www.introspektiva.de - Die Wirklichkeit psychischer Krankheiten - Subjektivität als Maßgabe und Menschenrecht - ein Buchprojekt vom KLuW e.V.

Meine Kommentare auf scilogs.spektrum.de 2019/03 (T.J.)



Kommentar vom 04.03.2019 13:52 auf
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/wenn-maenner-goetter-machen-gott-von-reza-aslan/

@Michael Blume 03.03.19. 17:51

Panpsychismus habe ich bei Wikipedia gefunden, dass passt ganz gut zu dem, was ich mir so denke. Aber was ist gnostischer Dualismus?

Zu meinem Verhältnis zu Gemeinschaften:

So weit es die materielle Seite betrifft, ist Bewusstsein tatsächlich ein Gemeinschaftswerk von Myriaden Neuronen. Genauso ist Kultur generell ein Gemeinschaftswerk von sehr vielen Menschen. Meine Gedankenwelten beinhalten auch christlich bedingte Einzelheiten, weil ich in dieser Kultur groß geworden bin. Aber ich mach mir doch mein eigenes Bild von der Welt, in die ich hineingewachsen bin.

Bildung, Ausbildung und Weiterbildung sind wichtig. Die ganze Kultur ist meine Grundlage. Eigene spirituelle Erfahrungen, wie überhaupt persönliche Erfahrungen mit der Welt und mit mir selbst, sind mir aber auch wichtig. Letztlich muss ich verstehen, was mir widerfährt, muss das in mir integrieren, will ich vernünftig auf die Welt und mein persönliches Umfeld reagieren und meine eigenen Projekte voranbringen.

Zum Stichwort Gemeinschaft fällt mir erst mal der deutsche Staat und mein eigenes soziales Netz ein. Ich bin in der Selbsthilfe aktiv und betreue mehrere Webseiten, wir machen eine jährliche Vereinszeitung, haben im letztes Jahr ein Buch über psychische Krankheiten heraus gebracht, und ich helfe Anderen im privaten Umfeld beim Veröffentlichen ihrer Texte. Das ist schon mal ein wesentliches Miteinander, dazu kommt noch Skat und Doppelkopf, und unser Projekt Finanzkrisenkochbuch.

Die Interessengemeinschaft Nation, und vielleicht sogar Europa, hat auch was von Gemeinschaft, finde ich. Wobei mir eine gefühlte Weltgemeinschaft auch irgendwie präsent ist, auch wenn diese noch kaum mit politischen Strukturen realisiert ist.

Generell denke ich, dass wir natürlich von der Seite der Teilhabe am kosmischen Bewusstsein her miteinander spürbar verbunden sind. Das müsste in jedem Fall wirksam sein, egal was wir glauben. Wenn man das auch so denkt, und in sein Lebenskonzept integriert hat, hat man dann wohl noch mehr Gemeinschaftsgefühl, im persönlichen Miteinander wie mit der Weltgemeinschaft. Die Motivation sich entsprechend sozial und umweltfreundlich zu verhalten, wird stärker, und man fühlt sich so auch mehr miteinander verbunden. Beides verstärkt sich gegenseitig. So kann ich dann auch auf Glaubensgemeinschaften alle Art verzichten. Die praktizierte Verbindung ist mir genug.

Glaubensgemeinschaften haben mich sicherlich inspiriert, und liefern auch einen Teil meiner Kulturgrundlage. Aber das reicht mir schon, diese Inspiration. Mit Weihnachten, Karneval und Ostern kann ich schon lange nichts mehr anfangen. Predigten, Oblatenkommunion und Beichte vermisse ich nicht. Dafür träume ich gerne von Exoplaneten, wenn ich in den Sternenhimmel schaue und stelle mir gerne die Weiten des Kosmos vor, wenn ich nachts im Bett liege und noch nicht einschlafen kann.

Ich habe was von Laotse, Alister Crowley und von Naturreligionen gelesen, das war auch interessant, insbesondere die Erkenntnis, dass man auch in Glaubensfragen seinen Verstand benutzen sollte. Der Erfahrungsschatz der Wissenschaft hat mich aber mehr geprägt und inspiriert als die Religionen. Deshalb ist es mir auch wichtig, dass auch die geistigen Ansätze in meinem Selbstkonzept sich mit gesicherten wissenschaftlichen Fakten vertragen. Und deshalb bin ich auch auf der Suche danach, wie sich geistige Effekte so denken lassen, das sie zu den Erkenntnissen der Physik passen.



Kommentar vom 03.03.2019 13:28 auf
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/wenn-maenner-goetter-machen-gott-von-reza-aslan/

@Gott sein

Ich habe das hier kritisierte Buch nicht gelesen, und ich bin kein Religionswissenschaftler. Aber ich bin jetzt 55 Jahre alt, und beschäftige mich seit 30 Jahren immer wieder mal mit dem Thema.

