und Flüchtlinge sollten doch eigentlich dazu beitragen, dass wir uns mehr als Weltbürger fühlen.

Neben politischen Interessen stehen aber gerade die Religionen oft dem Weltbürger sein im Wege. Solange die Kirchenführer darauf bestehen, das ihre Religion die einzig wirklich wahre ist, fördern diese Religionen dann die Aufrechterhaltung der Spaltung der Menschheit.

Wäre es nicht die Aufgabe der Religionswissenschaft, das Gemeinsame in den Religionen zu finden, und dies auch der Öffentlichkeit näher zu bringen? Dann könnte der Mensch
seinen speziellen Glauben relativieren, und sich mehr dieser Grundreligiösität zuwenden, notfalls an den Kirchenführern vorbei.

Wenn es denn eine geistige Wirklichkeit tatsächlich gibt, müsste man die doch auf die Dauer auch herausarbeiten können. Und diese würde dann tatsächlich für alle Menschen gelten, ob sie es nun glauben oder nicht. Das wäre dann keine bloße Propaganda-Aktion für eine bessere Welt, das wäre wirklich grundlegend hilfreich. Nach dem Motto: Was näher an der Wirklichkeit dran ist, funktioniert auch besser. Auch im persönlichem Leben, nicht nur im Miteinander der Kulturen.



Kommentar vom 04.03.2019 13:52 auf
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/wenn-maenner-goetter-machen-gott-von-reza-aslan/

@Michael Blume 03.03.19. 17:51

Panpsychismus habe ich bei Wikipedia gefunden, dass passt ganz gut zu dem, was ich mir so denke. Aber was ist gnostischer Dualismus?

Zu meinem Verhältnis zu Gemeinschaften:

So weit es die materielle Seite betrifft, ist Bewusstsein tatsächlich ein Gemeinschaftswerk von Myriaden Neuronen. Genauso ist Kultur generell ein Gemeinschaftswerk von sehr vielen Menschen. Meine Gedankenwelten beinhalten auch christlich bedingte Einzelheiten, weil ich in dieser Kultur groß geworden bin. Aber ich mach mir doch mein eigenes Bild von der Welt, in die ich hineingewachsen bin.

Bildung, Ausbildung und Weiterbildung sind wichtig. Die ganze Kultur ist meine Grundlage. Eigene spirituelle Erfahrungen, wie überhaupt persönliche Erfahrungen mit der Welt und mit mir selbst, sind mir aber auch wichtig. Letztlich muss ich verstehen, was mir widerfährt, muss das in mir integrieren, will ich vernünftig auf die Welt und mein persönliches Umfeld reagieren und meine eigenen Projekte voranbringen.

Zum Stichwort Gemeinschaft fällt mir erst mal der deutsche Staat und mein eigenes soziales Netz ein. Ich bin in der Selbsthilfe aktiv und betreue mehrere Webseiten, wir machen eine jährliche Vereinszeitung, haben im letztes Jahr ein Buch über psychische Krankheiten heraus gebracht, und ich helfe Anderen im privaten Umfeld beim Veröffentlichen ihrer Texte. Das ist schon mal ein wesentliches Miteinander, dazu kommt noch Skat und Doppelkopf, und unser Projekt Finanzkrisenkochbuch.

Die Interessengemeinschaft Nation, und vielleicht sogar Europa, hat auch was von Gemeinschaft, finde ich. Wobei mir eine gefühlte Weltgemeinschaft auch irgendwie präsent ist, auch wenn diese noch kaum mit politischen Strukturen realisiert ist.

Generell denke ich, dass wir natürlich von der Seite der Teilhabe am kosmischen Bewusstsein her miteinander spürbar verbunden sind. Das müsste in jedem Fall wirksam sein, egal was wir glauben. Wenn man das auch so denkt, und in sein Lebenskonzept integriert hat, hat man dann wohl noch mehr Gemeinschaftsgefühl, im persönlichen Miteinander wie mit der Weltgemeinschaft. Die Motivation sich entsprechend sozial und umweltfreundlich zu verhalten, wird stärker, und man fühlt sich so auch mehr miteinander verbunden. Beides verstärkt sich gegenseitig. So kann ich dann auch auf Glaubensgemeinschaften alle Art verzichten. Die praktizierte Verbindung ist mir genug.