Die Aussage “Ich bin, in der Tiefe meines Wesens, Gott in manifestierter Form. Wir alle sind es.” erscheint mir übertrieben. Ich würde eher sagen: Mein lokales menschliches Bewusstsein ist eine Synthese aus kosmischem Geist mit meinem lokalem Gehirn.

Mit Bewusstsein meine ich hier das innere Gewahrsein meines eigenen Augenblicks, der durch die Zeit wandert, meine Innenwelt, die meine Existenz ist. Ich kann mir nicht vorstellen, wie das Gehirn alleine so etwas realisieren kann, deshalb vermute ich hier die Synthese mit dem kosmischen Bewusstsein.

Aber bei aller kosmischen Perspektive bin ich größtenteils auf die Möglichkeiten meines Gehirns begrenzt, und meine geistigen Anteile sind nur ein sehr, sehr, sehr kleiner Teil des kosmischen Bewusstseins. Das aber auf jeden Fall. Ob hier durchaus eine Beziehung auf gewisser Augenhöhe mit dem Kosmos besteht, das kann ich nicht beurteilen, erscheint mir aber möglich.

Frauen hier auszuklammern ist mir komplett unverständlich. Ich gehe davon aus, dass auch alle Tiere, die eine Innenwelt haben, genau wie der Mensch eine Synthese mit dem kosmischem Geist eingehen. Die sind dann aber auf ihre eigene weise durch ihr kleineres, tierische Gehirn begrenzt.

Aber wenn es kosmisches Bewusstsein in den Lebewesen gibt, dann muss wohl auch im Raum zwischen den Lebewesen und darüber hinaus noch sehr viel mehr davon im ganzen Kosmos verteilt sein. Das wäre eine unvorstellbar große Menge an Geist. Das käme dem Begriff „Gott“ wohl näher. Sich damit auf einer gewissen Augenhöhe zu befinden, wäre schon fraglich, sich damit zu indentifizieren wäre aber wohl eher kompletter Unsinn.

Inspiration – auch von „höchster“ Stelle - können wir erhoffen, aber alles was Früchte tragen soll, müssen wir verstehen und in unser Gehirn integrieren, wenn wir vernünftig damit arbeiten wollen. Irgendwelche Offenbarungen, auch wenn sie noch so faszinierend sind, sollten wir kritisch betrachten, und uns doch wenn irgend möglich mit dem befassen, womit wir uns wirklich auskennen. Wenn wir die Welt retten wollen, sollten wir unserer Technik nutzen, und den Klimawandel abwenden, und unsere Demokratie nutzen, um Atomkriege zu verhindern. Irgendwelche speziellen Religionen zu fördern, damit irgendwelche hypothetischen Götter dann zufrieden sind, und die dann unsere irdischen Probleme lösen, das ist doch komplett aussichtslos.

Religiöse Aussagen, die gesicherten Wissenschaftlichen Fakten widersprechen, würde ich im Zweifelsfall verwerfen, auch wenn sie noch so trostspendend und schmeichelhaft sind. Mich irgendeiner Kirche anzuschließen, erscheint mir genauso überflüssig. Wahrheit kann man nicht organisieren. Glaube, der nicht verstanden wird, und von dem individuellen Menschen nicht integriert wird, ist und bleibt unwirksam.



Kommentar vom 01.03.2019 17:53 auf
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/arbeit-muss-sich-lohnen-wers-glaubt-wird-selig/

Stefan Schleim 01.03.19 16:24

Die Mehrwertsteuer erhöhen bei gleichzeitiger Verringerung der Lohnsteuer macht auch die inländischen Waren teurer, klar. Aber Arbeitern bleibt ja direkt mehr Netto vom Brutto, denen geht es also in jedem Fall besser. Klar müssen auch alle Sozialleistungen erhöht werden, in gleichem Ausmaß wie die Senkungen der Lohnsteuer.

Die zusätzlichen Einnahmen aus der höhern Mehrwertsteuer sollen ja auch komplett wieder ausgegeben werden. Wenn dieses Geld an Arme und an Arbeitnehmer fließt, werden die unterm Strich profitieren.

Vor allem aber würde mehr Mehrwertsteuer für exportschwache Länder die Handelsbilanz verbessern und die Staatshaushalte stabilisieren. Die Unternehmensgewinne würden in jedem Fall mehr besteuert, denn die Unternehmensgewinne stecken ja auch in den Verkaufspreisen der Waren mit drin.



Kommentar vom 01.03.2019 13:19 auf
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/arbeit-muss-sich-lohnen-wers-glaubt-wird-selig/

@Alternativen

Grassierender Betrug und Ausnutzerei: da bin ich auch ratlos, wieso so viele Mitmenschen kein Maß mehr zu kennen scheinen. Wie kann die Gier nach Geld so groß sein? Was wollen manche Zeitgenossen mit so viel Geld? Mehr Gewerkschaft, sich mehr wehren, mehr Bewusstsein schaffen: Sinnlos innerhalb des korrupten Systems, oder gibt es doch eine Chance? Kommen wir am Zusammenbruch des Systems nicht vorbei? Besser diesen Zusammenbruch fördern, bevor Umweltschäden und Atomwaffeneinsatz ausufern?

Das scheint mir schwer zu beurteilen. Zur Zeit muss ich mit beiden Optionen leben. Gucken, dass das System von sich aus vernünftiger und stabiler wird, und gleichzeitig muss ich mit dem Zusammenbruch rechnen.

Zur Verbesserung der Strukturen, fallen mir ein paar Sachen ein:

Harz4 weg und die Wirtschaftsüberhitzung in Deutschland beenden, es gibt keinen vernünftigen Grund für diese deutschen Exportüberschüsse. Das senkt dann auch Einwanderung und damit die Mieten. Dann haben wir auch genug Krankenpfleger und Altenpfleger, wenn da ausreichende Löhne gezahlt werden, und weniger Menschen in der künftig reduzierten Exportindustrie gebunden sind.

Wenn Deutschland den anderen EU-Ländern weniger Arbeitsplätze abwirbt, geht es den Ländern am Rand von Europa auch gleich besser. Denen kann ich auch empfehlen, ihre Mehrwertsteuer zu erhöhen, und die Lohnsteuern dafür zu senken. Das macht die Importe aus Deutschland teurer und die eigenen Waren günstiger, und kommt dort der lokalen Staatskasse entgegen. Gleichzeitig werden so auch die sonst im wesentlichen vermiedenen Steuern auf die Unternehmensgewinne wenigstens etwas mit erfasst.

Die bessere Verteilung der anfallenden Steuern zwischen Produktions- und Verkaufsland reduziert auch die Erpressbarkeit der Nationalstaaten mit Investitionen durch die großen Konzerne.

Als nächstes steht dann das Projekt wachstumsfreie Wirtschaft an. Vernünftiger und umweltverträglicher Konsum wäre wohl wünschenswert. Hier sind Steigerungen bei vielen nicht mehr nötig, und bei ziemlich vielen ufert der Konsum völlig aus. Selbst wenn die in relativer Armut Lebenden in Deutschland genug bekämen, stände insgesamt wohl eher eine Reduktion des Umsatzes an. Dieses Projekt käme nicht ohne eine vereinheitlichte Steuerbelastung aus. Die Steuern auf Unternehmensgewinne, Zinserträge und selbst genutzte Immobilien müssten steigen, Lohnsteuern sinken bis dass hier die gleichen Sätze realisiert sind.

Auch Selbstständige und Freiberufler könnten hier höhere Steuern auf Lohnsteuerniveau zahlen, und eine gemeinsame Kranken-und Pflegeversicherung für alle ohne Beitragshöchstgrenzen und ohne Mindestbeiträge würde zur Stabilität des System auch ohne Wachstum beitragen. Dass Spitzenverdiener wie Apotheker und Anwälte keine Mehrwerststeuer zahlen ist Klientelpolitik und hatte mit Steuergerechtigkeit noch nie was zu tun.

Die immer noch anfallenden Vermögenszuwächse können in die Energiewende investiert werden, und in den nächsten 20 Jahren kann auch noch sinnvoll in den armen Ländern dieser Welt investiert werden. Afrika und Südamerika haben Bedarf, Indien, Südostasien, die Arabische Welt auch. Da ist noch was zu wachsen, dazu gehört auch das Wachstum des Vermögens, egal wer das jetzt hält.

Der Schutz und die Vermehrung des Eigentums ist nicht grundsätzlich verwerflich, aber wenn es das Leben auf dem Planeten gefährdet und so viele Menschen wirtschaftlich unbeteiligt vegitieren müssen, sind hier Grenzen überschritten. Die von hto vorgeschlagene Abschaffung des Erbrechts geht da in die richtige Richtung. Dieses nach und nach zu verwirklichen, das wäre keine schlechte Idee finde ich. Hier mehr Steuern abzuschöpfen, je höher die Erbschaftssumme desto mehr, würde nicht nur den Wachstumszwang des Systems reduzieren, sondern auch zur Steuergerechtigkeit und zur Chanchengleichheit beitragen.

Genug Geld in den Staatskassen macht auch ein Grundeinkommen und irgendwann auch einen weltweiten Sozialausgleich finanzierbar. Wenn bei zunehmender Automatisierung uns langsam die Arbeit ausgeht, muss aber der Mensch selbst sich Alternativen erarbeiten, nur die wirtschaftliche Seite könnte von vernünftiger Wirtschaftspolitik ausgeglichen werden. Dass der Staat hier Beschäftigung organisiert, ist weder sinnvoll noch wünschenswert.

Das ist unserer eigenen Aufgabe, hier ist das Individuum selbst gefragt. Auch in der Frage der unstillbaren Geldgier bei anscheinend einigen Zeitgenossen, sollten die sich mal selber fragen, was sie wirklich wollen. Das wäre praktizierter Individualismus. Den Mitmenschen mit immer neuen Betrugsmaschen auf dem Kopf rumzutanzen, das ist kein Individualismus, das ist krank.