Glaubensgemeinschaften haben mich sicherlich inspiriert, und liefern auch einen Teil meiner Kulturgrundlage. Aber das reicht mir schon, diese Inspiration. Mit Weihnachten, Karneval und Ostern kann ich schon lange nichts mehr anfangen. Predigten, Oblatenkommunion und Beichte vermisse ich nicht. Dafür träume ich gerne von Exoplaneten, wenn ich in den Sternenhimmel schaue und stelle mir gerne die Weiten des Kosmos vor, wenn ich nachts im Bett liege und noch nicht einschlafen kann.

Ich habe was von Laotse, Alister Crowley und von Naturreligionen gelesen, das war auch interessant, insbesondere die Erkenntnis, dass man auch in Glaubensfragen seinen Verstand benutzen sollte. Der Erfahrungsschatz der Wissenschaft hat mich aber mehr geprägt und inspiriert als die Religionen. Deshalb ist es mir auch wichtig, dass auch die geistigen Ansätze in meinem Selbstkonzept sich mit gesicherten wissenschaftlichen Fakten vertragen. Und deshalb bin ich auch auf der Suche danach, wie sich geistige Effekte so denken lassen, das sie zu den Erkenntnissen der Physik passen.



Kommentar vom 03.03.2019 13:28 auf
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/wenn-maenner-goetter-machen-gott-von-reza-aslan/

@Gott sein

Ich habe das hier kritisierte Buch nicht gelesen, und ich bin kein Religionswissenschaftler. Aber ich bin jetzt 55 Jahre alt, und beschäftige mich seit 30 Jahren immer wieder mal mit dem Thema.

Die Aussage “Ich bin, in der Tiefe meines Wesens, Gott in manifestierter Form. Wir alle sind es.” erscheint mir übertrieben. Ich würde eher sagen: Mein lokales menschliches Bewusstsein ist eine Synthese aus kosmischem Geist mit meinem lokalem Gehirn.

Mit Bewusstsein meine ich hier das innere Gewahrsein meines eigenen Augenblicks, der durch die Zeit wandert, meine Innenwelt, die meine Existenz ist. Ich kann mir nicht vorstellen, wie das Gehirn alleine so etwas realisieren kann, deshalb vermute ich hier die Synthese mit dem kosmischen Bewusstsein.

Aber bei aller kosmischen Perspektive bin ich größtenteils auf die Möglichkeiten meines Gehirns begrenzt, und meine geistigen Anteile sind nur ein sehr, sehr, sehr kleiner Teil des kosmischen Bewusstseins. Das aber auf jeden Fall. Ob hier durchaus eine Beziehung auf gewisser Augenhöhe mit dem Kosmos besteht, das kann ich nicht beurteilen, erscheint mir aber möglich.

Frauen hier auszuklammern ist mir komplett unverständlich. Ich gehe davon aus, dass auch alle Tiere, die eine Innenwelt haben, genau wie der Mensch eine Synthese mit dem kosmischem Geist eingehen. Die sind dann aber auf ihre eigene weise durch ihr kleineres, tierische Gehirn begrenzt.

Aber wenn es kosmisches Bewusstsein in den Lebewesen gibt, dann muss wohl auch im Raum zwischen den Lebewesen und darüber hinaus noch sehr viel mehr davon im ganzen Kosmos verteilt sein. Das wäre eine unvorstellbar große Menge an Geist. Das käme dem Begriff „Gott“ wohl näher. Sich damit auf einer gewissen Augenhöhe zu befinden, wäre schon fraglich, sich damit zu indentifizieren wäre aber wohl eher kompletter Unsinn.

Inspiration – auch von „höchster“ Stelle - können wir erhoffen, aber alles was Früchte tragen soll, müssen wir verstehen und in unser Gehirn integrieren, wenn wir vernünftig damit arbeiten wollen. Irgendwelche Offenbarungen, auch wenn sie noch so faszinierend sind, sollten wir kritisch betrachten, und uns doch wenn irgend möglich mit dem befassen, womit wir uns wirklich auskennen. Wenn wir die Welt retten wollen, sollten wir unserer Technik nutzen, und den Klimawandel abwenden, und unsere Demokratie nutzen, um Atomkriege zu verhindern. Irgendwelche speziellen Religionen zu fördern, damit irgendwelche hypothetischen Götter dann zufrieden sind, und die dann unsere irdischen Probleme lösen, das ist doch komplett aussichtslos.

Religiöse Aussagen, die gesicherten Wissenschaftlichen Fakten widersprechen, würde ich im Zweifelsfall verwerfen, auch wenn sie noch so trostspendend und schmeichelhaft sind. Mich irgendeiner Kirche anzuschließen, erscheint mir genauso überflüssig. Wahrheit kann man nicht organisieren. Glaube, der nicht verstanden wird, und von dem individuellen Menschen nicht integriert wird, ist und bleibt unwirksam.



Kommentar vom 01.03.2019 17:53 auf
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/arbeit-muss-sich-lohnen-wers-glaubt-wird-selig/

Stefan Schleim 01.03.19 16:24

Die Mehrwertsteuer erhöhen bei gleichzeitiger Verringerung der Lohnsteuer macht auch die inländischen Waren teurer, klar. Aber Arbeitern bleibt ja direkt mehr Netto vom Brutto, denen geht es also in jedem Fall besser. Klar müssen auch alle Sozialleistungen erhöht werden, in gleichem Ausmaß wie die Senkungen der Lohnsteuer.

Die zusätzlichen Einnahmen aus der höhern Mehrwertsteuer sollen ja auch komplett wieder ausgegeben werden. Wenn dieses Geld an Arme und an Arbeitnehmer fließt, werden die unterm Strich profitieren.

Vor allem aber würde mehr Mehrwertsteuer für exportschwache Länder die Handelsbilanz verbessern und die Staatshaushalte stabilisieren. Die Unternehmensgewinne würden in jedem Fall mehr besteuert, denn die Unternehmensgewinne stecken ja auch in den Verkaufspreisen der Waren mit drin.



Kommentar vom 01.03.2019 13:19 auf
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/arbeit-muss-sich-lohnen-wers-glaubt-wird-selig/

@Alternativen

Grassierender Betrug und Ausnutzerei: da bin ich auch ratlos, wieso so viele Mitmenschen kein Maß mehr zu kennen scheinen. Wie kann die Gier nach Geld so groß sein? Was wollen manche Zeitgenossen mit so viel Geld? Mehr Gewerkschaft, sich mehr wehren, mehr Bewusstsein schaffen: Sinnlos innerhalb des korrupten Systems, oder gibt es doch eine Chance? Kommen wir am Zusammenbruch des Systems nicht vorbei? Besser diesen Zusammenbruch fördern, bevor Umweltschäden und Atomwaffeneinsatz ausufern?

Das scheint mir schwer zu beurteilen. Zur Zeit muss ich mit beiden Optionen leben. Gucken, dass das System von sich aus vernünftiger und stabiler wird, und gleichzeitig muss ich mit dem Zusammenbruch rechnen.

Zur Verbesserung der Strukturen, fallen mir ein paar Sachen ein:

Harz4 weg und die Wirtschaftsüberhitzung in Deutschland beenden, es gibt keinen vernünftigen Grund für diese deutschen Exportüberschüsse. Das senkt dann auch Einwanderung und damit die Mieten. Dann haben wir auch genug Krankenpfleger und Altenpfleger, wenn da ausreichende Löhne gezahlt werden, und weniger Menschen in der künftig reduzierten Exportindustrie gebunden sind.

Wenn Deutschland den anderen EU-Ländern weniger Arbeitsplätze abwirbt, geht es den Ländern am Rand von Europa auch gleich besser. Denen kann ich auch empfehlen, ihre Mehrwertsteuer zu erhöhen, und die Lohnsteuern dafür zu senken. Das macht die Importe aus Deutschland teurer und die eigenen Waren günstiger, und kommt dort der lokalen Staatskasse entgegen. Gleichzeitig werden so auch die sonst im wesentlichen vermiedenen Steuern auf die Unternehmensgewinne wenigstens etwas mit erfasst.

Die bessere Verteilung der anfallenden Steuern zwischen Produktions- und Verkaufsland reduziert auch die Erpressbarkeit der Nationalstaaten mit Investitionen durch die großen Konzerne.

Als nächstes steht dann das Projekt wachstumsfreie Wirtschaft an. Vernünftiger und umweltverträglicher Konsum wäre wohl wünschenswert. Hier sind Steigerungen bei vielen nicht mehr nötig, und bei ziemlich vielen ufert der Konsum völlig aus. Selbst wenn die in relativer Armut Lebenden in Deutschland genug bekämen, stände insgesamt wohl eher eine Reduktion des Umsatzes an. Dieses Projekt käme nicht ohne eine vereinheitlichte Steuerbelastung aus. Die Steuern auf Unternehmensgewinne, Zinserträge und selbst genutzte Immobilien müssten steigen, Lohnsteuern sinken bis dass hier die gleichen Sätze realisiert sind.

Auch Selbstständige und Freiberufler könnten hier höhere Steuern auf Lohnsteuerniveau zahlen, und eine gemeinsame Kranken-und Pflegeversicherung für alle ohne Beitragshöchstgrenzen und ohne Mindestbeiträge würde zur Stabilität des System auch ohne Wachstum beitragen. Dass Spitzenverdiener wie Apotheker und Anwälte keine Mehrwerststeuer zahlen ist Klientelpolitik und hatte mit Steuergerechtigkeit noch nie was zu tun.

Die immer noch anfallenden Vermögenszuwächse können in die Energiewende investiert werden, und in den nächsten 20 Jahren kann auch noch sinnvoll in den armen Ländern dieser Welt investiert werden. Afrika und Südamerika haben Bedarf, Indien, Südostasien, die Arabische Welt auch. Da ist noch was zu wachsen, dazu gehört auch das Wachstum des Vermögens, egal wer das jetzt hält.

Der Schutz und die Vermehrung des Eigentums ist nicht grundsätzlich verwerflich, aber wenn es das Leben auf dem Planeten gefährdet und so viele Menschen wirtschaftlich unbeteiligt vegitieren müssen, sind hier Grenzen überschritten. Die von hto vorgeschlagene Abschaffung des Erbrechts geht da in die richtige Richtung. Dieses nach und nach zu verwirklichen, das wäre keine schlechte Idee finde ich. Hier mehr Steuern abzuschöpfen, je höher die Erbschaftssumme desto mehr, würde nicht nur den Wachstumszwang des Systems reduzieren, sondern auch zur Steuergerechtigkeit und zur Chanchengleichheit beitragen.

Genug Geld in den Staatskassen macht auch ein Grundeinkommen und irgendwann auch einen weltweiten Sozialausgleich finanzierbar. Wenn bei zunehmender Automatisierung uns langsam die Arbeit ausgeht, muss aber der Mensch selbst sich Alternativen erarbeiten, nur die wirtschaftliche Seite könnte von vernünftiger Wirtschaftspolitik ausgeglichen werden. Dass der Staat hier Beschäftigung organisiert, ist weder sinnvoll noch wünschenswert.

Das ist unserer eigenen Aufgabe, hier ist das Individuum selbst gefragt. Auch in der Frage der unstillbaren Geldgier bei anscheinend einigen Zeitgenossen, sollten die sich mal selber fragen, was sie wirklich wollen. Das wäre praktizierter Individualismus. Den Mitmenschen mit immer neuen Betrugsmaschen auf dem Kopf rumzutanzen, das ist kein Individualismus, das ist krank.